Dein Platz an der Sonne

23 Okt

Als ich aufwuchs, haben Mädchen und Jungen gemeinsam auf Spielplätzen gespielt. Gemeinsam haben wir Rutschen, Schaukeln, Wippen und Sandkästen benutzt. Dabei hätte mir schon damals klar sein müssen, das solche harmlosen Vergnügungen in Wirklichkeit problematisch sind, mir hätte schon damals klar sein müssen, dass Spielplätze in Wirklichkeit ein Hort von Ausgrenzung und sexistischer Diskrimierung sind:

Berlins Bezirke prüfen Gleichberechtigung auf Spielplätzen. Die Idee dazu entstand auf der Fachtagung „Gender Budgeting – von der Analyse zur Steuerung“. 21 Kriterien wurden festgelegt, die die „Gendergerechtigkeit“ der Kinderbespaßung bewerten sollen. Für ein positives Ergebnis müssen die Spielplätze zum Beispiel „multifunktionale Spielangebote“ und „nutzungsneutrale Bereiche“ haben. […]

Studien haben nämlich zum Beispiel ergeben: Mädchen nutzen zwar Schaukeln und Rutschen besonders gern, aber wenn die im Schatten stehen, haben sie Angst. Außerdem mögen sie es besonders sauber. Jungen bevorzugen etwa Bolzplätze und Tischtennisplatten. Aber wenn die nicht klar von anderen Spiel-Bereichen abgegrenzt sind, fühlen sich Mädchen offenbar bedroht.

Gender“wissenschaftler“ haben also mal wieder festgestellt, dass das weibliche Geschlecht diskriminiert wird. Und das selbstvserständlich auch auf Spielplätzen. Zwar versuchen uns die gleichen Genderwissenschaftler stets und ständig davon zu überzeugen, dass Geschlechtsunterschiede nur soziale Konstrukte sind, kommen aber dennoch zum Schluss, dass Mädchen nun mal Angst hätten, wenn Schaukeln und Rutschen im Schatten stehen würden.

In meiner Kindheit  war das nicht so. Da hatten Mädchen keine Angst vor Spielzeug im Schatten, zumal wir damas bereits wussten, dass Schatten mit dem Stand der Sonne wandern  (ja, unsere Schulen haben uns tatsächlich noch was beigebracht). Und wir hatten Eltern, die uns erklärt haben, dass Schatten nichts schlimmes sind.

Heute dagegen müssen Mädchen vor diskriminierenden Spielplätzen geschützt werden. Damit sie später im Erwachsenenalter tapfer, unerschrocken und gleichberechtigt Seite an Seite mit den Männern interagieren können. Ohne sich vor ihrem eigenen Schatten zu fürchten…

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5 Antworten to “Dein Platz an der Sonne”

  1. Muriel 23. Oktober 2012 um 11:48 #

    Ich halte „Bolzplatz“ ja für einen der grässlichsten Begriffe, die wir im Deutschen so haben. Ich komme damit überhaupt nicht klar.
    Aber das muss natürlich jeder selbst wissen.

  2. Gassenreh, Jakob 23. Oktober 2012 um 18:57 #

    Wovor Mädchen und Buben Angst haben sollten ist das von den Gender-Ideologen propagierte „social engineering“ in Richtung Übersexualisierung im Erziehungsbereich schon der Kleinsten und Jüngsten (Krippe, Kita, Schule).
    Es kann nicht ernst genug genommen werden, was die Vernichtung des Selbstverständnisses von Mann und Frau für Buben und Mädchen bedeutet, die sich gemäß ihren genetischen Vorgaben an Vorbildern entwickeln müssen (siehe Buch „Vergewaltigung der menschlichen Identität, über die Irrtümer der Gender-Ideologie“)

    • Damien 23. Oktober 2012 um 19:36 #

      @Gassenreh, Jakob: Wo haben Sie denn das mit der „Übersexualisierung“ her? Und was wäre in Ihren Augen eine adäquate Sexualisierung im Erziehungsbereich schon der Kleinsten und Jüngsten?
      Das mit der Vernichtung des Selbstverständnisses scheint mir ein Missverständnis zu sein. M. E. geht es darum, die Vielfalt zu erhöhen und Alternativen lebbar zu machen, für die Kinder bisher keinen Platz gesehen haben und sich in der Folge verbiegen mussten.

  3. Yadgar 23. Oktober 2012 um 21:31 #

    Wo wird Herr Gassenreh das mit der „Übersexualisierung“ her haben? Natürlich aus dem braunesoterisch-evangelikalen Paranoia-Sumpf à la Kopp-Verlag… da braucht man nur den von ihm genannten Buchtitel zu googeln, schon auf der Amazon-Seite zum Buch wird klar, in was für einem Umfeld man sich da bewegt – Gabriele Kuby, nochmal Gabriele Kuby, ein Schuss Orthodoxie und Katholizismus, und dann auch schon NWO-Verschwörungskokolores aus der „Edition Antaios“, letztere dürfte Kennern der Neuen Rechten nicht unbekannt sein. Das Internet ist ohnehin voll mit dem Zeug…

  4. bummibaer 23. Oktober 2012 um 21:38 #

    Is doch völlig klar, dass Mädchen durch Schatten diskriminiert werden. Wenn das Substantiv (der) ‚Schatten‘ doch schon maskulin ist. 🙂

    Gruss,
    Bummibaer

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