„Was genau ist das verf…. Problem?“

15 Dez

Leserin „Atacama“ hat mich gebeten etwas über den Papst zu schreiben, der in seiner bereits jetzt veröffentlichten Rede zum „Weltfriedenstag“ mal wieder gegen uns Homos gehetzt hat:

„Die Leugnung dessen, was die wahre Natur des Menschen ausmacht – in seinen wesentlichen Dimensionen, in der ihm innewohnenden Fähigkeit, das Wahre und das Gute, letztlich Gott selbst zu erkennen -, gefährdet den Aufbau des Friedens“, leitet der Papst eine lange Abhandlung über moralische Fragen ein.

In der geht es unter anderem um die Homo-Ehe: „Auch die natürliche Struktur der Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau muss anerkannt und gefördert werden gegenüber den Versuchen, sie rechtlich gleichzustellen mit radikal anderen Formen der Verbindung, die in Wirklichkeit die Ehe beschädigen und zu ihrer Destabilisierung beitragen, indem sie ihren besonderen Charakter und ihre unersetzliche gesellschaftliche Rolle verdunkeln“, so Benedikt XVI.

Nun ja, Homosexualität als Bedrohung von Friede, Freude und Eierkuchen. Nichts neues also vom Chef der Katholiken und eigentlich nicht der Rede wert, wären da nicht „Leserin“ Atacamas“ leidenschaftlich formulierte Fragen:

Es übersteigt jegliche Vorstellungskraft bei mir, mich da hineinzudenken. Bin ich zu gottlos? Erkenne ich die extreme Gefahr die von Homosexuellen für den Frieden ausgeht einfach nur nicht? Was läuft da ab?

Was genau ist das verf…. Problem?

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich habe keine Ahnung! Mir ist auch unverständlich, wieso Homosexualität  ein derartiges Problem darstellt. Die Welt ist ja nicht gerade arm an Leid und Elend, Hunger und Kriegen und dann gibt es doch tatsächlich Menschen die nichts besseres zu tun haben, als menschliche Zuneigung zu verteufeln.

Aber es ist ein nicht zu bestreitender Fakt: Homosexualität verletzt viele Menschen offenbar zu tiefst. Es muss bei diesen irgendein festgefügtes, für sie selbstverständliches Welt- und Menschenbild ins Wanken bringen. Anders ist diese leidenschaftliche Ablehnung, dieses bis zum Hass gesteigerte Befremden nicht zu erklären.

Ich komme mir da zuweilen ähnlich vor wie „Atacama“: Bin ich verrückt, wenn ich kein Problem damit habe, wie Menschen ihr Beziehungs- und Sexleben gestalten? Bin ich zu dumm um zu verstehen, dass ein Mann und eine Frau immer aufeinander stehen müssen? Bin ich zu beschränkt um zu begreifen, dass es „normal“ sei, eine grundsätzliche Abneigung gegen die Vorstellung gleichgeschlechtlicher Beziehungen bzw. sexueller Aktivitäten zu hegen?

Gute Freundinnen halten Händchen und küssen sich auf die Wange, Männer umarmen sich oder liegen sich heulend in den Armen nachdem ihr Fußballverein verloren hat. Ist Zuneigung nicht etwas zutiefst menschliches, auch unter Menschen gleichen Geschlechts? Bin ich verrückt, keine starre Grenze ausmachen zu können, dass es zuweilen auch einmal intimer werden kann? Und dass es logischerweise auch Menschen gibt, die es eben lieber mögen, mit dem gleichen Geschlecht intim zu werden – und zwar so richtig?

Himmel hilf, es ist doch nur Zuneigung, es ist doch nur Sex, es ist doch nur Liebe. Was genau ist also das „verf…. Problem“?

Advertisements

4 Antworten to “„Was genau ist das verf…. Problem?“”

  1. Ralf 15. Dezember 2012 um 11:16 #

    Es ist wie mit dem Antisemitismus oder dem Rassismus. Mir geht einfach nicht in den Kopf, wieso Juden, Nichtweiße, Schwule, Lesben minderwertig sind und die Achtung ihrer Grundrechte eine Gefahr für den Frieden und die Kultur darstellt. Ich bin -wie Du und Atacama- offenkundig geistig nicht nah genug an der Amöbenintelligenz, um anzuerkennen, was sich doch allem Anschein nach von selbst erklärt. Der Hass leuchtet vor meinem Hirn, und mein Hirn begreift ihn nicht.

  2. Yeks 16. Dezember 2012 um 02:20 #

    Schlimm aber unwichtig. Wen interessiert heute noch was dieser senile Mann sagt. Die Masse nicht mehr.

  3. Ralf 16. Dezember 2012 um 15:09 #

    @ Yeks

    Die Masse wohl nicht mehr, ja. Aber diese menschenverachtende Gesinnung ist es, die in Deutschland noch immer Sondergesetze gegen Schwule und Lesben macht und beibehält – jüngstes Beispiel Einkommensteuer.

  4. tuckenalarm 24. Dezember 2012 um 21:37 #

    niemand ist verrückt und alles ist gut. und jetzt gibt es für der unverbesserlichen papst benedikt xvi. auch ein buch, dass das erklärt: die us-autorin c.s. pearce enthüllt: christ-sein ohne homophobie ist möglich!

    http://www.advocate.com/politics/religion/2012/12/24/author-makes-christian-case-lgbt-rights

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: