Zeitgemäßes Unbehagen

16 Feb

Ich bin es langsam wirklich leid, dass ich meine Art zu leben, zu lieben und eine Beziehung zu führen immer noch rechtfertigen und gegen andere Menschen verteidigen muss. Wie z. B. gegen einen Beitrag von Ralf Schuler auf der „Achse des Guten“:

Denn das Prinzip des ZEITGEMÄSSEN hat sich längst schon viel zu tief auch ins politische System vieler westlicher Demokratien gefressen. Von Energiewende über das erodierende Familienbild bis Wirtschaftspolitik: Immer häufiger unterlässt es die handelnde Politik, für vom breiten Meinungsstrom abweichende Positionen überhaupt noch zu werben oder wenigstens ordnungspolitische Leitbilder hochzuhalten. Früher dachte der Chef noch selbst, heute schwärmt er vom Schwarm. Ein politisches Hotel Garni, das im Grunde den repräsentativen Teil der Demokratie zuschanden reitet. Verwaltung statt Führung.

Dabei geht es nicht um Bevormundung der mündigen Mehrheit. Es ginge beispielsweise darum, trotz vielerorts scheiternder Familien das immer noch mehrheitlich angestrebte Ideal immer wieder zu benennen, um einen Richtpol für den geistigen Kompass zu bewahren. Es ist zu wenig, Patchworkfamilien, Homo-Ehen, wachsende Single-Haushalte lediglich als ZEITGEMÄSS anzunehmen und die daraus erwachsenen gesellschaftlichen Reparaturarbeiten mehr schlecht als recht umzusetzen.

Früher hat man gesagt, Homos zerstören die Familie und die Gesellschaft. Heute erwachsen aus der Homo-Ehe lediglich gesellschaftliche Reparaturarbeiten. Eine wahrhaft zeitgemäße Ausdrucksweise…

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Eine Antwort to “Zeitgemäßes Unbehagen”

  1. Ralf 23. Februar 2013 um 14:29 #

    Er hat schon recht. Es ist zu wenig, die Ehe für alle lediglich als „zeitgemäß“ anzunehmen. Man muss sie als dem Gleichbehandlungsgebot (nicht dem Zeitgeist) geschuldet begreifen. Und es genügt auch nicht, die Gesellschaft nach jedem neuen Spruch des Bundesverfassungsgerichts ein bisschen mehr zu reparieren, d.h. diesem Gebot näher zu bringen, sondern man muss sich endlich bequemen, die Ordnung in vollem Umfang anzupassen.

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