Neuen Ufern zu, mit der CDU

23 Feb

Konservative brauchen immer ein bisschen länger, egal ob es um die Abschaffung der Sklaverei, „Mischehen“, Evolutionstheorie oder die Homosexualität geht. Aber der Zeitgeist geht auch an ihnen nicht vorbei. Irgendwann bewegen sie sich doch:

Mehrere führende CDU-Politiker haben sich für Reformen bei der Gleichbehandlung homosexueller Lebenspartnerschaften ausgesprochen, was die Union bisher strikt abgelehnt hatte. Angesichts „der klaren Tendenzen der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sollten wir jetzt möglichst rasch handeln und die erforderliche verfassungsrechtliche Gleichstellung auch durchführen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer, der „Süddeutschen Zeitung“.

Selbstverständlich wird es noch einige Diskussionen geben, viel Palaver um den „Markenkern“ der CDU und den Konservatismus an und für sich und auch noch einiges an kulturpessimistischen Untergangsszenarien.  Aber im Prinzip ist die Sache gegessen. Und in ein paar Jahren (gut, vielleicht auch Jahrzehnten) wird man sich auch in Sindelfingen und Plattling fragen, warum man sich eigentlich die ganze Zeit so über die Homo-Ehe echauffiert hat.

Eines wundert mich allerdings schon, nämlich, wie politisch einflussreich „wir“ Homos“ sind. Rein theoretisch wäre es absolut denkbar, uns einfach zu ignorieren. Es würde überhaupt nicht auffallen. Warum sperrt man uns also nicht weiter in den Kanst? Ignoriert uns? Redet hinter vorgehaltener Hand über uns? Was haben Heteros davon, sich mit einer Handvoll „Schokostechern“ zu beschäftigen? Ist doch eigentlich merkwürdig, oder?

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16 Antworten to “Neuen Ufern zu, mit der CDU”

  1. Damien 23. Februar 2013 um 19:39 #

    Vielleicht ist es mit zunehmend auch Schwulen und Lesben gegenüber empfundener Mit-Menschlichkeit zu erklären, dem Gefühl, dass Ungleichbehandlung ethisch nicht mehr zu verantworten ist.

  2. Adrian 23. Februar 2013 um 19:41 #

    Der vielgescholtene Zeitgeist, also.

  3. Damien 23. Februar 2013 um 20:21 #

    Wenn „Zeitgeist“ die zunehmende Zivilisierung der Gesellschaft meint, ja.

  4. Adrian 23. Februar 2013 um 20:24 #

    Ich jedenfalls meine das damit 🙂

    • Damien 23. Februar 2013 um 21:34 #

      Ich mag ihn, diesen „Zeitgeist“ 🙂

  5. Adrian 23. Februar 2013 um 21:35 #

    Ja, ist ein sexy Typ 😀

  6. subcomandante marcus 24. Februar 2013 um 00:31 #

    sieht man mal wieder, schwule haben nur sex im kopf =;-)

    ich wünsche dieser art von zeitgeist eine gute reise nach ländern wie russland, frankreich, namibia, und allen moslemisch oder anderweitig fanatisch religiös geprägten ländern, wo der lokale aberglaube oder ein diffuser hass auf „alles andere“ staatsdoktrin sind. und bitte nicht die verschwörungstheorien vergessen, wonach „ihr Homos“ politisch viel zu einflussreich seid.
    ich will euch nicht die party verderben, aber da ist immer noch viel zum aufräumen da nach dem kater. trotzdem prost!

    • Damien 24. Februar 2013 um 11:27 #

      @sub: Im Prinzip d’accord!

      Nur eine Frage: Frankreich?

  7. Adrian 24. Februar 2013 um 12:31 #

    @ sub
    Verschwörungstheorie? Ich habe keine Verschwörungstheorie aufgestellt. Ich wundere mich bloß ein bisschen über den Erfolg der Homos in der westlichen Welt.

  8. subcomandante marcus 24. Februar 2013 um 22:21 #

    @Damien:
    es ist doch noch nicht lange her dass da tausende gegen die homo-ehe auf die straße gegangen und fast in ohnmacht gefallen sind, als sich 2 (hetero!-) frauen demonstrativ geküsst haben.

    @Adrian: natürlich hast du keine aufgestellt, das hab ich doch nicht gesagt. es gibt aber immer noch jede menge spinner die der paranoiden theorie anhängen, schwule wollten systematisch moral, ehe, westliche werte etc. zerstören.

    • Damien 24. Februar 2013 um 23:06 #

      @sub: Nur weil Tausende gegen etwas auf die Straße gehen, ist es noch keine „Staatsdoktrin“. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Du Frankreich mit Russland oder Namibia in einem Atemzug nennst. Wie gesagt, ansonsten d’accord…

  9. Adrian 24. Februar 2013 um 23:29 #

    @ sub
    Frankreich: https://gaywest.wordpress.com/2013/02/12/oui-je-le-veux/

    Himmel, ich will dieses Foto als Poster 😀

  10. subcomandante marcus 25. Februar 2013 um 03:02 #

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/homo-ehe-in-frankreich-parlament-plant-marathondebatte-ueber-14-tage-a-880299.html

    @Damien: du wurschtelst so lange an meinem kommentar rum, bis du irgendwas als kontra findest. wieso darf ich denn länder nicht rückständig finden, die durch unterschiedlich starke ablehnung gegen sexuell anders als die masse lebende auffallen? ich sag ja nirgends die sind alle gleich schlimm.

    • Damien 25. Februar 2013 um 10:17 #

      @sub: Ursprünglich wollte ich nur wissen, warum Du Frankreich in diesem Zusammenhang gemeinsam mit Namibia und Russland nennst, weil ich diese Aufzählung nicht nachvollziehen konnte. Deine „Klarstellung“ hat mich eher weiter irritiert. Du kannst Länder rückständig finden, soviel Du willst, aber ich dachte, wenn Du es veröffentlichst, hast Du vielleicht auch ein Interesse daran, dass andere Deine Gedanken nachvollziehen können und bei Bedarf noch einmal nachfragen. Und, wie bereits mehrfach gesagt, ansonsten bin ich völlig d’accord mit Deinem Kommentar.

  11. basti 25. Februar 2013 um 15:48 #

    Der Wahlkampf ist eroeffnet.

    Erstmal die FDP mit Dirndeln diskreditieren, dann die Linke mit Stasivorwuerfen belegen, und natuerlich noch voher die NPD verbieten und die Piraten schlecht machen.

    Das nennt sich dann wohl Demokratie.

  12. allsurfer4 28. Februar 2013 um 00:19 #

    Es ist manchmal wahrlich sehr belustigend, die Dialoge auf dieser Seite zu lesen, wenn Kommentare kommentiert werden; das Einzige, was mich ein bissel gestört hat, war das Wort „Schokostecher“ in Adrians Artikel.
    Schließlich ist, wie du, Adrian, selbst unlängst gesagt hast, jeder ein „Kotstecher“, der aktiv Analsex betreibt.
    Lt. Wikipedia nimmt auch unter den Hetero-Leuten der Analsex rasant zu, deshalb sollte diesen Worten die Ausschließlichkeit genommen werden, indem man sie in Bezug auf Homosexualität gar nicht mehr gebraucht.

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