Querschläger

12 Mrz

Am 14. November vergangenen Jahres, während der Militäroperation Wolkensäule,  veröffentlichte die BBC das Foto eines Mitarbeiters ihres arabischen Dienstes, der die Leiche seines 11 Monate alten Sohnes Omar auf den Armen trug.

Das Kind, so hieß es schnell nicht nur in der BBC, sei durch die Israelischen Verteidigungskräfte (ZAHAL) getötet worden. Ein Bericht des UN-Menschenrechtsrates hat die Angelegenheit nun richtig gestellt: Es habe sich bei dem Geschoss, das Omar und eine 19-jährige Frau getötet habe, nicht um eine israelische Rakete gehandelt, sondern um einen palästinensischen Querschläger, so der Bericht.

Das Bild wurde zuvor in den konventionellen und sozialen Medien unzählige Mal verbreitet, immer verbunden mit einer Anklage gegen Israel.

Newsletter der israelischen Botschaft in Deutschland, Originalartikel

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5 Antworten to “Querschläger”

  1. crumar 12. März 2013 um 16:55 #

    „Initial B’Tselem investigations indicate that 102 Palestinians were killed in the Gaza Strip between the launch of the Israeli military’s “Pillar of Defense” operation on the afternoon of November 14, 2012 and the night of November 19. Initial investigations indicate that at least 40 of those killed were civilians, among them 19 minors, and 10 women.“

    Vergleich, selbe Quelle:

    „Three Israelis were killed in the course of the operation up to the night of the 19th, as a result of rocket fire from Gaza by Palestinian militant organizations.“

    http://www.btselem.org/gaza_strip/20121120_gaza_fatalities

    Ist das nicht ein wenig makaber, sich nun darüber zu freuen, dass eines der Kinder (von 19) nun doch nicht durch die IDF getötet worden ist, sondern durch einen Querschläger der Palästinenser?

    Was soll das bringen? Jetzt sind es also nur noch 18 tote Kinder.
    Da freuen wir uns alle ganz unglaublich?!

    Gruß, crumar

  2. Ralf 13. März 2013 um 07:11 #

    … wo doch eh spätestens seit den Protokollen der Weisen von Zion jeder weiß, dass an allem immer die Juden schuld sind… Gutmenschen schießen halt nicht zurück, wenn sie angegrtiffen werden, sondern lassen sich bedingungslos abknallen. Das ist doch die größte Frechheit von den Juden, dass sie sich nicht mehr widerstandslos schlachten lassen, sondern sich verteidigen. Hätten Palästinenser nicht aus Gaza heraus Israel beschossen, hätten Israelis nicht zurückgeschossen. So einfach ist das. So einfach ist es wirklich.

  3. crumar 13. März 2013 um 12:36 #

    Das ist so ein klassischer Bildungsirrtum von Schlechtmenschen. 😉

    Es gibt die „Protokolle“ in zig Versionen – google mal nach. In den USA wurde in der englischen Ausgabe „Juden“ durch „Bolschewisten“ ersetzt.

    Es gibt sogar noch Differenzen in den Schreibweisen (elders of Zion, wise men of Zion).

    Dann waren auch in der „Originalausgabe“ die Schuldigen Sündenböcke zwar u.a. Juden, doch kamen noch alle anderen Gruppen hinzu, was neuerdings gerne „vergessen“ wird:

    „Der Herausgeber Pawel Kruschewan (1860–1909) war ein den Schwarzen Hundert nahestehender Antisemit, der im selben Jahr in Chișinău ein Pogrom organisiert hatte. Er behauptete, es handele sich um authentische „Sitzungsprotokolle der Weltallianz der Freimaurer (!!!!!!) und der Weisen von Zion“, die in Frankreich angefertigt worden seien. Dort befänden sich auch die „Geheimarchive der Zentralkanzlei von Zion“, dessen Vertreter indes nicht mit der zionistischen Bewegung verwechselt werden dürften.“

    Wikipedia

    „Die Geheimarchive der Zentralkanzlei!“
    Muahahahaha!

    Merke: Streng vertraulich, aber hochbürokratisch – wir sind zwar absolut geheim, aber darüber führen wir akribisch Aufzeichnungen!

    Wie lächerlich ist das denn?!
    Das kann nur einer Beamtenseele plausibel erscheinen.

    Der Text ist so flexibel, du könntest auch „Islamisten“ und „Schwule“ einsetzten – passt immer!

    Dann zu deiner daraus entwickelten Verschwörungstheorie: Nein, die ist nicht zutreffend.
    Es ging ganz simpel um die Aufhebung der Belagerung des Gaza.

    Und beim Vergleich der Toten: 102:3 – glaubt irgendwer wirklich noch, es handle sich um einen Akt der Selbstverteidigung?
    Wer will das denn glauben?

    Geh mal vor Gericht und plädiere vor der Faktenlage auf Notwehr.
    Du kommst NIE damit durch.

    Gruß, crumar

  4. Blub 13. März 2013 um 23:19 #

    Nur weil die Gruppe, die sorgloser Gewalt anwendet, mangels geeigneter Technologie und Gewitzheit und durch gezielte Förderung von Toten auf der eigenen Seite mehr Tote zu beklagen hat, heisst das nicht, dass sie nicht Kern der Gewalt und des Tötens ist.

    Zum Vergleich mit der Notwehr. Notwehr sorgt i.a. dafür, dass dem Opfer nichts passiert, dem Täter aber etwas passiert, ergo u.U. Verletzung Täter am Ende größer als Verletzung Opfer. Ergo, Situation ist wie hier. Der Täter, der das Fernziel der Auslöschung eines Staates und seiner Bewohner hat, ist unschuldig und unterstützenswert, weil das Opfer ihn gestoppt hat. Eine merkwürdige Logik, nur leider allzu verbreitet.

  5. Alreech 14. März 2013 um 00:06 #

    102:3 ?
    62 nicht-israelische Kombattanten, 40 nicht-israelische Zivilisten auf der einen Seite, und 3 israelische Kombattanten auf der anderen Seite.

    Wie müssten den das Verhältnis der Opfer aussehen, damit man von einem Akt der Selbstverteidigung sprechen kann ?
    Müssen auf israelischer Seite erst mal 40 Zivilisten sterben, bevor die Israelischen Streitkräfte gegen die palästinensischen Kombattanten vorgehen dürfen ?
    Und müssen die Israelis ihre Selbstverteidigung abbrechen, sobald auf palästinensischer Seite mehr als 40 Zivilisten umkommen ?

    Falls es um dieses Auge-um-Auge-Prinzip geh, hätte ich da einen einfachen und leicht umzusetzenden Vorschlag:
    Die Israelis töten einfach für jeden getöteten Israeli einen palästinensischen Gefangenen.
    Für jeden verwundeten Israeli wird ein palästinensischer Gefangener die gleiche Wunde beigebracht.
    Dafür verzichten dann die Israelis darauf militärisch gegen Gruppen vorzugehen die Raketen aus den Gazastreifen schießen.

    Das ganze sorgt für ausgeglichene Opferzahlen auf beiden Seiten, dürfte also moralisch einwandfrei sein, oder ?
    Wenn etwas schief geht – z.B. eine Kazam fliegt zu kurz und schlägt in einem palästinensischen Haus ein, und tötet dort einen palästinensisches Kind – haben die Palis eine Tötung frei, sonst ist es ja nicht mehr ausgeglichen.

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