Die Lust am Krieg

15 Apr

Nachdem der französische Senat erwartungsgemäß der Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe nebst Adoptionsrecht zugestimmt hat, fangen die Gegner des Gesetzes an, ihre Contenance zu verlieren. Ein Symptom ist dabei die steigende Zahl homophober Gewalttaten, wie etwa an dem Niederländer Wilfred de Bruijn, der in Paris zusammengeschlagen wurde, weil er mit seinem Freund Arm in Arm spazieren gegangen ist.

Die Protagonisten der Opposition gegen die Homo-Ehe distanzieren sich zwar von dem Vorfall, doch wirken ihre Verlautbarungen reichlich hohl, zumal angesichts der Äußerungen, die das Aushängeschild des französischen Protestes gegen die Öffnung der Ehe und Adoption – eine Frau mit dem bezeichnenden Kunstnamen „Frigide Barjot“ – getätigt hat:

So verkündete Frigide Barjot, Sprecherin der großen Bewegung gegen die Homo-Ehe, an die Adresse von Francois Hollande: „In Frankreich wird es Bürgerkrieg geben, Herr Präsident.“

„Bürgerkrieg“ also, darunter geht es nicht. Man merke sich diesen Satz, wenn demnächst wieder ein schwules oder lesbisches Paar in Frankreich verbal oder physisch attackiert wird. Denn diejenigen, welche den Krieg gegen ein Gesetz ausrufen, das Schwule und Lesben von ihrem Status als Bürger zweiter Klasse befreit, muss sich nicht wundern, wenn man den Worten Taten folgen lässt. Und Krieg bedeutet nun einmal Hass, Gewalt – und Tod.

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