Floristen gibt’s wie Sand am Meer

21 Apr

Im amerikanischen Bundesstaat Washington muss sich der hiesige Staatsanwalt mal wieder mit einer albernen Klage herumschlagen. Robert Ingersoll und Curt Freed möchten heiraten. Für die Feierlichkeiten braucht es natürlich einen anständigen Floristen. Die Floristin auf der Liste des Paares, eine gewisse Barronelle Stutzman, hatte aber etwas dagegen, einem gleichgeschlechtlichen Paar ihre Dienstleistung anzubieten, da Sie der Meinung ist, eine Ehe sei eine Institution, die nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden könne, ganz so wie es in der Bibel stünde. Nun hat die gute Frau eine Klage am Hals, eingeleitet vom Paar und unterstützt von der American Civil Liberties Union (ACLU).

Warum nun, ist diese Klage albern? Nun, aus mindestens drei Gründen:

Erstens, ist es albern, sich ein Geschäft durch die Lappen gehen zu lassen, nur weil das Hochzeitspaar aus zwei Männern besteht. Wäre ich Florist, mich würde es nicht die Bohne interessieren, welches Pärchen heiraten möchte: Mann und Frau, Frau und Frau, Mann und Mann, Bruder und Schwester, ein Moslem seine 75 Jungfrauen, Oma und Katze – mir wäre es gleich. Und selbst wenn man persönliche moralische Bedenken gegen eine Art der Verbindung hätte – so what? Soll man deshalb das Geschäft der Konkurrenz überlassen, die vermutlich besser in der Lage ist zwischen „Business“ und Privatleben zu unterscheiden? Immerhin ist man nicht der einzige Florist vor Ort. Oder?

Zweitens ist es albern, sich als schwules Paar einen Floristen auszuwählen, um ihn, wenn man feststellt, dass dieser einen nicht bedienen will, zu verklagen. Hat man vor seiner Hochzeit nichts wichtigeres zu tun? Direkt auf der anderen Staßenseite gibt es schließlich einen anderen Floristen, und wenn nicht direkt gegenüber, dann sicherlich in der nächsten Stadt. Was für eine Verschwendung, gutes Geld für einen Anwalt auszugeben, wenn man dafür eine Hochzeit ausrichten kann!

Und überhaupt: Glaubt man etwa mit dieser Aktion, die Meinung der Floristin zu ändern? Wenn sie tatsächlich der Meinung ist, nur Hochzeitspaare bedienen zu können, die der „biblischen“ Sicht der Ehe entsprechen, wird sie in Zukunft wenig Kundschaft haben.

Drittens ist es albern, dass die ACLU diese Klage vertritt, als eine Institution, die für sich in Anspruch nimmt, amerikanische Freiheiten zu verteidigen. Tatsache ist nämlich, dass durch diese Klage einzig und allein die Freiheit der Beklagten eingeschränkt wird, nämlich die Freiheit, auf freiwilliger Basis Verträge abzuschließen. In einer Marktwirtschaft eine nichtmonopolisierte Dienstleistung per Klage erzwingen zu wollen, ist in etwa so „freiheitlich“, wie die Freundschaft zu einem Menschen einzuklagen, der mit einem persönlich nichts zu tun haben will.

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