Skandal und Realität

18 Mai

Herrscht beim SPIEGEL ein verfrühtes Sommerloch oder wie läßt sich die folgende Meldung erklären?

Pädophile hatten bei den Grünen größeren Einfluss als bisher bekannt. In den Anfangsjahren der Partei forderte eine Arbeitsgemeinschaft nach SPIEGEL-Informationen offen die Legalisierung von Sex mit Kindern. Sie wurde nicht nur geduldet, sondern von Bundeszentrale und Bundestagsfraktion finanziert.

Ich habe die Berichterstattung der letzten Tage verfolgt über die „ungeheure Neuigkeit“, dass eine Partei (Die Grünen) das gemacht hat, was jede Partei macht: ihre Bundesarbeitsgemeinschaften finanzieren. Interessant ist allerdings, was im SPIEGEL nicht steht: Wie die BAG SchwuP (Schwule, Päderasten und Transsexuelle) von der von Volker Beck initiierten BAG Schwulenpolitik (wie der Name schon sagt, nur für Schwule) abgelöst wurde und dass die BAG SchwuP nie als offizielle Partei-Arbeitsgemeinschaft anerkannt war, die BAG Schwulenpolitik aber schon. Wieso wird das eigentlich nicht erwähnt in einem Artikel, der sich mit der Geschichte der Grünen zum Thema Pädophilie beschäftigt?

Interessant ist auch, dass sich Jürgen Trittin für einen Parteitagsbeschluß schämt, den es nie gab:

Trittin räumte ein, dass es bei den Grünen seinerzeit „Fehlbeschlüsse“ zum Thema Pädophilie gegeben habe. Er verwies auf die Entscheidung eines NRW-Landesparteitages von 1985, auf dem sich die Delegierten für Straffreiheit von Sexualität mit Kindern ausgesprochen hatten. 

Auf besagtem Landesparteitag in Lüdenscheid (der damals übrigens noch Landesdelegiertenkonferenz hieß) wurde seitens der Landesarbeitsgemeinschaft „Schwule und Päderasten“ ein Papier unter dem Titel „Sexualiät und Herrschaft“ vorgelegt, in dem die „Legalisierung einvernehmlicher sexueller Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern“ gefordert wurde. Dieses Papier wurde von der Mehrheit der Delegierten des Parteitags ausdrücklich abgelehnt. Aus Gründen der Transparenz entschied man sich in aller Naivität, die unterlegene Meinung trotz allem im Anhang des Landtagswahlprogramms zu dokumentieren – ausdrücklich als Minderheitenmeinung gekennzeichnet. Das hielt eine Zeitung mit vier Buchstaben nicht davon ab, am nächsten Tag zu titeln „Grüne fordern Sex mit Kindern“. Es dauerte nicht lange, da strichen die Grünen auf einer weiteren Landesdelegiertenkonferenz das Papier aus dem Anhang.

Wo lag jetzt noch mal der Skandal?

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