Schritt für Schritt

29 Mai

Gut, dass Gleichstellung Homosexueller in D anders als in USA, Spanien+Frankreich ohne gesellschaftl Brüche gelingt.

twitterte der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn am Montag. Was der gute Mann damit sagen wollte? Vermutlich, dass die Gleichstellung von Homosexuellen in Deutschland ohne gesellschaftliche Brüche vor sich geht. Doch weit gefehlt, denn wenn man dieser Beschwerde auf queer.de glauben soll, hat Spahn behauptet, die völlige Gleichstellung sei in Deutschland abgeschlossen:

Lebt Herr Spahn in einer Parallelwelt oder lag es vielleicht an der späten Stunde (23:07 Uhr) seiner Nachricht und einem Schoppen Wein zuviel? Als Bundestagsabgeordneter sollte er doch eigentlich mitbekommen haben, dass es in Deutschland bislang weder die Ehe für homosexuelle Paare noch eine völlige Gleichstellung Eingetragener Lebenspartner gibt – und zwar weil seine eigene Partei dies hartnäckig und aus ideologischen Gründen blockiert.

Merkwürdig. Spahn schrieb doch eindeutig „gelingt“ und nicht „gelungen ist“. Er formuliert also so, dass man, wenn man ihn nicht falsch verstehen möchte, verstehen müsste, dass er von einem Prozess schreibt, der im Gange ist. Warum ihm dann etwas vorwerfen, das er gar nicht behauptet hat? Nur um mal wieder seinem Ärger über die Geschwindigkeit der CDU bei der Gleichstellung Luft zu machen? Doch was, wenn eben diese Geschwindigkeit mit dazu beitrüge, dass die Gleichstellung in Deutschland ohne gesellschaftliche Brüche gelingt? Schritt für Schritt…

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7 Antworten to “Schritt für Schritt”

  1. hulrich 29. Mai 2013 um 12:58 #

    Ich geb ja wenigstens zu, daß ich Fantasyromane schreibe. Aber Jens Spahn scheint in einer solchen Welt zu leben. 🙂
    Oder in der Unionsfraktion werden bunte Pillen verteilt, die die Welt schöner und bunter machen.

  2. Damien 29. Mai 2013 um 17:53 #

    Mir scheint, Du hast meinen Beitrag nicht aufmerksam gelesen. Was möchtest Du mit Deinem Kommentar sagen, was über die Beschwerde auf queer.de hinaus ginge?

  3. hulrich 29. Mai 2013 um 18:35 #

    Mich stört bei seiner Äußerung vor allem, wie er für die CDU in Anspruch nimmt, an diesem Prozeß des gesellschaftlichen Wandels positiv beteiligt zu sein. Tatsache ist doch, daß die Union mauert wo es nur geht, um eben diesen Wandel zu blockieren.
    Ich habe auch den Originalbeitrag bei DW gelesen und verfolge die soweit öffentlich zugängliche Diskussion in Unionskreisen.
    Allerdings hatte ich auch schon das Vergnügen, im Restaurant der Bundeskunsthalle Zeuge eines Gespräches einer Gruppe Ausflügler aus dem Westfälischen zu werden. Was man als Tischnachbar eben so mitbekommt. Es waren Angehörige der Senioren-Union und da ging es eben um die Thematik LGBT und Diskussion in der Union. Auslöser war das BVerfG-Urteil zur Folgeadoption.
    Da fielen tatsächlich die berühmten Sätze „Bei Adolf hätte es das ja nicht gegeben“ und „Es war ja nicht alles schlecht!“
    Ohne daß Widerspruch laut wurde in der Gruppe der ca 70-80jährigen Ausflügler. Ich betrachte die Union als Haufen ewig Gestriger, mit ein paar bunten Einsprengseln.

    • Damien 29. Mai 2013 um 18:46 #

      @hulrich: Immerhin, der § 175 wurde unter einer CDU-Regierung abgeschafft. Mir ist schon klar, dass die CDU nicht gerade zu den Vorreitern der Gleichstellung gehört. Aber es gibt auch dort solche und solche. Wenn Kristina Schröder bspw. den LSU-Chef zum Büroleiter macht, ist das ja durchaus ein Signal an die Ewiggestrigen. Ich bezweifle übrigens, dass diese unter den Wählern die Mehrheit stellen. Und auch unter den Abgeordneten, Leute wie Geis, Reiche, Kauder sind eine Minderheit, auch in der CDU/CSU.

  4. kai 30. Mai 2013 um 04:47 #

    Nun, ich denke auch das der gesellschaftliche Bruch gerade in der CDU deutlich zu Tage tritt. Würden Teile der CDU zu Demos aufrufen wäre dieser Bruch genau so deutlich Sichtbar wie in Frankreich auch. Hier geht es ja nicht darum ein Recht zu erstreiten, sondern anderen ein ihnen selbstverständlich zustehendes Recht nicht zu geben, weil sie einfach „anders“ sind. Das ist offene Homophobie, da braucht man auch nicht zu diskutieren. Bisher „schützt“ uns nur die Einbindung dieser Gruppen in die politische Willensbildung vor solchen Demos wie in Frankreich, die bis hin zu tätlichen Angriffen geht. Das ist in meinen Augen das grosse Problem in Frankreich, die UMP dort nimmt in Teilen offen an den Demos teil, was hier der Gegenposition einen gesellschaftlich und demokratisch akzeptierten Anstrich gibt… Das auf der anderen Seite, wie hier auch, einige gerne alles falsch verstehen ist leider genau so ein Problem…
    @Damien
    Der 175er war in der DDR gestrichen, im Rahmen der Angleichung der Gesetzestexte wurde er dann gestrichen. Es war also keine Initiative der CDU, wie bei der Wiedervereinigung auch, die waren da halt zufällig an der Macht…

    Zumindest ist der Kuchen in Frankreich jetzt gegessen, zumindest der erste Hochzeitskuchen…

  5. Ralf 31. Mai 2013 um 12:13 #

    Wer einer Partei angehört und sie im Parlament vertritt, die sich massiv gegen die rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz von Schwulen und Lesben stemmt und dafür auch offen das Grundgesetz bricht, sollte lieber den Mund halten, statt sich und anderen was von angeblicher Gleichstellung ohne gesellschaftliche Brüche vorzufaseln.

    • Damien 31. Mai 2013 um 13:43 #

      Lieber Ralf,

      dass die CDU die Gleichstellung eher bremst als befördert, geschenkt.
      Aber dass die CDU sich massiv gegen die gesellschaftliche Akzeptanz von Schwulen und Lesben stemmt, halte ich für keine korrekte Beschreibung der Wirklichkeit.

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