Märtyrer des Kapitalismus

2 Jun

Die Konzentration auf dem Markt der Gay-Printmedien schreitet weiter voran.

berichtet der schwule Arbeiterkampf auf der Suche nach dem Klassenbündnis mit dem Kleinunternehmertum:

Nur ein knappes Jahr nach der Übernahme der Titel „gab“, „rik“ und „Exit“ durch das Lifestyleblatt „blu“ schluckt es zum 1. Juni nun auch die Magazine „hinnerk“ in Hamburg und „Leo“ in München.

Während man dem blu-Verleger die Verwendung werbeüblicher Phrasen offenbar ankreidet,

In seiner Pressemitteilung tönt Verleger Olaf Alp: „Mit diesen sechs lokalen Stadtmagazinen in einer monatlichen Auflage von 120.000 Magazinen sind alle relevanten deutschsprachigen Medien für die Zielgruppe unter dem Dach der blu Mediengruppe vereint.“

trauert man selbst um die möglichen Umsatzverluste bei der blu-Konkurrenz:

Mit der Übernahme von „hinnerk“ und „Leo“ ist faktisch auch der Werbeverbund „publigayte“ auseinandergebrochen, dessen Namensrechte ebenfalls an „blu“ übergingen. Gemeinsam mit der Berliner „Siegessäule“, „Flash“ aus Köln und dem Ruhrgebietsmagazin „Fresh“ hatte man sich zuvor um großformatige Anzeigen überregionaler Markenartikler bemüht. Während die „Siegessäule“, die im selben Verlag wie „L-Mag“ und „Du & Ich“ erscheint, wirtschaftlich unabhängiger dasteht, drohen „Flash“ und „Fresh“ nun Umsatzverluste.

Bei der Wortmeldung der Konkurrenz in Gestalt von „Flash“-Verleger Marc Kersten fragt man sich, ob das eine erste vorsichtige Annäherung an Pro Köln darstellen soll. Oder wie hat man das folgende Bild der Szene als Organismus sonst zu verstehen, der durch den fremden Kapitalisten in seiner regionalen Eigenständigkeit bedroht ist?

Es gibt zwei wichtige Gradmesser für den Gesundheitszustand einer schwul-lesbischen Szene: Ein erfolgreicher lokal organisierter CSD und starke in lokalem Besitz befindliche Szenemedien. 

Der Aufruf zum praktischen schwul-lesbischen Heimatschutz darf nicht fehlen:

Jetzt muss die Kölner Szene mal beweisen, dass sie begreift, worum es geht, und auch bereit ist etwas dafür zu tun und nicht nur zu lamentieren.

Vielleicht mit einem Wagen bei der CSD-Parade? Ich hätte einen Vorschlag für das Motto: „Heuschrecken raus aus unserer kleinen Szene! Wir brauchen keine Nazis, wir halten Köln selbst am besten sauber!“

Falls das alles nicht hilft, könnte man die NRW-Landesministerin für Gesundheit und Emanzipation immer noch auffordern, ein Gesetz gegen die Übernahme von schwulen Printmedien durch das Großkapital vorzulegen. Wenn’s der Gesundheit dient…

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