„BILD“liche Propaganda

5 Jun

Die „BILD“ ist das wahrscheinlich einflussreichste Medium des Landes – ob man das nun wahrhaben will, oder nicht. Mit seinenThemen erreicht das Boulevardblatt täglich Millionen von Lesern – entweder direkt – oder indirekt, durch Klatsch und Tratsch auf dem Bau und im Büro.

Und eben jene Millionen Bundesbürger durften am vorgestrigen 3. Juni erfahren, dass das Bundesland Sachsen etwas wahrhaft Skandalöses vorhat:

Die Linke will per Gesetz durchsetzen, dass Kindern bereits in der Grundschule „sexuelles Leben von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intersexuellen“ vermittelt wird.

Ausgedacht hat sich das Cornelia Falken (56), die bildungspolitische Sprecherin der Linken. Sie sagt: „Die bisherige Vermittlung des Rollenbildes von Mann und Frau ist rückschrittlich.“

Nun gut, über letzteren Satz könnte man streiten. „Rückschrittlich“ wäre es allerdings tatsächlich, wenn das den Schülern vermittelte „Rollenbild“ schwules und lesbisches Leben – entgegen jeder Realität – vollkommen ausblenden würde. Man darf allerdings getrost davon ausgehen, dass dem bislang so ist.

Welches Problem hat die „BILD“ also mit dem von Frau Falken initiierten Ansatz? Nun, man schaue sich den bildlichen Aufmacher zum Artikel des Blattes an: zwei halbnackte Männer am Strand, die sich in sexuell eindeutiger Pose küssen. Das also – so soll dem „BILD“-Leser offenbar suggeriert werden – ist es, was die Kinder Sachsens demnächst lernen werden: alles über schwulen Sex. Und nicht nur das:

Kritiker wie die Autorin und Soziologin Gabriele Kuby (68) warnen, dass so Jugendliche „in die Homosexualität getrieben“ werden könnten.

Gabriele Kuby? Ja, genau jene katholische Fundamentalistin, die ein grundsätzliches Problem mit der Existenz homosexueller Menschen hat. Eine wahrhaft glaubwürdige „Expertin“ also, die einem tatsächlich weis machen will, durch die Thematik Homosexualität im Unterricht, würden Schüler homosexuell werden. Was natürlich erstens offensichtlicher Unsinn ist, und zweitens nur denjenigen Sorgen bereiten kann, die Homosexualität für etwas Schlimmes halten; für etwas also, wovor Menschen in jedem Fall geschützt werden müssten.

Gar nicht davon zu reden, dass die Kuby jedem schwulen Schüler, jeder lesbischen Schülerin, ins Gesicht schlägt, indem sie nämlich dafür eintritt, deren Existenz als Makel zu betrachten, als einen dunklen Fleck, gleich einem lästigen Insekt, welches schnellstens zerquetscht werden müsse. Und die „BILD“ macht munter mit!

Selbstverständlich ist die „Berichterstattung des Boulevardblattes nichts weiter als pure Propaganda, mit der die Angst vor und das Ressentiment gegenüber Schwulen und Lesben geschürt werden sollen. Kein Schüler soll lernen, wie man mit dem gleichen Geschlecht Sex hat, und es wird selbstredend auch nicht darum gehen, für Homosexualität zu „werben“. Was erreicht werden soll ist lediglich, den Unterricht um eine simple Wahrheit zu bereichern: dass es nämlich Schwule und Lesben gibt, und dass diese Meschen ebenso ein Teil des Lebens sind, wie Heteros auch.

Für alle Schüler, ob hetero oder homo, kann dies nur von Vorteil sein.

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3 Antworten to “„BILD“liche Propaganda”

  1. Alreech 6. Juni 2013 um 22:33 #

    Mal eine dumme Frage, was lernen eigentlich die Grundschüler über das Hetrosexuelle Geschlechtsleben ?
    Sind in Sachsen ab der dritten Klasse das Kamasutra und die gesammelten Werke von Michaela Schaffrath Bestandteil des Schulunterrichts ?
    Kinder in dem Alter interessieren sich eher für Barbie, Lego und Quartett als für das Sexualleben der Großen.

    Sexuelle Aufklärung muß nicht umbedingt in der Grundschule erfolgen… später ist es besser, spätestens dann wenn sich die Kinder fragen ob man vom Küssen schwanger* werden kann.
    Und da es selbst den verquersten Quertheoretikern noch nicht gelungen ist mehr als zwei Varianten von Geschlechtsorganen beim Menschen zu entdecken unterscheiden sich die Sexualleben von Hetro, Homo, Bi, ect.. nicht wirklich voneinander…

    *Antwort: im Prinzip ja, der Prozeß des Schwängerns fängt ja meistens mit einem Kuß an…

  2. Manuela Mayo 8. Juni 2013 um 10:12 #

    Sylvia Löhrmann, Karin Göring-Eckhardt, Claudia Roth, Volker Beck und wie sie alle heißen, singen das gleiche Lied. Niemand empört sich, dass sie ihr Unwesen nun auch in Schulen treiben. Möchte jemand schwulenfeindlich sein? Möchte jemand den Behinderten gleiche Rechte absprechen? Jeder normale Bürger, der ein bisschen Verstand besitzt, weiß, dass wir sehenden Auges den Karren an die Wand fahren. Wir wissen, wohin dieser Weg führt. Wir zerstören unsere Gesellschaft und niemand steht auf und stoppt durchgeknallte Politiker. Ich bin für die Freiheit, dass jeder so leben darf und denken darf, wie er es für richtig hält. Ohne staatliche Sanktionen und Erziehung. Die einzigen, die ihre Kinder erziehen dürfen, sind die Eltern, so das Grundgesetz. Ich interessiere mich nicht für Homosexualität, trotzdem habe ich Freunde, die in einer homosexuellen Beziehung leben und die es selber für wahnwitzig halten, was politisch geschieht.

  3. Ralf 8. Juni 2013 um 17:14 #

    Ich kann nichts Verwerfliches daran finden, wenn Kindern beigebracht werden soll, dass die Menschen verschieden sind und das zu akzeptieren ist. Mit Sex hat das übrigens gar nichts zu tun.

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