Das spezifisch Homosexuelle

24 Jun

Wenn »queer« allerdings als politische Formel verstanden wird, die ein Agieren (acting) daran knüpft, im Anderssexuellen das ganz Andere zum Bürgerlichen zu erkennen und das Homosexuelle lediglich als Moment des Dissidenten zu nehmen, heißt das – nähme er oder sie dieses Identitätsangebot auch politisch ernst –, auch auf allen anderen Feldern politischer Kritik oppositionell zu leben: also globalisierungskritisch zu sein, gegen Rassismus aufzutreten, gegen die Geschlechterdichotomie zu sein und ohnehin gegen jede Form von Diskriminierung und Benachteiligung. Das hieße, Homosexuelle würden sich nicht mehr als Homosexuelle engagieren, sondern als Menschen gegen das Schlechte an und für sich.

Ins Auge sticht vor allem ein Detail in dieser Strategie. Sie brächte das spezifisch Homosexuelle, die nicht tilgbare Differenz zum gewöhnlichen Verständnis von Heterosexualität, zum Verschwinden: dass Schwule und Lesben nun einmal – auch, nicht nur! – anders sind; dass ihr Begehren andere Voraussetzungen hat. Das wäre jedoch eine Auslöschung der politischen Subjektivität Homosexueller.

Jan Feddersen wirft in der aktuellen Jungle World einen anderen Blick auf die Geschichte der Schwulenbewegung. Sehr lesenswert! Und was meinst Du dazu?


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