Sexuelle Denunziation auf katholisch

11 Jul

Auf kath.net ist zu lesen:

Zwei homosexuelle Adoptivväter haben ihren jetzt achtjährigen Sohn sexuell missbraucht und ihn Mitgliedern eines Pädophilenrings zur Verfügung gestellt.

Was fällt an dieser Aussage auf? Wenn Kinder von ihren heterosexuellen Eltern missbraucht werden oder Pädophilen im Rahmen eines „Rings“ zur Verfügung gestellt werden, kommt der Begriff „heterosexuell“ im Text in der Regel nicht vor. Das kann man mit Heteronormativität erklären, Eltern „sind“ eben heterosexuell. Man kann es aber auch damit erklären, dass es in solchen Fällen um die Nachricht eines Kindesmissbrauchs geht, das kindliche Opfer also im Mittelpunkt der Berichterstattung liegt, die bestenfalls sachlich erfolgt. Wenn nun in dem kath.net-Text die sexuelle Orientierung der Täter explizit benannt wird, ist das nur scheinbar ein weiteres Detail in der Berichterstattung. Tatsächlich handelt es sich hierbei um sexuelle Denunziation. Denn die Erwähnung der sexuellen Orientierung der Täter fügt dem Bericht keine für das Verständnis des Vorgangs notwendige Information hinzu, sie hat vielmehr zum Ziel, Homosexualität und Kindesmissbrauch näher aneinanderzurücken als Heterosexualität und Kindesmissbrauch. Dies wird im letzten Absatz des Textes deutlich:

Im Juni 2013 beschloss die russische Duma ein Gesetz, das die Adoption russischer Kinder durch homosexuelle Paare verbietet. Einzelpersonen, die Bürger eines Landes sind, in dem es die Homo-Ehe gibt oder die in einem dieser Länder ihren dauernden Wohnsitz haben, ist es ebenfalls untersagt, russische Kinder zu adoptieren. Die russische Regierung überlege, das Adoptionsrecht weiter zu verschärfen um Fälle wie diesen zu verhindern, sagte Pawel Astakhow, der Ombudsmann für Kinderrechte in Russland gegenüber RT Novosti.

Nun, wenn die russische Regierung mit Fälle wie diesen sexuellen Kindesmissbrauch meint und nicht sexuellen Kindesmissbrauch durch homosexuelle Männer, dann sollte sie Adoptionen schleunigst grundsätzlich verbieten. Und die Zeugung von Kindern am besten auch. Denn die große Mehrzahl sexuellen Missbrauchs findet durch Heterosexuelle – Männer wie Frauen – statt.

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7 Antworten to “Sexuelle Denunziation auf katholisch”

  1. Kai 11. Juli 2013 um 13:31 #

    Ich bin hier nicht ganz Deiner Meinung. Nehmen wir noch ein weiteres Kind hinzu und schreiben:
    Zwei Adoptivväter haben ihre jetzt acht- und siebenjährigen Kinder zum Spielplatz gebracht…

    Sind diese Väter jetzt verheiratet oder nicht? Es könnte sich auch um zwei Väter mit je einem Kind handeln… Bei einem Kind ist klar, zwei Adoptivväter für ein Kind… Ansonsten hasst Du natürlich recht, Missbrauch geschieht genau so durch Homosexuelle, wie durch Heteros oder auch durch Bisexuelle… Nur nach Verteilung in der Gesellschaft sind stat. gesehen die Heteros in der Überzahl und Dank des schlechten Bildes das in Deutschland für Väter und Männer verbreitet wird, werden diese Taten an die Öffentlichkeit gezogen und verurteilt. Was wäre geschehen wenn es zwei Frauen gewesen wären?

    Ach ja, und Heteros UND NUR Heteros können auch sowas:
    http://www.abendblatt.de/vermischtes/article2213782/Kind-fuer-Missbrauch-gezeugt-Lange-Haft-fuer-Eltern.html

  2. Damien 11. Juli 2013 um 13:59 #

    @Kai: Ich verstehe Deinen Einwand nicht. Es ging doch nur um ein Kind.

  3. martl75 12. Juli 2013 um 10:40 #

    Das ist ja in der Tat eine ganz typische Strategie, Homosexualität und näherhin die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche (meistens schwule) Paare mit Pädophilie und Kindesmissbrauch in Verbindung zu bringen. „Sexuelle Denunziation“ trifft es insofern schon ganz gut. Von Kindesmissbrauch durch heterosexuelle Paare oder gar leibliche Eltern hat man natürlich noch nie etwas gehört. Das Opfer in diesem Fall wird nun durch die Berichterstattung quasi noch ein zweites Mal missbraucht, denn an seinem Schicksal ist man bei kath.net ja scheinbar gar nicht interessiert.

  4. Alreech 13. Juli 2013 um 22:56 #

    Kath.net will doch nur davon ablenken das man üblicherweise katholische Priester mit sexuellen Missbrauch von Knaben in Verbindung bringt…

    Die Vorfälle kommen bedauerlicherweise öfters vor als sexueller Missbrauch durch homosexuelle Adoptivväter, schon allein mangels Masse.
    Aber der sexuelle Missbrauch ist ja auch eine beliebtes Argument um Law und Order zu fordern.
    Der bayrische Minister Herrmann hat einmal in einer Presseerklärung die Auswirkungen von Killerspielen mit den Auswirkungen von sexuellen Missbrauch verglichen – zu den Vorfällen innerhalb der katholischen Kirche hat er sich nie geäußert.

  5. martl75 14. Juli 2013 um 10:16 #

    @Alreech: Dieses Argument finde ich ehrlich gesagt ein wenig daneben. Dass katholische Priester eine besondere Neigung zu Kindesmissbrauch hätten, weil sie Priester seien und im Zölibat leben würden, entstammt direkt aus der Mottenkiste antiklerikaler Hetze. Das ist in etwa dasselbe Niveau wie die homophobe kath.net-Berichterstattung. Und im Übrigen hat das kath.net-Milieu mit diesen Vorfällen das geringste Problem: Da sind es dann nämlich homosexuell veranlagte Priester, die ihre „objektiv ungeordnete“ Sexualität nicht unter Kontrolle haben und sich an minderjährigen Schützlingen vergehen. Und dementsprechend sollten Homosexuelle gar nicht erst Priester werden dürfen (und auch ansonsten sollte man ihnen gesellschaftlich diverse Rechte gar nicht erst zugestehen).

  6. Ralf 14. Juli 2013 um 15:16 #

    Gestern war ich auf dem Münchner CSD. Bei der Parade fielen mir je zwei Väter mit ihren Kindern auf, einer noch fast im Babyalter befindlichen Tochter und einem wohl gerade schulpflichtigen Sohn. Die vier Väter trugen blaue T-Shirts mit der rosa Aufschrift „we are family“ hinten und der Aufschrift „Papa“ vorne, die Kinder waren ebenso angezogen, aber mit Aufschrift „Sohn“ bzw. „Tochter“ vorne. Ich weiß nicht, wie es anderen Besuchern ging; mir jedenfalls vermittelten die beiden jungen Familien ein Bild des Glücks. Darüber wird kwatsch.net natürlich nicht berichten.

  7. wolfgang brosche 16. Juli 2013 um 01:33 #

    Kath.net ist nur die zivilere Version von kreuz.net.
    Die hier geschickt vertretenen Thesen sind ja nicht ganz zuende gedacht – das überläßt man den Lesern; genauso macht es die kath.net Autorin Gabriele Kuby, um nicht wegen Volksverhetzung angezeigt zu werden.
    Noch viel schlimmer adelgunde von Mertesacker, Chefin der CM. Sie gibt ein Paper heraus, man kann es auf ihrer Interseite herunterladne, in dem sie insinuiert, Schwule seien Schuld an 6 Millionen AIDStoten (ich gehe gar nicht die Faktenlage ein, die ihhr Hohn spricht). Am nde ihres „Informatiomnspapieres“ zitiert sie etliche Bibelstellen, an denen die Todesstrafe für Homosexuelle gefordert wird. Damit ist sie aus dem Schneider – sie selbst fordert ja nicht die Todesstrafe, sondern die Bibel !!!
    Das, was z.ZT. in Rußland und Afrika stattfindet könnte sich ohne Weiteres auch hier wiederholen. Wer sich jetzt zurücklehnt und meint, es brauche nur noch die Eheöffnung und dann sei für homosexuelle Menschen alles gut, der irrt gewaltig.
    Die Schwulenhasser – es sind keine Homophoben, das bedeutete ja noch eine Art Angst, die behandelbar wäre – die Schwulenhasser WOLLEN vor allem Schwule (Lesben, weil Frauen werden von diesen Herrschaften sowieso kau als Menschen betrachtet) zu Menschen zweiter Klasse degradieren und sie sehnen sich nach KZ und Baukränen! Man muß es ganz offen sagen: Gabriele Kuby, Adelgunde Mertesacker, Bischof Laun, Christel Vonholdt, Christa Mewes, die evangelikalen und katholischen Schwulenhasser bereiten die Ausrottung der Schwulen vor – nach bloß verbal! – Aber es hat nur wenige Jahre nach dem 1. Weltkrieg gebraucht, um aus dem allgemeinen deutsch-österreichischen Antisemitismus die Judenvernichtung zu machen. Hasschriften wie „Mein Kampf“, die unerhörte Schmiererei „Weise von Zion“ und etliches andere aus der MESCHENHASSERECKE bereiteten den Holocaust vor.
    Die genannten sind Schreibtischtäter des Hasses, hysterisch, bösartig und verbrecherisch! Sie müssen als Feinde der Menschen, der menschlichen Zuneigung und der Demokratie und menschlichen Selbstbestimmung genannt werden! Man muß diesen erneuten Präfaschistischen Figuren das Handwerk legen! Damit auch kath.net und ähnlichen „Organen“ wie PI etc. – kreuz.net war nur ein Bauernopfer – da sind noch viel publizistische Schandflecke im Internet und in den Medien – ich nenne auch noch K-TV und gloria.TV ebenso die Internetseite „Charismatismus“ von Felizitas Küble… man könnte seitenlang weiterschreiben…

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