Wenn Frauen sich nicht als Opfer fühlen, werden sie von Feministinnen eben dazu gemacht

2 Aug

Was stimmt mit der Frau von Anthony Weiner nicht?

fragt die WELT. Was stimmt mit der Welt nicht, frage ich zurück? Wieso muss Huma Abedin sich dafür rechtfertigen, dass sie ihrem Mann nicht den Laufpass gibt? Klatsch- und Tratschinteressierte Politisch interessierte Menschen kennen die Geschichte. Vor zwei Jahren wurde Weiner

ertappt, als er ein Bild seines erigierten Gliedes twitterte; dies kostete ihn seinen Job als Kongressabgeordneter.

Man fragt sich, was es da zu ertappen gab. Wollte die Gegenseite das Bild etwa nicht sehen? Keineswegs. Wieso desavouiert das Bild seines Geschlechtsorgans einen Politiker? Haben die Leute vorher angenommen, er hätte keins? Hat ihnen die Größe oder die Form nicht gefallen? Diese Form der „politischen“ Auseinandersetzung ist mir unbegreiflich. Wie ging es weiter mit Weiner? Er

gelobte wortreich und öffentlich Besserung, lud die Presse zu sich nach Hause ein, pflegte sein Image als Familienvater und netten Kerl – wurde nun aber schon zum zweiten Mal bei der virtuellen Unzucht ertappt.

Kann man ihm vorwerfen, dass er der Meute erzählt, was sie hören wollen? Widersprechen sich ein Dasein als Familienvater und/oder als netter Kerl tatsächlich damit, Penisbilder von sich zu verschicken? Weshalb ist im Jahre 2013 überhaupt noch von Unzucht die Rede?

Manch einer fragt sich ob dieser Entwicklungen, warum Weiner seine Kandidatur zum Bürgermeister von New York aufrecht erhält. Viel mehr Menschen aber wundern sich laut WELT über die Gattin des Kandidaten:

Wieso hält diese Frau, die es doch wahrhaft nicht nötig hätte, auch jetzt noch zu ihrem Anthony?

Eine der irrsten Antworten kommt von rechts:

Rush Limbaugh, der Star der ultrakonservativen Radiotalkshows, erklärte: Huma Abedin sei eben Muslimin – und Musliminnen lassen sich von ihrem Gatten bekanntlich alles gefallen.

Dabei ist Abedin keineswegs das Heimchen am Herd. Sie gehörte  zu den engsten Beraterinnen von Hillary Clinton und arbeitete unter dieser später für das State Department. Doch es wird noch schräger:

In finsteren Ecken des Internets findet man außerdem schöne Verschwörungstheorien: Huma Abedin pflege im Untergrund Kontakte zur Muslimbruderschaft, sie wolle an die Schalthebel der Macht, um in Amerika die Scharia einzuführen; und dieser Schalthebel befinde sich nun einmal in der Unterhose ihres Mannes.

Aber wieso überhaupt die Frage an Abedin

Was stimmt mit Ihnen nicht?

Wieso ist das Verhalten von Abedin erklärungsbedürftig? Aus der feministischen Ecke wird Abedin gar ein „Stockholm-Syndrom“ unterstellt. Wie kommt jemand auf eine solch krude Idee? Gibt es irgendeinen objektiven Anlass, davon auszugehen, Abedin sei Opfer ihres Mannes? Sie

selbst hat einst kundgetan, dass ihr Anthony Weiner ein wunderbarer Ehemann sei: Er bringe ihr morgens Tee ans Bett und wasche die ganze Wäsche und sei überhaupt rundherum fürsorglich.

Auch Hannes Stein in der WELT hält Abedins Verhalten für erklärungsbedürftig und so spekuliert er:

Vielleicht haben Huma Abedin und Anthony Weiner ein Abkommen miteinander getroffen, wie es in vielen Ehen von Politikern besteht (die Ehe von Hillary und Bill Clinton etwa scheint auf einer solchen pragmatischen Abmachung zu basieren): Die beiden bleiben zusammen, weil das in der Öffentlichkeit besser aussieht, und gehen im Privaten längst getrennte Wege.

Könnte es denn sein, dass es gar keinen Grund gibt, getrennte Wege zu gehen?

Oder vielleicht hat Huma Abedin es aufgegeben, die Internetsexkontakte ihres Mannes zu kontrollieren, und lässt ihm virtuell jede Freiheit, solange er nur keine andere Frau anfasst.

Das scheint immerhin gesetzt zu sein, dass Abedin auf keinen Fall tolerieren könnte, dass ihr Mann andere Frauen anfasst. Oder?

Oder die beiden führen – horribile dictu – eine offene Ehe nach dem Motto „Anything goes“.

Interessant ist, welche Konsequenz Stein aus diesen Möglichkeiten zieht:

Jedenfalls gibt es schon ein paar Leute, die (während aus Anthony Weiners Bürgermeisterwahlkampf mit dünnem Pfeifen die Luft entweicht) eine eigentlich sehr logische Frage stellen. Warum gehört Huma Abedin nicht zu den Kandidaten, die in diesem November zur Wahl stehen?

Vielleicht weil sie befürchtet, dass dieselbe Meute, die bisher über ihren Mann und indirekt über sie herfällt, bei einer eigenen Kandidatur die nächsten Kübel Dreck ganz direkt über ihr auskippen würde.

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4 Antworten to “Wenn Frauen sich nicht als Opfer fühlen, werden sie von Feministinnen eben dazu gemacht”

  1. Atacama 2. August 2013 um 15:18 #

    Ich hasse die Welt mittlerweile. Das ist ja schon Bild Niveau.

    Am schlimmsten finde ich, dass die naheliegenste Option, dass sie es einfach nicht oder nicht so schlimm findet dass es für sie eine Scheidung rechtfertigt garnicht in Erwägung gezogen wird.

  2. Andreas 2. August 2013 um 21:04 #

    Die Denke ist, durch die Ehe wird sie zur Monopolanbietern für für ihn verfügbarer Sexualität und erhält dadurch auch die Verfügung über seine Ressourcen. Seine Sexualität gehört gewissermaßen nicht mehr ihm seit dem Tag, an dem er sagte „ich will“, sondern ihr.

    „Die Männer wollen von den Frauen nur das Eine, die Frauen von den Männern jedoch alles.“
    (Schopenhauer)

    Wenn er nun aushäusig in welcher Form auch immer sexuell aktiv wird, stellt das einen Vertragsbruch dar, welchen sie nur unter Gefahr des Verlusts ihrer Würde (Geschäftsinteressen) tolerieren kann.

    „Die Ehe ist die Verbindung zweier Personen verschiedenen Geschlechts zum lebenswierigen wechselseitigen Besitz ihrer Geschlechtseigenschaften.“
    (Kant)

    Daraus erklärt sich auch der Feldzug der Frau gegen die Prostitution. Es geht nicht um Zwangsprostitution, Menschenhandel und „Käuflichkeit von Meschen“. Es geht darum, die leichte Verfügbarkeit zwangsloser Sexualität auszuschalten, auf dass das Geschäft ausschließlich in der Ehe verbleibe. In der Volkswirtschaft heißt das „rent seeking“.

    Geschichten aus der Heterosexualität.

  3. Michael 3. August 2013 um 09:24 #

    Ist ja auch der selbe Verlag, sorry aber die Welt ist die Bild für Leute die auch bei längeren Sätzen nicht den Überblick verlieren. Das Niveau ist das gleiche wie bei der Taz nur für eine konservative Zielgruppe. Ja ich habs gesagt, Bildzeitung, Taz und Welt kann man ruhig in einen Topf werfen.

  4. Peter 3. August 2013 um 10:41 #

    Andreas genau so ist es , was sie vergessen haben ist der kampf der feministinnen gegen pornographie, da geht es auch nicht um die frauen, sondern um die kontrolle des mannes und seiner sexualität, das selbe ist bei der beschneidungsdebatte zu sehen, bei mädchen ein furchtbarer eingriff, um angeblich deren sexualität durch das patriarchat zu kontrollieren, obwohl die beschneidung hauptsächlich von frauen durchgeführt wird (wird auch laufend unterschlagen), bei buben unter genau den selben katastrophalen hygienebedingungen nur in aller öffentlichkeit, ist es in ordnung

    der sex bzw das sexualleben des mannes gehört mit der unterschrift unter die heiratsurkunde der frau

    geht ein mann fremd ist er eine schwein, wenn die frau fremd geht, dann ist sie opfer der vernachlässigung des mannes und war ja regelrecht gezwungen sich anderweitig umzusehen, so die mediale aufarbeitung

    bringt ein mann ein bzw sein kind um, ist er ein monster, macht das selbe die frau ist sie opfer der pariarchalen gesellschaft und schuldunfähig

    die frag eist wo haben wir hier in den „westlichen industriestaaten“ noch ein patriarchat bzw wo hatten wir es? denn in den kriegen starben männer um die ressourcen für frauen zu sichern
    heute haben wir eindeutig ein matriarchat, jede partei hat ein frauenprogramm, in jedem ministerium, an jeder bildungseinrichtung, in jedem kleinen kuhdorf gibt es eine frauenbeauftragte, männer kommen nirgendwo vor, alles muss bzw wird den wünschen und vorstellungen der frauen untergeordnet, männer haben keine wünsche zu haben, sie haben zu funktionieren, sie können nicht „abtreiben“ also sich frei für oder gegen eine vaterschaft entscheiden, sie müssen obwohl sehr viel schlechtere verhütungsmethoden (siehe pearl-index pille: 0,1, kondom: 2 bis 4) am markt sind bei misslungener verhütung für frau und kinder finanziell aufkommen, die frau kann das kind trotz vieler gut funktionierender verhütungsmethoden, das kind abtreiben, das kind zur adoption frei geben und das kind meist straffrei nach der geburt töten oder es einfach abgeben und aussetzen, obwohl es viele hilfseinrichtungen für frauen gibt udn sie nur für das kind finanziell aufkommen müssten – bei frauen würde man durch eine strafverfolgung die frauen kriminalisieren bei männern wird das staatlich sogar gefördert, weil männer müssen ja auch noch für kuckuckskinder aufkommen mit ganz schlechten chancen auf tests (das ist ja verboten das testen durch den mann bzw ist nicht als anfangsverdacht zulässig, frauen können testen so viel sie wollen ohne fragen zu müssen, was ist eigentlich mit den genen der väter??) bei verheirateten männern

    es geht immer um die kontrolle der sexualität udn des einkommens des mannes und nicht um die regulierung der sexualität der frau, denn auch bei homosexuellen sind frauen anders bzw lockerer behandelt worden, wie männer übrigens nicht nur bei den nazis

    wenn ein mann ein kind sexuell missbraucht wird das ja auch anders gesehen udn vond en gerichten behandelt wie wenn das selbe eine frau macht, das größte tabu in unserer gesellschaft ist ja die gewalt von frauen an kindern und männern, speziell sexuelle gewalt, kaum gerichtsverfahren und noch weniger medienberichte obwohl kinderhilfsgruppen von einem frauenanteil bei sexuellem missbrauch von 10% bis zu 30% ausgehen

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