Vielfalt statt Einheit

21 Aug

Udo Walz macht Wahlwerbung für Angela Merkel. Das ist keine Überraschung und die entsprechende Meldung wäre es daher nicht wert, darüber zu schreiben. Bemerkenswert sind jedoch mal wieder die dazugehörigen Kommentare, in denen sich die gesammelte Arroganz mancher Linker bündelt. Den politisch Andersdenkenden für geistig minderbemittelt zu erklären, versucht dieser Kommentator:

Das alles ist wohl eine Frage der Intelligenz. Udo Walz hat mit seinen Äußerungen in der Vergangenheit oft genug bewiesen, dass er nicht in der Lage ist, gesellschaftspolitische Zusammenhänge zu erkennen. Es sollte sich besser auf seinen Beruf als Frisör konzentrieren…

Sitte, Heimat, Glaube! Auch Schwule dürfen scheinheilig sein.

titelt ein anderer Kommentator mit Link auf einen Artikel über einen schwulen Schützenkönig. Wo doch jeder weiß, dass es die eigentliche gesellschaftliche Aufgabe des homosexuellen Mannes war, ist und ewig bleiben wird, die schwule Sau zu sein, für die ihn mancher Hetero noch immer hält, heimatlos umherzuirren und dem Pastor an den Altar zu pinkeln.

Hat vielleicht jemand auch inhaltlich etwas zu bieten, neben billiger Polemik? Kommentator „Politik“ meint, gegen Merkel spreche,

Das Thema Homorechte ist nicht ihre Stärke

– und andere, gar wichtigere, Themen haben Schwuchteln nicht zu haben. Basta! Apropos andere Themen, Merkel hat auch da versagt, so Kommentator „Politik“:

Politisch ruiniert sie die Wirtschaft mit Ausnahme Eliten. Fast 100 % Inflation, (…)

an dieser Stelle breiten wir dann doch lieber den Mantel des Schweigens über die weitere Beweisführung bezüglich des Merkelschen Versagens.

Weitere Kommentatoren beschweren sich, dank Merkel gebe es

weniger Spaßgesellschaft

andere scheinen die permanente Revolution zu vermissen:

Das fatale an solchen Aussagen wie der von Walz ist es aber, das sie gleichzeitig verschleiern das die „erwünschte“ Kontinuität in der Politik der Todfeind der Demokratie ist..

Dabei liegt das tatsächliche Problem in

dem billigen Haarfärbemittel

wie Kommentator GeorgB weiß.

Wieso darf sich Udo Walz überhaupt darüber äußern, wen er zur Wahl empfiehlt? Ginge es nach Kommentator jarjar, hätte Walz besser geschwiegen:

Ich hasse es wenn Prominente meinen die Leute beeinflußen zu müssen. Egal ob udo walz fuer die cdu oder peter maffay für die spd oder der osterhase für die alternative für deutschland. Zu sagen: geht zur wahl, ist ok. Aber jeder wähler sollte sich sein eigenes bild machen und nicht partei xy wählen weil irgendein promi das auch tut.

Aber dürfen sich Wähler_innen einfach so ihr eigenes Bild machen? Haben schwule Promis nicht die Aufgabe, unsere Interessen zu vertreten? „Queer Rage“ sagt „ja“:

Ist Udo Walz ein Verräter schwuler Interessen? Ja, ist er. Finde ich das scheiße? Ja, finde ich. Doch hat er nicht das Recht, ein ignorantes Arschloch zu sein?

Immerhin, bei Strafe entsprechender Beschimpfung haben Schwule das Recht auf eine eigene Meinung.

Welche gewichtigen Argumente sprechen noch gegen die Wahlz-Werbung? Kommentator „Politik“ ergänzt:

Westerwelle so eine blöde Kuh.

Doch bevor die Diskussion beginnt, ob das jetzt eher misogyn ist oder speziezistisch oder gar beides, verabschieden wir uns aus dem queer.de-Wahlkampfstudio.

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4 Antworten to “Vielfalt statt Einheit”

  1. Andreas 21. August 2013 um 10:38 #

    Der „gesellschaftspolitische Zusammenhang“ ist das x-te Neuspreuch der Linken für Klassenkampf. Gähn.

  2. Yadgar 21. August 2013 um 12:49 #

    Das Internet ist eben das perfekte Medium für Leute, die draußen in der richtigen Welt niemand ernst nimmt… wobei ich mich allerdings in letzter Zeit zunehmend frage, ob es diese „richtige Welt“ überhaupt noch gibt! Wenn man sieht, wie da draußen auf Schritt und Tritt die Leute auf ihren Wischhandys herumstreicheln können einem da schon Zweifel kommen…

  3. rom 22. August 2013 um 10:00 #

    „…..Westerwelle ist eine blöde Kuh…..“

    Westerwelle ist ganz sicher nicht blöd und eine Kuh ist er auch nicht. Solche Argumente sind gar keine Argumente und sagen mehr über den .aus der sie macht als über das Objekt das verunglimpft werden soll. Allerdings gibt sich Westerwelle schon mal der Lächerlichkeit preis, wenn er zB fordert “ die Deutschen sollten etwas mehr Respekt zeigen für den Islam….“

    Nur dumme Kälber suchen sich ihre Schlächter selbst aus. Und weil er dumm ja nicht ist,
    muss es andere Ursachen geben, warum er solche (selbstzerstörerischen) Bemerkungen macht! Es ist eben an dem intellegenten Mensch das heraus zu finden. Völlig daneben fand ich auch als er nach den grossen Demonstrationen in arabischen Länder, schnell dorthin reiste mit einem Koffer voller Steuergelder.

    Deutschland braucht sein Geld selbst!

  4. Alreech 23. August 2013 um 19:45 #

    Westerwelle hat Recht wenn er fordert das wir Deutschen mehr Respekt vor dem Islam zeigen sollen.
    Jede andere Äusserung zu dem Thema würde ihm doch sonst als Islamophobie ausgelegt. Als Angehörigen einer Minderheit (Liberale) hat er es schon schwer genug.

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