Alain Delumm

4 Sep

Dass man mit zunehmendem Alter nicht unbedingt weiser wird, hat der französische Schauspieler Alain Delon kürzlich im französischen Fernsehen bewiesen:

In einem Interview im Fernsehsender „France 5“ hat der Schauspieler Alain Delon erklärt, dass er Homosexualität für widernatürlich halte. Als er von der Moderatorin nach seinem Verhältnis zur Homosexualität gefragt wurde, antwortete der 1935 geborene Schauspieler: „Ja, das ist gegen die Natur. Wir sind hier, um eine Frau zu lieben, um sie zu umwerben, und nicht um mit einem Typen zu flirten“. Auf Nachfrage beteuerte Delon jedoch: „Ich bin nicht gegen die Homo-Ehe. Mir ist das egal. Aber ich bin gegen das Adoptionsrecht.“

Wir sind also hier, „um eine Frau zu lieben, um sie zu umwerben, und nicht um mit einem Typen zu flirten“? Angesichts dieser Äußerung stellen sich doch gleich mehrere Gegenfragen. Zunächst, wer ist „wir“? Sind Menschen hier, um Frauen zu lieben, was letztendlich ja auch Frauen einschließen würde? Sind es Franzosen? Oder meint Delon damit sich und seine Geschlechtsgenossen, also Männer?

Und wer sagt eigentlich, dass wir hier sind um eine Frau zu lieben? Gott? Die Natur? Oder Delon selbst? Und inwiefern sollte es relevant sein, was alle diese Instanzen oder irgendjemand sonst für eine Meinung darüber hat, wozu wir hier sind?

Und wieso glaubt Delon eigentlich, dass wir eine Frau zu lieben und zu umwerben haben? Immerhin hört man selbst von Hetero-Männern desöfteren, dass insbesondere letzteres extrem anstrengend und zeitraubend ist. Und für manche Männer ist es schlichtweg weder erfüllend noch in irgendeiner Weise konstruktiv, Frauen zu lieben und sie zu umwerben.

Ach und noch was, Monsieur Delon: Wie stehen Sie eigentlich zu Lesben? Immerhin lieben und umwerben diese Frauen. Und was ist mit Frauen im Allgemeinen? Wozu sind Frauen hier?

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2 Antworten to “Alain Delumm”

  1. Atacama 4. September 2013 um 11:49 #

    „Zunächst, wer ist “wir”?“

    Die männer. Esgeht doch letztendlich (manchen Leuten) immer um eine glasklare Definition des Begriffs (echter) Mann. Was man darf, was man soll und muss und was man nicht darf. Und was ein richtiger, durch nichts künstliches oder unnatürliches verfälschter Mann eben tut.

    „Ach und noch was, Monsieur Delon: Wie stehen Sie eigentlich zu Lesben? Immerhin lieben und umwerben diese Frauen.“

    Die sollen sich wahrscheinlich besinnen und endlich zu ihrer Weiblichkeit stehen.

    „Und was ist mit Frauen im Allgemeinen? Wozu sind Frauen hier?“

    Um sich nach seiner Definition weiblich zu verhalten und sich von Männern umwerben zu lassen und sich dann um sie zu kümmern.

    Es muss jedenfalls eine romantisch/sexuelle gegenseitige Bezugnahme zwischen den Geschlechtern geben, nicht innerhakb der Geschlechter.

  2. Andreas 4. September 2013 um 18:04 #

    Delon ist eine Teleologe der Sexualität. Teleologie bedeutet, in dem, was ist, eine Zweckbestimmung sehen. Der wäre dann nach Delon’scher Zweckpragmatik in der Fortpflanzung zu sehen, also Heterosexualität.

    Aber hat das Dasein überhaupt einen Sinn und einen Zweck? Monty Python glaubte bekanntermaßen der Sinn des Lebens sei: 47. Sigmund Freud sagte, wer über den Sinn des Lebens auch nur nachdenkt, sei schon als psychisch krank einzustufen.

    Letzten Endes sind solche Fragen sinnlos und die Diskussion über sie führt zu nichts. Wir wissen nicht nicht einmal
    * warum wir auf der Welt sind
    * warum als Mensch
    * warum gerade jetzt
    * wie lange wie noch zu leben haben …

    Wir können im Grunde gar nichts rational fassen was die Grundfragen des Lebens angeht. Und auch noch nicht einmal die Trivilialität, warum wir Rechtshänder resp. Linkshänder sind.

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