Trottel vor der UNO

28 Sep

Es ist immer wieder erstaunlich, was für Vollpfosten sich auf unserer schönen Erde Staats- und Regierungschefs nennen dürfen. Und wer glaubt, Putin sei schon nicht ganz dicht, der sollte sich erst einmal den Präsident von Gambia, Yahya Jammeh, zu Gemüte führen:

Homosexualität, Gier und Weltherrschaftswahn seien „tödlicher als alle Naturkatastrophen zusammen“, sagte Jammeh am Freitag in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung in New York.

Die wichtigste Funktion der UNO scheint es mittlerweile zu sein, zu beweisen, wie viele obskure Staaten es auf der Welt gibt, mit Regierungen, welche Ansichten vertreten, die so obszön, pervers und lächerlich sind, dass man zu der Meinung gelangen könnte, Gott müsse reichlich bekifft gewesen sein, als er den Menschen schuf:

Es ist nicht das erste Mal, dass der gambische Staatschef mit schwulenfeindlichen Äußerungen für Aufsehen sorgt. Vor fünf Jahren forderte er Schwule und Lesben auf, das Land zu verlassen, andernfalls drohe ihnen die Enthauptung.

Und wer das nicht krank findet, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

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6 Antworten to “Trottel vor der UNO”

  1. Blub 29. September 2013 um 16:19 #

    Was mich noch mehr erstaunt, ist, wie viele solche Trottel es hier auch gibt…. und die meisten davon würden vermutlich dem gambischen Vollpfosten zustimmen, so wie sie auch Putin feiern….

  2. Yadgar 5. Oktober 2013 um 10:27 #

    Gambia ist laut Wikipedia übrigens zu 90 % muslimisch… ich vermute mal, dass der Präsident ebenfalls Muslim ist! In Sachen Homophobie sind sich die beiden großen Religionen in Afrika ziemlich einig…

    @Blub: Ja, „Trottel“ (also rechter Netzpöbel) melden sich auch hier gelegentlich zu Worrrrrt… was ich allerdings wirklich erschreckend finde, ist wie diese Sorte seit Jahr und Tag die Leserforen der Onlinezeitungen dominiert! Mir drängt sich mittlerweile der Eindruck auf, dass das Internet zum Leitmedium für Rechtsradikale (und, nein, damit meine ich nicht so sehr Oi-Oi-Oi-Stiefelnazis mit zweistelligem IQ, sondern den Typ „hart arbeitender christlicher deutscher Mann“, sehr anschaulich von Matthias Horx als „MALO“ (Male Affluent Losers of Security) beschrieben, http://www.horx.com/FutureBlog/Lohas-und-Malos.aspx), der vor lauter Islam-Verschwulungs-Gendermainstreaming-Linksgrün-Gutmenschen-Paranoia schier durchdreht), Fundamentalisten und Verschwörungsphantasten verkommen ist…

  3. Blub 5. Oktober 2013 um 15:07 #

    Ja, das war damit gemeint und hier bezog sich nicht nur auf Gaywest, sondern auf Deutschland gesamt. Ich persönlich mag den Begriff Trottel eigentlich in so Kontexten generell nicht, da er impliziert, andere wären dumm. M.E. wäre es eher dumm, das zu glauben.

    Nun, aber warum nehmen die nun überhand? Hier wage ich mich mal in die Rolle des Trottelverstehers…. ich denke, die allgemeine Ignoranz und Zensur auch gegen berechtigte Teile der Anliegen sowie mangelndes strategisch-nachhaltiges Denken in Politik und Medien sind z.T. Ursachen dafür, dass die Jungs etwas lauter werden und leider die sinnvollen Kreisen verlassen, da diese sich der Antwort auf echte Probleme verweigern. Wenn Schwulenhasser heute die besseren Antworten geben, so ziehen wir halt leider den Zonk.

  4. Yadgar 6. Oktober 2013 um 14:32 #

    @Blub:
    Was für „bessere Antworten“ geben denn die Schwulenhasser? Raus aus dem Euro, zurück zum Rohrstock, Hungerlager für Hartzer, die Musels sind unser Unglück?

  5. Blub 6. Oktober 2013 um 23:04 #

    Besser vielleicht nicht aus Deiner Sicht, aber besser aus der Sicht vieler Menschen. Mangelndes Problemverständnis und mangelnde Empathie gegenüber ihren Mitmenschen sind sicher Gründe, warum weltfremde Linke heute out sind und die CDU auch bei Jungwähler am meisten gewählt wird….

    Gerade als Liberaler auf nem liberalen Blog wage ich mal den Hinweis, dass wirtschaftliche Vernunft und wirtschaftliches Funktionieren der Gesellschaft wichtiger sind als meist kontraproduktive Sozialstaatsromantik, die alle in Reichtum vereinen will, aber letzlich alle in Armut entzweit.

  6. Yadgar 8. Oktober 2013 um 12:23 #

    @Blub:
    Da verstehst du etwas falsch: die heutige Merkel-CDU kann man schwerlich zu den Schwulenhassern zählen, und ist auch deswegen bei Jungwählern so beliebt, weil sie eben *nicht* betont konservativ oder knallhart marktliberal ist!

    Die Schwulenhasser sitzen vielmehr in den PI-affinen Splitterparteichen á la „Die Freiheit“ – die bekommen aber zur Zeit kein Bein auf den Boden. Was die AfD angeht, so speist sich ihr Zulauf momentan hauptsächlich aus ostdeutschen Protestwählern, die sichtlich entweder einem Missverständnis aufgesessen sind (ex-Linkewähler wählen eine rechtslibertäre Partei! DM-Populismus wirkt offensichtlich…) oder einfach bis jetzt NPD oder sonstige Nazis gewählt haben… interessant dazu die Wahlergebnis-Karte: die Wahlkreise mit überdurchschnittlich hohen AfD-Ergebnissen decken sich großenteils nämlich mit den bisherigen NPD-Hochburgen in Mittel- und Ostsachsen bzw. Südbrandenburg; auch interessant die ZEIT Online-Grafik zur Wählerwanderung: rund die Hälfte der AfD-Wähler haben vorher die „Sonstigen“ gewählt…

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