Eine kurze Geschichte über Kartons, Sex, Kannibalismus, Kleingeld und Rentner

15 Okt

Einigen Lesern wird aufgefallen sein, dass auf unserem Blog momentan ein wenig Flaute im Karton herrscht. Wobei im Karton ja gar nicht so selten Flaute herrscht, denn ein Karton kennt weder Windstille (erste Definition von „Flaute„), noch konjunkturelle Schwäche (zweite Definition von „Flaute“), noch Lustlosigkeit oder Leistungsschwäche (dritte Definition von „Flaute“).

Dabei fühle ich (Adrian) mich momentan gar nicht lustlos oder leistungsschwach. Im Gegenteil. Denn am Samstag nachmittag hatte ich wieder grandiosen Sex mit einem Mann, der so appetitanregend ist, dass ich ihn auffressen könnte (was natürlich kontraproduktiv wäre, denn wenn ich ihn auffressen würde, hätte ich nichts vom Sex, und es würde zudem meine Chance auf erneuten Sex mit ihm verringern). Sex tut mir sowieso gut, und hätte er mich nicht eingeladen, mit ihm Sex zu haben (ja das tut er, er lädt ein, ist das nicht romantisch?), wäre ich am Samstag vermutlich gar nicht aus dem Haus gekommen, und das nicht, weil ich mich langweile, sondern weil ich momentan so viele spannende Dinge habe, mit denen ich mich zu Hause beschäftige.

Der Sex war also gut. So gut, dass ich danach ohne Anflug von Ärger einkaufen gehen konnte. Nun mag man sich fragen, warum es mich ärgert, einkaufen zu gehen. Die Sache ist die, es ärgert mich nicht so sehr das Einkaufen an sich, sondern das, was zwangsläufig zum Einkaufen gehört: das an der Kasse anstehen. Und eigentlich ärgert mich nicht mal das, sondern das Kleingeld. Jawohl, das Kleingeld! Kann mir mal jemand verraten, warum ein Produkt 1,99 Euro, 5,95 Euro oder 10,87 Euro kosten muss? Warum kann es nicht einfach 2 Euro, 6 Euro oder 11 Euro kosten, glatte Zahlen also, die verhindern würden, dass man erstens beständig ein überquellendes Portemonaie mit dutzenden 1- und 2-Centstücken mit sich herumschleppt, und zweitens alle Rentner dazu animiert werden, möglichst passend zu zahlen, und dabei die Münzen mit zittrigen Fingern langsam abzuzählen, wobei man von jeder Münze selbstverständlich auch noch erzählen muss, wann man sie in welchem Geschäft erhalten hat und welche Lebenserinnerung sich damit verbinden.

Das könnte mich irre machen, aber nicht am letzten Samstag, denn da hatte ich grandiosen Sex mit einem Mann, der so appetitanregend ist, dass ich ihn auffressen könnte. Was ich natürlich nicht getan habe, denn hätte ich es getan, wäre ich nicht mehr allzu hungrig gewesen, hätte demnach nicht einkaufen gehen zu brauchen, und wäre somit  früher nach Hause zurückgekommen, um mich mit den spannenden Dingen dort zu beschäftigen, die beweisen, dass ich (Adrian) mich momentan gar nicht lustlos oder leistungsschwach fühle, obwohl man das annehmen könnte, angesichts der Tatsache, dass auf diesem Blog momentan ein wenig Flaute im Karton herrscht.

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3 Antworten to “Eine kurze Geschichte über Kartons, Sex, Kannibalismus, Kleingeld und Rentner”

  1. pedro luis 15. Oktober 2013 um 20:18 #

    Ich wünsche dir viele weitere Begegnungen dieser Art, verbunden mit der Hoffnung, dass du deinen Blog, den ich sehr schätze, der Liebe wegen nicht ganz vernachlässigst.

  2. Adrian 15. Oktober 2013 um 20:25 #

    @ pedro luis
    Vielen Dank, aber das Blog ist ein Zweierprojekt und von Liebe war gar nicht die Rede 😉

  3. pedro luis 15. Oktober 2013 um 20:35 #

    „Liebe“ im weiteren Sinn, also meinetwegen auch: „Sex“.

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