Warum Homosexualität falsch ist

5 Nov

Bis heute ist es für mich rätselhaft, dass es Menschen gibt, die Homosexualität falsch und unmoralisch finden. Dass sie gewöhnungsbedürftig ist, das verstehe ich. Dass man sie für seltsam hält, das leuchtet mir ein. Dass es Menschen gibt, die sie nicht mögen, auch da gehe ich mit. Aber wie kann man eine freiwillige Handlung, wie kann man eine einvernehmliche Beziehung zwischen zwei erwachsenen Menschen, für unmoralisch und falsch halten? Was triggert dieses Unverständnis, die Ignoranz, den Spott, diese ganze versteckte und offen Feindseligkeit?

Wir Menschen sind soziale Wesen, wir leben von Bindungen, wir zelebrieren Freundschaften, wir sehnen uns nach Liebe und dem Partner an unserer Seite. Und fast jeder versteht das auch.

Fast jeder Mensch hat mindestens einen guten Freund des gleichen Geschlechts. Wieso ist dann der Gedanke so verstörend, dass einige Menschen mit dem gleichen Geschlecht auch ein wenig mehr können, als nur Freundschaft?

Warum also wird Homosexualität von vielen immer noch als etwas Schlechtes angesehen? Ist es der Sex? Liegt es daran, dass man glaubt, Homosexuelle seien nicht zur Liebe fähig? Ist es das Fremdartige an sich? Oder ist es nur ein Symptom für etwas ganz anderes?

Es würde mich wirklich freuen, wenn mir mal jemand plausibel und logisch nachvollziehbar begründen könnte, was eigentlich gegen Homosexualität spricht. Denn so sehr ich mir auch das Hirn zermartere, ich begreife es einfach nicht.

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31 Antworten to “Warum Homosexualität falsch ist”

  1. Andreas 5. November 2013 um 07:37 #

    Da steckt ein ästhetisches Empfinden dahinter. Die Heteros überlegen sich für einen Sekundenbruchteil wie es wäre, wenn, dann revoltiert ihr Sexualempfinden und es kommt zu einem Abwehrreflex.

    Dementsprechend ist es halbwahr, wenn Heteros behaupten, sie seien tolerant gegenüber Schwulen und dann doch zur Ablehnung neigen. Die Toleranz hat die Oberhand, wenn die Homosexualität nicht sensual spürbar im Raum liegt, sondern nur abstrakt. Denn dann ist das ästhetische Empfinden nicht im Spiel. Und die Toleranz hat die Oberhand, wenn es sich eher um Mann-männliche Schwule handelt. Das Mann-weibliche triggert die Sensualität und damit eine impulsive Ablehung. Die „Tunte“ wird gescheut, der Macho-Schwule ist egal. Dazu passt auch, dass der Hetero sich am wohlsten fühlt, wenn die Homosexualität unsichtbar bleibt.

    Schließlich gibt sich daraus auch schlüssig, warum Heteros gegenüber Lesben so indifferent sind. Sich in Sex mit einer anderen Frau hineinzuphantasieren ist übereinstimmend mit ihrer eigenen Sexualität, es ergibt sich daraus also keine ästhetische Abstoßung.

    Meiner Einschätzung ist es ein grundlegendes Missverständnis, von Homophobie zu sprechen. Eine Phobie ist eine Angststörung, womit das Ganze nichts zu tun hat.

    Meine Deutung.

  2. Adrian 5. November 2013 um 09:09 #

    @ Andreas
    „Da steckt ein ästhetisches Empfinden dahinter.“

    Mag sein. Aber wieso macht das Homosexualität falsch? Nur weil ich etwas ästhetisch nicht nachvollziehen kann, wieso ist es dann falsch?

    Zumal ich dem verletzen ästhetischen Empfinden nicht so eine Bedeutung beimesse. Finden heterosexuelle Männer sich selbst so abstoßend? Kann ich mir nicht vorstellen. Und es ist ja auch nicht so, als hätten heterosexuelle Männer zu allen Zeiten Körperkontakt gemieden.

  3. Andreas 5. November 2013 um 09:57 #

    >Mag sein. Aber wieso macht das Homosexualität falsch? Nur weil ich etwas ästhetisch nicht nachvollziehen kann, wieso ist es dann falsch?

    Logisch hängt das natürlich nicht zusammen. Es ist ein Übersprungseffekt vom ästhetischen Empfinden ins abstrakte Denken. Der die Schwulen ablehende Hetero sucht für sein ästhetisches Empfinden eine rationale Legitimation. Da kommen dann Gedankengebäude wie bei Alain Delon oder diesem Stronach-Mann heraus. Diese Gedankengebäude sind aber alle weitgehend unlogisch und recht stimmig, eben weil sie nicht rationalen, sondern gefühlsmäßig-intuitiven Ursprungs sind. Sie sollen ein Gefühl legitimieren. Das Gefühl ist das Primäre, die Anti-Homo-Denke das Sekundäre.

    Die Aufklärungskampagnen gegen „Homophobie“ sind deshalb Fehlkonstruktionen, weil sie davon ausgehen, die falsche Überzeugung sei das Ursprüngliche und die feindliche Stimmung das daraus folgende, was eine Verwechslung von Ursache und Wirkung ist. Das sieht man schon allein, dass die Schwulenfeindlichkeit in allen Kulturkreisen auftritt, die kaum gemeinsame Religionen, politische Vorstellungen etc. pp. haben. Was hat ein Nigerianer mit einem Österreicher mit einem Araber an politisch kulturellen Gemeinsamkeiten?

    Die Lösung des Problems der Schwulenfeindlichkeit kann meiner Ansicht nach nur in einer Entkopplung von Empfinden und abstrakter Konstruktion liegen.

    >Zumal ich dem verletzen ästhetischen Empfinden nicht so eine Bedeutung beimesse. Finden heterosexuelle Männer sich selbst so abstoßend? Kann ich mir nicht vorstellen. Und es ist ja auch nicht so, als hätten heterosexuelle Männer zu allen Zeiten Körperkontakt gemieden.

    Nein, heterosexuelle Männer empfinden sich untereinander als sexuelle Neutren. Deshalb sind auch a-sexuelle Körperkontakte wie Umarmungen nach einem Tor im Fußball möglich. Der Hetero kann sich auch ein Pose-down im Bodybuilding mit Vergnügen anschauen, weil es nichts von sexuellem Werben an sich hat.

  4. Adrian 5. November 2013 um 10:00 #

    „Es ist ein Übersprungseffekt vom ästhetischen Empfinden ins abstrakte Denken.“

    Oder kurz gesagt: Dummheit.

  5. Yadgar 5. November 2013 um 13:04 #

    Ich stelle mir vor, dass es letztendlich auf den Ekel vor Analverkehr zurückgeht – und ehrlich gesagt, ich kann diesen Ekel durchaus nachvollziehen. Der Enddarm ist ja nun wirklich alles andere als ein appetitlicher Körperteil, und es gibt auch genug Schwule, die Analsex nach Möglichkeit vermeiden, nicht nur wegen der HIV-Infektionsgefahr, sondern eben aus ästhetischen Gründen. Dazu kommt, dass Analverkehr für den passiven Part ohne regelmäßiges „Training“ eine schmerzhafte Angelegenheit ist.

    Es gibt übrigens sprachhistorisch gute Gründe, dass mit dem ominösen „arsenokoitai“ aus den paulinischen Lasterkatalogen am ehesten Männer gemeint sind, die Analsex und/oder anale Vergewaltigung praktizieren: Jahrhunderte später taucht der Begriff „arsenokoitia“ (also das Wort für die zugehörige Tätigkeit) nämlich in einem heterosexuellen Kontext auf, es ist von Männern die Rede, die mit ihren Ehefrauen die Sünde der „arsenokoitia“ begehen – es kann sich also nicht um ein Wort für Homosexualität bzw. Homosexuelle handeln.

  6. morus 5. November 2013 um 13:36 #

    Bis jetzt wurde das doch immer so erklärt, dass v.a. die Schwulen homophob seien und damit ihre Neigung vertuschen/verdrängen wollten?
    Wobei sich dann natürlich wieder die Frage stellen würde, warum sie sich dazu „genötigt“ fühlen.

  7. Atacama 5. November 2013 um 16:15 #

    „Das sieht man schon allein, dass die Schwulenfeindlichkeit in allen Kulturkreisen auftritt, die kaum gemeinsame Religionen, politische Vorstellungen etc. pp. haben. Was hat ein Nigerianer mit einem Österreicher mit einem Araber an politisch kulturellen Gemeinsamkeiten?“

    Das Christentumund den Islam.

  8. Atacama 5. November 2013 um 16:23 #

    „Nein, heterosexuelle Männer empfinden sich untereinander als sexuelle Neutren. Deshalb sind auch a-sexuelle Körperkontakte wie Umarmungen nach einem Tor im Fußball möglich. Der Hetero kann sich auch ein Pose-down im Bodybuilding mit Vergnügen anschauen, weil es nichts von sexuellem Werben an sich hat.“

    Auf MMA reagieren aber viele schon nicht mehr neutral. Ich mag MMA, wenn man zu einem live Kampf geht, ist es nicht so oder man merkt es nicht aber im Internet schon.

    http://www.thedailybeast.com/articles/2009/10/31/is-ultimate-fighting-gay.html

    Wrestling genauso

  9. Andreas 5. November 2013 um 18:07 #

    @Yadgar:
    Ekel vor dem Analsex kann nicht die letztendliche Ursache der Anti-Homo-Einstellung sein. Die von Dir beschriebene Ambivalenz bzgl Analsex haben die Heteros auch – nur in Bezug auf Analsex mit einer Frau. Analsex kommt in Heten-Pornos häufig vor. Die meisten Frauen mögen ihn allerdings aus dem von Dir genannten Grund nicht.

    @Morus:
    Die unterdrückte Homosexualität als Ursache der Anti-Homo-Einstellung? Es gibt Fälle, die sprechen dafür: Bischof Mixa, kath.net, … In meinem persönlichen Umfeld sind keine solche Fälle zu beobachten. Fällt mir schwer, das einzuschätzen.

    @Atacama:
    Bei Ringen ist der Körperkontakt schon sehr intensiv, ich habe aber noch nie etwas im Bezug auf Homoerotik dazu gehört. Wir hatten früher Ringer in der Muckibude. Auf das Thema ist nie jemand gekommen. Zeichen dafür, dass der homoerotische Bezug außerhalb der Vorstellung liegt. Ich vermute, die Heteros, die da eine Wahrnehmung haben, sind eigentlich eher bi. Mein bisexueller Ex-Trainingskumel sieht Dinge, die sehe ich gar nicht. Er erkennt häufig Schwule, ich so gut wie nie. Wenn mein Bauchgefühl richtig wäre, läge der Schwulenanteil im Promillebereich.
    Die Schmutzkampagne, die in dem verlinkten Artikel zitiert wird, hat wohl eher Wettbewerbsgründe. Das Boxen verliert Marktanteile und versucht seinem überwiegend heterosexuellen, männlichen Publikum die MMA zu stigmatisieren. Ich glaube nicht, dass die von allein darauf gekommen wären, einen Zusammenhang herzustellen.

  10. Keppla 5. November 2013 um 18:41 #

    Finden heterosexuelle Männer sich selbst so abstoßend? Kann ich mir nicht vorstellen.

    Abstoßend ist das falsche Wort. „Kein Ziel für Erotik“ triffts eher, denke ich. So wie mit Eltern: man kann sie mögen, aber die Vorstellung, dass sie Sex haben ist für die meisten Menschen komisch.

    Schließlich gibt sich daraus auch schlüssig, warum Heteros gegenüber Lesben so indifferent sind.

    Für Männer vielleicht, für Frauen aber gerade wieder nicht. Gibt ja nicht nur Heteromänner.

    Ich stelle mir vor, dass es letztendlich auf den Ekel vor Analverkehr zurückgeht

    Ich habe nicht den Eindruck, dass Heteromänner, die Spass an Analverkehr haben, unterdurchschnittlich homophob sind.

    Die “Tunte” wird gescheut, der Macho-Schwule ist egal

    Ich könnte mir vorstellen, dass das weniger was mit der Sexualität zu tun hat, sondern damit, dass Heteromänner sich den Aufwand, den der Umgang mit einer Person, die eine „weibliche“ Rolle lebt, gerne ersparen, und ihn nur in Kauf nehmen, wenn der Payoff (sex) hoch genug ist.

  11. Adrian 5. November 2013 um 20:47 #

    Ich danke Euch für Eure Antworten, aber sie lassen sich doch genau in die Kategorien einordnen, die ich im Text bereits erwähnt habe: Homoseuxalität ist gewöhnungsbedürftg, seltsam, komisch, von mir aus auch ästhetisch Zumutung. Aber was heißt das denn? Es gibt so viele Dinge auf der Welt von denem man das Gleiche sagen könnte: Käse essen z. B., oder Boxen, oder die „Twilight“-Saga.
    Wenn ich etwas seltsam finde, oder nicht mag, folgt daraus doch nicht, dass es falsch, oder unmoralisch ist. Das kann es doch nicht sein.

  12. Horst 5. November 2013 um 21:06 #

    Die Bibel ist insoweit eindeutig. Die Bibel bezeidhnet Homoseualtität als Sünde vgl. 3 Mose 18 V. 22; 3.Mose 20 V. 13; Römer 1 V. 27; GALATER 5, v. 20-22). Wer sich als Christ bezeichnen will, muss aktiv praktizierte Homosexualität ablehnen. Es gibt aber Vergebung und Befreiung durh Jesus, wenn wir ihn um Vergebung bitten. Jesus nimmt jeden Menschen an, aber das sündhafte Verhalten müssen wir dann ablehnen, zu dem auch Homosexualität zählt. Durch Jesus gibt es auch hier Befreiung und Vergebung.

    • Adrian 5. November 2013 um 21:14 #

      @ Horst
      Nehmen wir mal an, die Bibel ist, was Homosexualität angeht, eindeutig. Das erklärt immer noch nicht, warum Homosexualität eine Sünde sein soll. Was ist die Begründung dafür?

  13. Stephan Fleischhauer 5. November 2013 um 22:13 #

    Ich hatte mal einen iranischstämmigen Freund, der sich um Religion recht wenig scherte. Er pflegte, wenn seine Frau nicht greifbar war, sich mit Nutten „gesund zu ficken“ (wie er sagte), dabei versuchte er auch mich dazu zu überreden, gemeinsam mit ner Frau mal ein Sandwich zu machen (falls es nicht jeder kennt: Anal- und Vaginalsex gleichzeitig, einer oben, einer unten, Frau dazwischen) Er stand total auf Arschfick und wusste, dass ich mich lieber mit der Vorderseite einer Frau beschäftige.

    Also für mein Gefühl hat so ein Sandwich schon etwas leicht Homoerotisches, denn es lässt sich dabei wohl nicht vermeiden, dass die Männer sich an intimer Stelle berühren.

    Der interessante Punkt dabei: Der besagte Freund hatte einen unglaublichen Schwulenhass, hätte harte strafrechtliche Sanktionen gegen Homosexualität auf jeden Fall befürwortet. Er meinte sogar, man sollte denen am besten die Eier abschneiden.

    Für mich absolut unbegreiflich. Ihm persönlich hätten die Schwulen egal sein können und religiöse Vorstellungen oder Ekel vor Analsex lagen ihm sicher fern. Trotzdem konnte er sich über Schwule ziemlich aufregen, als würden sie ihm irgendwie Schaden zufügen.

  14. Atacama 5. November 2013 um 22:48 #

    @Andreas

    „Bei Ringen ist der Körperkontakt schon sehr intensiv, ich habe aber noch nie etwas im Bezug auf Homoerotik dazu gehört. Wir hatten früher Ringer in der Muckibude. Auf das Thema ist nie jemand gekommen. Zeichen dafür, dass der homoerotische Bezug außerhalb der Vorstellung liegt.“

    Deshalb sagte ich ja auch, dass es live nicht so ist bzw. man es nicht wahrnimmt wenn jemand es „homoerotisch“ oder „schwul“ findet,aber wenn man mal die Kommentare unter Kampfvideos überfliegt, ist das anders.
    Es haben sich auch einige Kampfsportprofis z.B Bernard Hopkins (Ex Mittelgewichts Mehrfach-Weltmeister) auch dazu geäußert, dass sie es „schwul“ finden und ein Kommentator meinte, er würde seine Söhne wegen dieses „Risikos“ kein MMA gucken lassen
    http://www.mixedmartialarts.com/news/432757/CBSs-Seth-Davis-Dont-want-my-sons-watching-homoerotic-UFC/

    „. Analsex kommt in Heten-Pornos häufig vor.“

    Aber da muss nicht ein Mann die „Frauenrolle“ einnehmen. Analsex austeilen wollen und sich mit der Realität auseinandersetzen müssen, dass „man(n)“ da auch mal am andere Ende sein kann, sind verschiedene Dinge. Letzteres ist für manche wohl zuviel.

    @Adrian

    „@ Horst
    Nehmen wir mal an, die Bibel ist, was Homosexualität angeht, eindeutig. Das erklärt immer noch nicht, warum Homosexualität eine Sünde sein soll. Was ist die Begründung dafür?“

    Gott braucht ja wohl keine Begründungen für irgendwas zu liefern. Es ist so weil es da steht, willst du etwa ein von Gott persönlich verfasstes Buch infrage stellen? 😉

    Man soll Sexualität zur Fortpflanzung ausüben und das in geordneten Verhältnissen (Ehe).
    Ausserdem sind Frauen doof und deshalb ist es inakzeptabel wenn ein Mann sich auf dieses Niveau herabbegibt. Passiver Analsex ist nicht umsonst in der Regel das schlimmste Vergehen in Sachen MSM.
    Um das zu gewährleisten, gibt es Drohungen gegen die niemand etwas sagen kann, weil der Droher zum einen allmächtig und zum anderen nie öffentlich auftritt um sich einer Diskussion zu stellen.

    • Adrian 5. November 2013 um 23:15 #

      @ Atacama
      „Es ist so weil es da steht, willst du etwa ein von Gott persönlich verfasstes Buch infrage stellen?“

      Ich weiß, ich weiß, das war keine ernst gemeinte Frage, aber ich muss trotzdem noch mal antworten: „Ja, will ich, ja werde ich, ja tue ich!“ Ich habe nie verstanden, warum Gott über allen Dingen steht, ich habe nie verstanden, warum Gott seine Ansichten und Taten nicht begründen muss. Was soll denn das für eine Moral sein, deren Kernaussage ist: „Gott will es halt so?“

  15. Atacama 5. November 2013 um 22:55 #

    @Stephan

    „Er meinte sogar, man sollte denen am besten die Eier abschneiden.“

    Und das wäre kein Ansatzpunkt gewesen, ihn nach einem „Warum?“ für sein Problem zu fragen und seine Bigotterie anzusprechen anstatt das Jahre später hier zu tun?

  16. Atacama 5. November 2013 um 23:20 #

    „Ich habe nie verstanden, warum Gott über allen Dingen steht, ich habe nie verstanden, “

    Weil er alles erschaffen hat. Wir sind im Grunde nur sowas wie eine riesige Modelleisenbahn-Landschaft.

    „warum Gott seine Ansichten und Taten nicht begründen muss. Was soll denn das für eine Moral sein, deren Kernaussage ist: “Gott will es halt so?“

    Das ist nur ein sehr autoritäres Erziehungsprinzip. Es ist so weil Vater das sagt. Jemandem bedingungslos gehorchen der es besser weiss als man selbst wie der Hase läuft.
    Im Grunde ist das einfach nur Schwärzeste Pädagogik.

    • Adrian 5. November 2013 um 23:31 #

      @ Atacama
      „Weil er alles erschaffen hat.“

      Na und? Was beweist das?

  17. Andreas 5. November 2013 um 23:28 #

    @Atacama:
    >Es ist so weil es da steht, willst du etwa ein von Gott persönlich verfasstes Buch infrage stellen?
    Die Bibel enthält Erfahrungsberichte oder Niederschriften von Leuten, die mit Leuten, die Erfahrungen hatten, geredet haben usw. usf. Sie ist nicht Gottes persönlich verfasstes Buch. Das reklamiert der Koran für sich.

    Bezüglich negativer Gefühle scheint mir die Selbstkontrolle wie sie der Hinduismus lehrt die Lösung zu sein. Was macht man mit einem Impuls oder Gedanken, der einem so ins Bewusstsein flattert und Besitz von einem ergreifen will? Man wartet zu, guckt ihn sich kalt distanziert an und sitzt ihn aus. Dann löst er sich auf und verschwindet, so mysteriös wie er gekommen ist und das war’s dann. Kann jeder an sich selbst ausprobieren es funktioniert. Gedanken, die man nicht mit Aufmerksamtkeit nährt, suchen einen immer weniger heim.

  18. Atacama 5. November 2013 um 23:34 #

    „Na und? Was beweist das?“

    Für die die daran glauben vermutlich, dass er die Regeln aufstellen kann.

    • Adrian 5. November 2013 um 23:36 #

      @ Atacama
      Sorry, ich kapier es nicht. Das ergibt für mich keinen Sinn.

  19. Stephan Fleischhauer 6. November 2013 um 01:11 #

    @Adrian
    Suchst du eigentlich nach einer rationalen Erklärung? Die wird es wohl nicht geben. Ich würde eher psychologisch rangehen, wobei ich mir die geringe Toleranz auch nicht so recht erklären kann. Die evolutionspsychologischen Versuche auf Christians Blog überzeugen mich nicht so richtig.

    Mich erstaunt ja, dass sich homosexuelle Paare auch in vermeintlich toleranten Gesellschaften öffentlich kaum sichtbar sind, vor allem die männlichen scheinen sich nicht so recht zu trauen.

    Sehe ich das richtig? Gibt es starke Hemmungen unter Schwulen, öffentlich zärtlich zu sein? Ist die Wahrscheinlichkeit hoch, beschimpft oder bedroht zu werden? Gibt es da so eine Art Scham oder Angst vor der Öffentlichkeit?

    Vielleicht sollte man, um der Sache näher zu kommen, schauen, wo moralische Vorbehalte gegen Homosexualität besonders groß sind. Sind es z.B. eher religiöse Leute oder eher allgemein konservative? Sind solche Ressentiments in der „Unterschicht“ stärker ausgeprägt? Sind sie bei Männern stärker oder verbreiteter als bei Frauen? Wahrscheinlich gibt es da kluge Bücher zu.

    Es spielt sicher auch eine Rolle, dass das Thema Sexualität allgemein moralisch aufgeladen und voller Tabus ist. Das gilt ja auch für abweichendes Verhalten innerhalb der Heterosexualität.

  20. Stephan Fleischhauer 6. November 2013 um 01:20 #

    Was die Bibel anbelangt: Religionen sind natürlich vom Menschen erfunden, da ist nix von Gott. Die Frage, wieso Homosexualität sündhaft sein soll, ist deshalb absolut berechtigt. Die Menschen werden das kaum aus purem Zufall in ihre religiösen Texte geschrieben haben, da muss es Gründe geben.

  21. Adrian 6. November 2013 um 09:28 #

    @ Stephan Fleischhauer
    „Sehe ich das richtig? Gibt es starke Hemmungen unter Schwulen, öffentlich zärtlich zu sein? Ist die Wahrscheinlichkeit hoch, beschimpft oder bedroht zu werden? Gibt es da so eine Art Scham oder Angst vor der Öffentlichkeit?“

    Ob die Hemmungen stark sind, weiß ich nicht, unbefangen wie Heteros verhalten sich m. E. aber die wenigsten Schwulen. Der „Umgebungs-Check“ ist jedenfalls weit verbreitet, also die Abschätzung, wie hoch das Risiko negativer Reaktionen auf Zärtlichkeiten in einem bestimmten Umfeld sein könnte.

    Die Wahrscheinlichkeit beschimpft oder bedroht zu werden ist sicherlich geringer geworden, aber es geht ja nicht um Geschimpfe oder Bedrohungen: Auch dumme Blicke oder Getuschel sind nicht gerade förderlich, zumindest was mich angeht.

    „Sind es z.B. eher religiöse Leute oder eher allgemein konservative? Sind solche Ressentiments in der “Unterschicht” stärker ausgeprägt? Sind sie bei Männern stärker oder verbreiteter als bei Frauen? Wahrscheinlich gibt es da kluge Bücher zu.“

    Soweit ich das einschätzen kann, sagt de Literatur dazu, dass religiöse und konservative Menschen homophober sind. Ebenso Männer. Zur „Unterschicht“ kann ich in der Hinsicht nichts sagen.

  22. Keppla 6. November 2013 um 13:10 #

    Es gibt so viele Dinge auf der Welt von denem man das Gleiche sagen könnte: Käse essen z. B., oder Boxen, oder die “Twilight”-Saga

    Nimm statt Käse Schalentiere oder Schweine: war dank altem Testament lange genug auch so „unmoralisch“, dass man dafür Hingerichtet wurde.
    Hysterische Gefühle mit Gruppendenke und Post Hoc Rationalisierungen reichen total aus für sowas. Dementsprechend passt die Argumentation „nur ekel reicht nicht aus“ nicht. Er reicht im Gegenteil immer wieder.

    Dass Homosexualität häufiger als Käse ein Thema ist, dürfte daran liegen, dass es in den Themenkomplex „Sexualität“ fällt, der Kulturübergreifend eigentlich immer Ziel von Moralüberlegungen wird, was auch wiederum nicht so verwunderlich ist, da Sexualität Menschheitshistorisch arg konsequenzbehaftet war, und im Gegensatz zum Käse stark zur Einschätzbarkeit der Person beiträgt (wer’s nicht glaubt möge mal eine reine Männerrunde mit einer Frau ergänzen und sich das wechselnde Verhalten angucken).

  23. Keppla 6. November 2013 um 13:14 #

    PS: Sie sagen es zwar zu Harry Potter, und nicht zu Twilight, aber die gleiche Logik passt: http://www.youtube.com/watch?v=RSwZJ55g80Q

  24. Atacama 6. November 2013 um 15:19 #

    „Sind es z.B. eher religiöse Leute oder eher allgemein konservative?“

    Ja, dazu gab es schon Studien. Solche Leute sind auch fremdenfeindlicher und generell ängstlicher.

    “ Sind solche Ressentiments in der “Unterschicht” stärker ausgeprägt?“

    Weiss ich nicht aber die Reaktionen sind, vermute ich, anders. Ich vermute, dass tendenziell das Prekariat (öffentlich) physisch gewalttätiger ist.

    “ Sind sie bei Männern stärker oder verbreiteter als bei Frauen? “

    Logo ist es bei Männern weiter verbreitet als bei Frauen. Frauen sind auch weiblicher Homosexualität gegenüber toleranter, obwohl sie das selbst betreffen könnte.

    wirklich dahinter kommen, im individuellen Fall, kann man aber wohl nur wenn man mit so einem Extrem-homophoben darüber kommuniziert und ihm direkt solche Fragen stellt.

  25. Atacama 6. November 2013 um 15:59 #

    @Andreas

    „Die “Tunte” wird gescheut, der Macho-Schwule ist egal. Dazu passt auch, dass der Hetero sich am wohlsten fühlt, wenn die Homosexualität unsichtbar bleibt.“

    da wollte ich nochmal nachfragen ob das wirklich so ist mehrheitlich. Die „Macho-Schwulen“ könnten (oder tun es teilweise auch), in heilige Männerdomänen eindringen (in denen sich im Übrigen noch wirkliche Körperkontaktmöglichkeiten und „homophiles“/homosoziales Verhalten zeigen kann (Stichwort Poklaps oder „Gangbang“ nach erfolgreichem Torabschluß im Fussball) und sich unerkannt unter den „normalen“ bewegen und sind durch ihre „höhere“ Männlichkeit einem selbst ggf. ähnlicher. Daher wird die Abgrenzung vom gefürchteten und abgelehnten Begriff „schwul“ dann schwieriger.. Für viele herrscht eine Klare Differenzierung schwule auf der einen Seite und „maskuline“, „echte“ Männer auf der anderen.
    Nicht alle Männer denken so, aber die die so denken wollen mit sicherheit keinen als unmännlich klassifizierten Mann in ihrer Nähe in dem sie ähnliche Eigenschaften und interessen wie in sich selbst erkennen.

    Bei Tunten ist das anders, die kann man auf 100 Meter Entfernung erkennen und sie sind ja so völlig anders, tuntug eben, eine vollkommen andere Spezies durch die man sich gut vom schwulen Ufer abgrenzen kann und denen man aus dem Weg gehen kann, weil sie sich ja sowieso nur in Shoppingcentern und Frisörsalons aufhalten und nicht bei Boxkämpfen, in Fußballstatien und bei Bushido-Konzerten, so die Vermutung.

  26. bajazbasel 8. November 2013 um 20:49 #

    Es gibt leider heute – vor allem unter den Jungen – viele Männer, die wissen gar nicht mehr, warum die Homosexualität diskriminiert wird. Der Unterschied zu den Frauen besteht darin, dass nach dem Sex zwischen Frauen jede Frau „bereits“ eine Frau bleibt und nicht noch zu einem „minderwertigeren“ Geschöpf werden kann. Auch nicht durch anale Penetration. Dies ist ja eine jahrhundertealte Verhütungsmethode!

    Beim Sex zwischen Männern wird der Passive zur Frau, während der Aktive ein „Vollmann“ bleiben kann. (Bei den Männern wird differenziert!) Der biblisch/kulturelle „Tanz“ findet also nicht ums Goldene* Kalb, sondern um den *Anus statt! Allerdings lernen die meisten Männer ihre Prostata leider erst dann kennen, wenn sie deretwegen behandelt oder operiert werden müssen.

    Frauen wiederum können keinen Unterschied ausmachen, wenn ein (ahem, „ihr“) Mann durch einen Strap-on, oder durch einen Penis passive Lust empfindet. Schwule können da durchaus Unterschiede feststellen…

    Und letztlich habe ich mal einem Bisexuellen geschrieben, dass er zwar mit Tunten offenbar Probleme hat (mit denen er sich ja auch nicht identifizieren kann/will), wenn die „TUNTE“ aber keinen Schwanz, und dafür zwei Titten hat, ist es für ihn kein Problem. Worauf er mir zu ge-;) hat…

    Gewalt gegen Schwule ist ein Teil der Gewalt gegen Frauen. Weil Schwule ihnen als Männer näher stehen und „identifizierbarer“ sind als Frauen, aber wenn diese ihnen zu nahe kommen, sie ebenfalls mit Gewalt reagieren – aus ihrem Mutterkomplex heraus.

  27. Pascal 18. Oktober 2015 um 05:55 #

    Das waren wir selbst! Wir Menschen unsere Gesellschaft haben uns das so ausgemalt, dass eine minderheit wie homosexuelle nicht normal ist.

    Homosexualität ist in Japan aus alten Zeiten überliefert und wird auch gegenwärtig akzeptiert. In früheren Zeiten wurde Liebe zwischen Männern sogar als die reinste Form der Liebe überhaupt betrachtet. Zu keiner Zeit wurde Homosexualität in der japanischen Gesellschaft und Religion als eine Sünde angesehen

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