Kaninchenfurz!

24 Nov

Jürgen Elsässer feiert seine „Compact“-Konferenz als „großen Sieg für die Meinungsfreiheit und die Familie„. Eher ein äußerst bescheidener Sieg, vor allem wenn man berücksichtigt, dass die Meinungsfreiheit für Elsässer und Konsorten nicht gefährdet ist (nur zur Erinnerung: die Konferenz hat stattgefunden, die Teilnehmer durften reden, „Compact“ ist nicht verboten).

Und was haben Familien in Deutschland eigentlich von diesem „Sieg“? Gibt es nun verstärkte finanzielle Unterstützung, bessere Schulen und Betreuungseinrichtungen? Werden Eheschließungen zunehmen, mehr Kinder geboren werden, die Scheidungsraten sinken? Kaum anzunehmen.

Alles in allem scheint die Konferenz eine ziemliche Null-Nummer gewesen zu sein. Konkrete Initiativen für die Stärkung von heterosexueller Ehe und Familie gab es nicht, dafür viel Palaver über die Gefahren von Feminismus, Gender und Homo-Ehe.

Einen guten Überblick über die Inhalte der Konferenz bietet der Artikel auf queer.de und ein kurzer Fernsehbericht des MDR. Dieser ist besonders interessant, weil Elsässer hier in einem Interview tatsächlich behauptet, Kindern und Jugendlichen in Deutschland würden an hiesigen Schulen und Kindergärten beigebracht

„es gäbe keine Männer und Frauen, oder man könnte das Geschlecht wechseln, wie die Kleidung.“

Hartmut Rus vom LSVD Sachsen bezeichnet im MDR-Bericht die „Compact“-Konferenz als ein „Sammelsurium von Verschwörungstheoretikern“. Angesichts der getätigten Äußerungen auf und im Umfeld der Konferenz, darf man diesem Urteil vorbehaltlos beipflichten.

Derartige Freunde hat die gute alte Familie nun wahrlich nicht verdient.

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10 Antworten to “Kaninchenfurz!”

  1. Arne Hoffmann 24. November 2013 um 22:39 #

    Wenn Menschen, weil sie auf einer Veranstaltung sprechen möchten, Gewalt befürchten müssen, ist ihre Meinungsfreiheit selbstverständlich bedroht. Eine solche Bedrohung muss nicht vom Staat ausgehen.

  2. mowhak 25. November 2013 um 01:13 #

    ich bin da wenigstens immer hin- und hergerissen… ich verlange einerseits auch „free speech for the dumb“, bin mir aber gleichzeitig auch der erschreckenden resonanz und akzeptanz bewusst die vollpfosten weitaus schlimmerer kulör unter der dumpfen masse dadurch bekommen.
    schon klar, die werden auch nicht klüger dadurch dass man solche veranstaltungen verhindert, aber was ändert es andererseits wenn man sich so versammlungen immer nur mit distanzierter neutralität von aussen anguckt.

    die haben ihre meinung, dann sollen sie aber auch die gegenmeinung kennenlernen.

  3. Adrian 25. November 2013 um 02:03 #

    @ Arne Hoffmann
    Du hast sicher recht. Ich hätte ein Sit-in oder Kiss-in vor der Konferenzhalle, auch besser gefunden, als diese kindisch-aggressive Auftreten der Gegendemonstranten. Dennoch empfinde ich die heroische Opferattitüde von Elsässer in diesem Zusammenhang unangebracht. Sich als großer Herold der Meinungsfreiheit auzuspielen, wenn man gleichzeitig Elena Misulina einlädt…

  4. Arne Hoffmann 25. November 2013 um 08:45 #

    Warum Elsässer solche Leute einlädt ist mir natürlich auch schleierhaft. Und du hast sicher auch Recht, was deine Kritik an Äußerungen angeht, die bestenfalls Halbverstandenes hochhysterisieren.

  5. Adrian 25. November 2013 um 09:28 #

    @ Arne Hoffmann
    „Warum Elsässer solche Leute einlädt ist mir natürlich auch schleierhaft.“

    Mir nicht.

  6. Arne Hoffmann 25. November 2013 um 10:25 #

    War das jetzt rein rhetorisch – im Sinne von „er ist halt homophob“ – oder hast du dich näher mit Elsässer und seiner Haltung beschäftigt?

    • Adrian 25. November 2013 um 17:13 #

      Keine Ahnung ob er homophob ist. Er ist auf jeden Fall Antiwestler und hat daher ein Faible für Menschen, die sich, wie Misulina, antiwestlich deklarieren und in bspw. in der Akzeptanz von Homosexualität ein westliches Dekadenzphaenomen sehen.

  7. Atacama 25. November 2013 um 18:11 #

    ich denke, er ist ein Homophober der nicht denkt, dass er homophob ist.

  8. bajazbasel 25. November 2013 um 19:34 #

    Das einzige, was an „Gewalt“ legitim war, ist der Protest des Russen gegen die russische Politikerin! Das war nötig!
    Sonst sollte man nicht übertreiben mit solchen Hinterhofveranstaltungen… Ich empfehle übrigens, mal wieder das Buch von Mitscherlich zu lesen: „Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft“! (antiquarisch/Biblioth.)

  9. Alreech 27. November 2013 um 19:02 #

    warum soll er Homophob sein ?
    Weil er die Demonstranten im Iran als Discomiezen und Strichjungen des Finanzkapitals bezeichnet hat ?
    Weil er die iranischen Sicherheitskräfte dafür gelobt hat diese Leute in ihre Darkrooms verschleppt zu haben ?

    Nicht jeder der Menschen die seine politischen Ansichten (in dem Fall bezüglich des Iranischen Regimes ) mit homosexuellen Prostituierten vergleicht muß homophob sein…
    Da gibt es bessere Erklärungen, Heinlein bietet da eine.

    Ich wünsche Elsässer auf alle Fälle das er selber mal Gelegenheit hat in einen Darkroom der Iranischen Stasi Gast sein zu dürfen…

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