Männerrechtler – ich mag Euch ja…

12 Dez

Manchmal ist das Leben komisch. Da wacht man nichtsahnend und leicht erkältet an einem Donnerstagmorgen auf, klickt seine Lieblingsblogs an, landet bei „Genderama“ und muss dort lesen, dass man wieder in ein Wespennest gestochen hat. Mein Beitrag „Männerrechtler„, in dem ich meine „düsteren Vorahnungen“ gegenüber Männerrechtlern zum Ausdruck gebracht habe, hat offenbar einiges an Gefühlswallungen hervorgerufen.

Auf der „Müllhalde der Männerrechtsbewegung“ – dem Forum „Wieviel Gleichberechtigung verträgt das Land“ – muss ich lesen, dass ich auf dem Blog „Alles Evolution“ momentan der Hauptposter sei und indirekt dafür verantwortlich, dass die Kommentatoren dort nur noch aus  „Schwule[n], Lesben, Halbfeministen und Frauen“ bestehen würden.

Arne Hoffmann war auf über meinen Beitrag offenbar ebenfalls verwundert und bezeichnet auf „Genderama“ meine Haltung gegenüber Männerrechtlern als „schizophren„:

Einerseits werden die Anliegen der Männerrechtsbewegung von ihm [Adrian] sehr gewürdigt, und er erklärt, „ein gewisses Faible für die Männerrechtsbewegung“ zu haben. Im Kontrast dazu steht seine Abneigung gegen deren Mitglieder. Liegt das tatsächlich nur an der kleinen Zahl radikaler Haudraufs und Schwulenhasser vom „lunatic fringe“ der Bewegung, von denen einige prompt auch in die Kommentarspalte seines aktuellen Beitrags einfallen?

Hoffmann verlinkt in diesem Zusammenhang seinerseits auf einen Gastbeitrag von „Kai“ auf dem Blog „man tau„, der ebenfalls als Reaktion auf meinen negativen Gefühlsausbruch gegenüber Männerrechtlern geschrieben wurde:

Offenbar wird es wieder Zeit für eine Klarstellung, für eine Erklärung. Ich freue mich natürlich, dass mein kleiner Rant diese Aufmerksamkeit erfahren hat, das ist gut, das ist wichtig, das ist das Wesen der Blogdiskussion. Und selbstredend habe ich damit gerechnet, dass meine zwei Zeilen in der maskulistischen Blogwelt zumindest zur Kenntnis genommen werden. Allerdings, verwundern tut es mich schon ein wenig. Arne Hoffmann scheint hier der auslösende Faktor zu sein.

Hoffmann ist – er mag mit die Übertreibung verzeihen – so etwas wie der König der linken, linksliberalen, „progressiven“ Männerrechtler. Sein Buch „Sind Frauen bessere Menschen“ war der Weckruf an all uns Männer da draußen, männerrechtliche Anliegen zur Kenntnis zu nehmen und feministische Grundannahmen über Frau und Mann zu hinterfragen  – auch für mich. Hoffmann ist daran gelegen, die Schwulenbewegung in die Männerrechtsbewegung zu integrieren und ich teile und unterstütze diesen Ansatz.

Tatsache ist allerdings, dass die Männerrechtsbewegung unter Schwulen kaum bekannt ist. Der von Männerrechtlern oftmals geäußerte Umstand, die Schwulenbewegung sei, mehr oder weniger, mit dem Feminismus verbündet, ist – zumindest was die Organisationsstrukturen angeht – nicht ganz falsch. Und dann wäre da noch die Queer-Theorie, die mit der Gender-Theorie verbandelt ist. Und sowohl Queer- als auch Gendertheorie sind nicht gerade die Lieblinge des Maskulismus.

Kein Wunder also, dass Hoffmann dieses Blog ab und an zitiert und damit in der „Manosphäre“ bekannt gemacht hat. Kein Wunder auch, dass er jetzt verwundert ist und meine Ausführungen als „schizophren“ bezeichnet. Er hat ja auch in gewisser Weise Recht!

Ich betrachte die Männerechtsbewegung als wichtig und notwendig. Sie begeistert mich und rührt mein Herz. Und eben das ist auch der Grund, warum ich ihr so ambivalent gegenüberstehe. Denn meines Erachtens ist ihre Außenwirkung fatal, was eben genau an dieser „kleinen Zahl radikaler Haudraufs und Schwulenhasser vom ‚lunatic fringe‘ der Bewegung“ liegt. Denn die „lunatic fringe“ prägt eine Bewegung mehr, als man sich vorzustellen geneigt ist. Sie ist laut, aggressiv, immer dabei und sie bietet allen Gegnern einen Vorwand, das gesamte Anliegen ad absurdum zu führen.

Und warum falle ich darauf hinein, mag man fragen? Warum messe auch ich den Radikalen eine Bedeutung bei, die sie in Wahrheit gar nicht haben? Warum also, wecken Männerrechtler in mir „düstere Vorahnungen“ obwohl ich doch eigentlich auf ihrer Seite sein möchte? Warum bin ich in dieser Hinsicht derartig „schizophren“?

Ich denke es liegt an dem pikanten Verhältnis zwischen schwulen und heterosexuellen Männern. Selbstredend kann ich nicht für alle schwulen Männer sprechen, doch ist es unter homosexuellen Männern kein ungewöhnliches Phänomen, heterosexuelle Männer mit einer gewissen Distanz zu betrachten. Es sind eben („offiziell“) heterosexuelle Männer, die Schwule auf der Straße beleidigen, anpöbeln, angreifen. Es sind („offiziell“) heterosexuelle Männer, die ihre immerwährende Abneigung gegenüber Homosexualität kund tun. Es sind („offiziell“) heterosexuelle Männer, die in trauter Runde über die segenspendende Wirkung weiblicher Brüste berichten, aber Schwulen vorwerfen, sie würden ihre Sexualität zur Schau stellen. Es sind („offiziell“) heterosexuelle Männer, die von der „Verschwulung“ der Welt warnen, und Angst davor haben, der eigene Sohn könne sich zu einer „Schwuchtel“ entwickeln.

Ich weiß, ich weiß, das alles gibt es bei Frauen ebenfalls zur Genüge, dennoch lässt sich meines Erachtens nicht verleugnen, dass Frauen Schwulen gegenüber toleranter und auch freundschaftlicher gesinnt sind. In einer Runde fremder Frauen würde ich mich als Schwuler spontan aufgehobener fühlen , als in einer Runde fremder Männer, und das trotz des Umstandes, dass ich mit Frauenrunden, Frauengesprächen, Frauenaktivitäten und Frauen an sich nicht allzu viel anfangen kann. Die Grundsympathie von Schwulen mit dem Feminismus, die zuweilen in das Feindbild „heterosexueller Mann“ mündet, ist da durchaus verständlich.

Und darum besteht eben eine Kluft zwischen heterosexuellen und homosexuellen Männern. Deshalb reagiert man äußerst sensibel auf Äußerungen, die Schwule betreffen und das auch dann, wenn der heterosexuelle Mann dies gar nicht unbedingt negativ meint. Und deshalb erfüllt mich die Vorstellung einer Organisation heterosexueller Männer, die für ihrer Interessen eintreten, mit einer gewissen Befremdung.

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42 Antworten to “Männerrechtler – ich mag Euch ja…”

  1. wortschrank 12. Dezember 2013 um 14:30 #

    „Ich denke es liegt an dem pikanten Verhältnis zwischen schwulen und heterosexuellen Männern.“

    Nun, hier möchte ich einhaken. Weil ich glaube, dass die homophoben Hetero-Männer letzendlich auch nur eine laute Minderheit sind. Ich möchte ganz sicher Homophobie nicht relativieren und ich spreche sicher auch nur für mich selbst, aber in meinem Umfeld hat wirklich kein Hetero-Mann irgendwie Probleme mit Schwulen. Ich bin Dir sehr dankbar, dass Du diese Distanz angesprochen hast und kann sie auch nachvollziehen. Aber sie basiert auf Vorurteilen, auf beiden Seiten. Gewissermaßen ist ein Schwuler, der einem Hetero gegenüber Distanz empfindet, nur weil er Hetero ist, genauso heterophob wie ein homophober Hetero, der Schwule irgendwie „seltsam“ findet.
    Deswegen finde ich die von Dir erwähnte Distanz irgendwie sehr schade, wenngleich ich sie auch verstehe.
    Als frischgebackener Blogger aus dieser „Männerrechtler-Ecke“ möchte ich Dir jedenfalls versichern, dass ich keinerlei Probleme oder Vorbehalte gegenüber Homosexuellen habe.

  2. Radaffe 12. Dezember 2013 um 14:57 #

    Die Schlussfolgerung aus der Lektüre von Hoffmanns “Sind Frauen bessere Menschen” ist ja Frauenklischees zu hinterfragen. Deshalb bezweifle ich, dass (heterosexuelle) Frauen weniger homophob sind als (heterosexuelle) Männer. Das Frauen, vielleicht, tendenziell mit Schwulen besser zurecht kommen liegt m.M.n. schlicht daran, dass sie diese oft nicht als richtige Männer betrachten sondern eher als sowas wie „Schwestern“, zumindest bei den eher „weiblich“ wirkenden Schwulen. Den Macker-Schwulen, die Frauen mit Verachtung strafen -das ist ja auch Deine Erfahrung- wird das Schwulsein nicht abgekauft. Das ist Wild was Frau erlegen will, um ihr Ego zu streicheln.

  3. Adrian 12. Dezember 2013 um 14:57 #

    @ wortschrank
    „Aber sie basiert auf Vorurteilen, auf beiden Seiten.“

    Da hast Du sicher recht.

    „Gewissermaßen ist ein Schwuler, der einem Hetero gegenüber Distanz empfindet, nur weil er Hetero ist, genauso heterophob wie ein homophober Hetero, der Schwule irgendwie “seltsam” findet.“

    Na ja, es gibt aber schon ein Unterschied, wenn man gegenüber Heteros Distanz hält, weil man glaubt, die würden einen nicht mögen (ablehnen, verachten, eklig finden), oder weil sie eben hetero sind.

    „Als frischgebackener Blogger aus dieser “Männerrechtler-Ecke” möchte ich Dir jedenfalls versichern, dass ich keinerlei Probleme oder Vorbehalte gegenüber Homosexuellen habe.“

    Das find ich gut. Und willkommen 🙂

  4. wortschrank 12. Dezember 2013 um 15:30 #

    „Na ja, es gibt aber schon ein Unterschied, wenn man gegenüber Heteros Distanz hält, weil man glaubt, die würden einen nicht mögen (ablehnen, verachten, eklig finden), oder weil sie eben hetero sind.“

    Sicher ist das ein Unterschied. Mir ging es nur darum, dass die Distanz eben auf negativen Vorurteilen beruht, und das ist ja eigentlich genau das Gegenteil von dem, was wir wollen. Ich möchte vielleicht einfach nicht, dass Menschen, denen ich vorurteilsfrei gegenübertrete, Vorurteile gegen mich hegen. Ich verstehe jedoch durchaus die Geschichte und kann diese Vorbehalte und Misstrauen gegenüber Heteros gut nachvollziehen. Leider.

    • Adrian 12. Dezember 2013 um 15:37 #

      „Ich möchte vielleicht einfach nicht, dass Menschen, denen ich vorurteilsfrei gegenübertrete, Vorurteile gegen mich hegen.“

      Dann entschuldige ich mich für diesen Eindruck.

      • wortschrank 12. Dezember 2013 um 15:48 #

        Du hast diesen Eindruck nicht erweckt bei mir. Das war ganz allgemein! 🙂

  5. Neuer Peter 12. Dezember 2013 um 15:42 #

    Ich gebe es offen zu: Die Gefühle, die ich Schwulen entgegenbringe, sind hauptsächlich geprägt von blankem Neid. Neid auf die Fähigkeit, das unkompliziertere Geschlecht lieben zu können. 😉

  6. m 12. Dezember 2013 um 16:20 #

    Siehst du, genau so sehen wir den Feminismus. 🙂
    Wir kommen wir da nun weiter? Vertrackt.

  7. Atacama 12. Dezember 2013 um 16:41 #

    Und wieder bestätigen sie meine Einschätzung.

    Dafür dass ich manchmal uaf alles evolution poste, bist allerdings wirklich du verantwortlich.

    Und Mus Lim hat offenbar noch immer an dem „Müllhaufen der Männerrechtsbewegung“ zu knabbern.

    Ich finde es auch etwas merkwürdig, sich männerrechtler zu nennen und dann Worte wie „Schwuchtel“ zu sagen oder Drohungen auszustoßen falls „die Schwulen“ versuchen sollten, die Kinder in der Schule zu „verschwulen“. Verlesben scheint nicht so das Problem zu sein.
    Wenn man für Männer (also auch schwule Männer) ist, dann sollte man sich davor einsetzen dass sie vor Gewalt, Stigmatisierung und verbalen Attacken geschützt werden und nicht noch mit drauf hauen.

    Bei so einer „Willkommenskultur“ ist tatsächlich kein Wunder, dass wenig Schwule da mitmachen. Wenn sie den Eindruck habe, eine der ersten Amtshandlungen bei Einflußnahme wäre, den Parapgraph 175 wieder einzuführen oder Russland zu kopieren.

    Zudem scheint es, dass die bewegung tatsächlich viel mit Konservativen oder gar reaktionären Denkweisen und (teils auch religiösen) Werten zu tun hat.

  8. aranxo 12. Dezember 2013 um 17:43 #

    @Neuer Peter
    Dann frag mal Frauen, wen sie für das komplizierte Geschlecht halten… 😉
    Ich hab jedenfalls schon öfter von Frauen gehört: „Warum seid Ihr Männer nur so kompliziert?“

    @Adrian
    Ich glaube, und das hört man von Frauen ja immer wieder, der Grund dafür, warum sie zu Schwulen gegenüber sehr freundlich sind, ist der, dass sie davon ausgehen können, von ihnen nicht ungewollt angegraben zu werden. Und das ist wohl auch umgekehrt der Grund von Homophobie von heterosexuellen Männern: Die Angst, von Schwulen angebaggert zu werden. Und ich vermute mal, für Hetero-Männer ist das noch verstörender als für Hetero-Frauen, weil sie das einfach nicht gewöhnt sind. Im Hetero-Bereich ist es ja eher üblich, dass Männer diejenigen sind, die Avancen machen und nicht diejenigen, denen welche gemacht werden. Das gehört auch ein wenig zum Weltbild von Heteros, insbesondere Hetero-Männern, auch wenn sie darüber keineswegs immer glücklich sind. Es gibt genug Hetero-Männer, die auch mal gerne von Frauen angebaggert werden möchten, es passiert nur extrem selten. Und wenn, dann ist es wie bei den Frauen auch: Es sind fast immer die falschen, die einen anbaggern.

    Für mich als Hetero-Mann ist die Vorstellung von Sex mit einem Mann eklig. Aber eben nur für mich persönlich. Ich will das nicht, aber was andere tun, ist ihre Sache und vollkommen ok. Wie und warum man das nicht als absolut gleichberechtigtes Lebensmodell akzeptieren kann, ist für mich total unverständlich. Deswegen kann ich diese rechten Männerrechtler auch nur deppert finden.

    Dass Schwule sich teilweise mehr dem Feminismus hingezogen fühlen, liegt nicht nur daran, dass sie mit Frauen auf einer bestimmten Ebene besser klar kommen, sondern auch daran, dass der Feminismus die Schwulen als „Mitunterdrückte“ und nicht-bedrohliche Männer ein wenig unter die Fittiche genommen hat. Und es gab ja ohne Zweifel in der Vergangenheit auch viel an verkrusteten Strukturen aufzubrechen, ob man das jetzt Patriarchat nennen will oder nicht.

    Nur dass Schwule sich so an die Gender Theorie ranhängen, wundert mich dann doch. Klar wird da für ein Menschenbild gekämpft, in dem alte Rollenzuschreibungen aufgelöst und dekonstruiert werden sollen, was ja auch Schwulen ggf. für mehr Akzeptanz hilft. Nur ist es eben auch zweischneidig. Da haben Schwule und Lesben Jahrzehnte darum gekämpft, dass Homosexualität als angeboren anerkannt und nicht irgendein Knacks in der Kindheit dafür verantwortlich gemacht wird. Und dann kommt die Gender Theorie um die Ecke und behauptet, alles Verhalten wäre anerzogen. Aber wenn es anerzogen ist, dann kann man es auch wieder umerziehen. Ist das nicht grade das Wasser auf die Mühlen von irgendwelchen spinnerten evangelikalen „Homo-Heilern“, die Schwule und Lesben wieder „normal“ machen wollen?

    Merkt eigentlich irgendwer, wie irre das ist? Gender-Verhalten soll komplett anerzogen sein. Nur bei Schwulen und Lesben nicht, da ist es angeboren. So einen Quatsch kann man doch nicht ernsthaft vertreten.

  9. tom174 12. Dezember 2013 um 17:50 #

    Auch hier.. ich sehe mich ja immernoch nicht so wirklich als Männerrechtler.. aber auch relativ neuer Blogger und keinerlei Vorbehalte gegen Schwule. Vorurteile in rauen Mengen. Vieles Ralf König geschuldet, vieles durch schwule Freunde im erleben bestätigt, genauso vieles widerlegt.

  10. Atacama 12. Dezember 2013 um 17:58 #

    „Da haben Schwule und Lesben Jahrzehnte darum gekämpft, dass Homosexualität als angeboren anerkannt und nicht irgendein Knacks in der Kindheit dafür verantwortlich gemacht wird. Und dann kommt die Gender Theorie um die Ecke und behauptet, alles Verhalten wäre anerzogen.“

    Die theorie besagt: Geschlechtsrollen bzw. Geschlechtsnormen (und damit auch, welche Verhaltensweisen erwartet, gefördert oder sanktioniert werden) sind teilweise anerzogen, ob sie auf biologischen Grundlagen fussen oder nicht.

  11. Bombe 20 12. Dezember 2013 um 18:24 #

    Und deshalb erfüllt mich die Vorstellung einer Organisation heterosexueller Männer, die für ihrer Interessen eintreten, mit einer gewissen Befremdung.

    Da hilft nur eins: Unterwandern!

    B20

  12. Arne Hoffmann 12. Dezember 2013 um 18:45 #

    Ich stimme Bombe 20 zu. Unterwandern scheint mir das sinnvollste Konzept zu sein. 🙂

  13. EU 12. Dezember 2013 um 19:25 #

    Wer hier eine Distanz seitens Heteromänner sieht, überschätzt sich masslos und nimmt sich viel wichtiger wie er ist. Für die meisten Männer sind irgendwelche sexuellen Vorlieben anderer Männer ein uninteressantes Nicht-Thema. Entgegen anderslautender Klischees ist uns egal, bei welchen Bildern irgendeinem Dritten der Schniedel schwillt. Wir freuen uns, wenn jemand ein netter Mensch ist, völlig egal was er im Bett bevorzugt.

  14. Gerhard 12. Dezember 2013 um 19:37 #

    Ich kann Deine Abneigung gut nachvollziehen. So ungefähr die Hälfte der Kommentatoren auf „alles evolution“ lassen mich ein bisschen dafür schämen, wenn ich Männerrechtsthemen im Bekanntenkreis anschneide. Und dabei bezeichne ich mich mittlerweile sogar gerne als Antifeminist. Ungefähr in dem Sinne wie bei http://flussfaenger.wordpress.com/2013/12/02/distanzierung-vom-antifeminismus/ geschildert.

    Ich weiß nichts über Schwule, außer dass sie es mit Männern treiben. Wäre das jedoch der einzige Unterschied so gäbe es weder Deinen Blog noch diese Diskussion. Und ich frage mich wie es „die Schwulenszene“ also der Schwule an sich (wieder so was doofes) mit dem Genderismus hält. Als „marginalisierte Gruppe“ empfängt man Euch doch mit offenen Armen, oder? Du hattest letztens in einem Kommentar jedoch etwas anderes angedeutet.

    In meinem Bekanntenkreis gibt es jedenfalls kein pikantes Verhältnis, keine Kluft zwischen Schwulen und Heteros. Es gibt keine Schwulen, aber es gibt auch keine Schwulenhasser. Daher also setz Dich zu uns, trink ein Bier. Wo wir einen Penis reinstecken ist nicht relevant in der Kneipe untereinander. Ja, ok wir reden über Titten.

    Andererseits habe ich Manschetten auf eine Schwullesbische Party zu gehen. Die Musik sagt mir zu, mein Vorurteil sagt mir, daß da Leute sind die feiern können und freundlich sind. Und mal selbst Sexobjekt zu sein, ist auch cool. Aber werde ich da vielleicht doch empfangen als sei ich gerade eine Art Zoogänger? Es gibt einige Berichte von Heten, die versehentlich in Schwulenkneipen gelandet sind und ruckzuck Gewalt angedroht bekommen haben.

    • Adrian 12. Dezember 2013 um 20:27 #

      @ Gerhard
      „Ja, ok wir reden über Titten.“

      Das ist okay. Ich bin ja kein Feminist 😉

      „Aber werde ich da vielleicht doch empfangen als sei ich gerade eine Art Zoogänger?“

      Möglicherweise.

      „Es gibt einige Berichte von Heten, die versehentlich in Schwulenkneipen gelandet sind und ruckzuck Gewalt angedroht bekommen haben.“

      Nie gehört.

  15. aranxo 12. Dezember 2013 um 19:58 #

    @Atacama:
    Auf „teilweise“ könnte ich mich ja einigen, aber ich hab das schon deutlich anders gehört. Nämlich dass jedweder Einfluss des sexuellen Geschlechts, sprich der Gene, des unterschiedlichen Aufbaus des Gehirns, des unterschiedlichen Hormonhaushalts etc. auf Geschlechterverhalten von der Gender Theorie komplett abgestritten wird.

    Das muss auch so sein, denn ansonsten müsste man sich ja fragen, welche Anteile angeboren und welche anerzogen wären. Sprich, welche man umerziehen kann und welche man besser in Ruhe lassen sollte, um einen Menschen nicht gegen seine Geschlechteridentität zu verbiegen (Bruce Reimer lässt grüßen). Und da dies wohl mit den derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln der Naturwissenschaft schlechterdings unmöglich zu unterscheiden ist, müsste man Jungs weiter erlauben dürfen, sich einfach wie „normale“ (was auch immer das ist) Jungs zu verhalten.

    Da man das aber nicht will und Jungs als etwas fehlerhafte Mädchen behandeln will, denen man ihre gesellschaftsschädliche Aggressivität aberziehen kann/muss, darf man eine (nur statistische!) genetische Verhaltensdisposition (NICHT -determinierung!) gar nicht erst anerkennen.

  16. Anual 12. Dezember 2013 um 20:16 #

    Um das alles mal auf einen Nenner zu bringen:

    Schwulenrechte sind Männerrechte.
    Männerrechte sind Menschenrechte.

    Dafür trete ich ein, genauso wie ich für Lesbenrechte und die Rechte anderer sexueller Minderheiten eintrete. Und das gerade, weil ich ein Männerrechtler bin.

    Und deshalb erfüllt mich die Vorstellung einer Organisation heterosexueller Männer, die für ihrer Interessen eintreten, mit einer gewissen Befremdung.

    Ich kann auf gewisse Weise verstehen, was dich hier umtreibt. Aber wer sagt denn, dass es sich hier nur um heterosexuelle Männer handeln muss, die hier gemeinsam für ihre Rechte eintreten? Bei Quoten- und anderen gesetzlichen Regelungen der Geschlechterpolitik wird ja auch nicht zwischen sexueller Orientierung unterschieden, da geht es rein um das biologische Geschlecht. Daher haben hier alle Männer ähnlich gelagerte Interessen.

    Was spezifisch homosexuelle Interessen angeht: Hier haben wir z.B. das Adoptionsrecht, wo es Zeit wird, dass homosexuelle Paare heterosexuellen Paaren gleichgestellt werden. Wir haben so viele Kinder, die ein liebevolles Elternhaus brauchen… ich finde sie sollten eines bekommen, auch wenn die Familie dann zwei Väter oder zwei Mütter hat.

    Ich war mal Christ, und obwohl ich mittlerweile der christlichen Lehre mit einer gewissen Skepsis begegne, so haben doch viele der alten Geschichte eine gewissen Kraft:

    Als nun der Diener des Mannes Gottes am Morgen früh aufstand und hinausging, siehe, da lag um die Stadt ein Heer mit Pferden und Wagen. Da sprach sein Knecht zu ihm: O weh, mein Herr! was wollen wir nun tun? Er sprach: Fürchte dich nicht! Denn derer, die bei uns sind, sind mehr, als derer, die bei ihnen sind! Und Elisa betete und sprach: HERR, öffne ihm doch die Augen, daß er sehe! Da öffnete der HERR dem Knecht die Augen, daß er sah. Und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen rings um Elisa her. Und als sie zu ihm hinkamen, bat Elisa den HERRN und sprach: Schlage doch diese Heiden mit Blindheit! Da schlug er sie mit Blindheit nach dem Worte Elisas. Und Elisa sprach zu ihnen: Das ist nicht der Weg noch die Stadt; folget mir nach, so will ich euch zu dem Manne führen, den ihr suchet! Und er führte sie gen Samaria. Und als sie nach Samaria kamen, sprach Elisa: HERR, öffne diesen die Augen, daß sie sehen! Und der HERR öffnete ihnen die Augen, daß sie sahen. Und siehe, da waren sie mitten in Samaria. Und als der König von Israel sie sah, sprach er zu Elisa: Mein Vater, soll ich sie schlagen? Soll ich sie schlagen? Er sprach: Du sollst sie nicht schlagen! Würdest du die, welche du mit deinem Schwert und mit deinem Bogen gefangen nimmst, schlagen? Setze ihnen Brot und Wasser vor, daß sie essen und trinken und zu ihrem Herrn ziehen! Da ward ein großes Mal zugerichtet. Und als sie gegessen und getrunken hatten, ließ er sie gehen, und sie zogen zu ihrem Herrn. Von da an kamen die Streifscharen der Syrer nicht mehr in das Land Israel.

  17. Arne Hoffmann 12. Dezember 2013 um 20:40 #

    Und welche Musik spielt man jetzt auf euren Partys? Mehr Morrissey oder mehr Barbra Streisand?

  18. Neuer Peter 12. Dezember 2013 um 20:57 #

    „Andererseits habe ich Manschetten auf eine Schwullesbische Party zu gehen. Die Musik sagt mir zu, mein Vorurteil sagt mir, daß da Leute sind die feiern können und freundlich sind. Und mal selbst Sexobjekt zu sein, ist auch cool. Aber werde ich da vielleicht doch empfangen als sei ich gerade eine Art Zoogänger? Es gibt einige Berichte von Heten, die versehentlich in Schwulenkneipen gelandet sind und ruckzuck Gewalt angedroht bekommen haben.“

    Auf schwulesbische Parties gehe ich auch nicht. Da laufen mir immer zu viele Genderradikalinskis rum. Aber in schwulen Clubs bin ich sehr gerne, die Jungs wissen, wie man feiert!

  19. Andreas 12. Dezember 2013 um 22:43 #

    Der Hetero ist dem Homo sein Feind.

    Das muss sich ändern.

  20. Mus Lim 13. Dezember 2013 um 07:41 #

    Arne Hoffmann ist ein „König“ und alle Andersdenkenden sind „Müllhalde“!

    König Arne I. spricht: „Ich stimme Bombe 20 zu. Unterwandern scheint mir das sinnvollste Konzept zu sein.“

    Oh, Mann, und da wundert ihr euch noch, dass sich die so heiß ersehnte Akzeptanz einfach nicht einstellen will? Was dazu führt, dass umso entschlossener die Homophobie-Keule geschwungen wird? Wenn jemand „Schwuler“ sagt, wird er mit dem (schwulen) Kirchenbann belegt?

    Die Volksabstimmung in Kroatien und die Million Menschen auf den Straßen von Frankreich sollten doch eigentlich deutlich genug machen, was die Mehrheit von euren schwulen Phantastereien hält. Die Mehrheit ist bestenfalls von euch genervt, nicht wenige aber auch gereizt. Und wenn ihr nun lustvoll der Ausdruck „Müllhalde“ verteidigt, dann fahrt ihr damit eine verdammt riskante Rille.

    Von König Arne I. liegen eMails vor, in denen jedes dritte Wort ein beleidigendes Kraftwort ist. Arne ist zwar so intelligent, das so nicht öffentlich zu schreiben. Aber damit, wie er hier Adrian seinen Kotau entbietet, entlarvt er sich doch selbst.

    Linksextreme tarnen ihr Tun als „Kampf gegen rechts“ und verstecken sich hinter Antifa. Dabei seid ihr die besten Nah-Ziehs, die Deutschland je gehabt hat.

    Goebbels hätte der Ausdruck „Müllhalde“ als Bezeichnung für Menschen sehr gefallen.

  21. Blub 13. Dezember 2013 um 07:49 #

    Ich würde Leuten raten, die meinen, keinen Schwulen (oder Bisexuellen) in ihrer Umgebung zu haben, mal zu reflektieren, ob sie das einfach nur nicht wissen…. Vermutlich würde dann der Eindruck, dass Schwule ihre Sexualität in die Welt hinaustragen, zusammenbrechen.

    @Andreas: Ich würde eher sagen. Der Homo ist dem Hetero sein Feind. Denn der Hetero ist eigentlich nur in dem Sinne vom Homo als Feind zu sehen, als dass der Hetero den Homo als Feind und Gefahr sieht. Aber gut, ok, es gibt sicher viele Schwule, die sich in eine eigene Welt verziehen und auch normalste Aktivitäten nur mit Schwulen machen, was wohl eine ähnliche zumindest heteroskeptische Einstellung nahelegt.

    Ich kenne in meiner direkten Umgebung sicher auch kaum Schwulenfeindlichkeit. Allerdings sind viele Stiche auch subtiler. Schwul z.B. hat mehrere Bedeutungen. Eine davon ist ein negativ bewertendes Adjektiv, verwende ich selbst ab und an. Oh Mann, wie schwul, lass uns woanders hingehen. Ein anderer Stich ist, wenn Heteromänner andere Heteromänner mit schwulen Klischees ärgern wollen, z.B. durch andrehen von rosa T-Shirts oder schlimmere Ideen. Vermutich ärgert mich da mehr die Gleichsetzung von Homosexualität mit Klischees wie rosa als der verständliche Ekel vor der Farbe.

    Was mich mal interessieren würde. Ein (schöner) Mann ist einfach schöner als ne schöne Frau. Das ist m.E. die Essenz der Homosexualität. Warum ekeln sich nun Männerrechtler davor, dass Männer andere Männer schön finden?

  22. Karl 13. Dezember 2013 um 08:49 #

    🙂 Homosexuelle sind eigentlich doch prädestinierte Männerrechtler.

    Als es den Zivil-/Wehrdienst noch zu leisten galt, haben uns die davon nicht betroffenen Frauen gerne erzählt, das wäre doch voll ok, weil Frauen ja die Kinder kriegen „müssten“. Überhaupt ist das so ein Totschlagargument, um weibliche Privilegierung (auch z. B. Frauenquote) zu rechtfertigen.

    Schon damals antwortete ich: „Und wenn ich nun schwul wäre? Was ginge es mich dann an, dass du Kinder kriegst? Würde man mich dann vom Zivil-/Wehrdienst freistellen?“

    Wäre ich homosexuell, ich würde fordern, von z. B. der Frauenquote verschont zu werden. Was gingen mich denn die Folgen von Heterosexualität an? Solidarität? Mit einer Gesellschaft, die Dinge wie die Homoehe nicht gestattet? Mithin Schwule diskriminiert?

    So kann man natürlich auch als Hetero argumentieren, solange man einer Frau das grauenvolle Schicksal erspart, sich zu reproduzieren: „Was geht es denn mich an, wenn eine Frau diese persönliche Entscheidung trifft? Deswegen darf mich doch keiner benachteiligen, darauf habe ich doch keinen Einfluss!“

    Man muss mal angucken, welche Transferleistungen Männer über z. B. die sozialen Systeme an Frauen erbringen. Als Homosexueller würde ich da schon fragen: „Aha, aber welche Gegenleistung erhalte ich denn dafür?“

    War ja mal eine allgemeine „Männersteuer“ im Gespräch, als Reparation für die seitens Frauen angeblich flächendeckend erlittene Gewalt. Kollektivschuld. Was ginge so etwas einen Homosexuellen an? Er müsste aber trotzdem bezahlen, eine Ausnahme war nicht vorgesehen.

    Der Feminismus hat sich an die Schwulenbewegung regelrecht rangeschmissen, um den begehrten Status der Frau als ebenfalls diskriminierte Bevölkerungsgruppe zu erschleichen. Nach dem Motto: „Wir Diskriminierungsopfer müssen doch zusammenhalten!“; nur werden Frauen im Gegensatz zu Homosexuellen nicht diskriminiert, sondern privilegiert.

    Man mag Teilen der Männerrechtsbewegung Homophobie vorwerfen, das ist teilweise sicher gerechtfertigt.

    Man sollte sich aber mal fragen, wessen Sexualität derzeit mehr verteufelt wird: Die von Schwulen oder die von heterosexuellen Männern.

    Dann erkennt man, dass diese Gesellschaft derzeit weniger ein Problem mit Homophobie hat…

  23. c.k. 13. Dezember 2013 um 09:50 #

    Ich schütte ungern Salz in die Suppe, aber mein Umfeld, sowohl Freunde, Bekannte und Kollegen sind zum großen Teil homophob. Alles gebildete, aufgeklärte Männer, urbane Mittelschicht bis gehobene Mittelschicht, von libertär bis linksliberal. Offen sagen würde es keiner. aber wenn man Mal ein bisschen unter sich ist, äußern verdammt viele, ich würde sagen 1/3, eine auf Ekel und einer irrationalen Angst vor Übergriffigkeit beruhende Schwulenfeindlichkeit. Selbstredend wurde keiner auch nur im entferntesten von einem Schwulen angemacht, wie auch, Plätze wo das vorkommen könnte, meidet man ja. Ist ja nicht so, dass man Homosexuellen auch im Supermarkt/Arbeitsplatz und auf der Strasse begegenen könnte oder sgar in Bars wo nicht alle in Leder rumrennen. Es ist verdammt frustrierend das mitansehen zu müssen. Ich wurde von Schwulen angegraben, das tut nicht weh, bedroht nicht die eigene heterosexuelle Identität. Wer hätte das gedacht. Wenn ich davon erzähle dass ich da und dort feiern war, es sich mit einer stabilen Basis an Homos einfach entspannter feiern lässt…die Gesichter…das scheint sehr tief zu sitzen und nur begrenzt kognitiv zu bereinigen. Man könnte ja auf dem Klo angefasst werden. Als ob sich jemand für ne verschreckte Hete interessieren würde…

  24. martin 13. Dezember 2013 um 15:30 #

    Zufälligerweise bin ich schwul, und zufälligerweise gehen mir diese Diskussionen, was jemand (und im speziellen Falle ich) aufgrund irgendwelcher zufälliger Eigenschaften – Mann zu sein, schwul zu sein, Deutscher zu sein, was weiß ich zu sein – zu denken und zu fordern habe, von wem man sich vertreten zu lassen und mit wem man sich solidarischerweise in ein Boot zu setzen habe, ziemlich gegen den Strich. Irgendwann ist einmal jemand auf die kuriose Idee gekommen, dass es eine sinnreiche Veranstaltung sein könnte, völlig verschiedene Menschen aufgrund solcher Eigenschaften in sorgfältig abgezirkelte Gruppen einzuteilen und so zu tun, als wäre der Unterschied im biologischen Geschlecht oder der sexuellen Orientierung oder der Hautfarbe oder in welcher Hinsicht auch immer so unglaublich wichtig und lebensentscheidend, dass man ihn zur Deutung nicht nur ganzer Gesellschaftsordnungen heranziehen sollte, sondern auch, um individuelle Lebensbiographien darauf aufzubauen. Dieser Mensch hatte damit so großen Erfolg, dass man bis heute nicht damit aufgehört hat, es ihm gleichzutun, sondern ganz im Gegenteil – und alle Emanzipationsbewegungen von Frauen, Homos usw. (neuerdings auch Männern?) dabei natürliche vorneweg – man treibt es damit immer noch ärger. Das finde ich doch arg befremdlich, und genau deshalb sträuben sich mir die Haare, wenn ich höre, dass man als Schwuler doch die Anliegen der Männerrechtler teilen müsse, selbst wenn sachlich etwas daran sein sollte. Kaum dass man als Schwuler die Anliegen der Schwulenrechtler zu teilen hätte!
    Genau an diesem Punkt, nämlich in dem Anspruch, derlei Differenzen als soziale Konstruktionen zu erkennen und zu unterlaufen, liegt die Attraktion der Queer-Theorie. Dabei gebe ich gerne zu, dass mir die Queer-Theoretiker meistens allzu ideologisch, allzu menschheitsbeglückend und allzu verdachtsgetrieben an ihre Sache gehen (es wäre wohl nicht erfüllend genug, es schlicht mit ironischem Pragmatismus zu halten), aber einen wahren Punkt treffen sie immerhin.

    Übrigens, gibt es das wirklich: Hetero-Männer, die Angst davor haben, von Schwulen angegraben zu werden? Und was soll das für eine Angst sein? Erstens frage ich mich, ob das irgendeinem lebenden Menschen tatsächlich schon einmal passiert ist. Und zweitens dürfte diese Angst doch wohl kaum geeignet sein, Homophobie zu begründen, sondern eher umgekehrt selbst in Homophobie begründet liegen. Denn warum sollte man die Vorstellung, als Mann von einem Mann angemacht zu werden, sonst schlimm finden?

  25. Atacama 13. Dezember 2013 um 17:29 #

    @martin

    „Denn warum sollte man die Vorstellung, als Mann von einem Mann angemacht zu werden, sonst schlimm finden?“

    Angst dass jemand das sieht und einen dann für schwul hält. Angst, schwul zu wirken, irgendwas schwules (tuntiges) an sich zu haben weswegen der Schwule überhaupt erst den Verdacht gehegt hat, man könne ebenfalls schwul oder bi sein.
    Angst vor Po-Vergewohltätigung.
    Angst vor der überfordernden Situation, das Objekt der Begierde zu sein, obwohl man durch seine männliche Rolle/Geschlecht doch immer in der aktiven Position beim Werben sein soll oder will.
    Könnte ich mir vorstellen.

  26. martin 13. Dezember 2013 um 20:51 #

    @Atacama: Ja, das kann man sich alles vorstellen. Nicht zu bemitleiden, wer solche Ängste hat. (Allerdings ist wohl beinahe jeder Schwule dieser Welt durch eine Phase sexueller Verunsicherung gegangen, daher hält sich mein Mitleid in Grenzen.) Aber man wird wohl kaum sagen können, dass diese Ängste der Homophobie vorausgehen und sie auslösen. Sondern es ist gerade umgekehrt.

  27. man.in.th.middle 13. Dezember 2013 um 22:12 #

    @martin:“Denn warum sollte man die Vorstellung, als Mann von einem Mann angemacht zu werden, sonst schlimm finden?”

    Ehe man große soziologische Theorien aufstellt, es gibt auch ganz einfache Antworten: von einem Mann angemacht zu werden ist alleine schon wegen der Optik genauso angenehm wie bei einer Frau, die man fürchterlich häßlich findet. Wenn man außerdem den guten alten Koitus in Sinne hat, geht das mit Männern auch nicht so richtig.

    „… frage ich mich, ob das irgendeinem lebenden Menschen tatsächlich schon einmal passiert ist.“
    Irgendeinen wird es schon geben, aber die Wahrscheinlichkeit ist bei Otto Normalverbraucher nahe Null, wenn man sich nicht gerade in Homo-Bars verirrt. Eigene Erfahrungen dürften praktisch nie vorliegen. Die meisten Leute kaufen ihre Vorurteile (auch positive) ungeprüft beim Ideologielieferanten ein.

  28. man.in.th.middle 14. Dezember 2013 um 09:11 #

    Ich frage mich gerade, ob dieses Spannungsverhältnis zwischen Homos und Heteros bei Frauen ähnlich vorhanden ist. Von außen und ohne viel Detailkenntnis betrachtet sieht es eher nach dem Gegenteil aus, die Lesben sind die Hauptantriebskräfte, von inneren Spannungen ist nichts zu sehen.

  29. Hetero 14. Dezember 2013 um 11:10 #

    Die beiden schönsten Komplimente, die ich jemals erhielt, stammen Schwulen.

    Ich kenne das Problem mit der Homophobie und predige deshalb auch meinen Geschlechtsgenossen: „Wenn dich ein Schwuler anmacht, freue dich über das Kompliment aber sage: „Sorry, aber ich bin sowas von Hetero““.

    Was man verstehen muss, ist, dass Männlichkeit oft nur eine schwache Fassade ist, die zusammenzubrechen droht, wenn eines Mannes Heterosexualität in Frage gestellt wird. Aggressiv reagieren nicht die Männer, die sich ihrer Männlichkeit (was ist das überhaupt –> eben) sicher sind.

  30. Andreas 14. Dezember 2013 um 15:34 #

    PS: Mir fällt noch ein Punkt ein bezüglich Frauen und ihrer Toleranz gegenüber der männlichen Homosexuelität. Ich glaube, es ist ein Missverständnis. Wenn Frauen Dinge beurteilen, tun sie dies nicht in auf der Allgemeinebene wie Männer. Sie urteilen mehr im Hinblick auf die Bedeutung, die etwas für sie persönlich hat. Und die männliche Homosexualität ist für sie einfach die abgewandte Seite des Mondes. Da haben sie keine Aktien drin. Es handelt sich also um Indifferenz. Um ihre Toleranz zu testen muss man die männlich Bisexualität zur Sprache bringen, denn hier könnten sie selbst einmal in ihrer Lebenswelt betroffen sein. Und siehe da, es ist vorbei mit der angeblichen Toleranz gegenüber anderen sexuellen Orientierungen.

  31. Atacama 14. Dezember 2013 um 17:36 #

    @hetero
    „Die beiden schönsten Komplimente, die ich jemals erhielt, stammen Schwulen.“

    wie lauteten sie?
    @martin

    „) Aber man wird wohl kaum sagen können, dass diese Ängste der Homophobie vorausgehen und sie auslösen. Sondern es ist gerade umgekehrt.“

    das ist die Frage nach dem Huhn oder dem Ei.dann muss man bis zu den abrahamitischen Religionen und deren jahrhundertelangen und noch immer dauernden Einfluß auf die Gesellschaft zurückgehen.

    @andreas

    das stimmt mit der bisexualität.

  32. Leser 14. Dezember 2013 um 19:15 #

    Finde auch viele Themen die die Männerrechtsbewegung zum Thema hat, gut begründet und beachtenswert. Was mir, als sich links verstehende Person nicht gefällt, sind die Homophobie und die teilweisen reaktionären Ansichten vieler Protagonisten. Darum werde ich nen Teufel tun, mich irgendwie als Sympathisierender erkennen zu geben.

  33. Leszek 14. Dezember 2013 um 20:57 #

    @ Leser

    „Finde auch viele Themen die die Männerrechtsbewegung zum Thema hat, gut begründet und beachtenswert. Was mir, als sich links verstehende Person nicht gefällt, sind die Homophobie und die teilweisen reaktionären Ansichten vieler Protagonisten. Darum werde ich nen Teufel tun, mich irgendwie als Sympathisierender erkennen zu geben.“

    Es gibt auch einen linken Flügel der Männerrechtsbewegung. Ein paar zentrale Texte dazu:

    Arne Hoffmann – Eckpfeiler einer linken Männerpolitik

    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/8167/eckpfeiler-einer-linken-mannerpolitik

    Wolfgang Wenger: „Der linke Maskulismus ist eine Revolution“

    http://archive.is/K2yj8

    Guy Fawkes: „Wahrer Maskulismus kann nur links sein“

    http://cuncti.net/machbar/136-guy-fawkes-qwahrer-maskulismus-kann-nur-links-seinq

    Und auf Arne Hoffmanns Genderama-Blog finden sich auf der rechten Seite unter der Überschrift „Zentrale Texte für einen linken Maskulismus“ eine ganze Reihe weiterer Verlinkungen zu Artikeln, die für den linken Flügel der Männerrechtsbewegung relevant sind.

    Du darfst also ruhig mit uns sympathisieren. 🙂

  34. man.in.th.middle 15. Dezember 2013 um 10:35 #

    „Du darfst also ruhig mit uns sympathisieren“

    Sehe ich auch so. Ich habe versucht, in einem eigenen Blogpost
    http://maninthmiddle.blogspot.com/2013/12/wie-steht-der-maskulismus-zu-homosexuellen.html die Diskussion eine Stufe konkreter zu machen: Begriffe wie “die Männerrechtler“ sind, worauf auch Leszek hinweist, zu pauschal, und die Frage, wo und wie man gemeinsame oder konträre Interessen hat, muß heruntergebrochen werden auf einzelne Themengebiete. Da sieht es nach meinem Eindruck eigentlich sogar recht gut aus.

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