Transidente Helden

22 Jan

Was halten sie von „mehr Diversity für Superhelden“? Bei pelzblog ist die Antwort eindeutig:

Ich finde ja schon den Begriff “diversity” im Zusammenhang mit Superhelden sehr absurd.

Und warum?

Ich stehe auf männliche Superhelden.

Nun, das eine ist der persönliche Geschmack, aber könnte es nicht sein, dass andere Menschen einen anderen Geschmack haben? Eben das wäre doch der Sinn von Diversity, die Vorstellungen verschiedener Menschen abzubilden.

Superhelden stehen für Personen, die sich heldenhaft gegen das Böse stellen und mitunter auch ihr Leben riskieren. Natürlich liegt es da für mich als Mann nah, mich eher mit einem Mann als mit einer Frau zu identifizieren. Natürlich liegt es meinem Sohn nah, sich mit einem Mann zu identifizieren.

Das mag sein, aber für Frauen müsste es dieser Logik nach nahe liegen, sich eher mit einer Frau zu identifizieren. Doch selbst pelzblogs Sohn scheint diese Idee absurd zu finden:

Ich habe mich eben mit meinem Sohn über dieses Thema unterhalten. Wisst ihr was passiert ist? Er hat mich fast ausgelacht. Er hat mich fast ausgelacht, weil es für ihn total irreal ist, dass er auf einmal weibliche Superhelden toll finden soll.

Bedeutet denn „diversity“, dass ich alles toll finden muss? Oder dass Vielfalt gelebt wird, so dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Identifikationsangebote vorfinden? Und ist es tatsächlich so, dass Männer immer männliche, Frauen immer weibliche Superhelden toll finden? Und gibt es eigentlich noch weitere Superhelden, jenseits von männlich und weiblich?

Ich habe meinen Sohn auch gefragt, was er davon halten würde, wenn es einen transsexuellen Superhelden gäbe. Da hatte ich dann ein Problem. Er wusste nicht, was transsexuell ist. Ich musste es ihm erklären, ohne in psychologische Tiefen abzudriften, die ich nicht verstehe. (Man muss nicht alles verstehen, um es zu tolerieren und zu aktzeptieren. Ich kann mich da einfach nicht hereinfühlen oder denken.)

Ich finde es absurd, Kindern etwas vorzusetzen, was sich noch gar nicht verstehen können.

Wie kommt pelzblog auf die Idee, Kinder könnten Transsexualität nicht verstehen? Warum sollten Kinder Transsexualität nicht verstehen? Und was ist mit transsexuellen Kindern? Warum sollten die nicht auch transsexuelle Superhelden als Vorbild haben?

Ich finde es absurd, wenn man Kindern indirekt über transsexuelle und gleichgestellte Superheldinnen einen Teil ihrer unbeschwerten Kindheit nehmen und ihnen eine bestimmte Ideologie indoktrinieren zu wollen.

Eine unbeschwerte Kindheit zeichnet sich also dadurch aus, nicht mit Transsexualität konfrontiert zu werden, nicht einmal in einem Comic? Merkwürdige Vorstellung.

Ich habe die Ausdrücke Transsexualität und Intersexualität erst spät kennengelernt als ich schon mit Sexualität etwas anfangen konnte. Selbst in dieser Zeit musste ich mich gewaltig in diese anderen “Spielarten der Sexualität” versuchen einzudenken.

Vielleicht hätte eine frühere Information in der Schule das Denken erleichtert. Übrigens, Transsexualität hat mit Sexualität nichts zu tun, es geht dabei um die geschlechtliche Identität eines Menschen. Deshalb lautet der treffendere Begriff „Transidentität“.

Das ist absurd und es ist eine nicht legitime Gehirnwäsche unserer Kinder.

Wieso ist es „Gehirnwäsche“, Kinder über Transidentität zu informieren? Und wieso ist es keine, ihnen Transidentität zu verschweigen?

Mein Sohn wächst so auf, dass er jeden Menschen so akzeptieren soll, wie er ist. Das gelingt mir bis jetzt ganz gut. Ich muss ihn dann auch nicht mit Details belasten, die er noch gar nicht verstehen kann. Es reicht, wenn er jeden Menschen nimmt, wie er ist.

Ist es aber eben dafür nicht notwendig, um die Vielfalt von Menschen zu wissen?

Ich für meinen Teil jedenfalls war froh, als ich als Jugendlicher die ersten Krimis entdeckt habe, in denen der Ermittler schwul war. Das war mein erstes männliches Vorbild. Mit den Heteros zuvor konnte ich mich nicht identifizieren. Und wenn ich im Biologie-Unterricht nicht nur von Bienen und Blümchen gehört hätte, wäre ich mir damals vielleicht etwas weniger exotisch vorgekommen in der Schule.

Übrigens: Warum ausgerechnet Superhelden, die sowieso über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen, nicht auch mal transsexuell sein sollen, erschließt sich mir schon gar nicht.

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20 Antworten to “Transidente Helden”

  1. m 22. Januar 2014 um 10:23 #

    Mein Eindruck: Ich denke worum es geht ist eine Art „Entitlement“ einer Minderheit an einem repräsentativen Anteil der eigenen Person ähnlichen Vorbilder innerhalb einer bestimmten (Sub)kultur. Oder so etwa.

    Ich finde das ähnlich ärgerlich. Es gibt kein Recht darauf, dass zum Beispiel Zeichner oder Texter ihre Zeit und ihr Talent dafür verwenden, Dinge herzustellen, die mich persönlich glücklich machen oder mit denen ich mich wohlfühle. Wenn jemand unbedingt weibliche, schwule, trans-irgendwas Helden will (DAS ist sein gutes Recht) es aber keine gibt — dann soll derjenige dies eben erfinden.

    Und wenn wir schon dabei sind: Es gibt auch kein Recht darauf, dass andere einen oder die eigene Kultur gut finden.

    Und bevor die homophob-Keule kommt: Da bin ich immun. Ich bin Mann, hetero habe aber durchaus meine schwulen Erfahrungen gemacht. Das ist alles kein Problem für mich.

  2. gnaddrig 22. Januar 2014 um 11:20 #

    Ich verstehe nach wie vor nicht, wieso die simple, neutrale Information, dass es neben Heterosexuellen eben auch Homosexuelle und Transsexuelle gibt, immer gleich als Indoktrination bezeichnet wird.

    Wenn ich meinen Kindern (vielleicht aus gegebenem Anlass) mitteile, dass es das alles gibt und dass alle diese Menschen deshalb nicht schlecht/komisch/doof weil anders sind, ist das keine Indoktrination, sondern Information über die Wirklichkeit, mit der sie sich früher oder später sowieso auseinandersetzen müssen. Und ich nehme meinen Kindern damit auch nicht ihre unbeschwerte Kindheit.

    Natürlich überlege ich mir, in welchem Detailgrad ich ihnen Sachen erkläre. Meistens fange ich eher grobkörnig an, weil wenn man sie lässt und sie einem vertrauen, fragen sich Kinder meistens ungefähr bis zu dem Detailgrad durch, den sie verarbeiten können, gerade wenn es um Zwischenmenschliches geht. Details, die ich für zu schwierig halte (man denke an Themen wie Vergewaltigung, Folter u.ä, die auch Kindern ganz unvermittelt begegnen können), versuche ich zu umgehen. Dabe sage ich manchmal auch, dass ich da was verschweige, weil es noch eine Nummer zu groß für sie ist, und da sie mir vertrauen und aus Erfahrung wissen, dass ich das nicht leichtfertig mache, akzeptieren sie das auch.

    Am Ende hilft meiner Erfahrung nach ein gewisses Grundwissen darüber, wie verschiedene Menschen ticken (oder ticken können) den Kindern, sich in der oft verwirrenden Welt der Erwachsenen einigermaßen zurechtzufinden.

    Elefanten gleich welcher Art im Zimmer totzuschweigen ist jedenfalls fast nie eine gute Idee.

  3. wollepelz 22. Januar 2014 um 11:25 #

    Ist ja schön, dass Du meinen Artikel – der als Diskussionsgrundlage gedacht und stellenweise „überzeichnet“ war – als Anstoß für einen eigenen Artikel nimmst…

    …aber… Ich habe den doch so geschrieben, wie ich ihn geschrieben habe, damit bei MIR drüber diskutiert wird…. 😀

    Gut, dann ist mir das halt nicht gelungen. 😉

    Mein Sohn kann sich ja mit sämtlichen Superhelden identifizieren von denen – auf den ersten Blick – keiner schwul ist, wenn es nach Deinem Beispiel ginge, wäre die Wahrscheinlichkeit dann wohl hoch, dass er nicht schwul ist. Ich dachte, das finde ich erst später heraus, ob er es ist oder nicht…

    Auch Du vermischt hier meine vagen Thesen aus „Superhelden in Comics“ mit Bildungsplänen. Beides sind vollkommen unterschiedliche Dinge. Ich habe mich halt nur gefragt, warum man jetzt auf „Zuruf“ oder „Fremdbestimmung“ gewollt und künstlich transsexuelle Superhelden einführen soll. Ich habe nie etwas dagegen gesagt, wenn dies „natürlich“ passiert.

    Ich könnte mir z. B. ein außerirdisches „Zwischenwesen“ vorstellen, bei dem man das Geschlecht nicht eindeutig indentifzieren kann. Das wäre durchaus möglich. Es ist halt gegen mein Verständnis von Freiheit, wenn dies alles fremdbestimmt ZU PASSIEREN HAT. 😉

    Außerdem war ich bei meinem Artikel der fehlerhaften Vorstellung unterlegen, Comics seien mehr etwas für Kinder. Comics sind wohl gerade in den USA zumeist auf Erwachsene ausgelegt. Bei Comics für Erwachsenen ist mein Beitrag zur Diskussion sowieso ziemlich überflüssig, weil man in Comics für Erwachsene leichter solche Dinge vermitteln kann.

    (Ich weiß, dass dieser Absatz wieder zu Diskussionen führen kann oder wird. Ich habe nur halt einen Sohn im Grundschulalter und ich mache an ihm fest, welche Aufklärung er benötigt und welche nicht. Er hat übrigens einen Vater, der eben nicht dieses homodings ist. – Ich finde ja, gewisse Ausdrücke werden inflationär benutzt. ;))

    Also eigentlich wollte ich ja nur sagen, dass mein Beitrag überspitzt und als Diskussionsgrundlage gedacht war. Leider kam mir mein Verständnis für Comics etwas in die Quere. Sieht man Comics eher als Ding für Erwachsene, habe ich einfach recht viele Zeilen produziert, die man zwar lesen kann, die aber am eigentlichen Thema vorbei sind. 😉

  4. Robin Urban 22. Januar 2014 um 16:07 #

    Aus jeder einzelnen Zeile schreit da dieses verhutschelt-hysterische „Aber-aber-aber, das ist doch nicht normal!!einself“ Ich habe bei dem Artikel SEHR gelacht. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, ihm ausführlich zu antworten. Mir war das eindeutig zu anstrengend. Mit jemanden versuchen zu reden, der „vergisst“, dass vielleicht auch Mädchen gerne Comics lesen würden…!

    Die Wahrheit ist, dass die Künstler gerne viel mehr Diversität in ihre Werke einbringen würden (also nix mit ideologischen Druck vom internationalen Genderkonglomerat), aber die Verlage sich vielfach noch zieren. Erst kürzlich ist das gesamte Kreativteam von Batwoman geschlossen zurück getreten, weil DC ihnen nicht erlauben wollte, die lesbische (!) Batwoman ihre Freundin heiraten zu lassen.

    Wenn wir uns in Japan umsehen, sieht das nochmal ganz anders aus. Schwule/Lesbische Charaktere oder zumindest starke homophile Untertöne sind praktisch normal, sogar in Animes für Kinder. Auch in Sailor Moon gibt es ein schwules Pärchen (in Deutschland fand man das aber so verstörend, dass man dem langhaarigen Part einfach eine weibliche Stimme gegeben und ihn damit zur Frau gemacht hat). Und Transsexuelle? Körperswitchstorys sind eigentlich immer ein Renner. AUCH DAS findet sich in Sailor Moon: Sailor-Kriegerinnen, die im normalen Leben männliche Körper haben.

    (Wobei der Unterschied bei diesen anime-typisch androgynen Körperformen ziemlich klein ist)
    Als Kind fand ich das ein bisschen komisch, hab dann aber die Schultern gezuckt und es hingenommen. Warum auch nicht!

    Läuft Sailor Moon noch? Weiß Wolle das? Darf sein Sohn sowas kucken oder macht ihm das die unbeschwerte Kindheit kaputt?

  5. Blub 22. Januar 2014 um 18:46 #

    Ich wundere mich ja, ob hier nicht einfach immer eine Begriffsverwirrung vorliegt, die manche (nicht Wolle) auch bewusst zur homphoben Stimmungsmache nutzen. Die Wissenschaftler und Erzieher nennen alles irgendwie Sex und mit Begriffen aus dem Sexualleben, meinen aber damit (hoffentlich) nicht unbedingt _Sex_, sondern alles was irgendwie Körperverständnis, Freude am Körper und Geschlechtsidentität beinhaltet. Da der unbedarfte Mensch hier immer Sex und Sex liest, rastet der aus, weil der irgendwie Schwanz in was drin darin liest, was wirklich etwas viel für kleine Kinder wäre.

    Homosexualität bei Kindern ansprechen kann ja nur bedeuten, dass man sagt, dass vereinzelt auch mal Männer mit Männern und auch mal Frauen mit Frauen zusammenleben können. Keine Sorge, wenn ihr das mal so seht, das ist auch ganz normal, kein Grund zu erschrecken…. (ne 3er-WG wär dann wohl Polygamie 😉 )…

    Ja, die Japaner sind da nicht so bieder und stocksteif wie die Amerikaner. Das ist unbeschwerte Normalität! Im übrigen hat mich die sexuelle Ausrichtung von irgendwelchen Helden nie interessiert, ist ja eh nur indirekt ein Thema und Bisexualität nicht ausschließbar, wenn der Held dem heteronormativen Zwang folgt, auch mal eine Frau zu betören.

  6. wollepelz 22. Januar 2014 um 18:48 #

    Ich glaube, meine Texte sind zu kompliziert. Vor allem für Frauen. Ich werde mir wohl ein paar Klötzchen holen, diese Fotografieren und extra für Leute, die Begriffe wie „Diskussionsgrundlage“ nicht verstehen, online stellen.

    Für die Mädchen male ich sie auch extra rosa an. Huch? War das etwa wieder kontrovers?

    Ich sollte mich nicht mehr außerhalb meiner Welten herumtreiben. Manche Dinge sind für manche Leute einfach zu schwer.

  7. Atacama 22. Januar 2014 um 19:04 #

    @robin

    „Auch in Sailor Moon gibt es ein schwules Pärchen (in Deutschland fand man das aber so verstörend, dass man dem langhaarigen Part einfach eine weibliche Stimme gegeben und ihn damit zur Frau gemacht hat).“

    Ich rate mal drauf los, sailor uranus und der andere (name vergessen).
    zumindest empfand ich die als kind ziemlich männlich.

    Batman ist übrigens schwul
    http://www.huffingtonpost.com/2012/04/26/batman-gay-grant-morrison-superhero-comics_n_1456878.html

  8. wollepelz 22. Januar 2014 um 19:11 #

    Okay, jetzt noch einmal OHNE wegen Menschen geärgert zu sein, die einen mit Goebbels in ein Boot setzten.

    Ich zitiere mich selbst:
    „Frage an meinen Sohn:
    Transsexuelle und weibliche Superhelden?“

    Ein Erwachsener fragt also seinen Sohn zu einem eher erwachsenen Thema. Könnte andeuten wo es hingehen könnte….

    „Ich stehe auf männliche Superhelden. Das ist auch ganz asexuell. Genau wie bei meinem ACHTJÄHRIGEN Sohn.“

    Aha. Der Sohn ist also 8. Ein Erwachsener macht seinen Sohn zum Teil der Diskussion. Kann ja nur eine sehr erwachsene Diskussion werden.

    „Hallo?
    Es geht hier um Superhelden? Das ist kein Spaß! 😀 “

    Oh. Wirkt nicht wirklich todernst.

    „Lasst unsere Superhelden in Ruhe! 😀

    Diesen Artikel darf man gerne als Diskussionsgrundlage sehen. Alles ist fließend, ihr wisst schon… 😉 “

    Oh. Da sagt er es ja direkt. Es könnte sich tatsächlich um eine Diskussionsgrundlage handeln. Könnte vieles sehr augenzwinkernd gemeint sein. Das werden bestimmt wieder einige nicht begreifen, weil der Mensch Texte so liest, wie er sie lesen will.

    Der Autor ist bestimmt homophob! Nein, schlimmer! Er ist mit Goebbels in guter Gesellschaft!

    Nix für ungut. Aber hier schießen einige seeeeeeeeeeeeeeeeeeehr weit über das Ziel hinaus.

  9. Robin Urban 22. Januar 2014 um 19:34 #

    @Atacama: Ah stimmt, Sailor Uranus und Sailor Saturn hab ich vergessen. Die sind lesbisch. Aber ich meinte eigentlich Zoisite und Kunzite.

    „Batman ist übrigens schwul“

    *Hände über den Kopf zusammen schlag* Dieses saudumme Vorurteil ist einfach nicht auszurotten. Batman ist NICHT schwul und das zu behaupten ist männerfeindlich. Hier wurde unterstellt, zwei männliche Personen (Batman und Robin) in einem engen Verhältnis MÜSSEN ja schwul sein – weil Gefühle und innige Beziehungen bei Männern nicht existieren? Nee, kann ja wohl nicht sein. Mich macht das sauer.

    Übrigens lese ich gerade Grant Morrisons Buch und da klingt das doch alles etwas anders. Der Typ provoziert gerne ein bisschen, aber hier hätte er sich überlegen sollen, ob er dieses 50er-Jahre-Comichasserding wirklich reproduzieren will, wenn er sich doch eigentlich in seinen eigenen Publikationen dagegen positioniert. Klar, dass die Presse sowas aufgreift. Ist ja „lustig“, höhö.
    http://www.amazon.de/Superhelden-Menschen-Superman-Batman-Wonder/dp/385445418X/ref=sr_1_7?ie=UTF8&qid=1390415615&sr=8-7&keywords=grant+morrison

  10. Robin Urban 22. Januar 2014 um 19:40 #

    Wah – Neptun, nicht Saturn!

  11. martin 22. Januar 2014 um 19:50 #

    Ehrlich gesagt ist mir die Diskussion ziemlich rätselhaft. Worum geht es hier nochmal? Ich verstehe es nicht. Vielleicht liegt es daran, dass mir Superhelden immer eher egal waren. Oder fand ich kindlicherweise Dean Cain als Superman attraktiv? Vielleicht. Haben Superhelden überhaupt eine sexuelle Orientierung? Auf jeden Fall war ich Sailor-Moon-Fan 🙂
    Aber mal im Ernst: Die Vorstellung, man müsse nun zwanghaft und am besten noch per Gesetz verordnet schwule und transidente Superhelden produzieren, ist doch absurd. Gibt es jemanden, der das ernsthaft fordert? Und es verlangt doch auch niemand, dass Eltern nun ihren Kindern eine repräsentative Auswahl an Superhelden-Lebensentwürfen zur Auswahl vorlegen müssen. Im Zweifel wird das Kind früher oder später schon den Superhelden finden, den es toll findet (und das kann ja in verschiedene Richtungen gehen: sich selbst mit der Rolle identifizieren oder die Rolle am anderen bewundern), oder eben auch nicht. Das ist schließlich auch kein Schaden.
    Aber der Gedanke, dass das bei einem achtjährigen Jungen ganz „asexuell“ wäre, ist doch ein wenig befremdlich. Er will keine transidenten und keine schwulen und keine weiblichen Superhelden, sondern männliche – könnte das nichts damit zu tun haben, dass er eben ein Mann ist (und damit vorläufig zufrieden)? Na ja, vielleicht gefällt es ihm ja auch, wie männlich-anziehend diese Superhelden so sind 🙂
    Etwas völlig anderes als elterliche Erziehungsfragen und die Präsenz verschiedener Lebensentwürfe in der Populärkultur ist doch die Frage, worüber Kinder an öffentlichen Schulen neutral und der Möglichkeit nach objektiv informiert zu werden haben. Wenn Homo- und Transsexualität dort nicht vorkämen, hätte Schule in meinen Augen ihre Funktion verfehlt.

  12. Blub 22. Januar 2014 um 19:59 #

    Wolle, da Du ja hier weiter mitliest, auch wenn die Turtles etwas mit April flirten, hab ich grad da doch den Eindruck, dass die zwangsläufig miteinander rummachen müssen…. 😉 Gut, für die Frage war ich damals vermutlich zu jung, aber sexy waren die Turtles für mich damals schon auch in gewisser Weise, wie auch ein paar der Leute von Shredder.

    Im übrigen, wenn man Artikel und Kommentare zu Deinem Text mit denen über Ergüsse von anderen mit extremeren Ansichten vergleicht, will Dir hier wahrscheinlich keiner echt Homophobie andichten (*ausm Fenster lehn*). Kann mich auch irren, aber ich sehs so.

    Was die Bedenken gegen den BIldungsplan angeht, so sehe ich, dass die je nach Verständnis und Ausgestaltung durchaus berechtigt sein können. Die Initiative dagegen aber strotzt nur so von Homophobie, was vielleicht weniger auffällt, wenn man die Bedenken teilt und von den ganzen staatlichen Bevormundungsinitiativen die Schnauze voll hat.

    Diversity im Zusammenhang mit Superhelden erscheint erstmal wirklich absurd, bevor man feststellt, dass doch die ganze Film- und Musikindustrie (nicht im Metal und Underground natürlich!) genau das macht, um bei Bands oder Filmen möglichst viele Bevölkerungsgruppen anzusprechen, für die dann jeweils ein Held / eine Bezugsperson da ist.

  13. Kim 22. Januar 2014 um 23:12 #

    Nein, Transsexualität hat primär nichts mit Identität zu tun, sondern mit dem Körper. Es handelt sich z.B. um Mädchen, die mit nem Penis geboren werden. Das kann eigentlich jeder Depp verstehen, der weiss, dass Körpermerkmale auch vom Geburtsgeschlecht abweichen können.

    • Damien 23. Januar 2014 um 08:26 #

      @Kim: Ich verstehe Deinen Kommentar nicht. In meinem Beitrag schrieb ich von „geschlechtlicher Identität“. Was, wenn nicht der Körper, wäre damit gemeint?
      Was die „Deppen“ angeht, bitte ich Dich um Mäßigung Deiner Wortwahl – sofern Du möchtest, dass Deine Kommentare hier auch zukünftig freigeschaltet werden.

  14. Atacama 22. Januar 2014 um 23:37 #

    @robin

    „Hände über den Kopf zusammen schlag* Dieses saudumme Vorurteil ist einfach nicht auszurotten. Batman ist NICHT schwul und das zu behaupten ist männerfeindlich. Hier wurde unterstellt, zwei männliche Personen (Batman und Robin) in einem engen Verhältnis MÜSSEN ja schwul sein – weil Gefühle und innige Beziehungen bei Männern nicht existieren? Nee, kann ja wohl nicht sein. Mich macht das sauer. “

    Das habe nicht ich mir ausgedacht sondern irgendein Comictyp hat es gesagt.
    ob das was mit Robin zu tun hat hin oder her, und ist der überhaupt so jung? Ich dachte das sei einfach ein junger Mann und kein „kind“.

    http://www.focus.de/kultur/buecher/dc-autor-morrison-im-playboy-interview-batman-ist-sehr-sehr-schwul-_aid_746231.html

  15. Atacama 22. Januar 2014 um 23:41 #

    achso du hast das schon aufgegriffen. ich kenne mich da nicht so aus, hatte es nur mal gelesen und deshalb beigetragen.
    ist ja aber auch irgendwo egal was er ist da Batman nicht existiert.

  16. jochen 28. Januar 2014 um 20:55 #

    ein achtjähriger, der nicht verstehen kann, was transsexualität ist?
    also, das kapiert ja sogar meine vierjährige tochter. ich habs ihr anhand dieses videos erklärt: http://www.tape.tv/musikvideos/Tocotronic/Warte-auf-mich-auf-dem-Grund-des-Swimmingpools
    war nicht so schwer.

    • wollepelz 29. Januar 2014 um 08:16 #

      Wo liest Du, dass mein Sohn es nicht verstehen konnte? Habe ich nirgends geschrieben.

      Ist aber toll, wenn Du das Deiner vierjährigen Tochter schon erklärt hast. Bei uns gab es vorher keine Veranlassung.

  17. jochen 29. Januar 2014 um 09:22 #

    „Ich muss ihn dann auch nicht mit Details belasten, die er noch gar nicht verstehen kann.“ – direkt davor ging es um trans- und intersexualität. deine aussage, dass er das nicht verstehen kann, kann sich also nur darauf beziehen.

    • wollepelz 29. Januar 2014 um 12:09 #

      „Details“. Das steht „Details“. Es gibt Details, die du mir ja gerne erklären kann.

      Wäre es so einfach, gäbe es überhaupt gar keinen Diskussionsgegenstand.

      Ich beneide Dich: Du schaffst es, Deiner vierjährige Tochter Transsexualität in seiner Gänze zu erklären. Ich verstehe Transsexualität nicht vollständig. Muss ich aber gar nicht. Hauptsache es klappt mit der Toleranz.

      Falls ich oder mein Sohn demnächst Fragen bezüglich der Relaitivitätstheorie und der Quantenmechanik haben, wende ich ich dann an Dich. Oder an Deine Tochter, die erklärt uns das dann, wenn Du es ihr erklärt hast. 😉

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