Züchtigt Katholiken!

30 Jan

Bischof Thomas John Paprocki hat in einem Interview erklärt, dass verheiratete Homo-Paare „gezüchtigt“ werden müssten, weil sie sich an der unchristlichen „Neudefinition der Ehe“ beteiligen würden.

Hmmm. Dürfen wir dann auch katholische Bischöfe züchtigen, weil diese sich nicht an der christlichen Definition der Ehe beteiligen?

„Mit Sicherheit widerspricht die Neudefinition der Ehe Gottes Plan für ein Leben im Ehestand“, erklärte Paprocki […]

Ich würde dieser Aussage mehr Beachtung schenken, wenn Gott das mal persönlich erklären würde. Nicht dass ich eine derartige Meinung dann relevanter fände als jetzt, aber zumindest hätte man Gottes Ansicht dann aus erster Hand und nicht lediglich durch die Münder seiner Diener.

„Also dachte ich, es wäre eine gute Zeit, dafür zu beten, dass Gott mit seiner Macht den Teufel austreibt, der in unserer Kultur vorzuherrschen scheint“.

Offenbar scheint Gott dass aber nicht zu gelingen, wie immer mehe Länder, in denen die Homo-Ehe legal ist, beweisen. Oder Gott ist desinteressiert. Oder ein Freund der Homo-Ehe. Wer weiß das schon?

Als seine größten Widersacher bezeichnete Paprocki die „weltlichen Medien“ und Politiker, die ihre eigene Agenda verfolgten. Er erinnerte daran, dass Franziskus während seiner Zeit als argentinischer Kardinal die Homo-Ehe als einen „Machenschaft“ bezeichnet hatte, die der „Vater der Lügen“ – also der Teufel – in die Welt gesetzt habe. Gebete könnten gegen den Teufel helfen, so Paprocki weiter.

Geht das nur mir so, oder gibt es da draußen noch andere Menschen, welche der Ansicht sind, dass ein Teufel, der für die Homo-Ehe ist, ein liebenswürdigeres und  moralischeres Wesen wäre, als ein Gott, der dagegen ist?

„So sei die Idee, dass Homosexuelle heiraten dürften, „einfach nur eine Lüge“. Zwar könnten sie sich lieben, aber es sei unmöglich für sie, eine Ehe einzugehen.“

Wenn es ohnehin unmöglich ist, dass Homosexuelle eine Ehe eingehen können, wozu dann die Aufregung?

Wie dem auch sei: Die Katholische Kirche macht immer wieder deutlich, warum ich organisierter Religion skeptisch bis ablehnend gegenüberstehe: Weil  der (angebliche) Wille eines Gottes dort als wichtiger gilt, als das Wohlergehen und das Glück von Menschen.

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4 Antworten to “Züchtigt Katholiken!”

  1. wollepelz 30. Januar 2014 um 23:31 #

    „Züchtigt Katholiken!“

    Lieber nicht. Nachher würde mir das noch Spaß machen. 😉

    Ich finde es sehr erschreckend, dass solche Dinge überhaupt noch publiziert werden. Der Mensch sollte weiter sein.

    Ich bin ja eigentlich total gegen die Ehe. Wenn sich aber Homosexuelle diesen Murks antun wollen, dann sollen sie es doch. Meine Definition von Ehe ist da ja auch eher schlicht: „Zwei Menschen, die sich lieben, gehen einen festen Zusammenschluss ein.“

    „Zwei Menschen die sich lieben“ dürfen dann von mir aus auch 2 Pfaffen aus dem Vatikan sein. Es sollte doch nur um die Liebe gehen, verdammte Sch….! 🙂

    Solche Äußerungen sind zwar von der Meinungsfreiheit gedeckt und sollen es auch sein; sie sind es aber nicht wert darüber zu diskutieren. Leider muss man es aber wohl, weil sie eben so hohe Wellen schlagen und so menschenverachtend sind.

    Mich erschüttern solche Ansichten immer.

  2. Kai V 31. Januar 2014 um 19:27 #

    Ich finde es ja klasse wenn Bischöfe so offen mit ihrer Sexualität umgehen, sollen sie doch auf SM stehen, wo ist das Problem. Solange das auf Gegenseitigkeit beruht, ist doch alles ok. Und solange dass dann die Messdiener vor sexuellen Übergriffen schützt, sollte es doch kein Problem sein wenn ein Bischof zur SM Session bittet…

    Ach shit, einfach mal ernst bleiben, was mir bei solchen Bischöfen aber echt nicht mehr leicht fällt, denn solche Affen kann ich nicht mehr ernst nehmen…

  3. Graublau 31. Januar 2014 um 23:08 #

    Die Haltungs dieses Bischofs braucht nicht weiter diskutiert werden. Als Zeichen, dass die katholische Kirche kein monolithischer Block ist, einige Zitate aus dem Gemeindebrief einer deutschen Kirchengemeinde (aus einer „traditionell katholischen“ Großstadt):

    Die Diskriminierung von Homosexuellen – ich hoffe, dass das in einigen Jahrzehnten als lächerlich angesehen wird, ähnlich wie heute die Diskriminierung von Farbigen durch Weiße.

    Gemeinde soll aufklären und Informationen setzen gegen die vielen falschen Behauptungen zum Thema Homosexualität. Der Satz in Levitikus „Der Mann soll sich nicht zum Manne legen“, ist „nicht das Ende der Diskussion, sondern der Anfang der Exegese!“

    Gemeinde soll aufstehen, wenn sie homophobische Äußerungen hört – z.B. am kommenden Freitag: „Welttag gegen Homophobie“.

    Teilnahme am Christopher Street Day (…) „Machen Sie mit! Würde Jesus nicht mit Menschen mitgehen, die für gleiche Rechte, Toleranz, Mitmenschlichkeit, Liebe auf die Straße gehen? Wunsch, dass [die Kirchengemeinde] beim Christopher Street Day auf die Straße geht. (…)“

  4. wolfgang brosche 1. Februar 2014 um 09:56 #

    @graublau

    Entschuldigung mal, jetzt habe ich es aber satt mit der ewigen Exkulpierung der Catholica. Da können Sie ja genauso behaupten nicht alle Nazis wären KZwächter gewesen, deshalb müßte man die NSDAP differenziert betrachten!

    Das ist die katholische Dickfelligkeit: „…ich hoffe, in einigen Jahrzehnten…“
    Wie lange Herr, Frau sollen wir denn noch warten auf die Gleichstellung und vor allem auf die Anerkennung als gleichwertige Menschen durch die katholische Kirche? – nicht das sich das überhaupt lohnen würde, darauf zu warten…
    Was ist das weiter für ein Geschwurbel um den Levitikus-Vers? Herr, da gibt es nichts auszulegen, da steht etwas klipp und klar, daß nur weichgespülte Religioten durch exegetisches Geschwurbel wegdiskutieren könnten – aber das ist irrelevant, denn wichtig ist was Rom sagt!!! Und da bewegt sich nichts, niente, nada! Roma locuta, causa finita – Kirche von unten, daß ich nicht lache!

    Und dann immer wieder das Geschwätz was Jesus getan und gemacht haben könnte – woher wollen Sie das wissen?! Die Hartleibigen berufen sich auf ihn genauso.
    Alles nichts weiter als Projektionen der eigenen Wünsche auf die am meisten überschätzte Figur der Weltgeschichte! Gottessohn – durchs Ohr gezeugt und von einer ungfrau geboren; wer an sowas noch im 21. Jahrhundert glaubt, der macht sich für vernünftige und menschliche Diskussion inkommensurabel! Man kann mit Halluzinierenden nicht mehr vernünftig reden!
    Schauen Sie sich Ihren Jesus an, der war kein freundlicher Mensch; nehmen Sie ihn nur beim Wort – der war ein unangenehmer Querulant, ein Durchgeknallter, der sich für den Sohn eines Wüstengottes hielt. Seine freundlichen Sätze und Akte sind reine Willkür, Gnade – darauf läßt sich kein menschenfreundliches Gesellschaftssystem aufbauen!

    Ich hab´s langsam wirklich satt, daß nach 2000 Jahren unendlichen christlichen Blutstroms und der dauernden Lüge von Liebe Gottes, eines rachsüchtigen Gottes -Lesen Sie nur mal die Erweiterungen der 10 Gebote, die immer so gepriesen werden- dessen Regeln genau der Hirten- und Sklavenhaltergesellschaft vor 3000 Jahren entsprechen, daß also, sage ich, nach 2000 ahren uns immer wieder von frommen Leuten dieses Hirngespinst angeboten wird. Wann kapieren die Kuschelchristen, daß bereits die Idee eines Gottes, allmächtig, allgütig und allwissend, nicht nur eine logische Unmöglichkeit ist, sondern vor allem ein Hirnschleim, der nichts zur Bewältigung der menschlichen Probleme beiträgt, sondern sie nur verstärkt!
    Die christliche Homophobie haben wir dem Christentum zu verdanken – ja geht das nicht in Ihren Schädel? Und die kriegen wir nicht durch das Christentum beseitigt!
    Den Nationalsozialismus hat man ja auch nicht durch den Nationalsozialismus beseitigt!

    Und merken Sie´s nicht, daß dieses monotheistische Geschwafel von der Zukunft, den paar Jahrzehnten, die Sie andeuten, dieses Geschwätz vom nächste Jahr in Jerusalem nichts weiter als fromme Beschwichtigung ist? Ein Hindernis auf dem Weg zur Selbstbestimmung?!
    Aber man redet gegen Wände -gehen Sie zum Kaffeekränzchen zur HUK!

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