Warum auch Herrn Matussek ein Bildungsplan „sexuelle Vielfalt“ gut getan hätte

13 Feb

Matthias Matussek hält Schwule für defizitäre Wesen. Das ist weder originell noch lesenswert und soll daher nicht weiter kommentiert werden. Wer den Erguss gerne im Ganzen lesen will, kann das hier tun: Ich bin wohl homophob und das ist auch gut so.

Nur zwei Korrekturen seien erlaubt, denn Matussek schafft es, in einem Satz gleich zwei Fehler einzubauen:

Anlass der Maischberger-Sendung war die Petition von über 200.000 Eltern gegen das rotgrüne Programm einer Sexualerziehung,

Woher will Herr Matussek wissen, dass alle Unterzeichner_innen Eltern sind? Natürlich klingt das besser als „200.00o Menschen“. Noch besser, kleiner Tipp fürs nächste Mal, kommt sicher: „200.000 besorgte Eltern“.

in der, als fächerübergreifender Grundton, die Vielgestaltigkeit und Gleichheit aller sexuellen Vorlieben gepredigt werden soll: Homosexualität, Bisexualität, Transsexualität, alles völlig normaaaal.

Vor lauter genüsslich zelebriertem Abscheu über all die Unnormalen geraten Matussek hier zwei Kategorien durcheinander. Die der sexuellen Orientierung und die der geschlechtlichen Identität. Zwar wird mit Homo- und Bisexualität anderes erotisches Begehren als das der Heterosexualität bezeichnet. Transsexualität hingegen ist keine Frage der sexuellen Vorliebe, sondern Bezeichnung für Menschen, deren Geschlechtszugehörigkeitsempfinden abweicht von dem ihnen zugewiesenen Geschlecht. Man muss das nicht wissen, aber wenn man sich dazu äußert, wäre ein wenig Grundbildung zum Thema ganz hilfreich.

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21 Antworten to “Warum auch Herrn Matussek ein Bildungsplan „sexuelle Vielfalt“ gut getan hätte”

  1. Yadgar 13. Februar 2014 um 11:07 #

    …und noch ein Tipp fürs übernächste Mal: „200000 besorgte hacht aaabeitende Eltern“ (prollerollerollerolleroll…)

    Rülps!

  2. Peter 13. Februar 2014 um 11:47 #

    Anlass der Maischberger-Sendung war die Petition von über 200.000 Eltern gegen das rotgrüne Programm einer Sexualerziehung …

    Das rotgrüne Programm einer Sexualerziehung. Die Grünen sollten erstmal ihre pädophilaffine Vergangenheit angemessen aufarbeiten, bevor sie sich als Sexualkundeexperten aufspielen und Sexualkunde erteilen wollen. Gleiches gilt für die Religiösen, insbesondere die Katholiken, die da auch so einiges aufzuarbeiten hätten. Die sollten einfach die Klappe halten, wenn es um das Thema Sexualität geht.

    Soll mir doch keiner erzählen, es ginge im Wesentlichen nur darum, Respekt gegenüber Schwulen und Lesben einzufordern und Vorurteile abzubauen. Eine solche Auffassung ist gelinde gesagt naiv. Das kann nur der glauben, der den politischen Kontext völlig ausblendet. Der „Kampf gegen Homophobie“ ist ein Aufhänger, um Gender Mainstreaming top down als sogenannte „gesellschaftliche Querschnittsaufgabe“ zu implementieren. Und GM beinhaltet nun mal wesentlich mehr als das berechtigte Anliegen, Schwule und Lesben zu gesellschaftlicher Akzeptanz zu verhelfen.

    Man kann Politschwule und ihre Verbandelung mit männerhassenden Politlesben scheisse finden, ohne ihre sexuellen Präferenzen in Frage zu stellen.

    • Damien 13. Februar 2014 um 16:12 #

      @Peter: Es geht in dem Bildungsplan nicht vordringlich um Sexualkunde, sondern um die Berücksichtigung sexueller Vielfalt in allen Fächern. Warum das nur ein trojanisches Pferd für GM sein soll und kein eigenständiges Ziel, müsstest Du mal erklären.

  3. Peter 13. Februar 2014 um 16:42 #

    @ Damien

    Warum das nur ein trojanisches Pferd für GM sein soll und kein eigenständiges Ziel, müsstest Du mal erklären.

    Die Erfahrung mit Genderisten. Von der Gleichberechtigung zur Gleichstellung zur positiven Diskriminierung. Es geht in der Politik nicht zuletzt um Vertrauen. Wenn religiöse Fundamentalisten beteuern, sie hätten nichts gegen Schwule, dann glaubst Du denen, so nehm ich mal an, kein Wort. Die Erfahrung lehrt dich, denen nicht zu trauen, weil sich deren politischen Ziele erfahrungsgemäss immer gegen die Emanzipationsbestrebungen der Schwulen gerichtet haben. So geht es mir mit den Genderisten. Wenn die sagen, es gehe bloss darum, die gesellschaftliche Akzeptanz von Schwulen und Lesben zu fördern und Vorurteile abzubauen, dann glaub ich denen kein Wort. Die haben sich immer, und zwar in agressiver und diffamierender Weise gegen die Emanzipationsbewegung der Männer gewandt.

    • Damien 13. Februar 2014 um 17:42 #

      @Peter: Deine Erfahrung spricht aber nicht dagegen, die gesellschaftliche Akzeptanz von Schwulen und Lesben zu fördern und Vorurteile ihnen gegenüber abzubauen, oder? Was danach (vielleicht) kommt, müsste man danach betrachten, bei Bedarf.

  4. Peter 13. Februar 2014 um 19:39 #

    Deine Erfahrung spricht aber nicht dagegen, die gesellschaftliche Akzeptanz von Schwulen und Lesben zu fördern und Vorurteile ihnen gegenüber abzubauen, oder?

    @ Damien

    Wenn der Vorschlag, im Rahmen der Schulbildung etwas gegen verbreitete Vorurteile gegen Schwule zu tun von anderer Seite käme, von Leuten, denen ich keine „hidden agenda“ unterstelle und die mir vertrauenswürdig erscheinen, dann hätte ich keinerlei Einwände. Kurzum: wenn ich denen glauben würde, es ginge tatsächlich nur um Aufklärung mit dem Ziel, die gesellschaftliche Akzeptanz zu fördern, dann wäre ich dafür. Denen glaub ich aber rein gar nichts mehr.
    Warum sollte ich Initiativen von Leuten unterstützen, die Theorien anhängen, die Heterosexualität dämonisieren? Solltest Du als Homo problemlos nachvollziehen können.

  5. gnaddrig 13. Februar 2014 um 22:26 #

    @ Peter: Wer sollte warum Heterosexualität dämonisieren wollen? Vielleicht gibt es Leute, die das vorhaben, und vielleicht laufen bei den Grünen besonders viele davon rum. Aber selbst wenn dort jemand die Dämonisierung der Heterosexualität auf einer geheimen Agenda hätte, sehe ich nicht, wie etwa der Bildungsplan 2015 dazu missbraucht werden könnte.

    Außerdem: Wenn der Abbau verbreiteter Vorurteile den Heterodämonisierern in die Hände spielen würde, täte er das auch, wenn dieser Abbau von anderer Seite betrieben würde, also von Leuten ohne geheime Aganda, oder? Also müsste man diesen Abbau von Vorurteilen konsequenterweise so oder so verhindern, weil irgendwelche Leute den dadurch geschaffenen Status Quo vielleicht mal kapern und für finstere Ziele missbrauchen könnten. Irgendwo passt da was nicht.

  6. Wolfgang Brosche 13. Februar 2014 um 22:27 #

    @peter
    Herr, Sie beziehen Ihre Informationen über Genderforschung zweifellos von kath.net oder katholisches.info. Ihre Hysterie basiert offenbar auf katholischem Frauenhaß und einem Reflex gegen Linke, der der Adenauerära entstammt. Ihre Unaufgeklärtheit ist erschreckend. Im Zuge der sich immer dreister gebenden Homohasser kommen ja noch ganze andere Paranoiker aus den Löchern. Das ist entsetzlich!

  7. Peter 14. Februar 2014 um 09:48 #

    Herr, Sie beziehen Ihre Informationen über Genderforschung zweifellos von kath.net oder katholisches.info. Ihre Hysterie basiert offenbar auf katholischem Frauenhaß und einem Reflex gegen Linke, der der Adenauerära entstammt. Ihre Unaufgeklärtheit ist erschreckend. Im Zuge der sich immer dreister gebenden Homohasser kommen ja noch ganze andere Paranoiker aus den Löchern. Das ist entsetzlich!

    @ Herr Brosche
    Sie sind, mit Verlaub, ein Einfaltspinsel. Bezüglich Homohass: Ich befürworte das Adoptionsrecht für Homos. Ich befürworte das Eherecht. Ich habe in jüngeren Jahren in einer Wohngemeinschaft mit Schwulen Männern gelebt und stellen sie sich vor, ich bin nicht traumatisiert wegen dieser Erfahrung. Soviel zu kath.net.

    Außerdem: Wenn der Abbau verbreiteter Vorurteile den Heterodämonisierern in die Hände spielen würde, täte er das auch, wenn dieser Abbau von anderer Seite betrieben würde, also von Leuten ohne geheime Aganda, oder?

    @ Gnaddrig

    „Hidden agenda“ ist ja eigentlich eine falsche Bezeichnung, denn GM ist als „gesellschaftliche Querschnittsaufgabe“ konzipiert und soll top-down in allen staatlichen Institutionen implementiert werden. Da ist nichts versteckt, wenn man sich mal genauer einliest. Wie stellt man das am besten an? Man propagiert Homorechte, damit jede Opposition in die rechte Schmuddelecke abgeschoben werden kann. Das eigentliche Ziel ist die Implementierung von GM, und zwar ganz offiziell. Die Propagierung der Rechte von Minderheiten ist lediglich das polittaktische Vehikel.

  8. gnaddrig 14. Februar 2014 um 15:29 #

    @ Peter: Also doch keine „hidden agenda“? Wenn Sie meinen, das war sowieso Ihre Behauptung. Aber zurück zum Thema: Ohne „hiden agenda“ sind die Karten dann ja offen auf dem Tisch und wir können uns anschauen, was die Akteure so wollen. Gender-Mainstreaming scheinen sie zu wollen.

    Und das Problem mit Gender-Mainstreaming ist welches?

    Wikipedia definiert GM als „durchgängige Gleichstellungsorientierung“ in Behörden, also das Bestreben, niemanden aufgrund des Geschlechts zu diskriminieren oder schlechter zu stellen. Ist das das, was Sie mit GM meinen, oder verstehen Sie was anderes drunter? Nur, damit wir nicht aneinander vorbeireden.

  9. Wolfgang Brosche 14. Februar 2014 um 15:42 #

    Herr Peter,

    Ihr Gender-Verfolgungswahn ist inkommensurabel; es hat keinen Sinn sich mit Paranoikern auseinanderzusetzen, bei denen im tiefsten Innern eine „Entmannungsfurcht“ schlummert, die zu Weltverschwörungstheorien ausgewachsen ist. Setzen Sie sich mit Frau Kuby auf eine Bank und halten Händchen, da können Sie sich gegenseitig trösten, wenn Sie fürchten, Sie müßten das Geschlecht aufgeben oder wechseln.

  10. Peter 14. Februar 2014 um 19:02 #

    Ihr Gender-Verfolgungswahn ist inkommensurabel; es hat keinen Sinn sich mit Paranoikern auseinanderzusetzen, bei denen im tiefsten Innern eine “Entmannungsfurcht” schlummert, die zu Weltverschwörungstheorien ausgewachsen ist. Setzen Sie sich mit Frau Kuby auf eine Bank und halten Händchen, da können Sie sich gegenseitig trösten, wenn Sie fürchten, Sie müßten das Geschlecht aufgeben oder wechseln.

    Na gut, Herr Brosche. Ich lass mich jetzt mal auf ihr Niveau herunter. Als Sohn, der wie sie von Judenvergasern sozialisiert wurde und abstammt, kann man schwerlich soziale Kompetenz erwarten. Da muss dann halt irgendwer als Untermesch herhalten, und sei es auch bloss einfach einer mit abweichender Meinung Geht ja gar nicht, dass da einer ausschert und nicht im Stechschritt mitmarschiert, so wie es die Nazieltern vorgemacht haben. Naja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. 🙂

    Wikipedia definiert GM als “durchgängige Gleichstellungsorientierung” in Behörden, also das Bestreben, niemanden aufgrund des Geschlechts zu diskriminieren oder schlechter zu stellen.

    Gleichstellung und Gleichberechtigung sind zwei verschiedene Dinge. Das sollte man schon verstanden haben. Dieser Allgemeinplatz ist gesetzlich verankert. Wozu also GM? Etwas informieren solltest Du dich schon. Einen wohltönenden Grundsatz aus dem wiki zu zitieren ist ein wenig dürftig.

  11. gnaddrig 14. Februar 2014 um 20:49 #

    @ Peter: Moment, ich versuche hier nur zu klären, was Sie unter GM verstehen. Dazu habe ich eine gängige Definition zitiert. Sie scheinen was anderes darunter zu verstehen. Stellen Sie doch einfach Ihr Verständnis von GM in ein paar Sätzen dar. Dann wisseen wir, wovon die Rede ist. Wenn ich „mich informiere“, finde ich bestimmt nicht genau die ganz spezifischen Details, auf die es Ihnen ankommt (immer vorausgesetzt, Sie kennen diese Details selbst überhaupt und führen hier nicht einfach nur einen Schleiertanz mit Worthülsen auf).

    Bei der Gelegenheit können Sie mir auch gern erklären, wo Sie jetzt auf einmal die Gleichberechtigung her haben und was der in diesem Zusammenhang relevante Unterschied zwischen Gleichstellung und -berechtigung ist (bisher sind Sie der einzige, der das Wort hier benutzt hat).

    Ich gehe doch hier nicht her und stelle Behauptungen auf. Also tun Sie Butter bei die Fische: Wie definieren Sie GM, warum sind Sie dagegen?

  12. Wolfgang Brosche 14. Februar 2014 um 20:51 #

    @Herr Peter – ich habe alles gesagt – Ihre merkwürdigen Verweise zeigen nur, daß Sie offenbar tatsächlich an die Gender-Verschwörungstheorien glauben. Wenn Sie meinen, wenn halte Sie irgendjemand für einen Untermenschen, dann tun Sie mir leid. Sollte es tatsächlich so sein, dann würde ich selbstverständlich für Sie genauso eintreten wie ich es auf vielen Foren in den letzten Tagen getan habe, um gegen die Degradierung von Schwulen und Lesben durch die evangelikal-katholische Fronde wie sie sich in Stuttgart, bei Frau Maischberger und in Gestalt von Matussek in der WELT gezeigt hat. – Diese Leute sehen auch eine Weltschverschwörung, der Schwulen (wobei sie gerne Lesben vergessen) und natürlich der „Genderlobby“ vor allem in Gestalt von Judith Butler – die vor allem von Frau Kuby und Weihbischof Laun permanent der Weltverschwörung denunziert wird und dabei wird stets genüßlich darauf hingewiesen, sie sei Jüdin.
    Was nun bei Ihnen im Kopf oder wo Sie sonst denken lassen, durcheinander geht, das weiß ich wirklich nicht!

  13. Atacama 14. Februar 2014 um 23:47 #

    Wenn ein Junge der gerne mit Puppen spielt, sich nicht gerne prügelt, keinen Fussball mag oder beim fahradfahren einen Heldm trägt, gerne malt, oder mit Mädchen spielt, wenn der Schwuchtel, Weichei oder Mädchen genannt wird, dann ist das Gender.
    Soziales Geschlecht eben, denn es steht ja nicht zur debatte ob der besagte Junge von seinem Chromosomensatz her ein Junge ist.

    Und wenn man einem Jungen der hinfällt und weint sagt, er soll sich zusammenreissen während man ein Mädchen in dersleben Situation tröstet, ist das Gender. Und wenn man Dinge sagt wie „das ist nur für Mädchen“ oder „ein Junge tut sowas nicht“, dann ist das Gender.

  14. Wolfgang Brosche 15. Februar 2014 um 12:48 #

    Danke Atacama,

    so klar und einfach hätte ich es gar nicht formulieren können… Was solche Prägung macht,mit dem Einzelnen und mit der Gesellschaft, ist Gegenstand der Genderforschung. Leider mißverstehen Erzkonservative, faktenresistente Machos und vor allem Katholiken und Evangelikale das bewußt. Sie setzen – vereinfacht gesagt – Penis gleich Mann und männlich, Vagina gleich Frau und weiblich gleich. Sie sind unfähig oder nicht willens, daß es eben die Abstufungen sind, die Kultur und Zivilisation ausmachen. Penis und Vagina sind, deutlich gesagt, bloß Existenz – aber das sagt noch nichts über die Individualität aus.
    Besonders Gabriele Kuby (nebst Busenfreund Laun) sowie Christa Mewes und Christl Vonholdt wüten auf dem Hintergrund ihres religiösen Eifers (Geifers) gegen die Genderforschung. Interessant ist, daß sie dabei immer wieder auch betonen, daß Judith Butler – zt. die prominenteste Vertreterin – Jüdin sei. Ihre Antihaltung speist sich also nicht bloß aus der Homophobie, sondern auch aus dem Antisemitismus. – Inzwischen glaube ich nicht mehr, daß das Mißverstehen aus purer Dummheit entstanden ist, sondern zu einer gezielten Strategie gehört…
    Daß sich paranoische Machos aufgrund der entsprechenden tendenziösen Publikationen vor der Entannung fürchten – so wie unser Poster Peter – ist zu verstehen. Zumal ja gerade aus rechts-religiöser Seite gegen den Genderismus gehetzt wird.

  15. Atacama 15. Februar 2014 um 16:29 #

    „Danke Atacama,

    so klar und einfach hätte ich es gar nicht formulieren können… “

    Dabei ist es doch total einfach, unübersehbar und mich wudert es, dass soviele das nicht kapieren oder ganz verwundert tun und Gender sogar negieren, obwohl es uns täglich völlig offensichtlich umgibt und auch jeder einzelne von uns damit indirekt oder direkt zu tun hat.
    Das ist wahrscheinlich genauso wie mit Heterosexuellen „die sich ja auch nicht outen und ihre Sexuaität Privatsache sein lassen, wieso können Homos das nicht auch??“ obwohl Heteros sich ca. 24/7 outen.

    Und dann dieses dämliche „Gender behauptet, es gäbe keine Geschlechter“, die verstehen eben nicht das biologisches Geschlecht nicht notwendigerweise soziales Geschlecht bzw. kulturspezifische geschlechtsverhaltensweisen und Interessen bedeutet.

    Und dann aber rumflennen wenn es um die höhere Selbstmordrate bei Männern eght. Erst wird behauptet, man wolle Männer verweichlichen und „Verschwulen“, wenn man ihnen mehr Zugang udn Öffnung ihrer Gefühlswelt ermöglichen will (um Probleme 1. überhaupt zu erkennen und 2. Bereitschaft zu haben, sich Hilfe zu holen weil es ok ist, mal nicht alleine weiterzukommen) und dann wird sich beschwert, dass viele männer innerlich taub sind und sich selbst garnicht spüren und/oder versuchen, ihre Probleme mit irgendwas zu betäuben und sich am Ende umbringen.
    Kann ich mich den ganzen Tag aufregen.

    Genauso gibt es im Moment die Strategie,zur Angst- und Aggressionserzeugung zu behaupten, man würde in Deutschland für seine „kritische Meinung“ zum Thema Homosexualität verfolgt und dürfte seine Meinung nicht sagen, während man in einem Zeitungsartikel oder Talkshowsessel eben diese Meiung grade äußert und viele Leute glauben das tatsächlich und sehen sich in der Opferrolle.
    Oder wer für Gleichberechtigung sei, sei „Familienphob“ oder man würde als Hetero langsam aber sicher einer abnormalen Minderheit angehören.
    Und es funktioniert scheinbar.

  16. Leszek 15. Februar 2014 um 19:51 #

    @ Wolfgang Brosche

    Die Gender-Ideologie ist im Wesentlichen eine Variante des radikalen Feminismus, die das Paradigma des klassischen Radikalfeminismus, das die Beziehung zwischen Männern und Frauen als verfeindete Klassen konzeptualisiert, in einen (vulgär)-poststrukturalistischen/postmodernen ideologischen Kontext transformiert.

    Zum klassischen Radikalfeminismus:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Radical_feminism

    „Radical feminists assert that their society is a patriarchy in which the class of men are the oppressors of the class of women. Radical feminists seek to abolish patriarchy. Radical feminism posits the theory that, due to patriarchy, women have come to be viewed as the „other“ to the male norm and as such have been systematically oppressed and marginalized. (…) They assert that all men benefit from the oppression of women.“

    Dieser klassische Radikalfeminismus wird zur Zeit zunehmend abgelöst durch den (vulgär)-poststrukturalistischen Gender-Feminismus als neue Leitideologie des radikalen Feminismus. Ideologische Unterschiede zwischen klassischem Radikalfeminismus und postmodernem Gender-Feminismus gibt es u.A. bei den Themen Intersektionalität, Multikulturalismus und Sexarbeit, völlig einig sind sich beide Varianten des radikalen Feminismus jedoch in der Leugnung männlicher Diskriminierungen und sozialer Problemlagen.
    Einer der zentralen Grundsätze des Gender-Feminismus lautet, dass es gegen Jungen und Männer gerichteten Sexismus nicht geben könne:

    http://feminismus101.de/was-ist-sexismus/

    In der Realität gibt es jedoch viele Diskriminierungen und soziale Problemlagen, von denen Jungen und Männer betroffen sind und diese müssten in den akademischen und medialen Diskursen und in der Geschlechterpolitik genauso ernst genommen werden wie äquivalente Probleme, die Mädchen und Frauen betreffen.

    Ich verweise diesbezüglich auf den großartigen Artikel von Adrian „Männerrechte sind Menschenrechte“:

    https://gaywest.wordpress.com/2013/06/03/mannerrechte-sind-menschenrechte/

    Der Gender-Feminismus trägt dazu bei die Anerkennung der Existenz von Diskriminierungen, Benachteiligungen, sozialen Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen, von denen Jungen und Männern betroffen sind, in den akademischen und medialen Diskursen zu blockieren. Daher ist der Gender-Feminismus m.E. als neo-patriarchalische und sexistische Ideologie zu werten.
    Und das spiegelt sich eben auch in der Praxis des Gender Mainstreaming wieder, welche männliche Probleme komplett ignoriert, aber die Installierung von Frauenquoten anstrebt, auch wenn kein Nachweis vorhanden ist, dass eine gegebene geschlechtsbezogene gesellschaftliche Ungleichverteilung überhaupt aus Diskriminierung resultiert anstatt aus unterschiedlichen durchschnittlichen Präferenzen von Frauen und Männern.

    Die männerrechtliche Kritik an Gender-Feminismus und Gender Mainstreaming ist daher berechtigt.

    Eine positive Ausnahme stellt hier bislang nur der Sozialwissenschaftler Christoph Kucklick dar, der bisher der einzige ist, der ausgehend von einer dem Gender-Ansatz nahestehenden theoretischen Grundlage auch männliche Diskriminierungen und soziale Problemlagen ausdrücklich berücksichtigt:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/geschlechter-debatte-wie-maenner-seit-200-jahren-verteufelt-werden-a-828723.html

    http://www.zeit.de/2012/16/DOS-Maenner

    http://www.suhrkamp.de/buecher/das_unmoralische_geschlecht-christoph_kucklick_12538.html

    Im Mainstream der Gender Studies wird Kucklicks lesenswertes Werk bislang ignoriert.
    (Mein einziger nennenswerter Kritikpunkt an Kucklick ist die auch bei ihm vorhandene Tendenz zur Biologieblindheit.)

    Der radikalfeministische Gender-Feminismus ist hingegen alles andere als progressiv und emanzipatorisch. Dazu aus einem Spiegel-Artikel:

    „Spezialgebiet des Vereins ist Jungenarbeit. Von dieser hat Dissens eine sehr eigene Vorstellung, denn es geht dabei auch darum, Jungs früh zu Kritikern des eigenen Geschlechts zu erziehen. Es gibt ein einprägsames Beispiel, wie die Gender-Theorie Eingang gefunden hat in die angewandte Pädagogik.
    So spielten Dissens-Mitarbeiter bei einer Projektwoche mit Jungs in Marzahn einen „Vorurteilswettbewerb“, an dessen Ende die Erkenntnis stehen sollte, dass sich Männer und Frauen viel weniger unterscheiden als gedacht. Es entspann sich eine heftige Debatte, ob Mädchen im Stehen pinkeln und Jungs Gefühle zeigen können, Sätze flogen hin und her. Am Ende warfen die beiden Dissens-Leute einem besonders selbstbewussten Jungen vor, „dass er eine Scheide habe und nur so tue, als sei er ein Junge“, so steht es im Protokoll.
    Einem Teenager die Existenz des Geschlechtsteils abzusprechen ist ein ziemlich verwirrender Anwurf, aber das nahmen die Dissens-Leute in Kauf, ihnen ging es um die „Zerstörung von Identitäten“, wie sie schreiben. Das Ziel einer „nichtidentitären Jungenarbeit“ sei „nicht der andere Junge, sondern gar kein Junge“.“

    http://www.spiegel.de/spiegel/a-457053.html

    Ich persönlich gehe davon aus, dass es sowohl durchschnittliche biologisch disponierte Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt als auch eine breite Vielfalt und Varianz jeweils innerhalb der beiden Geschlechter.
    Dies bezeichne ich mit dem Begriff “evolutionärer Anti-Essentialismus”.
    Ich halte vor diesem Hintergrund sowohl Geschlechter-Traditionalismus als auch die Gender-Ideologie für zum Scheitern verurteilte Versuche der Standardisierung von Menschen. Stattdessen bin ich Anhänger einer konsequenten Orientierung am menschlichen Individuen von klein auf und lehne traditionelle Geschlechterrollen als Leitbild genauso ab wie gender-ideologische/radikalfeministische Leitbilder.

    Eine Kritik an der impliziten oder expliziten Normativität der Gender-Ideologie hatte ich z.B. hier einmal formuliert:

    http://allesevolution.wordpress.com/2011/10/18/mannliche-und-weibliche-hormone/#comment-21599

    Kritik an der Gender-Ideologie gibt es aber übrigens auch von feministischer Seite, z.B. von der linken Feministin Griet Vandermassen, der Hauptvertreterin des „Darwinian/Evolutionary Feminism“, die den Gender-Feminismus ebenfalls für pseudo-wissenschaftlich und freiheitsfeindlich hält:

    http://allesevolution.wordpress.com/2013/07/05/grit-vandermassen-und-die-unstimmigkeiten-feministischer-theorie-im-gegensatz-zu-evolutionarer-psychologie/

    Ach ja – und Peter ist übrigens weder konservativ oder rechts, noch ein Macho, noch ein religiöser Fundamentalist und erst Recht kein Antisemit, sondern ein linker Männerrechtler, mit dem du auch vernünftig diskutieren könntest, falls daran von deiner Seite ein Interesse bestünde.

    Fazit: Nicht jede Kritik an der Gender-Ideologie ist konservativ/rechts/religiös-fundamentalistisch/patriarchal etc..
    Es gibt auch eine linke und emanzipatorische Kritik an der Gender-Ideologie.

  17. Wolfgang Brosche 15. Februar 2014 um 20:15 #

    @atacama
    Genauso ist es! – Besonders das dumme Geschwätz, man wolle (hauptsächlich fühlen sich dabei Männer wenn davon gesprochen und kneifen ihre Beine zusammen) einen Uni-Sex erschaffen….Manchmal frage ich mich, wie blödmuß man sein, umso einen Unsinn zu glauben? Aber jede Verdrehung ist denen Recht – wie z.B. Birgit Kelle in derberüchtigten Maischbergersendung, die ein GEW-Papier (Vorchläge!) das Heterosexuelle helfen sollte sich in die Lage von Homosexuellen zu versetzen – bewußt falsch zitierte… Aber auch diese offensichtliche Panik vor der sogenannten „Genderideologie“ ist nur ein Mittel, vor allem Schwule zu verdammen…

  18. Wolfgang Brosche 16. Februar 2014 um 21:34 #

    @Leszek

    Es gibt auch linke Antisemiten… Fritz Teufel ist einer der prominentesten Vertreter, der sich letztendlich als Neofaschist entpuppte. Auch der Antisemitismus der RAF sollte inzwischen bekannt sein.
    Daß die Kastrationsangst der Männer vor linken Kreisen nicht halt macht, ist ebenfalls eine Tatsache – das Geschrei und Gejammere eines Teils der Gesellschaft übr die Sichtbarwerdung der Schwulen hat seinen Vorläufer im Gejammere der Männer über die Forderungen von Frauen nach Gleichstellung. Was Sie hier anführen ist die intellektuelle Verbrämung der Angst vor Frauen auch in linken Kreisen.
    Das ganze biologistische Gefasel über die Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen dient nur der Verschleierung dern tatsächlichen Absichten, die allerdings gründen sich auf der einfachen Formel, die auch Tucholsky vor mehr als 80 Jahren angesichts der ersten Frauenbewegung fand: „Ich bin ein Mann und das genügt!“

  19. Peter 19. Februar 2014 um 00:13 #

    Wenn Sie meinen, wenn halte Sie irgendjemand für einen Untermenschen, dann tun Sie mir leid. Sollte es tatsächlich so sein, dann würde ich selbstverständlich für Sie genauso eintreten …

    Was für ein Heuchler sie doch sind. Ihre bornierte Intoleranz haben Sie hier zur Genüge aufgezeigt. Die NPD sucht noch Mitglieder. Wechseln Sie ihre Feindbilder aus, dann passt es schon. Die Mentalität passt schon jetzt haargenau. Borniert, kleinkariert und von Hass zerfressen. Und verschonen Sie mich mit ihren strunzdämlichen Vermutungen bezüglich meiner politischen Ansichten. Ich hab keine Lust, mich mit ihren einfältigen Feindbildprojektionen zu beschäftigen, die so gar nichts mit mir zu tun haben.

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