Schwule Freunde

22 Feb

Seit dem Coming-out von Hitzlsperger und der Debatte um den Bildungsplan in Baden-Württemberg, darf man wieder ein beeindruckendes Phänomen beobachten: das der „schwulen Freunde“. Viele Menschen, die sich in der Debatte zu Wort melden, geben an, „schwule Freunde“ zu haben. Das ist natürlich schön.

Merkwürdigerweise haben aber gerade immer diejenigen „schwule Freunde“, welche der Ansicht sind, dass es mit der „Zurschaustellung“ von Homosexualität doch nun mal gut sein müsse, der Bildungsplan zu weit gehe und dass die Ehe doch bitte weiterhin Mann und Frau vorbehalten sein solle. Ja selbst Matussek, der Homosexualität für einen „Fehler der Natur“ hält, hat einen schwulen Freund. Ist das nicht reizend?

Reizend, fürwahr, allerdings lassen mich all diese Bekenntnisse etwas ratlos fragen: Wo kommen auf einmal all die Schwulen her? Und wieso suchen die sich ausgerechnet Freunde wie Matussek?

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4 Antworten to “Schwule Freunde”

  1. Kai V 22. Februar 2014 um 14:10 #

    Ich habe 3 Freunde und diverse Bekannte. Unter den Bekannten habe ich auch schwule und lesbische Paare. Ich denke einige legen das Wort Freund etwas weiter aus, oder es sind Facebookfreunde?

    Wahrscheinlich ist der schwule Freund all dieser Matudingens auch ein und der gleiche Homo, der Freundschaftseinladungen an alle homophoben versendet um auf dem Laufenden zu sein was die so von sich geben, um dann in seinem Blog darüber zu schreiben?

    Oder es ist einfach die gleiche Ausrede wie immer, worauf Du ja auch anspielst:
    Ich bin ja nicht XXXphob, ich habe ja einen xxxfreund, aber müssen xxx immer…

    wobei xxx
    – Ausländer
    – Homos oder nur Schwule
    – Schwarze
    – Juden
    – Frauen
    – Männer
    – sonstwas
    sein können…

  2. Benjamin 22. Februar 2014 um 15:50 #

    Ah, du bist ihm also auch schon begegnet, dem mysteriösen schwulen Freund.
    Ich glaube ja fest daran, dass sich das irgendwann als Urban Legend herausstellen wird. In einer Reihe mit dem Schutzengel auf der Autobahn, den Rasierklingen in den Halloweensüßigkeiten und den aus Toiletten kriechenden Ratten wird man eines Tages auch den masochistischen, schwulen Mann nennen, der sich lauter homophobe Freunde sucht.
    Und genau wie bei all den anderen Urban Legends wird man ihn immer nur vom Hörensagen kennen.

  3. bajazbasel 22. Februar 2014 um 23:24 #

    Zufällig bin ich in meiner Bibliothek auf einen Essay von Prof. Dr. G. Th. Kempe gestossen, der aus der Sicht der 1950er Jahre eine Einschätzung der Situation von homophilen Männern gibt und über deren Verhältnis zu den Heterophilen schreibt.

    „Vergleichen wir es mit dem Dasein verschiedener Völker, dann ist diese Tatsache ebenfalls bekannt, aber mit diesem Wissen hängt die Anerkennung eng zusammen. Jedem Menschen ist das Dasein dieser Gruppe praktisch bekannt, aber anerkannt wird sie im allgemeinen nicht.“

    „Meines Erachtens besteht kein Zweifel, dass der durchschnittliche Heterophile unserer Zeit zu einer solchen Anerkennung einfach nicht fähig ist, wahrscheinlich nicht fähig sein kann, und das führt oft zu schrecklichen Folgen.“

    (in Kempe, Die Homophilen und die Gesellschaft, in: Beiträge zur Sexualforschung, Heft 5, Studien zur männlichen Homosexualität, Enke 1954, S. 1-21

  4. subcomandante marcus 23. Februar 2014 um 01:13 #

    mich erinnert sowas immer unangenehm an diesen alten spruch „ich hab ja nix gegen juden, einige meiner besten freunde sind juden, ABER…“
    sehe ich so ähnlich wie mein vorredner Benjamin.

    ich gebe zu: ich habe meines wissens keine dezidiert schwulen freunde, kenne aber durchaus einige, und mit wem meine freundInnen ins bett gehen geht mich weder was an noch interessiert es mich besonders, find ich einfach auch zu langweilig um das großartig zu thematisieren.
    ich muss mir auch nicht dauernd beweisen wie tolerant ich bin weil ich die toleriere, ich respektiere die entweder oder nicht. nicht mehr oder weniger haben die verdient, wie alle anderen auch.

    ->halt: ich hatte zumindest mal nen mindestens bisexullen freund, aber der ist leider schon tot. (http://de.wikipedia.org/wiki/Donny_the_Punk)
    vor dem ziehe ich auch nachträglich meinen hut, der war eine echte persönlichkeit.
    verdammt, mit dem hätte ich mich gern noch mal unterhalten.
    immer diese wegsterberei…

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