Ich habe nichts gegen Afrika, aber….

26 Feb

Afrika ist toll. Bis auf ein paar Kleinigkeiten. Die erste Kleinigkeit heißt „Uganda„:

Ugandas Staatschef Yoweri Museveni will entgegen vorheriger Bekundungen ein Gesetz zur härteren Bestrafung homosexueller Handlungen in Kraft setzen.

Klingt einleuchtend, vor allem wenn man bedenkt, dass Uganda ja sonst keine Probleme hat. Es ist immerhin ein blühendes, wohlhabendes Land, mit einem hohen Lebensstandard. So hoch, dass von 186 Staaten dieser Erde lediglich 160 einen noch höheren Lebensstandard haben. Und von diesen wenigen noch wohlhabenderen Ländern, ist keines dabei, in dem Homosexualität nicht strafbar ist. Außer die ersten 18. Aber die zählen nicht, das sind immerhin dekadente westliche Staaten. Kapitalistisch obendrein.

Nein, nein, Museveni ist ein kluger Führer seines Volkes. Fast so klug wie Mugabe. Jener zweiten Kleinigkeit aus Simbabwe:

Der Präsident Simbabwes, Robert Mugabe, hat am Wochenende bei den Feierlichkeiten zu seinem 90. Geburtstag erneut gegen Homosexuelle gewettert: „Wir wurden geschaffen als Männer und Frauen, sodass wir Kinder haben können“, sagte der Autokrat in seiner einstündigen Rede vor tausenden Anhängern im Stadion von Marondera. „Benutzt eure Organe anständig!“

Aber Herr Mugabe, ich benutze meine Organe doch anständig. Meine Augen zum Sehen, meine Ohren zum Hören und meinen Penis entweder mit mir, oder im gegenseitigen Einvernehmen. Was könnte anständiger sein?

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3 Antworten to “Ich habe nichts gegen Afrika, aber….”

  1. Ralf 26. Februar 2014 um 10:49 #

    Seltsam genug, dass die Aufmerkamkeit auf Uganda fokussiert wird. Im niederländisch-belischen Fernsehen BVN wurde gestern Abend eine Landkarte Afrikas gezeigt, in der alle Staaten, die Schwule verfolgen, markiert waren, und darauf hingewiesen, dass es sich dabei im Wesentlichen um ehemals britísche Kolonien mit mehrheitlich protestantischer Konfession und um islamische Staaten handelt, während ehemals französische und belgische Kolonien überwiegend katholischer Konfession eher zur Toleranz, wenigstens nicht zur offenen Verfolgung, neigen. Auf den ganzen Kontinent bezogen, ist da eigentlich täglich Berichtsbedarf, nicht nur für Uganda, weil die Lage da gerade noch weiter verschärft wird.

  2. Atacama 26. Februar 2014 um 12:31 #

    Ich vermute, dass da religiöse Hardliner aus gottweisswoher eine Art Stellvertreterkrieg aufgezogen haben.
    In ihren Ländern können sie aktuell nicht, also leben sie ihren Hass woanders aus, vorzugsweise eben in Ländern in denen viele Menschen wenig gebildet, mittellos, kriegszerrüttet und abergläubisch sind und sowieso fast alles glauben was ein Weisser sagt. Klingt kolonialistisch, aber so wurde es in den Büchern die ich über Afrika gelesen habe geschildert. Wer mit einem Weissen unterwegs ist, hat dadurch einen höheren Status.
    Zur innenpolitischen profilierung bieten sich da solche „Sitten“-Geschichten an, besonders wenn es gegen Minderheiten geht die sich nicht wehren können.
    Das lenkt für eine Weile ab von den tatsächlichen Problemen auf die man sich dann nicht mehr konzentrieren muss als Regierung.

    Eine andere Erklärung habe ich nicht, denn in Uganda wirde es vorher kaum eine lebhafte Homo-„Szene“ gegeben haben oder sonstwie Probleme und die Argumentation klingt halt auch verdächtig nach Religiösen, dass Kinder rekrutiert werden sollen, hört man ja auch hier.
    Die Welt ist schon ein trostloser Ort so im Großen und Ganzen und der Mensch ist ein Arschloch, wenn man über die Grenzen seines kleinen persönlichen Lebens hinwegblickt.

  3. Kunar 26. Februar 2014 um 20:27 #

    Der „Klassiker“ ist doch eigentlich Nigeria, inklusive Verhaftungen. Jetzt ging auch noch etwas über Kamerun herum. In Kenia hingegen müssen Jungs Löwen und andere wilde Tiere töten, um zu Männern zu werden. Also, da liegt noch viel im argen!

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