Jeder mit jedem, und alle mit allen

27 Feb

Aus unserer Reihe „Schwule klären Heten auf“:

Adam Baldwin hat am Freitag via Twitter erklärt, dass er gegen die Gleichstellung von Homosexuellen im Eherecht sei, weil sie zur Legalisieriung [sic] von inzestuösen homosexuellen Ehen führen werde. „Was wäre dann falsch, wenn ein Vater seinen Sohn aus Liebe heiratet, um Steuern zu sparen?“, schrieb der 51-Jährige, der sich selbst als „konservativen Liberalisten“ bezeichnet.

Immer bereit, Menschen zu helfen, werde ich Herrn Baldwin diese Frage gerne beantworten:

Prinzipiell wäre nichts falsches daran, wenn ein Vater seinen Sohn aus Liebe heiratet, vorausgesetzt, die Heirat erfolgt im gegenseitigen Einvernehmen. Und auch Steuern sparen ist moralisch nicht verwerflich, da es immerhin darum geht, ein wenig mehr von seinem Eigentum zu behalten.

Die eigentlich interessante Frage ist ohnehin, wieso Baldwin eine Verbindung zwischen Inzest und Homosexualität zieht. Denn immerhin: Könnte, bedenkt man die Existenz der heterosexuellen Ehe, nicht auch eine Mutter ihren Sohn heiraten, um Steuern zu sparen?

In Adrians idealer Welt wären diese Fragen ohnehin völlig irrelevant: Jeder dürfte mit jedem Verträge und Partnerschaftsbeziehungen eingehen, diese Beziehungen „Ehe“ nennen, oder „Konkubinat“, oder „Fickbeziehung“, oder was auch immer. Der Staat wäre abgeschafft, oder zumindest aus dem Privatleben der Menschen entfernt, so dass sich auch die Frage nach steuerlicher Belastung nicht oder nur sehr eingeschränkt stellen würde.

So viele Menschen verschwenden so viel Zeit damit, sich in das Privatleben und die Beziehungen anderer Menschen einzumischen und in deren Betten herumzuschnüffeln. Aber wozu das Ganze? Es ist mir bis heute nicht klar, wie irgendjemand sich daran stören kann, wer mit wem was hat. Ob Männer Frauen, Frauen Frauen, Omas Katzen, oder Onkel Autos heiraten wollen – wen kümmert es? Wer mit wem ins Bett steigt, zu zweit, zu dritt, monogam, polyamor, inzestuös, sodomitisch, ob Blümchensex oder BDSM – solange es im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt, kann ich beim besten Willen keine Problematik erkennen.

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5 Antworten to “Jeder mit jedem, und alle mit allen”

  1. Ralf 27. Februar 2014 um 12:50 #

    Wie man von der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare auf Inzest kommt, erklärt sich wohl nur aus Herrn Baldwins ungesunder Phantasie. Genauso gut könnte ich sagen, dass die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare dazu führt, dass Herr Baldwin seine Lieblingskaffeetasse heiraten kann. Genauso logisch, genauso idiotisch. Eine der ersten Reaktionen auf meine Ankündigung meiner Verpartnerung im Jahre 2002 war die Aussage, dann könne ich ja gleich einen Hund heiraten. Welche Gehirne gebären solche Ideen? Dumme, böse, kranke? Das wird wohl nur eine psychiatrische Untersuchung klären können.

  2. gracuch 27. Februar 2014 um 15:03 #

    Was sich Heten manchmal aus dem Ärmel schütteln…warum geben die nicht einfach zu, dass sie ihre Exklusivrechte ganz allein für sich pachten zu wollen statt Leuten mit ihren kruden Thesen auf die Eier(stöcke) zu gehen?

  3. Atacama 27. Februar 2014 um 17:47 #

    Ich habe ein lustiges (meiner subjektiven Meinung nach) Satire-Video über Sotschi gefunden, es nimmt Bezug auf die angeblichen oder tatsächlichen erotischen spannungen im Olympiadorf und passt zu „jeder mit jedem“ 😀

  4. Atacama 27. Februar 2014 um 17:49 #

    Und ich finde es ziemlich absurd, dass viele religiöse Menschen zu glauben scheinen, dass der Rest der Welt auf nichts anderes wartet, als endlich die Freigabe zu bekommen, die eigenen Kinder/Eltern/Großeltern/Leichen o.ä zu vernaschen und nur durch gesetzliche Benachteiligung mit Ach und Krach davon abgehalten werden kann und dass sie nicht verstehen, dass dieses „Risiko“ auch bei einer Legalisierung von Hetero-Ehe besteht, nur mit gegenteiligen Geschlechtern.

  5. Alreech 2. März 2014 um 19:17 #

    Jetzt verstehe ich wie Baldwin in Firefly und Serenity so überzeugend einen Vollpfosten spielen konnte.
    Er musste nicht mal Schauspielern.

    Es ist schon bezeichnend das ihm bei dem Thema als erstes Inzest einfällt.
    Warum muß ich dabei an den Witz vom Psychiater denken der einen Rohschach-Test mit einem Patienten machen, der in jedem Bild Mutter und Sohn beim Sex sieht ?

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