Lesbische Friedhöfe und andere Selbstverständlichkeiten

2 Apr

Beiträge, die zum ersten April erscheinen, sollte man nicht allzu ernst nehmen – auch auf diesem Blog. Die Nachricht, dass in Berlin am Sonntag ein Friedhof eröffnet wird, der sich speziell an Lesben richtet, war aber kein Aprilscherz. So schreibt der „Tagesspiegel“:

Wie der evangelische Kirchenkreis und die Sappho-Stiftung für Lesben am Dienstag entsprechende Medienberichte bestätigten, soll künftig ein etwa 400 Quadratmeter großes Feld auf dem Georgen-Parochial-Friedhof im Prenzlauer Berg Platz für 80 Grabflächen bieten.

Astrid Osterland von der Sappho-Stiftung sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), viele Lesben lebten allein, wollten aber in der Nähe von Freundinnen bestattet werden. Der Lesbenfriedhof lasse auch nach dem Tod die „Wahlverwandtschaft“ deutlich werden.

Erstaunlicherweise hat diese Meldung einiges an Unruhe ausgelöst, etwa bei den Lesern des „Tagespiegel“ selbst, aber auch bei einem gewissen Hadmut Danisch, der auf „Cuncti“ das Projekt des Friedhofes heftig krititisert. Nun sollte das nicht überraschen, denn wer ab und an in Danischs Blog reinschaut, der weiß, dass eine differenzierte und wohlüberlegte  Argumentation nicht gerade zu dessen Stärken gehört, schon gar nicht, wenn es um die Themen Schwule, Lesben oder Gender geht.

Danisch schreibt:

Liebe Lesben, ich will Euch ja nicht die Pointe versauen, aber wenn man stirbt, dann ist man tot. Da merkt man nicht mehr, neben wem man liegt. Das funktioniert so nicht, wie Ihr Euch das vorstellt, auch wenn Ihr Euch da mit 40 schon hinlegt. Community ist da nicht. Es sei denn freilich, Ihr macht da so ein gemeinsames Suicide-Event draus.

Ein Friedhof ist ein Ort des Erinnerns und des Gedenkens  und das Grab wird als letzte Ruhestätte für die sterblichen Überreste betrachtet. Folgt man Danischs Argumentation dürfte es weder Familiengräber geben, noch Gräber, bei denen Ehepaare nebeneinander liegen. All das wäre egal, denn wer tot ist, der ist eben tot und merkt somit auch nicht mehr, wer neben einem liegt.

Die Frage ist vielmehr, wie man eigentlich drauf sein muss, um so eine Nummer abzuziehen.

Mit sexueller Orientierung kann’s ja nichts mehr zu tun haben.

Mit kultureller Orientierung kann es auch nichts mehr zu tun haben.

Eigentlich kann das nur noch so ein extremer Männer- und Menschenhass sein, dass die sich schon mit 40 damit beschäftigen, wie sie verhindern, neben einem Mann beerdigt zu werden. Meines Erachtens ist das keine sexuelle oder kulturelle Orientierung mehr, sondern eine ernsthafe psychische Erkrankung. Da ist man doch nicht mehr sozialtauglich.

Friedhöfe sind Orte kultureller Orientierungen. Es gibt christliche Friedhöfe, jüdische Friedhöfe, islamische Friedhöfe, alle mit ihren jeweiligen Besonderheiten. Ich habe keine Ahnung, ob es beispielsweise auf islamischen Friedhofen gestattet wäre, auch Christen oder Juden zu begraben, halte das aber für letzendlich irrelevant. Denn wenn es eine Gemeinschaft, wenn es Menschen gibt, die für sich entscheiden, auf eine bestimmte Art und Weise begraben werden zu wollen, dann sehe ich keinen Grund darin, diese Entscheidung zu kritisieren, auch wenn ich sie persönlich für falsch halten mag (was ich in diesem Fall nicht mal tue). Aber mal ehrlich: Wie autoritär muss man sein, für andere Menschen entscheiden zu wollen, wie diese sich begraben zu lassen haben?

Ich würde vermuten, dem „Lesbenfriedof“ geht es um genau das, was die Sprecherin des Evangelischen Kirchenkreises Berlin-Stadtmitte, Christiane Bertelsmann, als Argument für das Projekt zum Ausdruck gebracht hat:

Das Begräbnisfeld für Lesben sei zu vergleichen mit einem Familiengrab. In diesem Fall sei es die Verbundenheit zu einer Community, der über den Tod hinaus Ausdruck verliehen werden soll.

Ich halte das für nachvollziehbar. Aber gehen wir davon aus, dass Danisch Recht hat, und der Friedhof einfach nur ein Ausdruck (typisch) lesbischen Männerhasses sei. Na und? Dann wäre das halt so! Meines Erachtens hat ein jeder Mensch das Recht, über sein Leben, als auch über seinen Tod zu bestimmen. Und dazu gehört auch das Recht, sich zu entscheiden, wo und wie man bestattet werden möchte. Völlig ungeachtet der dahinterstehenden Motive.

Deshalb ist auch Danischs absurder Vergleich, der Friedhof sei ein Ausdruck von „Apartheid“ vollkommen hanbüchen. Denn die Apartheid war eine vom Staat erzwungene Trennung von Menschen auf Grund bestimmter, und im Falle Südafrikas, ethnischer Merkmale. Der „Lesbenfriedhof“ aber ist das Ergebnis eines freiwillig geschlossenen Vertrages, als Ausdruck des Selbstbestimmungsrecht von Menschen – auch nach dem Tode.

Warum sollte man etwas dagegen haben?

 

39 Antworten to “Lesbische Friedhöfe und andere Selbstverständlichkeiten”

  1. max 2. April 2014 um 10:41 #

    Na dann will ich aber das Recht haben nur unter Deutschen begraben zu werden.

    Absurd, so machen sich Lesben und Schwule immer neue Freunde😉, wollen „normal“ behandelt werden aber …naja…

    Ich sagte ja schon, der Peak der Akzeptanz ist schon lange überschritten worden.

    • Adrian 2. April 2014 um 10:46 #

      @ max
      „Na dann will ich aber das Recht haben nur unter Deutschen begraben zu werden.“

      In meiner Gesellschaftsordnung dürftest Du das.

      „Absurd, so machen sich Lesben und Schwule immer neue Freunde😉, wollen “normal” behandelt werden aber …naja…“

      1.) Von Schwulen war in diesem Beitrag überhaupt nicht die Rede. Deine Assoziation ist also völlig aus der Luft gegriffen.
      2. Es wird Lesben geben, die das anders sehen, und nicht auf diesem Friedhof begraben werden wolle.

      Ich weiß, es ist schwierig, Menschen als Individuen mit bestimmten Vorlieben und Ansichten zu betrachten, es ist schwierig, von einigen Lesben nicht sofort auf alle Lesben zu schließen – aber vielleicht versuchst Du es trotzdem einmal. Wenn es Dir im Kopf nicht zu sehr wehtut…

  2. tom174 2. April 2014 um 10:47 #

    Hmm. Ich kann deine Argumentation nachvollziehen, trotzdem finde ich die Idee genauso seltsam, wie die eines „schwulen oder lesbenfreien“ Friedhofes. Dass paare nebeneinander beerdigt werden wollen, verstehe ich. Gerade für die angehörigen macht das sinn (muss man das wasser nur an einen platz schleppen). Aber hey, jedem das seine.

  3. LoMi 2. April 2014 um 10:52 #

    Auf dem ersten Blick wirkt der Friedhof für Lesben absurd.
    Auf dem zweiten Blick stellt sich die Frage: Wem schadet das? Niemandem.

    Schließlich finde ich, dass Adrian recht hat: Friedhöfe sind durch und durch kulturell und durch Normen und Präferenzen geprägt. Die Grabgestaltung etwa drückt die Religion aus. Soldatengräber wiederum beherbergen nur die Angehörigen einer einzigen Berufsgruppe. Der Friedhof selbst ist gerahmt: als christlich, jüdisch, als Prominentenfriedhof (in Berlin etwa derjenige, wo die Dichterfürsten und andere wichtige Figuren noch im Tode in ihrem Eliteviertel ruhen ^^). Da macht der Lesbenfriedhof eigentlich keinen besonderen Unterschied. Allenfalls hat er mehr Skandalpotenzial, das auch weidlich genutzt wird. Nur: Wo ist das Problem? Um es mal mit Danisch zu sagen: Wenn ich tot bin, juckt es mich auch nicht, ob ich nicht auf den Lesbenfriedhof durfte. Da ist es egal, wo ich begraben bin.

    • Adrian 2. April 2014 um 10:56 #

      @ LoMi
      Ich würde noch weitergehen: Folgt man Danischs Argumentation, könnte man alle Menschen unterschiedslos auch irgendwo auf einem Feld verscharren. Macht eh keinen Unterschied, sind ja eh alle tot.

  4. LoMi 2. April 2014 um 10:56 #

    „Ich sagte ja schon, der Peak der Akzeptanz ist schon lange überschritten worden.“

    Durch was? Sind plötzlich wirklich überall Schwule und Lesben, die irgendwas von einem wollen? Mal überlegen: Nein, da draußen auf der Straße laufen sie nicht rum und bequatschen einen in dem Stil wie die Tierschützer oder die Red-Nose-Day-Typen. Wo treten sie denn dann auf? Richtig, in den Medien, die noch jedes Randereignis hochstilisieren. Nur ist das wirklich repräsentativ? Genau diese Frage sollte man beantworten, bevor man DIE Schwulen und Lesben als fortwährend missionierend hinstellt, ohne dass man dafür einen realitätsfesten Beleg hätte. Könnte am Ende sein, dass man lediglich einer Medienhysterie aufgesessen war.

  5. m 2. April 2014 um 11:05 #

    Ich könnte mir den Aufschrei, den es gäbe, würde sich eine Hetero-Gemeinschaft (falls es sie denn gibt) entscheiden einen Homo-freien Friedhof zu wünschen gar nicht vorstellen. Die Hölle bräche los.😉

    Kann deine Argumentation aber voll zustimmen, da sie von der Position der Freiheit aus geschieht. Das passt für mich immer. Und wenn genug Platz und Ressourcen dafür da sind ist es absolut ok.

    Auch wenn ich mal den holden Lesben andere, weit weniger sympathische Motive unterstelle. Ich halte das eher für Abgrenzung als für einen Ausdruck von Zugehörigkeitsgefühl. Aber das ist rein spekulativ.

  6. quellwerk 2. April 2014 um 11:16 #

    @adrian

    Fairerweise hättest du die Argumentationskette von Hadmut weniger selektiv wiedergeben können. Geht man von einem Suprematiedenken von Lesben aus, was Hadmuth tut, dann hat die Bedeutung eines lesbischen vs. jüdischen Friedhofs für die Allgemeinheit eine unterschiedliche Bedeutung. Zur Erläuterung zwei weitere Zitate aus dem besagten Artikel von Hadmuth:

    “ … in den feministischen Schriften heißt es ja, dass nur die Frauen genetisch gesund wären, weil das Y-Chromosom ein verkrüppeltes sei. Der Tonfall ist bekannt. Werden da jetzt wieder so „genetisch gesunde” Bereiche in Friedhöfen eingerichtet?“

    und

    “ .. nur Lesben natürlich wären, alles andere wäre durch kulturellen Druck verbogen und nicht mehr in der Lage, eigenbestimmt zu handeln. Deshalb spricht man ja allen anderen die Befähigung zu einvernehmlichem Sex ab, weil man sie für geistig nicht mehr zurechnungsfähig hält.“

    • Adrian 2. April 2014 um 11:33 #

      @ quellwerk
      Erstens spekuliert Danisch. Woher will er wissen, dass der Friedhof aus diesen Gründen errichtet wird?
      Zweitens: selbst wenn? Matussek findet Heteros auch höherwertiger als Homos. Soll man deshalb kritisieren, dass er sich (vmtl.) neben seiner Frau auf einem katholischen Friedhof bestatten lassen wird, und sich damit von anderen Menschen „separiert“?

  7. LoMi 2. April 2014 um 11:21 #

    @m
    „Ich halte das eher für Abgrenzung als für einen Ausdruck von Zugehörigkeitsgefühl.“

    Das kann ich mir gut vorstellen. Wobei Zugehörigkeitsgefühl und Abgrenzung immer zwei Seiten der selben Medaille sind. Insofern findet ja immer Abgrenzung statt, wo Gruppen sich bilden. Aber selbst wenn sie sich auch nach dem Tode abschotten wollten, so what, es ist ja nicht wirklich ein Problem.

    Ich halte die Idee ja auch ein bisschen für bekloppt, muss ich zugeben. Aber Adrians Argumente haben etwas für sich. Sie wiegen schwerer als mein Geschmacksurteil.

  8. torwine 2. April 2014 um 11:31 #

    Ich frage mich gerade, wo eigentlich der Unterschied zwischen Heterophobie und Homphobie liegt.
    Und ich frage mich, ob ein Hetero-only-Friedhof in D denkbar wäre.
    Ich glaube nicht.

    • Adrian 2. April 2014 um 11:37 #

      @ torwine
      Es gibt keinen Unterschied. Aber das ist auch gar nicht die Frage. Ich betrachte Hetero-only-Friedhöfe als ebenso legitim. Solange sie freiwillig entstehen und keine Vorschrift für alle sind.

  9. von Romberg 2. April 2014 um 11:52 #

    Braucht die Gemeinschaft der Lesben diesen geschützten Kultraum weil die sexuelle Orientierung nun einer Reiligon und einem religiösen Bekenntnis gleichgestellt sein soll? Hat Lesbe sein etwas mit Religion zu tun? Bisher doch wohl noch nicht. Der Vergleich mit Religionsgemeinschaften, für die ihre Friedhöfe auch kultische Bedeutung haben, dieser Vergleich hinkt darum enorm. Wenns „Feministinnen“ wären, ok, dann könnte man das mit viel Wohlwollen als Religion ansehen. Aber so? Blödsinn das.

  10. max 2. April 2014 um 12:14 #

    @ Adrian

    Wo gibts denn diese Hetero Friedhöfe?

    Quellen?

  11. FDominicus 2. April 2014 um 14:39 #

    Die Aufregung kann ich auch nicht verstehen, soll doch jeder so handhaben wie er will. NUR muß das eben dann für alle gelten. Ich kann mir durchaus genauso „blöde“ oder „intelligente“ Diskriminierungen vorstellen.

    Für mich eben einfach kein Thema.

  12. Atacama 2. April 2014 um 15:03 #

    Hugh Heffner hat sich einen Platz neben Marylin Monroe reservieren lassen. Dabei ist das doch egal wenn er tot ist.
    Ich finde es inakzeptabel, dass er nicht neben einer zu Lebzeiten hässlichen und unprominenten Frau oder einem Mann liegen will. Das ist sexistisch.

    Ausserdem kann man sich auch vorher entscheiden, was für einen Sarg man will oder ob man lieber verbrannt werden will und wenn, wo die eigene Asche verstreut werden soll. Solche Extrawürste obwohl man dann nichts mehr mitbekommt.

    Es gibt auch Fussball-Vereinfriedhöfe, wo sich die Fans des Vereins begraben lassen können. Noch so eine Extrawurst.
    Wen interessiert das? Wodurch entsteht da irgendwem ein Nachteil, dass hier in den Kommentaren schon wieder indirekt gedroht werden muss, dass der Toleranz-Peak überschritten sei?

  13. Atacama 2. April 2014 um 15:09 #

    @torwine

    Ich glaube, da geht es weniger darum, dass Heteros draussen bleiben müssen, sondern um die Möglichkeit, sich neben seinen Freundinnen bestatten lassen zu können.
    Es geht nicht darum, den Kontakt zu „anderen“ zu meiden, sondern darum, im Tod mit Nahestehenden „verbunden“ zu sein. Vielleicht gibt das manchen Menschen ein gutes Gefühl, schliesslich kann man sich das Gefühl, tot zu sein ja eher schwer vorstellen, also dass dann „nichts“ ist und einem daher alles egal ist.

    Und das ist auch kein reiner Lesben-Friedhof, sondern ein Bereich eines „normalen“ Friedhofs der für nicht verwandte oder verheiratete (lesbische) Freundinnen gedacht ist. Das ist etwas anderes als der Wunsch, dass keine Männer oder Heteros dorthin dürfen.

    Eine Fläche für männliche Trinkkumpanen die neben ihrem besten Kumpel liegen wollen auf einem normalen Friedhof anzubieten, würde wohl auch keinen Aufschrei auslösen.

  14. Andreas 2. April 2014 um 15:31 #

    @Adrian:

    >Friedhöfe sind Orte kultureller Orientierungen. Es gibt christliche Friedhöfe, jüdische Friedhöfe, islamische Friedhöfe, alle mit ihren jeweiligen Besonderheiten … Ich würde vermuten, dem “Lesbenfriedof” geht es um genau das, was die Sprecherin des Evangelischen Kirchenkreises Berlin-Stadtmitte, Christiane Bertelsmann, als Argument für das Projekt zum Ausdruck gebracht hat: Das Begräbnisfeld für Lesben sei zu vergleichen mit einem Familiengrab. In diesem Fall sei es die Verbundenheit zu einer Community, der über den Tod hinaus Ausdruck verliehen werden soll.

    Das Lesbentum ist keine kulturelle, sondern eine sexuelle Orientierung. Es ist auch keine Familie, sondern eine Bevölkerungsgruppe.

    Offenbar sieht sich das Lesbentum so in Gegensatz zur Restgesellschaft, dass sie sich von dieser abgrenzen will, oder aber eine derartige Abneigung gegen Männer hat, diese nicht mal als Leiche unter Leichen ertragen können zu wollen.

    Mann kann daraus durchaus Rückschlüsse, und das ist das eigentliche Interessante daran, auf den Hass zu Lebzeiten ziehen.

  15. Matze 2. April 2014 um 16:01 #

    „Ich glaube, da geht es weniger darum, dass Heteros draussen bleiben müssen, sondern um die Möglichkeit, sich neben seinen Freundinnen bestatten lassen zu können.“

    Ich weiß da jetzt recht wenig zu, aber ist es nicht unabhängig von der sexuellen Orientierung möglich auf einem „08/15“ Friedhof Plätze nebeneinander zu reservieren?

  16. Atacama 2. April 2014 um 17:06 #

    @max

    max
    2. April 2014 um 12:14 #

    @ Adrian

    Wo gibts denn diese Hetero Friedhöfe?

    Quellen?

    Gründe doch einen, wenn dir das so wichtig ist.
    Dann herrscht wieder „Gerechtigkeit“.
    @Andreas

    „Offenbar sieht sich das Lesbentum so in Gegensatz zur Restgesellschaft, dass sie sich von dieser abgrenzen will, oder aber eine derartige Abneigung gegen Männer hat, diese nicht mal als Leiche unter Leichen ertragen können zu wollen.“

    Nun warte doch erstmal ab. Es gibt ausserdem nicht „das Lesbentum“. Was können Lesben dafür, wenn sich eine Handvoll Personen sowas ausdenken.
    Heisst doch nicht, dass jede Lesbe sich da dann auch hinlegt/hinlegen will.

    Man verallgemeinert viel zu sehr, komischerweise nur bei Minderheiten.

  17. Adrian 2. April 2014 um 22:21 #

    @ Andreas
    „Das Lesbentum ist keine kulturelle, sondern eine sexuelle Orientierung. Es ist auch keine Familie, sondern eine Bevölkerungsgruppe.“

    Und? Was schließt Du daraus?

  18. Andreas 3. April 2014 um 07:21 #

    >“Das Lesbentum ist keine kulturelle, sondern eine sexuelle Orientierung. Es ist auch keine Familie, sondern eine Bevölkerungsgruppe.”
    Und? Was schließt Du daraus?

    Dass die Lesbenfriedhöfe nicht mit Familiengräbern vergleichbar sind wie der evanglischen Tussi behauptet, sondern durchaus einen ausgrenzenden, abgrenzenden Charakter haben.

    • Adrian 3. April 2014 um 10:08 #

      @ Andreas
      Ich verstehe das Argument nicht. Möglicherweise betrachten sich die Lesben, die sich für eine derartige Grabstätte anmelden, als Familie. Möglicherweise sehen sie ihr „Lesbentum“ als Familie. Und wieso sollte man sich nicht abgrenzen dürfen?

  19. Andreas 3. April 2014 um 11:03 #

    >Möglicherweise betrachten sich die Lesben, die sich für eine derartige Grabstätte anmelden, als Familie. Möglicherweise sehen sie ihr “Lesbentum” als Familie.

    Das wäre ein inflationäres Verständnis von Familie, dem ich mich nicht anschließen mag.

    >Und wieso sollte man sich nicht abgrenzen dürfen?

    Klar kann man sich angrenzen. Aber die Ausgegrenzten sollen sich über den Vorgang bewusst und die Denkweise der Absonderinnen im Klaren sein.

    • Adrian 3. April 2014 um 11:05 #

      @ Andreas
      „Das wäre ein inflationäres Verständnis von Familie, dem ich mich nicht anschließen mag.“

      Brauchst Du auch nicht. Du kannst weiterhin gerne einen anderen Friedhof benutzen.

      „Aber die Ausgegrenzten sollen sich über den Vorgang bewusst und die Denkweise der Absonderinnen im Klaren sein.“

      Wozu?

  20. LoMi 3. April 2014 um 11:07 #

    Abgrenzen an sich ist doch kein Problem, Andreas: Christliche Friedhöfe grenzen sich von muslimischen und jüdischen ab und umgekehrt. Familiengräber führen zur Abgrenzung von Nicht-Angehörigen. Absonderung ist doch nichts besonderes in diesem Zusammenhang.

    „Offenbar sieht sich das Lesbentum so in Gegensatz zur Restgesellschaft, dass sie sich von dieser abgrenzen will, oder aber eine derartige Abneigung gegen Männer hat, diese nicht mal als Leiche unter Leichen ertragen können zu wollen.“

    Diese Behauptung wäre erst einmal zu belegen.
    Und selbst wenn: Wem würde das schaden? Es wäre vollkommen absurd, ja. Aber es schadet doch keinem.

  21. max 3. April 2014 um 12:43 #

    @ Atacama

    Willst du mich veräppeln? Genau DAS ist es was viele an den Schwulen ablehnen.

    Es ist eben für normale heterosexuelle Menschen nicht möglich.

    Wir bekommen keine Sonderrechte wie Homosexuelle und haben keine Narrenfreiheit!

  22. LoMi 3. April 2014 um 12:53 #

    @Max
    Welche Sonderrechte haben Homosexuelle, die ich als Hetero nicht habe? Ich kenne da keines. Der eigene Friedhof ist im Grunde doch keine Frage der Rechte. Da ist ja nichts gesetzlich verbrieft worden. Und selbst wenn, wäre es ein sehr verzichtbares Recht, welches auf den Alltag null Einfluss haben.

  23. derdiebuchstabenzaehlt 3. April 2014 um 15:39 #

    Eigener Lesben-Friedhof? Warum nicht, solange die keine Mehrkosten verursachen die von anderen zwangsweise getragen weden müssen (Steuergeld).

  24. Atacama 3. April 2014 um 15:43 #

    @max

    Was haben denn Schwule damit zu tun? Hier geht es um Lesben. Was hast du für ein Problem mit schwulen, dass du selbst in einem Thema explizit über Lesben nur über Schwule reden kannst?

    „Es ist eben für normale heterosexuelle Menschen nicht möglich.

    Wir bekommen keine Sonderrechte wie Homosexuelle und haben keine Narrenfreiheit!

    aber nur weil bisher noch niemand diese Idee hatte. Dieser Lesben FH ist ja auch nur ein neuartiger Einzelfall (und ob nicht lesbische Anverwandte oder Freunde sich da nicht auch hinlegen lassen dürfen, ist zudem nicht einmal bekannt).

    Man kann Hetreosexuelle und Homosexuelle auch nicht wirklich miteinander vergleichen, was den Status als Gruppe angeht meiner Meinung nach.
    Heterosexuelle sind die (oftmals) selbsternannten normalen, gesunden, idealbildverkörpernden, die Norm. Da gilt für Friedhöfe das selbe wie für den rest der Gesellschaft- sogut wie alles ist auf Heterobedürfnisse abgestimmt, da wird nichts hinterfragt, es gibt keine Marginalisierung, es gibt keine Stigamtisierung und keine Diskriminierung. Jeder Tag ist Hetero-Pride, fast jeder Club ist Hetero-Club. Das ist so selbstverständlich, dass man es garnicht dranschreiben muss.
    Das ergibt sich einfach aus der quantitativen Verteilung.
    Ich finde es daher etwas albern, sich „bedroht“ zu fühlen, wenn eine kleine Gruppe in einer Minderheit, sich mal einen Raum für sich schaffen will oder sich gleich über Ghettoisierung zu beschweren.

    Zumal ich, solange ich keine Begründung der Verantwortlichen kenne, mich mit Einschätzungen über die Motivation für einen solchen Friedhofsteil zurückhalten will. Ob da wirklich „Männer müssen draussen bleiben“ hintersteht, sollte man erstmal belegen können bevor man deshalb die Wände hochgeht.

  25. Andreas 3. April 2014 um 22:00 #

    @Adrian:

    >“Aber die Ausgegrenzten sollen sich über den Vorgang bewusst und die Denkweise der Absonderinnen im Klaren sein.”
    Wozu?

    Damit sie sich keine Illusionen hingeben und gewarnt sind, wenn ihnen eine Vertreterin dieser Denkweise, sagen wir am Arbeitsplatz, begegnet.

  26. max 4. April 2014 um 08:45 #

    @ ddbz

    “ Eigener Lesben-Friedhof? Warum nicht, solange die keine Mehrkosten verursachen die von anderen zwangsweise getragen weden müssen (Steuergeld)“

    Du glaubst doch nicht das die Lesben das selbst bezahlen, natürlich muss dafür der Steuerzahler aufkommen.

    Ich finde das mittlerweile gut so, geht ruhig den Leuten so richtig auf den Sack mit euren Forderungen, umso schneller ist die Scheisse vorbei.

    Putin hilf!

  27. Atacama 4. April 2014 um 12:02 #

    @max

    „Du glaubst doch nicht das die Lesben das selbst bezahlen, natürlich muss dafür der Steuerzahler aufkommen.“

    Lesben sind doch Steuerzahler. Oder ist man davon befreit wenn man lesbisch ist?Dann müsste ich mal über ne Umschulung nachdenken.

    Ausserdem ist es nur eine Stelle auf einem „normalen“ Friedhof und kein Extra Friedhof. Das steht sogar im Link zu dem Artikel. Es handelt sich um den georgen-parochial-Friedhof. Dort gibt es eine verwucherte Fläche die nun von diesem Lesben_projekt genutzt wird. Mit der Auflage, sich um die Landschaftspflege dort zu kümmern.

    „Träger ist die Sappho-Stiftung, ein Wohnprojekt für lesbische Frauen.“

    Was tatsächlich ein Indiz für ein familiäres Zusammengehörigkeitsgefühl ist, wenn sich beispielsweise die Insassen dieses Projektes dort begraben lassen.


    Ich finde das mittlerweile gut so, geht ruhig den Leuten so richtig auf den Sack mit euren Forderungen, umso schneller ist die Scheisse vorbei.“

    Was denn für Forderungen? Das sind einfach Sachen für die sich entscheiden wird und die dann realisiert werden. Gefordert wurde da Garnichts.

    Aber das ist natürlich echt schwer zu ertragen, dass es sowas gibt und beeinträchtigt das Leben des Durchschnittsmenschen enorm. Da muss wirklich ganz entschieden gegen vorgegangen werden. Sonst ist bald alles zu spät.


    Putin hilf!

    das ist langsam echt nicht mehr auszuhalten. Kannst du mal ganz konkret erläutern, inwiefern das dein Leben auch nur ansatzweise beeinträchtigt?

    Wenn du „Gleichheit“ für dein Lebensglück willst, dann grüne ein Wohnprojekt für heterosexuelle Männer, pachte eine Fläche auf einem Friedhof und gebe die Plätze an die Männer dieses Projektes frei. Oder mach eine Fläche für die Maskulinisten-Community.
    Krieg den Arsch hoch und werde selbst aktiv anstatt nur nach Putin zu flennen und dich zu beschweren. Das wäre zumindest mal männlich. Initiative zeigen, aktiv sein und so.

    Ausserdem bin ich mir ziemlich sicher, dass Putin mit einer Separation Homosexueller (auch im Tod) mehr als einverstanden wäre. Der würde dir also im heroischen Kampf gegen einen
    Lesbenfriedhof kaum zur Seite stehen.

    Wenn man mehr nachdenken würde, müsste man sich nicht soviel über Nichttigkeiten aufregen.

  28. Atacama 4. April 2014 um 12:11 #

    Wenn man übrigens einen Bereich für Heteros auf einem normalen Friedhof einrichten würde, dann würde es dasselbe in Grün sein, weil so oder so die meisten Liegeplätze auf einem normalen Friedhof von Heteros belegt werden.
    Dann würde es einen kleinen Extra-Bereich geben, wo nur Homosexuelle und Bisexuelle liegen. Also genau wie es jetzt der Fall ist.
    Damit wären Homosexuelle dann passiv separiert, anstatt so wie jetzt bei den (einigen, liegen ja sicher nicht alle dort) Berliner Lesben. Aber das wäre dann wahrscheinlich ok, weil sie die Entscheidung dafür nicht von den phösen Homos selbst getroffen haben oder so.

    Wie es ja auch zu Lebzeiten ist. Homo-Clubs voll doof, die separieren sich ja voll.
    Aber dann: Gesetz das Diskriminierung und Mobbing aus religiösen Gründen erlaubt (in den USA) und zum Militär sollen sie nicht, in den Fussballclub sollen sie nicht, hier und dort sollen sie auch nicht hin, vor Allem nicht in die Sammelumkleidekabine. Aber Separierung ist auf jeden Fall voll doof, dann müssen die sich ja nicht wundern wenn man sie nicht mag.
    Manchmal will ich echt nur noch meinen Kopp auf den Schreibtisch hauen.

  29. Atacama 4. April 2014 um 12:14 #

    Andreas
    3. April 2014 um 22:00 #

    „@Adrian:

    >“Aber die Ausgegrenzten sollen sich über den Vorgang bewusst und die Denkweise der Absonderinnen im Klaren sein.”
    Wozu?

    Damit sie sich keine Illusionen hingeben und gewarnt sind, wenn ihnen eine Vertreterin dieser Denkweise, sagen wir am Arbeitsplatz, begegnet.“

    Könnte es nicht sein, dass, gearde auch aufgrund der historischen Vergangenheit, manche Homosexuelle sich doch stärker einer „Community“ auf Basis der sexuellen Orientierung zugehörig fühlen als Heteros das tun? Insbesondere wenn sie in einem Wohnprojekt leben?
    Und könnte es nicht sein, dass man auch im Tod in dieser Community bleiben will? Also manche?
    Könnte nicht DAS der Grund sein, und zwar ein gewichtigerer als den Rest der Welt „ärgern“ zu wollen selbst im Tod?

  30. max 4. April 2014 um 12:27 #

    “ @max

    “Du glaubst doch nicht das die Lesben das selbst bezahlen, natürlich muss dafür der Steuerzahler aufkommen.”

    Lesben sind doch Steuerzahler. Oder ist man davon befreit wenn man lesbisch ist?Dann müsste ich mal über ne Umschulung nachdenken“

    Das ist doch schon pure Bosheit von dir um mich zu veräppeln. Auf sowas braucht man nicht antworten. Homos haben halt Narrenfreiheit und können Dinge fordern nur für sich die aber die Allgemeinheit zahlen soll.

    Egal. Aber wenn ihr an meine Kinder geht werde ich euch auf die schwulen Fingerchen klopfen.

    Habt ihr das verstanden???

  31. gracuch 4. April 2014 um 12:40 #

    @max
    Das ist genau der Grund, warum uns Heteros anpissen, die bei jedem noch so kleinem Privileg, das Homos zugestanden wird, losflennen und den Untergang des Abendlandes befürchten! Ihr Heten seid manchmal echt putzig!😀

  32. GünniBär 5. April 2014 um 09:57 #

    Die Argumente von „Danisch“, auf die der obige Eintrag verweißt, sind natürlich unfug, aber dennoch bin ich von der Idee eines „Lesbenfreidhofs“ ebenfalls wenig angetan.

    Ich denke, wenn ein Friedhof einen Teil seiner Fläche für Menschen bereitstellen möchte, die in der Nähe Ihrer Freunde begraben werden möchen, dann ist das völlig in Ordnung. Da könnten sich auch alle Lesben der Welt dann glücklich nebeneinander begraben lassen.

    Wenn aber ein Friehof nur für Lesben „zugelassen“ ist, dann ist damit schon wieder ein Prozess der Exklusion verbunden. Und es Tut keiner Gesellschaft gut, wenn alle möglichen Gruppen beginnen sich überall Gegenseitig auszuschließen.

  33. Atacama 5. April 2014 um 12:05 #

    @Günni

    Das glaube ich erst, wenn das selbe Theater gegenüber schalke-Friedhöfen, Hertha BSC Friedhöfen, HSV Friedhöfen, Moslem Friedhöfen und Judenfriedhöfen gemacht wird(zumal es da ganze Friedhöfe sind und nicht nur kleineTeile eines Allgemeinfriedhofes). Vorher nicht.
    Solange das nicht der Fall ist, glaube ich, dass es ausschliesslich gegen Lesben bzw. Homosexuelle gehen soll, wobei versucht wird, es hinter „rationalen“ Argumenten zu verstecken.

    @max

    „Das ist doch schon pure Bosheit von dir um mich zu veräppeln. Auf sowas braucht man nicht antworten.“

    Eigentlich nicht. Wenn man immer herausstellt,dass dies und jenes „mit meinen Steuergeldern“ finanziert wird, kann man doch erwähnen, dass es auch mit schwulen und lesbischen Steuergeldern finanziert wird.

    “ Homos haben halt Narrenfreiheit und können Dinge fordern nur für sich die aber die Allgemeinheit zahlen soll.“

    Du hast immer noch nicht beantwortet, inwiefern sie Narrenfreheit haben.
    Ausserdem ist der Träger wie gesagt ein lesbisches Wohnprojekt und nicht der Staat und die Lesben haben die Auflage, die Fläche selbst zu pflegen und vor erneuter Überwucherung zu hindern.

    Wenn du ein z.b Heterowohnprojekt, vielleicht für leidende Scheidungsväter, gründest und auf einem Friedhof eine Stelle extra für alleinstehende Besuchsväter aus hinbauen willst, dann kannst du das jederzeit tun. Auch wenn ich bezweifle, dass du die Organisationsfähigkeit dazu hast.

    „Egal. Aber wenn ihr an meine Kinder geht werde ich euch auf die schwulen Fingerchen klopfen.

    Habt ihr das verstanden???“

    Du hast keine Kinder also entspann dich.

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