Fire Firefox?

6 Apr

Dass Brendan Eich als Vorstandschef von Mozilla („Firefox„) zurückgetreten ist, hat für einiges an Irritationen gesorgt. Die einen sehen darin einen legitimen Sieg gegen einen homophoben Menschen, die anderen einen Anschlag auf die Meinungsfreiheit, und ganz Schlaue einen weiteren Beweis für die totalitäre Macht der „Homo-Lobby“. Zeit, diesen Vorfall ins rechte Licht zu rücken.

Zunächst einmal muss betont werden, dass die „Homo-Lobby“ an sich keine Macht hat. Homosexuelle bilden maximal fünf bis zehn, anderen Quellen zufolge eher ein bis drei Prozent der Bevölkerung. Wenn die heterosexuelle Mehrheit uns Rechte verweigern, uns ignorieren, uns tabuisieren, uns kriminalisieren wollte, könnte sie das ohne Problem tun, wie die Historie als auch die Gegenwart, bspws. in afrikanischen Ländern, bestätigt.

Faktisch sieht es in der westlichen Welt aber mittlerweile so aus, dass die „Homo-Lobby“ Ansichten und Forderungen artikuliert, die mittlerweile von der Hälfte bis zu einer Mehrheit der Bevölkerung als moralisch geboten angesehen werden. Vielen Menschen ist es nicht mehr unmittelbar einsichtig, warum Schwule und Lesben nicht heiraten sollten, oder warum man sie generell anders behandeln sollte als Heteros. Knifflig wird es natürlich, wenn es dann ins Detail geht. Aber im Grunde genommen lässt sich sagen, dass die „Macht“ der „Homo-Lobby“ nur ein Spiegelbild dessen ist, was viele Menschen für richtig halten.

Im Falle von Mozilla sieht es nun so aus, dass Brendan Eich nicht hätte zurücktreten müssen, wäre Firefox als Firma der Meinung gewesen, dass es moralisch legitim sei, Homosexuellen die Ehe zu verweigern und sie somit gegenüber Heteros zu benachteiligen. Wäre dies der Fall gewesen, hätten sich die Protestierenden auf den Kopf stellen können, sie hätten nichts erreicht.

Ist Brendan Eichs Spende an eine Organisation für die Verteidigung der heterosexuellen Ehe nun ein Ausdruck von Meinungsfreiheit? Gewiss, wenn man auch einschränken muss, dass es Unterschiede gibt zwischen einer Meinung, und dem, was Eich getan hat. Faktisch hat er mit dieser Spende zum Ausdruck gebracht, dass er Menschen auf Grund Ihres Geschlechts bzw. ihrer sexuellen Orientierung etwas verweigern will, was er für sich selbst als gerechtfertigt betrachtet. Wenn man lediglich der Meinung ist, die Ehe sollte nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden, böte sich als simpelste Lösung an, einfach nicht gleichgeschlechtlich zu heiraten. Eich aber wollte seine Meinung zur Ehe institutionaliseren und anderen Menschen aufzwingen.

Nun könnte man letzteres auch von denen behaupten, die dafür gesorgt haben, dass Eich zurückgetreten ist. Haben nicht auch Meinung der Firma Mozilla aufgezwungen? In gewisser Weise schon, nur sollte man berücksichtigen, dass dies als Reaktion auf Eich erfolgte. Es ist legitim eine Firma zu boykottieren, wenn man deren Ansichten nicht teilt. Doch die Entscheidung Eich gehen zu lassen, hat Mozilla getroffen. Auf Druck einer Klientel, die Mozilla als Marktsegement offenbar für nicht ganz unwichtig einschätzt. Das ist Firmenpolitik. Das ist Marktwirtschaft.

Kritisieren kann man alleine den Furor, der ob der Spende veranstaltet wurde. Persönlich habe ich nichts gegen Eich. Ich kenne ihn nicht. Er interessiert mich nicht. Von mir aus hätte er Vorstandschef bleiben können. Und den Firefox hätte ich auch dann weiterhin benutzt.

 

34 Antworten to “Fire Firefox?”

  1. Matze 6. April 2014 um 11:01 #

    Hat Eich die Spende selbst public gemacht oder wurde die Spende von anderen public gemacht?

    • Adrian 6. April 2014 um 11:11 #

      @ Matze
      Keine Ahnung. Wäre das wichtig?

  2. netreaper 6. April 2014 um 11:18 #

    Was man an diesem Fall wieder einmal wie aus dem Bilderbuch sehen kann:
    Nicht die Homos sind das Problem. Und die Homophoben, die sind auch nicht das Problem.

    „Faktisch sieht es in der westlichen Welt aber mittlerweile so aus, dass die “Homo-Lobby” Ansichten und Forderungen artikuliert, die mittlerweile von der Hälfte bis zu einer Mehrheit der Bevölkerung als moralisch geboten angesehen werden.“

    Ganz genau. Interessant ist gar nicht so sehr was ethisch begründbar ist.
    Es interessiert, was „moralisch geboten“ ist.

    Die Moralisten sind das Problem.
    Wenn Eich sich im Jahre 1964 für die Anerkennung von Schwulen und Lesben stark gemacht hätte, wäre er gegangen worden.

    Vor 50 Jahren hätte Eich aus genau den selben Gründen zurücktreten müssen wie heute. Weil er das Gegenteil der Ansichten und Forderungen artikuliert, die der Großteil der Bevölkerung _als moralisch geboten_ ansieht.

    Moral ist nichts, das zwingend irgendwelchen Prinzipien folgt.
    Das Kernelement der Moral ist genau das: Moral ist beliebig.

    Und das ist tatsächlich der einzige Grund, warum Eich gehen musste: damit Moralisten einen Sieg feiern können.

    Wenn es um ein politisches Amt ginge, bei dem Eich eventuell über die Gleichberechtigung Homosexueller entscheiden müsste, dann würde ich ihn dort auch nicht sehen wollen. Auf keinen Fall.

    Aber von den Leuten die meinen Müll abholen, meinen Browser programmieren, mir Benzin verkaufen oder mir das Flugzeug fliegen ist es mir scheiß egal was sie über Homosexuelle denken. Weil es einfach keine Rolle spielt.

  3. max 6. April 2014 um 11:58 #

    @ Matze

    Die Sache wie das rauskam ist sehr interessant, hat mit der amerikanischen Steuerbehörde zu tun die „gepetzt“ hatte…..wirft auch kein gutes Licht auf die Homos.

    Genau aus dem Grund war ich gestern auch in Stuttgart.

    Irgendwann reicht es!

  4. Cyrano 6. April 2014 um 12:18 #

    Es ist schon faszinierend. Die gleichen Leute die oft genug die Position vertreten, ein Arbeitgeber solle einstellen und feuern können wen er wolle (gern auch aus weltanschaulichen Gründen) sehen, wann immer einer der ihren aus weltanschaulichen Gründen seinen Job verliert plötzlich eine finstere Meinungsdiktatur am Werk.

  5. Atacama 6. April 2014 um 12:29 #

    @max

    „@ Matze

    Die Sache wie das rauskam ist sehr interessant, hat mit der amerikanischen Steuerbehörde zu tun die “gepetzt” hatte…..wirft auch kein gutes Licht auf die Homos. “

    Weil amerikanische Steuerbehörde = homo?

    „Genau aus dem Grund war ich gestern auch in Stuttgart. “

    Du hast wegen eines Rücktritts in den USA gegen einen Bildungsplan in Deutschland demonstriert? Ja das macht Sinn.

    „Irgendwann reicht es!“

    Was sollen Homos denn nicht dürfen deiner Meinung nach, was sie aber dürfen, und was jetzt „reicht“?

    Du schusterst dir da völlig irrational ein Feindbild zusammen und bist zu keinerlei logischem oder differenziertem Denken in der Lage.

  6. max 6. April 2014 um 14:04 #

    @ Cyrano

    Es ist doch genau andersherum, die, die am lautesten nach Toleranz schreien sind oft die intolerantesten Menschen.

    Mir wäre es egal ob die Kindergärtnerin lesbisch wäre, solange sie keine Feministin ist😉

    Das Dumme ist das Homos fast alle gleich ticken und meistens einen linksdrall haben.

    Mehr Ernst Röhm und weniger Volker Beck und ihr würdet auch ganz anders angesehen, das hat bei euch oft nicht wirklich was wegen der Sexualität zu tun, sondern eher mit der automatisch verbundenen linksaffinität.

    Sehe ich einen Schwulen vor mir sehe ich nicht seine Sexualität, sondern weiss:

    Der Typ ist zu 99% linksradikal, hasst mein Vaterland/ die Deutschen und Familien mit Kindern, will unbedingt die EU statt Deutschland und „fühlt“ sich als Europäer“ und wählt diese gottverdammten Grünen/Linken/CDU/SPD

    Es geht auch anders, siehe in Frankreich bei der Front National. Dort können Linke auch Patrioten sein, das geht in Deutschland anscheinend nicht.

    Wieso setzten sich jetzt nicht LGBT Gruppen lautstark dafür ein das der Typ wieder seinen Job bekommt den er in ihrem Namen verloren hat?? Würde das nicht besser bei der übrigen Bevölkerung ankommen und mehr Sympathien bringen als dieser Phyrrussieg?

    Ich meine ja nur, mir ist es egal wenn ihr irgendwann wieder als Sündenböcke für irgend eine Scheisse herhalten müsst. Darauf läuft es nämlich hinaus auch wenn ihr das nicht sehen wollt.

    Die Sache mit Mozilla hat schon ein Geschmäckl, vor Allem wie die Sache herausgekommen ist.

    Da spendet jemand privat Geld an eine nicht verbotene Organisation die dem Mainstream nicht gefält und schwupps wird durch eine Indiskretion der Steuerbehörde eine Hexenjagd von der Homolobby veranstaltet.

    Muss ich jetzt befürchten wegen Wahl-Hilfe und einer kleinen Spende für die AFD meinen Job zu verlieren weil die AFD gegen Feminismus ist?

    Bestrafe einen, erziehe Hundert.

  7. Andreas 6. April 2014 um 15:01 #

    @Adrian:

    Netreaper hat Recht. Stell Dir vor, die Firmenpolitik an Deinem Arbeitsplatz wird grün und die Moralisten enttarnen Dich als ADAC-Mitglied oder erwischen Dich in der Mittagspause mit einer Bratwurst …

  8. Atacama 6. April 2014 um 16:22 #

    @max

    „Es ist doch genau andersherum, die, die am lautesten nach Toleranz schreien sind oft die intolerantesten Menschen.“

    Genau.

    „Das Dumme ist das Homos fast alle gleich ticken und meistens einen linksdrall haben.“

    Klaro, kennste einen, kennste alle.

    Und der Beck ist ja auch schwul und grün, braucht es noch einen weiteren Beweis?

    „Mehr Ernst Röhm und weniger Volker Beck und ihr würdet auch ganz anders angesehen“

    o__O

    „, das hat bei euch oft nicht wirklich was wegen der Sexualität zu tun, sondern eher mit der automatisch verbundenen linksaffinität.“

    CDU und FDP, sogar Front National haben Homos als Vertreter, ich bin sicher, dass das Wahlverhalten

    Und wenn viele eher links wählen, liegt das möglicherweise auch an der gesellschaftlichen Betrachtung und Behandlung des Themas Homosexualität und Homosexueller.
    Nicht jeder will sich mit einem „Mach was du willst, solange es niemand mitkriegt und du nicht darüber redest oder irgendwelche Hinweise auf deinen Lebensstil durchblicken lässt. Als Gegenleistung dass du nicht sofort eingesperrt oder einen Kopf kürzer gemacht wirst. Aber lass die Kinder in Ruhe (das müssen wir ja vorsorglich sagen, sonst kommst du noch auf komische Ideen, wir wissen ja was ihr so mögt….))-Leben anfreunden.
    Ist das nicht verständlich?

    Würden die konservativen Parteien gleichgeschlechtliche Beziehungen mehr anerkennen und Homosexuelle als gleichberchtigt an einer Gesellschaft partizipierende und ihren Beitrag leistende Mitbürger ansehen und weniger als „schriller Minderheit“ „irrelevante Randgruppe“ oder „naturwidrige Lobby zur Zerstörung unserer Wertegemeinschaft“, würden garantiert auch mehr konservativ wählen gehen….

  9. max 6. April 2014 um 18:35 #

    @ Adrian

    Das hat Oscar Wilde auch gesagt😉

    Sein eigenes Land zu hassen aber nicht minder.

    • Adrian 6. April 2014 um 21:14 #

      @ max
      Ich hasse mein Land nicht. Ich finde es bloss bescheuert, ein Territorium mit gedachten Linien drumherum zu lieben.

  10. HansG 6. April 2014 um 18:48 #

    In dem Zusammenhang gibt es auch eine recht ausführliche Meinung einer Mozilla-Mitarbeiterin die sich als selbst als queer bezeichnet:

  11. HansG 6. April 2014 um 18:48 #

    http://subfictional.com/2014/03/24/on-brendan-eich-as-ceo-of-mozilla/

    Link ging irgendwie verloren…

    • Adrian 6. April 2014 um 21:40 #

      @ HansG
      Das ist ja ein sehr nette Statement, aber was willst Du mir damit sagen?

  12. HansG 6. April 2014 um 22:13 #

    @Adrian
    Ich habe extra keine Wertung dazu geschrieben weil ich zu dem Statement keine Position beziehen wollte.

    Ich sehe darin aber eine Bestätigung der Firmenphilosophie von Mozilla. Gegensätzliche Positionen muss man nicht gut finden und akzeptieren. Die Forderung nach einem freien Web ist aber auch die Forderung solche Positionen gleichberechtigt stehen zu lassen. Unabhängig davon wer aktuell als politischer Sieger erscheinen mag.

    Ich sehe übrigens keine Anzeichen dafür, dass sich Mozilla dem Druck gebeugt hat. Ich sehe nur, dass Brendan für sich selbst Konsequenzen gezogen hat. Über die genauen Gründe lässt sich, meines Erachtens nach, bisher nur spekulieren.

    • Adrian 6. April 2014 um 22:23 #

      @ Hans G
      „Die Forderung nach einem freien Web ist aber auch die Forderung solche Positionen gleichberechtigt stehen zu lassen.“

      Und genau das empfinde ich als Blödsinn. Wenn man verschiedene Positionen gleichberechtigt stehen lässt, kann man keine Wertvorstellungen vertreten, dann hat man keine Ansichten und keine Meinung. Dann könnte Mozilla auch keine Firmenphilosophie haben, die die Gleichberechtigung von Homos vertritt.

      Ich z.B. vertrete nicht die Ansicht, dass Eichs Position den gleichen Wert haben, wie die der Protestierenden. Eich will/wollte anderen Menschen Rechte verwehren, die Proteste waren eine Reaktion darauf. So was kann man nicht auf eine Stufe stellen.

      „Ich sehe nur, dass Brendan für sich selbst Konsequenzen gezogen hat.“

      Seine Entscheidung also. Warum kritisierst Du dann diesen Vorfall?

  13. HansG 6. April 2014 um 23:25 #

    Ich z.B. vertrete nicht die Ansicht, dass Eichs Position den gleichen Wert haben, wie die der Protestierenden.
    Das sehe ich eben anders. Es gibt regelmäßig Forderungen einzelne Rechte einzuschränken oder bestimmten Personengruppen zu verwehren.

    Subjektiv betrachtet mag zum Beispiel der Ausschuss homosexueller Männer von Blutspenden ungerecht sein. Objektiv gibt es aber auch gute Gründe dafür. Männer die seit Jahren in einer monogamen Beziehung leben werden trotzdem ungerechtfertigt ausgeschlossen. Das HIV-Risiko kann nicht größer sein als in jeder anderen Personengruppe.

    Eich will/wollte anderen Menschen Rechte verwehren, die Proteste waren eine Reaktion darauf.

    Dir ist klar, dass »Prop 8« knapp 6 Jahre her ist und auch Brendans Spende seit Jahren bekannt ist? Von einer direkten Reaktion kann also keine Rede sein. Bestenfalls von einem Rachefeldzug da die Abstimmung mit nur relativ wenigen Stimmen mehr gegen die Homo-Ehe ausgefallen ist. Und dabei fällt auch noch unter den Tisch ob Brendan heute vielleicht anderer Meinung wäre. Vor 6 Jahren hätte ich mich vermutlich auch noch gegen die Homo-Ehe ausgesprochen. Einfach aus der damaligen Überzeugung heraus, dass die Ehe vor dem »Sittenverfall« beschützt werden müsse. Meinen heutigen Standpunkt kennst du ja.

    Warum kritisierst Du dann diesen Vorfall?

    Ich kritisiere den ungerechtfertigten Angriff einer gegensätzlichen Meinung über den unbeteiligten Arbeitgeber. Damit ist weder der eigenen Position, noch Mozilla und Firefox geholfen. Zu den Konsequenzen gehört leider auch, dass Mozilla damit einen fachlich bestens qualifizierten CEO verliert.

    • Adrian 6. April 2014 um 23:35 #

      @ HansG
      „Subjektiv betrachtet mag zum Beispiel der Ausschuss homosexueller Männer von Blutspenden ungerecht sein. Objektiv gibt es aber auch gute Gründe dafür.“

      Objektiv sind das zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte. Das Blutspendeverbot einer Risikogruppe gefährdet potentiell andere Menschen. Die Eheöffnung gefährdet objektiv niemanden und nimmt objektiv auch niemanden etwas weg. Das war vor sechs Jahren so, vor 50 Jahren so, und es wäre auch vor 1000 Jahren so gewesen.

      „Zu den Konsequenzen gehört leider auch, dass Mozilla damit einen fachlich bestens qualifizierten CEO verliert.“

      Mozilla hat entschieden und Brendan ist zurückgetreten. Sie hätten auch anders entscheiden können.

    • Adrian 7. April 2014 um 01:34 #

      @ Hans G
      „Einfach aus der damaligen Überzeugung heraus, dass die Ehe vor dem »Sittenverfall« beschützt werden müsse. Meinen heutigen Standpunkt kennst du ja.“

      Das würde mich noch interessieren. Wie kamst Du von dieser Meinung ab? Und warum glaubtest Du damals, die Öfnung der Ehe käme einem Sittenverfall gleich?

  14. HansG 7. April 2014 um 01:00 #

    Objektiv sind das zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte.

    Stimmt. Trotzdem spielen neben den Risiken auch Überzeugungen eine Rolle.

    Mozilla hat entschieden
    Mozilla hat eben nicht entschieden. Im Gegenteil steht ein großer Teil der Mitarbeiter hinter Brendan als CEO:

    support for Brendan’s leadership was expressed from a much larger group of employees, including those who felt disappointed by Brendan’s support of Proposition 8 but nonetheless felt he would be a good leader for Mozilla.

    FAQ on CEO Resignation

    • Adrian 7. April 2014 um 01:02 #

      @ HansG
      „Im Gegenteil steht ein großer Teil der Mitarbeiter hinter Brendan als CEO“

      Dann sollen sie ihn halt zurückholen. Worin läge denn da das Problem? Wer sollte es ihnen verbieten?

  15. HansG 7. April 2014 um 01:23 #

    Worin läge denn da das Problem?

    Er will nicht. Der Mann ist Entwickler und nicht Politiker. Sein Glaube an Mozillas Ziele ist anscheinend groß genug, dass er sich für das Projekt lieber distanziert als Schaden zu riskieren.

    Übrigens ist Sam Yagan, ein Mitgründer und zeitweiliger CEO von OKCupid. ein Unterstützer von Chris Cannon. Cannon ist unter Anderem ein Gegner der Homo-Ehe und der Adoptionsrechte für Homosexuelle.

    • Adrian 7. April 2014 um 01:28 #

      „Er will nicht. Der Mann ist Entwickler und nicht Politiker.“

      Na dann. Seine Entscheidung. Fall erledigt. Die ganze Sache ist den Skandal nicht wert, der von einigen produziert wird.

  16. HansG 7. April 2014 um 02:42 #

    Wie kamst Du von dieser Meinung ab? Und warum glaubtest Du damals, die Öfnung der Ehe käme einem Sittenverfall gleich?

    Ich betrachtete die Ehe als institutionalisierte Form der traditionellen Familie mit Vater, Mutter und Kind.Dementsprechend kann es keine Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern geben.

    Die Meinung selbst hatte ich schlicht unreflektiert von Bekannten und aus den Medien übernommen und letztlich nur eine fremde Meinung wiedergegeben. Im Laufe der letzten Jahre habe ich aber angefangen meine eigenen Beweggründe zu hinterfragen. Und im Fall Homo-Ehe müssten dann folglich auch kinderlose Paare von der Ehe ausgeschlossen werden.

    Nachdem ich mich mit dem Konzept der zivilen Ehe beschäftigt hatte stand für mich fest, dass Kinder dafür keine Rolle spielen und es auch objektiv keine Gründe gibt das Geschlecht zu einer Voraussetzung zu machen.

    Die ganze Sache ist den Skandal nicht wert

    Wenn du meinst. Mir persönlich wäre es nicht egal wenn meine Interessen für eine PR-Aktion missbraucht werden würden. Insbesondere von Personen die meine Interessen nicht teilen.

  17. LoMi 7. April 2014 um 10:26 #

    „Sehe ich einen Schwulen vor mir sehe ich nicht seine Sexualität, sondern weiss:

    Der Typ ist zu 99% linksradikal, hasst mein Vaterland/ die Deutschen und Familien mit Kindern, will unbedingt die EU statt Deutschland und “fühlt” sich als Europäer” und wählt diese gottverdammten Grünen/Linken/CDU/SPD“

    So ein unsinniges Statement. Linksradikale wählen die CDU. Schon klar. Und alle Schwulen hassen Deutschland, weshalb sie dann auch CDU wählen. Weil die CDU bekanntermaßen Deutschland voll doof findet.

    Da erübrigt sich jede weitere Diskussion. Die macht nur Sinn, wenn ein Mindestmaß an Differenzierungsvermögen existiert. Das sehe ich bei max nicht.

  18. LoMi 7. April 2014 um 11:03 #

    @Adrian
    „Ich z.B. vertrete nicht die Ansicht, dass Eichs Position den gleichen Wert haben, wie die der Protestierenden. Eich will/wollte anderen Menschen Rechte verwehren, die Proteste waren eine Reaktion darauf. So was kann man nicht auf eine Stufe stellen.“

    Diese Asymmetrie stellt man her auf Basis der eigenen Werte. Von denen aus sind Eichs Werte weniger wert. Man urteilt von einem individuellen Standpunkt aus. In dem Protest wird dieser individuelle Standpunkt verabsolutiert: derjenige mit den falschen Werten muss weg. Man tut in diesem Moment so, als besäße man ein universelles Wertefundament, von dem aus problemlos man über andere urteilen kann. Das halte ich für schwierig.

    Andererseits macht man das nun einmal, wenn man bestimmte Vorstellungen als falsch empfindet. Man geht auf die Straße und bekämpft sie. Die Frage ist aber, auf welchem Felde man kämpft. Proteste gegen politische Entscheidungen finde ich richtig. Die sind dann Ausdruck eines Willens, der in der Gesetzgebung Niederschlag finden soll. Die Bekämpfung Eichs war aber kein politischer Akt. Man hat mit dessen Rücktritt nichts an bestehenden Rechtslagen geändert. Das war auch gar nicht möglich. Vielleicht war das auch gar nicht intendiert. Jedenfalls konnte diese Aktion auch nicht politisch werden im Sinne der Gesetzgebung. Sie richtete sich gegen eine Privatperson.

    Aber welchen Sinn hat der Angriff auf die Privatperson? Solange diese Person keine Rechte Anderer verletzt und solange sie nicht irgendwie in die politische Lage eingreift, macht dieser Angriff keinen Sinn. Es fehlen die politischen Konsequenzen. Die einzige Konsequenz ist, dass eine Gruppe ihre Macht ausgespielt hat, um jemanden unter Druck zu setzen, der ihr nicht gefiel. Sie hat damit auch dessen Politik nicht angegriffen, sondern dessen private Lebensmöglichkeiten. Diese Aktion zielte ganz allein auf diesen Menschen als Person. Genau das finde ich sehr bedenklich.

    Wenn Mozilla ihn rauswarf und wenn Eich selber entschied, zurückzutreten, so ist das deren Entscheidung. D’accord. Was mir mehr Sorgen macht, sind die Leute, die gegen Personen wie Eich mobilisieren und wie sie es tun. Deren Aktivitäten richteten sich im Grunde gegen die Gesinnung von Eich. Die Gesinnung sollte aber in einer Demokratie privat bleiben bzw. einer Person als privat zugestanden werden. Gute demokratische Kultur wäre, es auszuhalten, dass man mit Menschen zusammenarbeitet, die unterschiedliche, von mir auch nicht immer gutgeheißene Gesinnungen haben.

    • Adrian 7. April 2014 um 11:11 #

      @ LoMi
      „Gute demokratische Kultur wäre, es auszuhalten, dass man mit Menschen zusammenarbeitet, die unterschiedliche, von mir auch nicht immer gutgeheißene Gesinnungen haben.“

      D’accord. Auch wenn ich immer noch der Ansicht bin, dass es einen Unterschied macht, ob man einerseits Geld spendet, um anderen Menschen Rechte zu verwehren, und andererseits dagegen zu protestieren.

  19. LoMi 7. April 2014 um 11:18 #

    Geld hat er während der Kampagne für oder gegen dieses Gesetz gespendet. Bei Fefe stand, dass das so Usus ist in den USA und dass das die Sozialen Bewegungen genauso machen. Die Spende steht also im Zusammenhang mit einer Art „Wahlkampf“. In diesen Wahlkampf kann man dann auch eingreifen und man kann dort protestieren.

    Aber was jetzt passiert ist, war ein schlichter Angriff auf die Person, ohne politischen Sinn. Ich fürchte solch ein Klima. Es wäre nicht auszuhalten. Eiferer finde ich gefährlich, ganz gleich, was sie letztlich vertreten. Für mich sind solche Leute Eiferer, die Personen angreifen, anstatt Sachpolitik zu machen.

  20. Vortex 8. April 2014 um 16:10 #

    Schon seit Jahren wundere ich mich darüber das so vielen Homos die Ehe so wichtig scheint. Abgesehen von einigen Privilegien ( z.B. Besuchsrecht im Krankenhaus ) hängt da doch ein riesiger Rattenschwanz dran. Ich wäre für die allgemeine Abschaffung der Ehe als solches. Statt Leuten Steuervorteile zu geben die sich irgendwas versprochen haben würde ich dies nur Menschen angedeihen lassen die eine Vormundschaft über Unmündige übernommen haben. Da müsste man glaube ich noch ein wenig am Adoptivrecht drehen und schon gäbe es für alle die es brauchen „Gerechtigkeit“ und die Gesellschaft kann aufhören persönliche Gefühle zu subventionieren.

    Gehabt euch wohl

  21. Alreech 9. April 2014 um 01:28 #

    Wie geht es eigentlich jetzt weiter bei Mozilla ?
    Prop 8 hat damals in Californien die Mehrzahl der Wähler überzeugt.

    Einige Mozillamitarbeiter ausser Eich haben damals sicher auch dafür gestimmt das die Ehe ausschließlich Hetrosexuellen zugänglich sein soll.
    Wäre es jetzt nicht angebracht, als Gebot der Toleranz, Mozilla von diesen Subjekten zu säubern ?

    Und was ist mit Erich Eich ?
    Ein Vorstandsposten bei jeder anderen IT Firma dürfte wohl ähnlich umstritten sein.

    Als damals Eva Herman öffentlich exekutiert wurde, den Job verlor und danach bei Kopp TV gelandet ist hab ich das nicht als Sieg der Toleranz empfunden…

    • Adrian 9. April 2014 um 01:31 #

      @ Alreech
      „Wäre es jetzt nicht angebracht, als Gebot der Toleranz, Mozilla von diesen Subjekten zu säubern?“

      Wenn Mozilla das so haben will. Wollen sie aber nicht. Mit gutem Grund. Denn ein Mitarbeiter repräsentiert eine Firma nicht in dem Maße, wie es ein CEO tut.

  22. Cyrano 9. April 2014 um 14:13 #

    „Die einzige Konsequenz ist, dass eine Gruppe ihre Macht ausgespielt hat, um jemanden unter Druck zu setzen, der ihr nicht gefiel. Sie hat damit auch dessen Politik nicht angegriffen, sondern dessen private Lebensmöglichkeiten. Diese Aktion zielte ganz allein auf diesen Menschen als Person. Genau das finde ich sehr bedenklich. “

    33 Kommentare, und noch immer die gleiche Doppelmoral. Auch Eich hatte seine Macht ausgespielt (Geld) um die privaten Lebensmöglichkeiten von Menschen (Ehe) einzuschränken. Meines Erachtens zu Recht sieht das kaum jemand als rechtlich problematisch an, der ein oder andere allerdings als moralisch Kritikwürdig. Und genau diese Kritik, die sich in Protesten äußerte soll nun „bedenklich“ sein? Ich finde Citizens United (verkürzt: money equals speach, Geld = (freie) Rede) als Urteil ja schon fragwürdig. Aber hier zeichnet sich eine Interpretation von Citzens United ab, nach der Geld sogar die bessere Rede sei. Na dann…

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