Vom Schlafzimmer zur Uni

5 Mai

Ich hätte nicht gedacht, dass im Jahr 2014 jemand tatsächlich noch derartig argumentiert, wie folgt:

Homosexuelle sind mir eigentlich egal, weil mich schlicht nicht interessiert, was jemand in seinem Schlafzimmer mit wem wie treibt. Ich würde auch nicht erwarten, dass mir Heteropaare laufend auf die Nase binden, dass sie am Wochenende in den Swingerclub gehen, das ist deren Baustelle, nicht meine.

Um zu begreifen, was an diesem Satz nicht stimmt, verweise ich auf den Grundkurs unserer Gay West Universität. Ich empfehle „Männerstreik“ im Anschluss auch den Besuch der folgenden neun Seminare. Denn es ist nie zu spät, um zu verstehen.

 

11 Antworten to “Vom Schlafzimmer zur Uni”

  1. FDominicus 5. Mai 2014 um 06:54 #

    Ich widerspreche Ihnen einfach hier. Und ich unterschreibe den Satz oben auch. Wenn Sie das anders sehen, ist das Ihr Bier. Gerade heute hat mich mal wieder auf ein Foto verwiesen, was ich nur noch erbärmlich nenne. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/der-bachelor-wie-schlau-die-kandidatinnen-wirklich-sind-a-964969.html

    Ach ja, auch das ist es „wert“ im Fernsehen gesendet zu werden. Ganz toll…

    Und ich habe Ihnen auch sinngemäß schon kommentiert, ich sehe nicht, daß man alles zur Schau stellen, „diskutieren“ oder vorzeigen muß. Ich bin einer der outing nur peinlich findet, also sperren Sie am besten meine Kommentare…..

    Ihre sexuelle Orientierung geht mich genau dann was an, wenn ich einen Partner suchte. Dann wäre es schon sinnvoll zu wissen ob jemand hetero und homo ist. Ich kann mich aber einfach an die Statistik halten und davon ausgehen, die meisten Frauen sind an Männern interessiert und anders herum.

  2. maennerstreik 5. Mai 2014 um 07:59 #

    Nope, ist mir vollkommen egal, da nicht meine Baustelle. Macht, was ihr wollt, aber geht mir mit eurem Getue nicht auf den Sack. Leben und leben lassen, so einfach ist das.

    • Adrian 5. Mai 2014 um 10:21 #

      @ Männerstreik
      „Macht, was ihr wollt, aber geht mir mit eurem Getue nicht auf den Sack.“

      Vielleicht lässt Du Dir einfach auf den Sack gehen.

      „Leben und leben lassen, so einfach ist das.“

      Eben. Und zu meinem Leben gehört es nun mal dazu, schwul zu sein.

  3. Atacama 5. Mai 2014 um 09:37 #

    Ich kann auch nciht begreifen, wieso dieses hirnverbrannte Argument nicht ausstirbt.

    Das ist ungefähr so wie in den Kommentarspalten der Medien nach dem Flugzeugabsturz in Malaysia, wo ständig Leute ankamen mit der bahnbrechenden Idee „Ich kann einfach nicht verstehen, wieso sie die Handys der Insassen nicht einfach orten.“

    Oder „Ich bin übrigens hetero und seit Langem verheiratet und finde, Sexualität ist Privatsache“

  4. Atacama 5. Mai 2014 um 10:29 #

    @männerstreik

    „Nope, ist mir vollkommen egal, da nicht meine Baustelle. Macht, was ihr wollt, aber geht mir mit eurem Getue nicht auf den Sack. Leben und leben lassen, so einfach ist das.“

    Wenn dir jemand mit seinem nicht auf dich bezogenen „Getue“ nicht auf den Sack gehen soll, lässt du ihn aber nicht leben.

  5. Adrian 5. Mai 2014 um 10:33 #

    @ FDominicus
    „Und ich unterschreibe den Satz oben auch.“

    Dass Homosexualität und Sex im Swingerclub das Gleiche sind?

    „Ach ja, auch das ist es “wert” im Fernsehen gesendet zu werden. Ganz toll…“

    Wen juckt’s? Man muss es sich nicht anschauen.

    „Und ich habe Ihnen auch sinngemäß schon kommentiert, ich sehe nicht, daß man alles zur Schau stellen, “diskutieren” oder vorzeigen muß.“

    Nö, muss man nicht. Aber man kann. Wenn es Sie nicht interessiert, dann beteiligen Sie sich halt nicht an der Diskussion.

    „Ich bin einer der outing nur peinlich findet, also sperren Sie am besten meine Kommentare…..“

    Hmmm, nein. Ich lasse ihn einfach mal stehen.

    „Ihre sexuelle Orientierung geht mich genau dann was an, wenn ich einen Partner suchte.“

    Ich bin so offen, wie möglich. Wie die meisten Heteros auch.

  6. LoMi 5. Mai 2014 um 10:50 #

    Heterosexualität ist permanent Thema und permanent sichtbar. Aber weil es so gewöhnlich ist, wird es gerne übersehen. Menschen bewegen sich – meinethalben händchenhaltend – in der Öffentlichkeit. Schon kenne ich die sexuelle Orientierung. Menschen reden von ihren Familien. Menschen reißen Witze mit sexuellen Anspielungen oder gröber. Menschen machen Bemerkungen zur Attraktivität anderer Menschen, die sie auf der Straße sehen. Ich kann nicht erkennen, dass Heteros grundsätzlich ein Geheimnis machen aus ihren Vorlieben und ihrer Orientierung. Der eine oder andere tut es. Aber viele tun es nicht, sondern äußern sie sichtbar. Und deshalb gilt hier auch: Gleiches Recht für alle.

  7. Lukas 5. Mai 2014 um 14:34 #

    „Macht, was ihr wollt, aber geht mir mit eurem Getue nicht auf den Sack.“

    Wenn du über das Thema Homosexualität möglichst wenig hören/ lesen/ sehen willst,
    was suchst du dann auf einem Blog der sich relativ häufig mit diesem Thema befasst?

  8. Gerhard 5. Mai 2014 um 16:32 #

    Lomi, „sichtbar“ klingt sehr nach Gendersprech. Daß man händchenhaltenden Schwulen eher hinterherschaut, scheint mir so normal zu sein, wie man Leuten mit Downsyndrom eher länger nachschaut. Einfach weil es nicht so oft vorkommt. Ich denke das kann und sollte man nicht politisch von oben ändern.

    Daß jedoch gleichgeschlechtliche Paare nicht ebenso unter den gesetzlichen Schutz der Familie fallen, das ist nicht einzusehen. Denn das hat Auswirkungen im Testament, im Krankenhaus und bei der Steuerklasse. Und eben nicht im Swingerclub. Ich denke, wir sind uns einig, ich wollte es nur gendersprechfrei formulieren.

  9. LoMi 6. Mai 2014 um 11:11 #

    @Gerhard

    „Daß man händchenhaltenden Schwulen eher hinterherschaut, scheint mir so normal zu sein, wie man Leuten mit Downsyndrom eher länger nachschaut. Einfach weil es nicht so oft vorkommt. Ich denke das kann und sollte man nicht politisch von oben ändern.“

    Richtig, da hat die Politik nichts zu suchen. Man kann darüber reden, aber der Gesetzgeber hat hier zu schweigen.

    • Adrian 6. Mai 2014 um 11:13 #

      @ LoMi
      „Man kann darüber reden, aber der Gesetzgeber hat hier zu schweigen.“

      Es ist allerdings auch kein Gesetz in Vorbereitung, welches Euch das länger hinterherschauen verbieten will.

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