Wiener Pimmeleien

23 Mai

Im österreichischen Wien gibt es gerade einen Sturm im Wasserglas. Aufhänger ist ein Plakat des Künstlers David LaChapelle, welches dieser aus Anlass des „Life Ball“ entworfen hat.

 

Was zeigt uns das Bild? Eine hochattraktive Frau, mit vollen Brüsten, in leicht erotisierender Pose. Auf dem Boden ein anonymisierter Mann, zu Füßen der Frau liegend, mit einem nicht zu identifzierenden Etwas anstelle des Kopfes.

Als ich das Plakat zum ersten Mal gesehen habe, wurde es komplett ignoriert. Nackte weibliche Brüste interessieren mich halt nicht, da schau ich nicht zwei Mal hin. Der Penis der Frau wäre mir gar nicht aufgefallen, hätten mich die empörten Reaktionen auf das Plakat nicht darauf aufmerksam gemacht.

Warum nun empört man sich über das Motiv? Keine Ahnung! Ich finde es bemerkenswert harmlos. Nackte Menschen halt, so sehen wir alle aus, wenn wir uns unserer Kleidung entledigen, abgesehen davon, dass die wenigsten derart klischeehaft sexy sind.

Und der Penis? Der bewirkt bei mir gar nichts. Weder Erregung oder Neugier, noch Interesse oder Ablehnung. Gar nichts! Es ist halt lediglich ein Penis. Ein Penis am Körper einer Frau. Viele Menschen haben ein derartiges Organ. Wo ist also der Skandal?

Nein, das Plakat ist bemerkenswert langweilig, und es will mir nicht in den Kopf, wie man sich darüber echauffieren kann. Aber gut, was wundert es einen, leben wir doch in einer komplett verrückten Welt, in der sich küssende Männer und ein bärtiger Mann in Frauenkleidern Anstoß erregen.

Das einzige, worüber ich mich angesichts des Plakates ärgern könnte, wäre die Darstellung des Mannes: Warum muss dieser zu Füßen der Frau liegen, warum darf er nicht gleichberechtigt neben ihr stehen, warum zeigt er sich uns nicht in seiner ganzen Nacktheit, warum wird er auf dem zweiten Bild nicht mit einer Vagina dargestellt, und warum hat er dieses Ding auf dem Kopf? Was soll das?

5 Antworten to “Wiener Pimmeleien”

  1. LoMi 23. Mai 2014 um 12:28 #

    Das Ding auf seinem Kopf sieht aus wie ein Augapfel. Das rosa Ding im Hintergrund sieht aus wie aus einem Gemälde von Hieronymus Bosch entnommen. Solche Figuren finden sich bei ihm.

    Interessant ist ja, dass die FPÖ das Plakat als „pornografisch“ einstuft. Wegen dem Penis? Ist dieses Körperteil so schlimm, dass dessen Sichtbarkeit am Ende tatsächlich die armen Kinderseelen verletzt? Scheint ja so zu sein, als sei der Penis ein Werk des Teufels und müsse daher versteckt bleiben. Wenn man sich fragt, warum Männerkörper in unserer Gesellschaft herabgewürdigt werden, dann muss man wohl auch die Gedankengänge der FPÖ mit einbeziehen in die Erklärung.

  2. allsurfer4 23. Mai 2014 um 14:07 #

    Wie kann man nur wegen eines solchen Bildes sich schon wieder in seinen Menschenrechten angekratzt fühlen – man kann auch ein Mimöschen sein…..
    Würde der Mann nicht zu ihren Füßen liegen, sondern neben ihr stehen, könnte sie sich die erotisierende Pose sparen, er könnte es ja nicht sehen.
    Außerdem würde der Betrachter dann wohl 2 Penisse sehen und der Aufschrei wäre noch schlimmer.

  3. knipserei 23. Mai 2014 um 17:58 #

    C. Wurst war halt gerade die Obergrenze und das Pimmelchen bringt jetzt das Fass zu Überlaufen. Oder aber: Über irgendetwas muss sich der Mensch ja aufregen, dann doch lieber über ein Pimmelchen als über etwas, was von Bedeutung ist – es könnte ja Konsequenzen haben.

  4. m 24. Mai 2014 um 07:39 #

    Ich verstehe die Plakate nicht. Sind die irgendwo erklärt?

  5. Stuergel 25. Mai 2014 um 09:09 #

    Ich verstehe vollkommen, dass christlich religöse Menschen dieses Plakat anstößig finden, so wie die Mohammed-Karikaturen auch den Blutdruck mancher steigerten. Wir müssen als Gesellschaft aber klar deutlich machen, dass die sich nicht anzustellen haben.

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