Wie Söhne ohne Jeans vom CSD misshandelt werden

21 Jun

Natürlich sind Homsexuelle eine Zumutung. Wegen ihnen können ganz normale Familienväter am Samstag in Berlin nicht mal mehr Jeans und Turnschuhe für ihre Söhne kaufen. Dies an einem Samstag zu tun, an dem Lesben und Schwule CSD feiern, wäre nämlich „Kindesmisshandlung“. Zumindest fast. Schreibt Werner van Bebber im Tagesspiegel:

Längst funktioniert die Stadt nicht mehr so, dass man am Sonnabend Vormittag darauf kommt, man könne in zwei Stunden mit dem Sohn eine neue Jeans und Turnschuhe gekauft haben. Das ist – wegen der üblichen Berliner Veranstaltungs- und Demodichte – an jedem Wochenende eine Geduldsprobe.

Am engsten Tag aber wäre es fast Kindesmisshandlung. Am engsten Tag sollten Normal-Berliner normalstädtische Vorhaben unterlassen. Inzwischen gibt es drei Veranstaltungen, die mit dem Christopher Street Day zu tun haben: der gewohnte CSD, dazu der stärker politisierte CSD des „Aktionsbündnisses CSD“ plus die Demo „Ein CSD in Kreuzberg“. Da sind Toleranz und Akzeptanz entscheidend: Akzeptanz homosexueller und queerer Gleichberechtigung, Toleranz für ein an diesem Tag ausgesprochen schaumiges Selbstdarstellungsbedürfnis der Community mit allen Nebenwirkungen wie gesperrte Straßen.

Armer Herr van Bebber. Gibt es irgendwas, was ich für Sie tun kann? Aber ja, ich kann Ihnen folgende Ratschläge mit auf den Weg geben:

Lieber Herr van Bebber, es ist überhaupt kein Problem, an einem Samstag in Berlin Jeans und Turnschuhe zu kaufen. Auch nicht an einem Samstag, an dem gleich drei CSD-Veranstaltungen in Berlin stattfinden.

Erstens muss man Jeans und Turnschuhe nämlich nicht ausgerechnet dort kaufen, wo die CSD’s stattfinden. Berlin ist eine ganz große Stadt und überall gibt es Geschäfte.

Zweitens kann man sogar in den Geschäften neben den CSD-Routen Jeans und Turnschuhe kaufen. Die Geschäfte sind nämlich wegen den CSD’s nicht geschlossen. Um dorthin zu gelangen muss man übrigens nicht das Auto, sondern kann S-Bahn oder die BVG nehmen. Wie die Tausenden von Homos auch (es sei denn natürlich, es stellt eine Zumutung und „Kindesmisshandlung“ dar, zusammen mit Homos im gleichen Verkehrsmittel zu fahren)

Drittens sind Veranstaltungen in Berlin normal. Jeder sollte das mittlerweile wissen. Berlin ist nicht Stuttgart oder Hannover oder Kiel, wo sechs Uhr abends die Bürgersteige hochgeklappt werden. In Berlin muss man mit Veranstaltungen und Menschenmassen rechnen. Und wenn Ihnen das nicht behagt, Herr van Bebber, dann ziehen Sie doch am Besten weg. Nach Brandenburg zum Beispiel. Das ist nicht weit weg von Berlin, dort ist es schön ruhig, es gibt keine lästigen Homos auf den Straßen (außer wenn ich mal dort verweile) und Jeans und Turnschuhe kann man auch kaufen.

2 Antworten to “Wie Söhne ohne Jeans vom CSD misshandelt werden”

  1. Kai V 22. Juni 2014 um 08:19 #

    Da muss ich dem Mann absolut recht geben! Es ist ein Skandal und man sollte etwas tun, sofort!!! Am besten man meldet ne Demo an!!!

  2. allsurfer4 22. Juni 2014 um 14:52 #

    Jawolllll !!!

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