Nicht die Eltern. Nicht der Vater.

26 Jun

jason-hanna-and-joe-riggsSind das nun Väterrechte? Männerrechte? Schwulenrechte? Oder einfach nur Menschenrechte?

Jason Hanna and Joe Riggs haben im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts geheiratet und sind später nach Texas gezogen. Mit Hilfe einer Leihmutter und einer Eizellenspende hat jeder von Ihnen einen Sohn gezeugt, ein männliches Zwillingspaar, die beide allerdings nicht Brüder, sondern Halbbrüder sind.

Der Bundeststaat Texas aber verbietet beiden Männern nicht nur die Adoption des jeweiligen anderen Kindes, sondern sogar die Anerkennung der Vaterschaft für das eigene biologische Kind. Als Elternteil wurde dagegen die Leihmutter bestimmt, die mit beiden Kindern nicht verwandt ist.

Selbst wenn man berücksichtigt, dass Texas die in Massachusetts geschlossene Ehe nicht anerkennt (da das amerikanische Bundesrecht es Bundesstaaten erlaubt, in anderen Bundesstaaten geschlossene Ehen nicht anzuerkennen), ergibt diese Entscheidung für mich keinerlei Sinn.

Soll das bedeuten, dass in Texas alle Väter, die Kinder außerhalb einer Ehe gezeugt haben, in den Augen des Staates grundsätzlich nicht als Väter ihrer biologischen Kinder gelten?

Heißt es, dass man in Texas jedem Mann die Vaterschaft für sein biologisches Kind verweigern kann?

Oder gilt das alles „nur“ für Männer, die mit anderen Männern zusammenleben, und die Kinder auf eine Art und Weise zeugen und großziehen möchten, die dem Staat Texas nicht behagen?

4 Antworten to “Nicht die Eltern. Nicht der Vater.”

  1. Kai V 26. Juni 2014 um 03:46 #

    Das die Leihmutter als Mutter eingetragen wird, ist (zumindest war es) in Deutschland auch so und hängt am Gebärvorgang, und dem vorhergehenden ‚Beziehung‘ zum ungeborenen Kind. Spender können nur Väter werden. Würde man dieses Gebärprinzip aufgeben, müsste man dem Vater hingegen auch mehr Rechte einräumen.

    Das die Väter sich, zumindest nach texanischem Recht, nicht gegenseitig als Väter anerkennen können, ist zumindest heute auch in Deutschland noch so. Oder hat sich da was geändert in den letzten Jahren? Glaube ich bei Merkel und CDU nicht.

    Das Väter, die diesen Weg gehen, nicht als Vater anerkannt sind, scheint irgend ein gläubig texanisches Recht zu sein, denn ich denke auch in Texas müssen Väter Unterhalt zahlen, immer… Jedoch, zumindest würden sie in Deutschland, nach altem Recht, auch kein Sorgerecht haben, zwar als Vater anerkannt werden, aber eben ohne Rechte. Hey, aber heute könnten sie es ja zumindest einklagen…

    Ansonsten kann ich den beiden nur eine Vaterorganisation in Texas empfehlen.

    Hab da irgendwo ne Geschichte von zwei Deutschen gelesen, ihr erstes Kind in Indien, dann durfte der Vater nicht einreisen, weil er die Genehmigung der Mutter brauchte und auch weil Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist… Also so viel weiter ist Deutschland da auch nicht…

  2. m 26. Juni 2014 um 07:50 #

    Um das zu beantworten muss man sich ansehen, wie der Staat Texas sonst so in Sorgerechtsangelegenheiten entscheidet.

    Aber ich denke, deine Fragen sind eh rhetorisch. ^^

  3. Ralf 26. Juni 2014 um 18:50 #

    Das ist natürlich alles menschenfeindlich, besondern für die Kinder, denen der jeweilige Vater verweigert wird. Aber darüber darf man sich nicht wundern, wenn man vom liberalen Massachusetts ins debile Texas umzieht.

  4. Atacama 26. Juni 2014 um 19:05 #

    „ein männliches Zwillingspaar, die beide allerdings nicht Brüder, sondern Halbbrüder sind.“

    Wenn ich schwul wäre, würde ich das auch so machen. Aber nicht mit einer Leihmutter, sondern einer die das auch Mutter sein will. Ich finde das genial, dass das geht so eine Zwillingsschwangerschaft.

    Und jetzt müssen die Kinder bei einer Mutter bleiben, die garnicht die biologische Mutter ist und den Mutterjob vielleicht auch garnicht machen will und man erkennt biologische Vaterschaft ab? Obwohl ich dachte, dass in konservativen Gegenden Vaterschaft etwas „natürliches“ und „naturgegebenes“ ist? Das kann man doch garnicht aberkennen, das ist doch ein biologisches Faktum.
    Oder wollen diese Hardliner jetzt plötzlich doch sagen, dass es soziale Elternschaft gibt in Abgrenzung zu biologischer?

    Wie dem auch sei, arme Kerle, alle vier. Hoffentlich geht das gut aus und zwar möglichst schnell. In den ersten Wochen haben Babys noch keine Bindung, aber es wäre trotzdem gut, wenn sie an einem festen, langfristigen Ort leben würden mit festen, langfristigen Bezugspersonen.

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