Nördlich von hetero

18 Sep

In Niedersachsen zeichnet sich nach dem Furor um den Bildungsplan in Baden-Württemberg nun ein neuer Streit ab:

Mehrere Organisationen planen Protestaktionen gegen die Pläne der rot-grünen Landesregierung in Hannover, Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität verbindlich an Schulen zu thematisieren. Insbesondere rechte Kleinparteien wollen mit Stimmungsmache gegen Schwule und Lesben ihren Bekanntheitsgrad erhöhen: So werben die Freien Wähler Niedersachsen für eine Demonstration vor dem Landtag am Freitagmittag, die unter dem Motto „Früh-Sexualisierung an Grundschulen – Nein, Danke“ steht.

Man muss wohl kaum betonen, dass es auch in Niedersachsen nicht das Ziel der rot-grünen Landesregierung ist, den Schülern bestimmte Sexualpraktiken schmackhaft zu machen. Es soll vielmehr darum gehen, den Schülern bewusst zu machen, dass homo-, bi-, trans- und intersexuelle Menschen existieren und einen ebensolchen Anspruch auf Akzeptanz und Würde haben, wie heterosexuelle Menschen auch.

Dass dies den kultur- und klerikalkonservativen Apologeten, also den Initiatoren der Proteste, gegen den Strich geht ist klar. Denn ihr Anliegen war und ist es ja, homo-, bi-, trans- und intersexuelle Menschen zu marginalisieren, zu beschämen und zu ächten.

12 Antworten to “Nördlich von hetero”

  1. netreaper 18. September 2014 um 21:30 #

    Genau die richtige Zeit, sich dieses Video nochmal anzuschauen.🙂

    http://www.theguardian.com/lifeandstyle/2011/apr/23/sex-education-julia-sweeney

    Hinreißend!😀

  2. emannzer 18. September 2014 um 22:10 #

    Ich gebe beiden Positionen recht:

    – „wollen nicht [..] bestimmte Sexualpraktiken schmackhaft zu machen“
    – „Früh-Sexualisierung an Grundschulen – Nein, Danke”

    Ein Mittelweg wäre eventuell mal ein Ansatz – und diesen bitte nicht per Lehrplan. Lassen wir Alle(!) doch die Kinder ihre eigene Sexualität entdecken. Denn letzteres tun sie doch schon seit Jahren ohnehin schon (wollte nicht Jahrtausenden schreiben, sonst kollabiert wohl eventuell noch der eine oder andere Leser hier [wegen dem ‚Reich‘ und so].

    Die Viert- bis Fünftklässler haben schon genug Stress um die Ohren und mein Kind fand und findet aktuell Sexualkunde eher „eklig“ (hätten wir in diesem Alter anders empfunden?)

    Den „Lütten“ beizubringen, Toleranz zu leben (solange sie nicht, wie beim Gender-Mainstreaming oder dem Feminismus zu Lasten anderer Menschen geht), dass wäre doch z.B.ein Mittelweg.

    So sehe ich allerdings eine Polarisierung.
    Und die gefällt mir ehrlich gesagt nicht.

  3. derdiebuchstabenzaehlt 18. September 2014 um 22:45 #

    Einer rot grünen Landesregierung traue ich bei Respekt und Toleranz allerdings NICHT über den Weg. Parteien die sich ein Frauenstatut geben oder die eine erfundene männliche Gesellschaft zugunsten einer ertäumten menschlichen abschaffen wollen, haben doch offensichtlich den Respekt vor männlichen Menschen verloren, sofern sie diesen je hatten. Hier nehmen die sich allerdings mit anderen Regierungsparteien nicht viel.

    Wenn die also von Respekt reden, glaube ich denen kein Wort.

  4. Matze 18. September 2014 um 23:36 #

    Die Freien Wähler sind rechts?

  5. JeeWee 19. September 2014 um 07:38 #

    Ich hatte meinen ersten Sexualkundeunterricht irgendwann zwischen der 3. und 5. Klasse extern in einer Stelle der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, initiiert durch meine Schule. Was soll ich sagen: fand ihn weder „schlimm“, anstößig, eklig oder was nicht noch alles. Er war einfach spannend und informativ. Ganz ohne „hihihi“ und rot zu werden.

    Vielleicht war ich einfach schon zu reif für mein Alter.

    Vielleicht traut ein großer Teil seinen liebsten Kleinen aber auch einfach zu wenig zu.

    Ich behaupte mal, dass jemand, der im Kindesalter keinen Umgang mit dem Thema hatte, im Erwachsenenalter eher Gewissensbisse bekommt, wenn es darum geht, mit den lieben Kleinen über Sexualität zu sprechen.

  6. Matze 19. September 2014 um 10:17 #

    Hab das Video jetzt auch gesehen, echt lustig!🙂

  7. djadmoros 19. September 2014 um 10:28 #

    Mir ist es egal, was in irgendwelchen Lehrplänen steht. Alles was ich sehen will ist, dass der konkrete Lehrer oder die konkrete Lehrerin, die auf meine Kinder losgelassen wird, das Thema alters- und kindgerecht thematisiert. Und falls das nicht klappt, werde ich mich an einem Elternprotest beteiligen, und zwar ausdrücklich auch dann, wenn der von AfDlern organisiert wird.

  8. emannzer 19. September 2014 um 20:52 #

    Na, ich weiß nicht, djadmoros:

    Kinder ibteresserssiert es in der vierten und fünften Klasse nicht so unbedingt, was Erwachsene sich in ihren sinistren Träumen erdenken:

  9. emannzer 20. September 2014 um 16:25 #

    Auch interessant in diesem Zusammenhang:

    „Die homophobe Neigung einer russischen „Ex-Lesbe“

    Ihr Lesben-Image machte sie berühmt, nun beleidigt sie Homosexuelle: Julia Wolkowa vom russischen Pop-Duo t.A.T.u. warf Schwulen in einer Fernsehsendung vor, keine richtigen Männer zu sein.“

    Das steht nicht in irgend einem weltfremden Blog, sondern auf der „Welt“:

    http://www.welt.de/vermischtes/article132441922/Die-homophobe-Neigung-einer-russischen-Ex-Lesbe.html

    Da kann man schon ins Grübeln kommen, denke ich …

    • Adrian 20. September 2014 um 17:35 #

      @ emannzer
      Ins Grübeln worüber.

  10. emannzer 20. September 2014 um 17:51 #

    @Adrian: Üner Kommerzialsierung von Neigungen z,B,

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