Knutschende Paare und andere Probleme

14 Nov

Ist sich das knutschende, schwule Paar in der U-Bahn eigentlich bewusst, wieviel Toleranz es seinen Mitreisenden abverlangt?

Diese Fragestellung des Hessischen Rundfunks zur Sendung „Horizonte“ mit dem Thema „Der Tanz um die Toleranz“ hat bereits einiges an Aufregung produziert. Dabei ist die Frage durchaus berechtigt. Und leicht zu beantworten.

Ja, dem knutschenden schwulen Paar ist es bewusst. Es interessiert sich bloß nicht für die Befindlichkeiten der heterosexuellen Mehrheit. Deshalb knutscht es.

Nein, dem knutschenden schwulen Paar ist es nicht bewusst. Deshalb knutscht es.

Selbstredend ist das schwule knutschende Paar aber eine Phantasie. Es existiert faktisch nicht. Knutschende Schwule wird man außerhalb der CSD-Paraden und in einschlägigen Bars und Kneipen in der Öffentlichkeit kaum jeh zu Gesicht bekommen. Denn den meisten ist es durchaus klar, dass das, was Heteros in der Öffentlichkeit tun dürfen, für sie nach wie vor ein Spießrutenlauf darstellen kann.

Und dabei geht es gar nicht mal so sehr um das Knutschen. Persönlich könnte ich auf den Anblick knutschender Paare gerne verzichten, egal ob Hetero oder Homo. Das Problem für mich ist möglicherweise aber, dass die Mehrheit das anders sieht. Und wenn dem so sein sollte, dann wird halt überall rumgeknutscht und ich muss damit leben. Muss es tolerieren.

Toleranz ist etwas, was die Mehrheit der Minderheit gewährt.

schreibt der Hessische Rundfunk. Diese Aussage mag einem nicht gefallen. Aber es ist die Realität. Auch für Schwule und Lesben. Wenn die Mehrheit wollte, könnte sie uns in der Faust zerquetschen. Es wäre ganz gut, wenn man sich das immer mal wieder bewusst macht.

42 Antworten to “Knutschende Paare und andere Probleme”

  1. fink 14. November 2014 um 11:56 #

    „Wenn die Mehrheit wollte, könnte sie uns in der Faust zerquetschen. Es wäre ganz gut, wenn man sich das immer mal wieder bewusst macht.“

    Mir fehlt hier irgendwie die Begründung bzw. Einordnung. Warum wäre das gut? Welche Konsequenzen sollen wir deiner Meinung nach aus diesem Gedanken ziehen?

    • Adrian 14. November 2014 um 12:18 #

      @ fink
      „Warum wäre das gut? Welche Konsequenzen sollen wir deiner Meinung nach aus diesem Gedanken ziehen?“

      Darüber mache ich mir in letzter Zeit vermehrt Gedanken. Ich glaube die unmittelbare Konsequenz heißt: ein gewisses Maß an Demut; die Einsicht, dass wir immer anders behandelt werden, als die Mehrheit. Dass wir mit der Mehrheit zusammenarbeiten müssen, dass wir mit Missverständnissen leben und lernen müssen mit Vorurteilen umzugehen. Dass wir nicht erwarten können, dass man uns akzeptiert.

      Ich werde das in nächster Zeit ein wenig ausführlicher behandeln, weil ich einen gesellschaftlichen Wandel erahne.

  2. derdiebuchstabenzaehlt 14. November 2014 um 12:54 #

    „Toleranz ist etwas, was die Mehrheit der Minderheit gewährt.“

    So ein Unsinn! Bin ich, weil ich tolerant bin die Mehrheit? — Wusste ich nicht!🙂

  3. Ralf 14. November 2014 um 16:45 #

    Dass und warum es knutschende schwule Paare außerhalb des CSD praktisch nicht gibt, habe ich dem Hessischen Rundfunk auch mitgeteilt. Ich habe ihn aber auch darauf aufmerksam gemacht, dass er bzw. die ganze ARD offensichtlich in den 50ern steckengeblieben ist, wenn man dieses unsägliche Plakat auf sich wirken lässt. Nicht etwa gesellschaftliche Intoleranz wird angesprochen, sondern die längst überwunden geglaubte Frage, ob Schwule nicht doch abartig seien und deshalb keinen Anspruch auf gleiche Rechte haben, wird wieder aufgekocht. In einem Land, dessen oberstes Gericht nicht mehr müde wird zu betonen, dass Schwule und Lesben genauso behandelt werden müssen wie alle anderen auch, und das deshalb Regierung und Parlament serienweise wegen Verfassungsbruchs verurteilt, wird damit ein längst erreichter juristischer Standard und ein inzwischen vorherrschender gesellschaftlicher Konsens angegriffen. Da wird nicht nur Akzeptanz verweigert, sondern sogar Intoleranz gefördert. Statt den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens wahrzunehmen und politischem wie religiösem Extremismus entgegenzutreten, wird dieser offen unterstützt. Die ARD thematisiert nicht Intoleranz gegen Schwule und Lesben, sondern Schwule und Lesben selbst, als wären die das Problem. Eine Antwort habe ich bisher nicht erhalten.

  4. basti 14. November 2014 um 17:04 #

    „Ich werde das in nächster Zeit ein wenig ausführlicher behandeln, weil ich einen gesellschaftlichen Wandel erahne“

    Der allerdings wieder koservativ wird, gelinde gesagt. So oder so. Oder was denkst du?

    Du bist ja kein links grüner Realitätsleugner.

    Es gibt 2 Möglichkeiten:

    Als Bürger 2. Klasse in einem neuen, nationalen Deutschland oder am Baukran im Kalifat Germanistan.

    Dann solltet ihr euch mal langsam entscheiden.

    Die Verquickung mit Antideutschen, EUSpinnern, Femis und Genderfreaks wird euch das Genick brechen.

    Kennst du die Zeitung Maenner? Der Chefredakteur sieht es genauso.

    Wieso habt ihr nicht einfach nur auf eure Schwulenrechte gepocht ohne 95% der anderen Leute vor den Koffer zu scheissen??

    Die Zeit war günstig bevor ihr es euch verscherzt habt.

  5. Atacama 14. November 2014 um 17:32 #

    @ddbz

    Nein, du kannst auch tolerant sein und in der Minderheit sein. Adrian will sagen, die Mehrheit bestimmt die Verhältnisse und die Sichtweisen von etwas.

    „Ich werde das in nächster Zeit ein wenig ausführlicher behandeln, weil ich einen gesellschaftlichen Wandel erahne.“

    Ich auch, in Richtung Russland.

    • Adrian 14. November 2014 um 23:10 #

      @ Atacama
      „Ich auch, in Richtung Russland.“

      Ja, das ist meine Befürchtung. Kann sein, dass ich mich irre, aber ich spüre in Deutschland eine geistige Abkehr vom Westen.

  6. Atacama 14. November 2014 um 17:37 #

    @ddbz

    In Russland hat sich die Mehrheit dazu entschlossen, Homosexualität nicht zu tolerieren, jedenfalls nicht in einer in irgendeiner Weise sichtbaren Form. Also muss man sich dem unterordnen und verstecken. Oder damit rechnen, von Hooligans und Polizisten schikaniert, vom Arbeitgeber gefeuert und vom Vermieter rausgeworfen zu werden. Selbst wenn ein paar Leute es ok finden und tolerieren oder gar akzeptieren. Ist egal, weil die Mehrheit, insbesondere in der Politik, es nicht toleriert.

  7. fink 14. November 2014 um 18:50 #

    Zu Adrian: „… dass wir mit Missverständnissen leben und lernen müssen mit Vorurteilen umzugehen. Dass wir nicht erwarten können, dass man uns akzeptiert.“

    So weit gehe ich mit. Und ich bin gespannt auf deine weiteren Überlegungen dazu.

    Ich finde den Satz „Toleranz ist etwas, was die Mehrheit der Minderheit gewährt“ in mehrerlei Hinsicht problematisch. Er suggeriert, es sei fast schon eine Art Naturgesetz, dass Mehrheiten mit Minderheiten Probleme hätten, was natürlich mit der Realität nichts zu tun hat. Erstens werden nur ganz bestimmte Minderheiten (und nicht etwa alle) aus ganz bestimmten Gründen marginalisiert. Zweitens wissen wir z.B. aus der Kolonialgeschichte, dass Marginalisierung auch durche eine Minderheit stattfinden kann, wenn die nur genügend Machtmittel in der Hand hat. Drittens gibt es genügend Beispiele dafür, dass auch Minderheiten einiges an Toleranz aufbringen müssen, wenn sie mit Angehörigen der vermeintlichen Mehrheit zu tun bekommen.

    Vor allem aber stört mich hier eines: Es geht ja hier um eine gedankliche Grenzziehung zwischen „wir“ und „die Anderen“. Diese Grenze kann man aber an sehr verschiedenen Stellen ziehen.

    Ich glaube, dass wir uns viele Chancen verbauen, wenn wir wie das Kaninchen auf die Schlange auf eine angebliche „Mehrheitsbevölkerung“ starren, die „uns“ angeblich zumindest latent immer verdammen wird und höchstens gnadenhalber und unter zeitlichem Vorbehalt ein paar Rechte gewährt. Das ist eine sehr lähmende Vorstellung.

    Diese Debatte findet nicht (nur) zwischen Heteros und über Homos statt, sondern es gibt einen ganzen Haufen von Heteros, die sich ebenso für die Rechte von Schwulen, Lesben, trans*- und intersexuellen Menschen einsetzen. Ob das inzwischen eine Mehrheit ist oder nicht, weiß ich nicht, aber vielleicht ist das auch gar nicht die entscheidende Frage. Es geht ja z.B. auch darum, wer das Gesetz, die Menschenrechte, die Ethik, die Verfassung, die Logik usw. auf seiner Seite hat und wer nicht.

    Ich glaube, dass es als politische Strategie zielführender ist, wenn wir uns klarmachen, dass es da auch ein anderes „Wir“ und „Ihr“ gibt, nämlich ein „Wir“, das den Gleichheitsgrundsatz bejaht, die Menschenrechte verteidigt und Akzeptanz verschiedener Identitäten für unumgänglich hält und ein „Ihr“, das das nicht tut. Diese Grenzziehung hat weder mit Mehrheit oder Minderheit zu tun noch mit homo oder hetero.

    • Adrian 14. November 2014 um 23:06 #

      @ fink
      „Ich finde den Satz “Toleranz ist etwas, was die Mehrheit der Minderheit gewährt” in mehrerlei Hinsicht problematisch. Er suggeriert, es sei fast schon eine Art Naturgesetz, dass Mehrheiten mit Minderheiten Probleme hätten, was natürlich mit der Realität nichts zu tun hat.“

      Lass es mich so ausdrücken: Die Mehrheit hat nicht zwangsläufig Probleme mit Minderheiten. Aber es ist relativ leicht für sie, ein Problem mit Minderheiten zu haben.

      Vor allem aber stört mich hier eines: Es geht ja hier um eine gedankliche Grenzziehung zwischen “wir” und “die Anderen”. Diese Grenze kann man aber an sehr verschiedenen Stellen ziehen.“

      Ja. Aber ich denke bei sexueller Orientierung kann man sie relativ leicht ziehen.

      „Ich glaube, dass wir uns viele Chancen verbauen, wenn wir wie das Kaninchen auf die Schlange auf eine angebliche “Mehrheitsbevölkerung” starren, die “uns” angeblich zumindest latent immer verdammen wird und höchstens gnadenhalber und unter zeitlichem Vorbehalt ein paar Rechte gewährt. Das ist eine sehr lähmende Vorstellung.“

      Das mag eine lähmende Vorstellung sein, aber was, wenn sie wahr ist?

      „Es geht ja z.B. auch darum, wer das Gesetz, die Menschenrechte, die Ethik, die Verfassung, die Logik usw. auf seiner Seite hat und wer nicht.“

      Das muss ich Dir widersprechen. Darum geht es letztendlich nicht. Es geht um gesellschaftliche Wert- und Moralvorstellunegn. Und die haben mit Logik, Ethik und der Verfassung nicht unbedingt etwas zu tun. Zumal Ethik ja etwas sehr subjektives ist. Menschenrechte gibt es als Rechtssubjekt seit dem 2. Weltkrieg. Die deutsche Verfassung seit 1949. Hat Homos zu diesem Zeitpunkt nicht geholfen. Denn sowohl Menschenrechte als auch die Verfassung sind abhängig von gesellschaftlichen Wertvorstellungen, vom „Zeitgeist“ sozusagen.

      „Ich glaube, dass es als politische Strategie zielführender ist, wenn wir uns klarmachen, dass es da auch ein anderes “Wir” und “Ihr” gibt, nämlich ein “Wir”, das den Gleichheitsgrundsatz bejaht, die Menschenrechte verteidigt und Akzeptanz verschiedener Identitäten für unumgänglich hält und ein “Ihr”, das das nicht tut.“

      Was aber, wenn Homosexualität nicht mehr als eine Frage des Gleichheitsgrundsatzes und der Menschenrechte gesehen wird?

  8. basti 14. November 2014 um 19:28 #

    @ Atacama

    Und mit Russland könnt ihr noch froh sein. Immerhin bleiben homosexuelle Handlungen straffrei.

    Könnte auch Saudi Arabien werden wenn ihr so weitermacht.

    Ihr wolltet Deutschland abschaffen? Dann werdet ihr zuerst abgeschafft.

    Aber immerhin verkennt ihr nicht die Realität.

    Ich finde Multikulti mittlerweile richtig gut, das hat den Laden hier ein bisschen aufgemischt.

  9. Leonie 14. November 2014 um 19:37 #

    Ich hab die Leute noch nie verstanden, die ein Problem mit schwulen oder lesbischen Paaren haben. Das greift doch die eigene Heterosexualistät in keinster Weise an.

    Schade, dass Schwule und Lesben nicht überall massenhaft schmusen – dann würde sich „die Mehrheit“ vielleicht mehr daran gewöhnen, das ebenso normal zu finden wie Hetero-Paare.

  10. Atacama 14. November 2014 um 21:16 #

    @basti

    @ Atacama

    „Und mit Russland könnt ihr noch froh sein. Immerhin bleiben homosexuelle Handlungen straffrei.“

    Aber nicht lebbar in der Praxis.
    Oder wie würdest du heterosexualität leben in einem Land wo Heterosexualität zwar erlaubt ist, du aber verkloppt wirst, wenn du eine Frau ansprichst, keine Wohnung findest, wenn du sie mit einer Frau beziehst, keine Discos besuchen kannst in der Männer und Frauen sich treffen, weil sie ständig von schwulen Hooligans aufgemischt werden und du niemandem davon erzählen darfst, dass du hetero empfindest ohne deine Familie und deinen Job zu verlieren.

    „Könnte auch Saudi Arabien werden wenn ihr so weitermacht.“

    Wie weitermacht?

    „Ihr wolltet Deutschland abschaffen? Dann werdet ihr zuerst abgeschafft.“

    Man kann Homosexuelle nicht abschaffen.

    Ach weisst du, du bist einfach unbelehrbar. Ich glaube mittlerweile, du wünscht dir wirklich solche Zustände weil du einfach was gegen Homosexualität hast. Deshalb kann man es dir auch nicht Recht machen, sobald dir etwas nicht passt, kommst du mit existentiellen „Drohungen“ um die Ecke. Wurdest du als Kind von irgendeinem Onkel betatscht oder woran liegt das?

  11. Atacama 14. November 2014 um 21:18 #

    Falls du damit auf Multikulti anspielst und auf die baldige Herrschaft der Ausländer – es gibt in Deutschland sogut wie keine Saudi Arabischen Einwanderer. Und bei den Marrokkaner, Tunesier, Türken und Libanesen, die die Mehrheit der orientalischen EInwanderer bilden, gibt es keine Todesstrafe für Homosexualität.

  12. basti 14. November 2014 um 23:12 #

    Oder wie würdest du heterosexualität leben in einem Land wo Heterosexualität zwar erlaubt ist, du aber verkloppt wirst, wenn du eine Frau ansprichst

    Ich sag nur Aufschrei….bald ist es hier so weit. Oder der feministische Müll an amerikanischen Unis.

    Multikulti find ich gut weil der deutsche Michel langsam aufwacht und anfängt auf die Strasse zu gehen.

  13. derdiebuchstabenzaehlt 15. November 2014 um 00:58 #

    @ Ralf

    „In einem Land, dessen oberstes Gericht nicht mehr müde wird zu betonen, dass Schwule und Lesben genauso behandelt werden müssen wie alle anderen auch, “

    Was soll das denn für ein Land sein?

    @ Atacama

    Wenn ich die Macht hätte, würde ich bestimmen was mut Schwulen und Lesben ist, nicht die Mehrheit. Nicht eine Mehrheit entscheidet, sondern der die Macht hat sagt wo es lang geht! Daher ist auch so betrachtet der Mehrheitssatz Unsinn …

  14. Anand Buchwald 15. November 2014 um 01:59 #

    Mag ja sein, dass küssende Schwule für manche Menschen ein Fall von „Tolerierung“ sind. Es mag auch sein, dass das Viele sind und diese die Demokratie der Mehrheit durchsetzen könnten. Das heißt aber nicht, dass das richtig ist – weder gesellschaftlich noch rechtlich noch demokratisch. Die Demokratie ist nicht für die Mehrheit da, sondern für alle Menschen. Sie ist allen gegenüber verpflichtet. Für die Erlangung von sozialem Frieden muss sie sich einsetzen. Dazu ist es aber nötig, dass sich jeder ausdrücken und entfalten kann. Das führt zu einer Zwickmühle, denn auch Nazis und Homophobiker können dieses Recht für sich in Anspruch nehmen. Die Lösung besteht darin, die Fähigkeit zu fördern, andere zu verstehen. Ich verstehe Heteros und Nazis usw. bis zu einem gewissen Grad, denn ich bin in einer reinen Heterowelt aufgewachsen und erlebe Heterosexualität in allen möglichen Formen und Varianten jeden Tag auf’s Neue, ohne dabei gravierenden Schaden zu nehmen, oder meine Toleranzgrenze ankratzen zu müssen, und auch die psychologischen Hintergründe des Faschismus sind mir nicht so ganz fremd. Was aber irgendwie fehlt, ist das Verständnis der anderen Seite. Da gibt es noch gewaltigen Nachholbedarf, denn es ist schwierig eine Diskussion zu führen, wenn der Informationslevel der diskutierenden Parteien so extrem unterschiedlich ist. Wenn sich zwei Männer in der Öffentlichkeit küssen, dann ist das schon mal ein Ansatz, um den „Informationslevel“ zu heben.
    Davon abgesehen, sollte man sich immer freuen, wenn sich zwei Menschen mögen und dies auch zeigen, den Kälte, Hass und Unfreundlichkeit gibt es auf der Welt genug. Jeder Ausdruck von Liebe ist wichtig, um die Liebe zu mehren. Wenn jemand Probleme mit küssenden Schwulen hat, dann hat der wohl auch Probleme mit der Liebe, oder mit der Abwesenheit derselben in seinem Leben.

  15. Atacama 15. November 2014 um 02:33 #

    @basti

    „Oder wie würdest du heterosexualität leben in einem Land wo Heterosexualität zwar erlaubt ist, du aber verkloppt wirst, wenn du eine Frau ansprichst“

    In Deutschland wird man also verkloppt, wenn man eine Frau anspricht. Du meine Güte. Das war mir neu.
    Jetzt wird es aber wirklich langsam Zeit, die Schwulen ein bisschen an die Leine zu legen, damit das aufhört.
    Wann ist dir das denn passiert? Und was hat die Polizei gesagt, die ja mit Sicherheit vom Nozarzt verständigt wurde, der dich zur Untersuchung oder Behandlung, abhängig vom Verletzungsgrad, ins Krankenhaus gebracht hat. Und hat man den oder die Täter ausfindig machen können? Falls ja, halte mich bitte auf dem Laufenden, ich würde gerne wissen, wie der Gerichtsprozess ausging.
    Oder hast du keine Anzeige wegen Körperverletzung erstattet? Solltest du auf jeden Fall tun. Man darf solche feigen Verbrecher nicht davon kommen lassen.
    Wenn die Polizei dich nicht ernst nehmen sollte, solltest du dich an die Medien wenden. Es müssen ja nicht die klassischen Gehirnwäschemedien sein. Du könntest dich z.B an den Kopp Verlag wenden, da bekommst du sicher ein offenes Ohr, metaphorisch, nicht wörtlich.
    Ich hoffe, du verarbeitest diese schreckliche Erlebnis gut.

  16. Ralf 15. November 2014 um 11:49 #

    @ derdiebuchstabenzählt

    Da es Dir offenbar so fern liegt: Das Land heißt Deutschland. Seine Regierung und sein Parlament wurden inzwischen mehrfach vom Bundesverfassungsgericht wegen Verfassungsbruchs verurteilt, und in den Urteilsbegründungen steht stets das selbe: Ungleichbehandlung von Schwulen und Lesben mit Heterosexuellen ist mit dem Grundgesetz unvereinbar. Genau davon distanziert sich die ARD, indem sie die Frage nach der Normalität aus der Mottenkiste holt, von Schwulen und Lesben Toleranz für Intoleranz bzw. ein anderes Verhalten in der Öffentlichkeit fordert als von Heten und dem berüchtigten Schwulenhasser Matussek eine europaweit empfangbare Bühne bietet, seine dumpfen Stammtischparolen zu verbreiten. Der Kurs der ARD geht stramm nach rechts außen, und das bezahlt aus öffentlichen Abgaben.

  17. derdiebuchstabenzaehlt 15. November 2014 um 12:24 #

    @ Ralf

    Deine Behauptung war, ein Gericht werde nicht müde zu fordern, Homos so zu behandeln wie alle anderen auch. Wo kann ich ein entsprechendes Urteil nachlesen? Also nicht nur Einzelaspekte, sondern allgemein …

    Die ARD muss Deiner Meinung nach wohl befürchten vom Rand der Welt zu fallen. In diesem Fall ist es wohl der rechte Rand … ganz weit aussen.

    „berüchtigten Schwulenhasser Matussek “ Hihi … Hast Du heute einen schlechten Tag, oder übertreibst Du immer so extrem?

  18. petpanther 15. November 2014 um 13:39 #

    @Anand Buchwald

    Was ist das denn für pseudo-antifaschistisches faschistisch unsinniges Gebrabbel?

    Menschlich erschreckend.

    Allein

    “ Ich verstehe Heteros und Nazis usw. bis zu einem gewissen Grad, denn ich bin in einer reinen Heterowelt aufgewachsen und erlebe Heterosexualität in allen möglichen Formen und Varianten jeden Tag auf’s Neue, ohne dabei gravierenden Schaden zu nehmen, …“

    Schon mal was von Grenzüberschreitung, Nötigung etc. gehört?

    Mich stört es genauso, wenn ich gezwungen werde (nicht ausweichen können, wie in einer U-Bahn) sexuelle Handlungen mit anzusehen. Hetero oder Homo, das ist mir dabei egal.

    Fremden seine Intimitäten reinzuhängen oder aufzudrängen ist zudringlich und wird als solches auch wahrgenommen. Nicht nur bei sexuellen Handlungen. Z.B. auch bei mobilen Telefongesprächen etc.

    Wie wäre es denn mit dem Konzept gegenseitig achtenden höflichen Umgangs miteinander ohne sich aufzuzwingen zu müssen und das gar noch als „befreiend“ und „tolerant“ zu empfinden. Ebenfalls Homo oder Hetero. Das ist übrigens schon älter und hat sich bewährt.

    Zu „unprogressiv“ ?

  19. Ralf 15. November 2014 um 19:32 #

    @ derdiebuchstabenzählt

    Geh auf die Seite des Bundesverfassungsgerichts und lies Dir die Urteile durch, die es in den letzten Jahren gegen Schlechterstellung und Benachteiligung von Schwulen und Lesben gefällt hat. Alle Begründungen enthalten den Verweis auf Art. 3 I GG und stellen klar, dass das Gleichbehandlungsgebot auch für Schwule und Lesben gilt und deren sexuelle Orientierung keine Ungleichbehandlung rechtfertigen kann.

  20. derdiebuchstabenzaehlt 15. November 2014 um 22:01 #

    @ Ralf

    Entschuldige, aber wo steht im Grundgesetz das Gleichbehandlungsgebot? Ich glaube Du verstehst da was falsch …

  21. udopsi 15. November 2014 um 23:22 #

    Lieber Adrian:

    1. Der Link vom HR ist abgelaufen. Hier in der ARD Mediathek: http://www.ardmediathek.de/tv/horizonte/Der-Tanz-um-die-Toleranz/hr-fernsehen/Video?documentId=24737488&bcastId=3474872

    2. Du schreibst: “Wenn die Mehrheit wollte, könnte sie uns in der Faust zerquetschen. Es wäre ganz gut, wenn man sich das immer mal wieder bewusst macht.” Und: “Ich werde das in nächster Zeit ein wenig ausführlicher behandeln, weil ich einen gesellschaftlichen Wandel erahne.”

    So ein Unfug! Du erahnst falsch. Weil ein paar Hinter/schwarz/wäldler keine Ahnung vom Tuten und Blasen [hihi] haben und die stockkonservative FAZ und der nicht für Progressives bekannte HR ein paar abschreckende Geschichten in den Äther blasen siehst du einen [ominösen und wohl negativen] gesellschaftlichen Wandel. Das halte ich für nicht nur flüchtig übertrieben, sondern auch für unverhältnismässig und unvorsichtig. Das Klima der Debatte mag in einigen Bereichen hart sein, aber dass nun ein breiter gesellschaftlicher Konsens zu nicht-Heteros wegbricht, der sich in den letzten Jahrzehnten in allen [!] westlichen Gesellschaften etabliert hat, finde ich einfach nicht nachvollziehbar. Die HR-Sendung, von der dir anscheinend das Nachthemd so schlackert, wedelt nur so mit Matussek, Scharia-Polizei, und den beiden großen Konfessionen und deren Moralvorstellungen. Das kannst du doch nicht ernst nehmen. So eine Hasenfüssigkeit hätte ich dir nicht zugetraut…

    Zu Ralf: Art 3 GG (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

    • Adrian 15. November 2014 um 23:53 #

      @ udopsi

      zu 1. Danke. Hab es korrigiert.

      zu 2. Es geht mir hierbei nicht speziell um die Themenwoche oder um die HR-Sendung, eher um eine subjektiv empfundene Änderung im gesellschaftlichen Tonfall. Vielleicht hab ich unrecht.

  22. udopsi 16. November 2014 um 00:27 #

    Tja, mit subjektiven Empfindungen kann man nicht argumentieren… Woher kommt denn das Bauchgefühl über den Tonfall? Von Mutti? Von Matussek?

  23. udopsi 16. November 2014 um 00:44 #

    A smiley in political discussion… that’s a first.
    Vielleicht ein ermunternder Fakt um dich vom dunklen Pfad des befürchteten Wandels abzubringen: Die Gesellschaft entwickelt sich weiter, trotz Rückschlägen. Je mehr Menschen nicht-Heteros kennenlernen, desto weniger Vorurteile haben Sie [surprise surprise]; ein Prozess, der sich nicht umkehren lässt und der sich stetig fortsetzt, selbst im Oberschwarzwald.

    http://www.gallup.com/poll/118931/Knowing-Someone-Gay-Lesbian-Affects-Views-Gay-Issues.aspx

    • Adrian 16. November 2014 um 00:49 #

      @ udopsi
      „ein Prozess, der sich nicht umkehren lässt „

      Das bezweifel ich.

  24. udopsi 16. November 2014 um 00:52 #

    Warum nur? Bist du so empfänglich für die subkutanen Schwingungen der Gesamtgesellschaft? Trotz aller ‚harten Zeiten‘ sehe ich nirgends einen Wandel zum Schlechteren, nicht mal am Horizont.

    • Adrian 16. November 2014 um 00:55 #

      @ udopsi
      „Trotz aller ‘harten Zeiten’ sehe ich nirgends einen Wandel zum Schlechteren, nicht mal am Horizont.“

      Nicht? Wir wäre es mit Russland? Die waren nach der „Wende“, was Toleranz für Homos angeht, schon weiter und sind zurückgefallen. Und der Einfluss Russlands in Deutschland wird, fürchte ich, wachsen.

  25. udopsi 16. November 2014 um 01:04 #

    Sorry, auch wenn du Blogowner bist [und ich die Ironie dir auf dem libertären Blog zu widersprechen sehr genieße], aber das finde ich an den Haaren herbeigezogen. Wo siehst du einen Einfluss Russlands in Deutschland? Auf die Gesamtgesellschaft? Auf Homo-Rechte? Deutschland ist nicht Russland, und es wird weitergehen. Selbst in Italien wird über die Lebenspartnerschaft diskutiert. Diesen Prozess sehe ich nicht stoppen. Russland hat deutlich einen anderen Weg eingeschlagen als andere Transformationsländer, aus bestimmten Gründen.

    • Adrian 16. November 2014 um 01:05 #

      @ udopsi

      Nun, ich hoffe Du hast recht.

  26. udopsi 16. November 2014 um 01:10 #

    Ich kann dich beruhigen, ich habe immer Recht. : )

    • Adrian 16. November 2014 um 01:12 #

      @ udopsi
      Möglicherweise. Selbst der Ku Klux Klan wird homofreundlich. Wenn das kein hoffnungsvolles Zeichen ist.

  27. udopsi 16. November 2014 um 01:15 #

    nice. Zum Abschluss:

    http://kimjongmerkellookingatthings.tumblr.com

  28. HansG 16. November 2014 um 07:08 #

    @Adrian & @udopsi

    Die Entwicklung in Russland sowie Dampfplauderer wie Matussek oder Marx können natürlich dafür sorgen, dass ihre Meinungsanhänger Morgenluft schnuppern. Die Diskussion könnte, zumindest in Teilen, härter werden. Dazu kommt noch, dass man Schwulen- und Lesbenverbände leicht in die Reihen der »Opferverbände« einreihen kann.

    Nun wurde und wird seit Jahren, ganz allgemein, immer stärker auf die Tränendrüse gedrückt. Was in Maßen gut funktioniert wird auf Dauer alltäglich. Selbst Kinder machen früher oder später die Erfahrung, dass Jammern sie nicht mehr weiter bringt und im Gegenteil die Responsivität nachlässt. »Du bist Opfer? Schlecht für dich. Stell dich hinten an!«

    Einen ernstzunehmenden und begründbaren Backlash sehe ich allerdings, zumindest im Bezug auf Homo-Rechte auch nicht. Jetzt kann man allerdings auch nicht behaupten, dass insbesondere die Schwulenrechte in den letzten Jahrzehnten schnelle Fortschritte gemacht hätten. Lesben wurden seit jeher weniger verfolgt und ausgegrenzt. Daneben profitieren sie zusätzlich von den heute allgegenwärtigen Frauenförderungen. Einen Schwulen ohne Konsequenzen zu diskriminieren dürfte erheblich einfacher sein als eine Lesbe. Hier greift zur Not irgendeine Regelung gegen Frauendiskriminierung.

    Ich sehe hier wie udopsi eine stetige Entwicklung zu einer vollständigen rechtlichen Gleichbehandlung. Aber auch aufgrund der allgemeinen Nebenumstände eine Verlangsamung des Prozesses.Daher denke ich, dass, gerade für Schwule, der Zeitpunkt gekommen ist unaufgeregte Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben.Opfer haben wir mehr als genug. Und warum sollten die Menschen für rationale Argumente nicht empfänglich sein?

  29. Ralf 16. November 2014 um 10:26 #

    @ derdiebuchstabenzählt

    Das Gleichbehandlungsgebot steht -wie schon gesagt (lesen, was ich schreibe!)- in Art. 3 I GG. Ausgelegt und auf Schwule und Lesben angewandt hat es das Bundesverfassungsgericht. Wenn Dir das Grundgesetz und die hierzu ergangenen Urteile des höchsten Gerichts nicht reichen, kann ich Dir auch nicht helfen. Frau Merkel ignoriert Verfassung und Verfassungsgericht auch, da bist Du in guter Gesellschaft. Für sie gilt nicht das Grundgesetz, sondern ihr „Bauchgefühl“.

  30. derdiebuchstabenzaehlt 16. November 2014 um 12:16 #

    @ Ralf

    Dort ist kein Gleichbehandlungsgebot.

    Ausserdem wäre mir ein solches wurst! Ich behandle Menschen nicht gleich und verlange dies auch nicht von anderen. ZB kommt mir kein Mann ins Bett und damit habe ich kein Problem und da stehe ich auch zu. Sogar vor einem Richter würde ich das so machen. Da kannst Du im GG gefunden haben wollen was Du immer meinst gefunden zu haben.

    Übrigens bin ich auch gegen eine Gleichstellung von Schwulen und Lesben, wie ich gegen jede Gleichstellung bin.

  31. Ralf 16. November 2014 um 18:44 #

    @ derdiebuchstabenzählt

    Art. 3 I GG lautet: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Verfassungsrechtler nennen diesen Satz das Gleichbehandlungsgebot.

    Vielen Dank übrigens für Dein unmissverständliches Bekenntnis gegen den Gleichheitsgedanken, der 1789 ein Grundpfeiler der Französischen Revolution war und seither unabdingbar zur modernen freiheitlichen Demokratie gehört. Er hat übrigens nichts mit Deinen Sexgewohnheiten zu tun, sondern damit, dass niemand -unter welchem Vorwand auch immer- bevorzugt oder benachteiligt werden darf. Dies gilt, um zum Anlass dieser Diskussion zurückzukehren, auch für öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten, die von Schwulen und Lesben eine Zurückhaltung fordern, die Heten zu empfehlen ihnen nie in den Sinn käme.

  32. derdiebuchstabenzaehlt 16. November 2014 um 21:27 #

    @ Ralf

    Verfassungsrechtler nennen das Gleichbehandlungsgebot? Schön, dann sollen diese dollen Hechte sich erstmal um ihre Verfassung kümmern, die nämlich selber nix von Gkleichbehandlung hält – siehe Wehrpflicht auch für schwule Männer, aber nie für lesbische Frauen. Entweder bin ich blöde oder diese Verfassungsrechtler reden Unsinn!

    Zähl Du erstmal die abgeschlagenen Köpfe im Namen Deiner super Revolution, der französischen. Dann sehen wir weiter.

    Homosein ist für Dich Sexgewohnheit? Ernsthaft?🙂

    Hälst Du wirklich ALLE Menschen für gleich? Glaub ich nich.

  33. Blub 20. November 2014 um 21:02 #

    @Ralf: Aber Achtung, juristisch gilt nur, dass gleiches gleich behandelt werden muss, ungleiches darf aber auch gerne ungleich behandelt werden. Es kommt daher stark darauf an, was im jeweiligen Kontext gleich heisst.

    Ich hab übrigens die gleichen Gefühle wie Adrian. Die linke Multikulti-Toleranz-Welt ist am Ende, nachhaltig war sie nie und wir erleben das Scheitern. Ich denke aber, dass eine gewisse Akzeptanz von Homosexualität im Westen verankert ist und das erstmal halten wird, so lange wir als Teil des Westens erhalten bleiben.

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