Wozu die Aufregung?

15 Nov

Bin ich eigentlich der einzige Homo, der sich über die Plakate der ARD „Themenwoche Toleranznicht aufregt?

(Quelle: Bayerischer Rundfunk)

11 Antworten to “Wozu die Aufregung?”

  1. Ralf 15. November 2014 um 11:39 #

    Hm… wenn ja, dann solltest Du Dich vielleicht erklären.

  2. Ralf 15. November 2014 um 11:51 #

    Na ja… warum regst Du nicht auf? Was z.B. mich aufregt, schreibe ich in der vorangehenden Diskussion.

    • Adrian 15. November 2014 um 12:00 #

      @ Ralf
      „Na ja… warum regst Du nicht auf?“

      Weil ich keinen Grund sehe mich aufzuregen. Die ARD stellt Fragen, die Teil des gesellschaftlichen Diskurses sind.

  3. fink 15. November 2014 um 13:00 #

    zu Adrian: “ Die ARD stellt Fragen, die Teil des gesellschaftlichen Diskurses sind.“

    Das stimmt, das ist aber nicht das Problem. Teil des gesellschaftlichen Diskurses sind auch Aussagen wie „Die Juden haben zu viel Einfluss“ oder „Behinderte sollte man vor der Geburt abtreiben“. Auch wenn es (leider) notwendig ist, über solche Aussagen zu diskutieren, muss man nicht ausgerechnet solche verletzenden Aussagen in den Mittelpunkt einer Kampagne stellen.

    Es hätte dazu wesentlich bessere Alternativen gegeben. Man hätte beispielsweise Opfer von Intoleranz schlagwortartig erzählen lassen können, mit welchen Problem sie zu tun haben. Also die Diskriminierten zu Wort kommen lassen, statt ÜBER sie zu reden, als ginge es darum, ihnen gnadenhalber Toleranz zu „schenken“ oder eben nicht. Es geht u.a. um die Frage, wessen Perspektive hier in den Vordergrund gestellt wird.

    Das Üble an der Kampagne ist für mich, dass hier der Eindruck erweckt wird, das Problem seien die Diskriminierten und nicht die Diskriminierung.

    Ich habe das in meinem Blog noch etwas ausführlicher (und sarkastischer) erklärt:
    http://derzaunfink.wordpress.com/2014/11/12/diskriminierte-als-zumutung-die-toleranzwoche-in-der-ard/

    • Adrian 15. November 2014 um 16:11 #

      @ fink
      Mich verletzen diese Aussagen nicht. Und ich kann auch nicht erkennen, dass der Eindruck erweckt wird, das Problem seien die Diskriminierten.

  4. m 15. November 2014 um 14:22 #

    Ich könnte mich darüber aufregen, dass der weiße, heterosexuelle Mann fehlt. Denn dieser gehört (gefühlt) längst in diese Reihe. ^^

  5. Ralf 15. November 2014 um 18:26 #

    Nein, Adrian, diese Frage ist eben bisher nicht Teil des gesellschaftlichen Diskurses gewesen. Wir leben 2014, und es geht um die volle rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz. Ob wir „nicht normal“ seien mit allen sich daran anschließenden Diskriminierungsmöglichkeiten, das war Thema in den 50er und 60er Jahren und wurde zuletzt nur noch von unverbesserlichen Amtskatholiken, Moslemfundamentalisten, Nazis und ganz wenigen CDU/CSU-Rechtsauslegern wiedergekäut. Erst im Zuge der Schulaufklärungsprojekte regen sich wieder politische und religiöse Extremisten in größerer Zahl und öffentlichkeitswirksam, um uns als Perverse zu diffamieren, vor denen Kinder geschützt werden müssen (das erinnert verdächtig an das Märchen vom „Jugendschutz“, den einst der § 175 darstellen sollte). Diesem Mob schließt sich die ARD an, indem sie nicht dessen Intoleranz thematisiert, sondern Schwule und Lesben als Problem hinstellt. Die Frage, ob unsereiner nicht doch abnorm sei (mit der Folge, dass man uns dann ja mit Recht schlechterstellen dürfe), sucht alles zu widerlegen, was bisher an Normalisierung zu unseren Gunsten rechtlich und gesellschaftlich gelaufen ist. Dazu passt, dass der HR ins Horn derjenigen stößt, die die Mär von der angeblich aggressiv in der Öffentlichkeit ausgelebten Sexualität beschwören, und dazu passt auch, dass der „bekennende Katholik“ (d.h. bekennende Schwulenhasser) Matussek 30 Minuten Sendezeit erhält, um dem Publikum Intoleranz zu predigen. All das schleudert auf einen Stand zurück, auf dem gar nicht mehr Akzeptanz gefordert werden darf, sondern auf dem schon eine Mäßigung der Intoleranz als Gnade erscheint. Hinzu tritt, aber das nur nebenbei bemerkt, dass das „Problem“ Schwule und Lesben auf einer Ebene mit Fettleibigkeit und Kinderlärm abgehandelt wird (man sehe sich die Zusammenstellung des Themenwochenprogramms mal genau an). Wir erleben gerade die dreckigste und erste wirklich auf der Straße ausgetragene heterosexistische Kampagne, die es in der Bundesrepublik je gegeben hat, und das öffentlich-rechtliche Fernsehen stellt sich auf die Seite des Pöbels. Wer sich da nicht aufregen kann, entschuldige, Adrian, merkt nicht, was läuft. 1970 hieß es, dass nicht der Homosexuelle pervers sei, sondern die Situation, in der er lebt. 2014 sollen die seither stattgehabten Verbesserungen abrupt gestoppt, wenn nicht zumindest in weiten Teilen rückgängig gemacht werden. Die ARD hat sich entschieden, da mitzumachen statt gegenzusteuern.

    • Adrian 15. November 2014 um 22:50 #

      @ Ralf
      „Wer sich da nicht aufregen kann, entschuldige, Adrian, merkt nicht, was läuft.“

      Na schön. Was läuft denn?

      „2014 sollen die seither stattgehabten Verbesserungen abrupt gestoppt, wenn nicht zumindest in weiten Teilen rückgängig gemacht werden. Die ARD hat sich entschieden, da mitzumachen statt gegenzusteuern.“

      Dafür fehlt mir der Beweis.

  6. derdiebuchstabenzaehlt 15. November 2014 um 22:12 #

    @ Ralf @ fink

    Ich weiß ja nicht in welcher Welt ihr lebt, aber soviel Verfolgungswahn kann ja nicht schön sein.

    @ Ralf

    Lies Dir Deinen Kommentar mal in Ruhe durch und frage Dich auf welcher Seite sich wohl Hass aufbaut. Zumindest nicht nur bei den von Dir überall gesehenen Homohassern. Du übertreibst Deine moralische Empörung gewaltig. Andere Meinungen magst Du überhaupt nicht tolerieren?😦

  7. Ralf 16. November 2014 um 10:19 #

    Man kann sich natürlich blind und taub stellen, und man kann -wie die ARD und derdiebuchstanbezählt es wünschen- Intoleranz tolerieren. In Frankreich tönt Sarkozy schon, er werde bei einer Rückkehr ins Präsidentenamt Schwulen und Lesben die Ehe wieder verbieten. Vielleicht erinnern wir uns mal daran, dass die homofeindlichen Demos, die wir gegenwärtig erleben dürfen, aus Frankreich stammen. Während die schwule Welt sich endlos mit der Gespensterdiskussion um angeblich schwule Fußballer beschäftigt und ihre selbsternannte Interessenvertretung LSVD nicht müde wird, um Audienzen in Bischofspalästen und Moscheen zu betteln, bereitet sich scheinbar unbemerkt die Rolle rückwärts vor. Wer darauf hinweist, leidet unter Verfolgungswahn…

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