Acht Jahre: Quo vadis, GayWest? (Adrian)

29 Nov

Heute vor acht Jahren ging GayWest online. Unser erster Beitrag damals lautete:

Will man sich im Netz über schwule Themen informieren, scheint einfach alles vertreten: Parteien aller Art einschließlich Extremisten von rechts bis links, Monarchisten, Hanfanhänger, Papstgegner und -fans, Gewerkschaften und Antimilitaristen, Fans der terroristischen Volksrepublik Nordkorea usw. Nur eins fehlt: Eine liberale Stimme.

Here we are! Ab sofort findet Ihr hier Beiträge von schwulen Liberalen, liberalen Schwulen, Freunden von Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft. Genug der Worte.

Acht Jahre sind eine lange Zeit im schnelllebigen Zeitalter sozialer Medien. Vieles von dem, was in unseren Archiven geschrieben steht, halte ich auch weiterhin für richtig. Manches würde ich so nicht mehr vertreten wollen. Auch kürzlich geschriebenes.

Ich, Adrian, schreibe was mich beschäftigt. Was mich berührt. Was mich aufregt. Was mein Herz mir sagt.

Mit dem Herzen zu schreiben ist oftmals gut. Doch es hat auch einen Nachteil. Denn Herzen sind tückisch. Sie können den Verstand vernebeln. Sie können einen zu Äußerungen veranlassen, die man hinterher bedauert. Die man im Nachhinein anders schreiben würde.

In jüngster Zeit bemerken ich, und andere, einen interessanten Trend in diesem Blog. Es kommentieren fast nur noch Antifeministen, „Maskulisten“ und „Männerrechtler“. Das ist alleine meine  Verantwortung. Ich beschäftige mich viel mit diesem Thema. Womöglich zuviel. Womöglich exzessiv. Womöglich ausufernd. Ist es das wert? Ist das nur ein Versuch akzeptiert zu werden? Einem Trend hinterherzujagen? Wer bleibt dabei auf der Strecke?

Ich danke all unseren Lesern, die uns die Treue gehalten haben. Wie es mit dem Blog weiter geht, weiß ich nicht. Ich muss erst einmal gründlich nachdenken.

Wir werden sehen…

7 Antworten to “Acht Jahre: Quo vadis, GayWest? (Adrian)”

  1. lalibertine 29. November 2014 um 12:05 #

    Also ich bin keine Maskulistin (?) und lese trotzdem gerne Gay West🙂 Zweifel am Sinn und Unsinn des eigenen Tuns gehören zu einem guten Blogger dazu. Es macht aber auch gerade den Reiz von Blogs aus, dass Blogger ihrem Herzen folgen können und nicht nur Texte veröffentlicht werden, die von Chefredakteuren und Redaktionskonferenzen abgesegnet sind. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn es hier weitergeht.

  2. Ralf 29. November 2014 um 16:45 #

    Nu ja… ich bin weder Antifeminist (obwohl ich mich manchmal gegen die dümmsten Auswüchse von Feminismus und Genderideologie wende), noch bin ich Maskulinist, dafür bis ich schon immer zu feminin, wenn ich auch mit zunehmendem Alter eine gewisse Maskulinisierung an mir beobachte. Mit Sicherheit kann ich aber sagen: Gäb’s Gaywest nicht mehr, mir würd was fehlen.

  3. Christian - Alles Evolution 29. November 2014 um 20:03 #

    Schönes Jubiläum und hoffentlich viele weitere Artikel

  4. Hans-Georg 29. November 2014 um 21:36 #

    Erstmal meine Glückwünsche zum Geburtstag von Gaywest.
    Mit dem Herzen schreiben, auch wenn das Herz auf der Zunge, bzw. in diesem Fall in den Fingerspitzen liegt, macht doch ein Blog aus.
    Manchmal sollte man vielleicht eine Nacht darüber schlafen um erst dann ein Thema im Blog aufzugreifen. Anderseits erkennt man in der Spontanität doch das, was den Menschen, sprich Blogger, so richtig bewegt – auch wenn es manchmal provokant ist. Und was wäre die Welt, wenn wir nicht mehr provizieren würden?! Hier in Deutschland dürfen wir das. In anderen Ländern wäre es uns verboten.
    Adrian, mach weiter so! Du rührst hier Themen auf, die zumindest an mir sonst vorbeigehen würden!

  5. Seitenblick 30. November 2014 um 12:03 #

    Erst mal Glückwunsch zu den acht Jahren.

    >Womöglich zuviel. Womöglich exzessiv. Womöglich ausufernd. Ist es das wert?
    Ich glaube, du hast damit aber auch für etwas mehr Verständnis zwischen Hetero- und Homo-Männern gesorgt. Das ist doch schon mal was, finde ich.

    > Ich muss erst einmal gründlich nachdenken.
    Wünsche gute Ergebnisse.

  6. Graublau 30. November 2014 um 15:43 #

    „Es kommentieren fast nur noch Antifeministen, “Maskulisten” und “Männerrechtler”. Das ist alleine meine Verantwortung. Ich beschäftige mich viel mit diesem Thema. Womöglich zuviel. Womöglich exzessiv. Womöglich ausufernd. Ist es das wert? Ist das nur ein Versuch akzeptiert zu werden? Einem Trend hinterherzujagen? Wer bleibt dabei auf der Strecke?“

    Ich habe da zwei Hinweise, die beide gleichzeitig zutreffen können:

    1. Deine Äußerungen über Frauen allgemein halte ich für nicht hilfreich. Du warst da schon einmal besser, weiter, und hattest das auch selbst schon einmal so im Blog geschrieben. (Es würde allerdings mehr Text erfordern, das genauer zu erklären.)

    2. Es ist aus meiner Sicht nicht verwunderlich, dass Du als Libertärer gut bei den Männerrechtlern „andocken“ kannst. Denn die politische Linke ist i.a. profeministisch oder in feministischer Geiselhaft, und die wenigen, die dem entkommen und die man vielleicht als „linksliberal“ etikettieren kann (Arne Hoffmann etwa), haben überhaupt kein Problem, sich mit Leuten bei einem bestimmten Thema zusammenzutun, selbst wenn man politisch in vielerlei Hinsicht eine völlig andere Meinung hat.

    Die politische Rechte ist interessanterweise in weiten Teilen ebenfalls profeministisch unterwegs (vielleicht, um nicht als „reaktionär“ gebrandmarkt zu werden), wenn auch nach meinem Eindruck wenig enthusiastisch. Man tut es, weil das angesagt ist. Hier wird ein „Rückabwickeln von radikalfeministischen Auswüchsen“ zu schnell verquickt mit einem Rückabwickeln von generell gesellschaftlichem Fortschritt – also genau das, was man Feminismuskritik allgemein vorwirft.

    Karen Straughan etwa wurde von der Libertären Partei eingeladen; Leute wie „That Guy T“ und Julie Borowski sind Libertäre… bei solchen Leuten sind „Einschränkungen der Freiheit im Namen des gesellschaftlichen Fortschritts“ am wenigsten zu machen, die sind also am schnellsten alarmiert.

    „Männerechtler“ sind im Moment anti-mainstream… da ist jeder Beitrag interessant, der nicht dem Mainstream entspricht. Da kann man sich schlecht darauf beschränken, nur Leute mit der exakt gleichen Meinung zu suchen. Dass einem das eine Menge diskussionsfreudiges Publikum ins Blog spült, muss jetzt nicht das schlechteste sein, was einem passieren kann.

    (Ich sehe mich ja selbst nicht als Männerrechtler, dafür bin ich nicht entschieden genug und auch nicht aktiv; ich finde nur die Themen überhaupt mal interessant.)

  7. CK 30. November 2014 um 22:49 #

    Seit wann bin ich Antifeminist? Allenfalls anti-Radikalfeminismus. Und ich finde ich sowohl Karen Straughan (libertarian MRA) als auch Cathy Reisenwitz (libertarian feminist) interessant.

    GayWest muss bleiben, allerdings sensibler werden, was sexuelle Belästigung von Frauen, Vorurteile gegenüber Frauen, „Rape Culture“ usw. angeht.😉

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