Kein Zweifel?

18 Feb
Was erhoffe ich vom Bildungsplan?
– Akzeptanz.
Warum trete ich für den Bildungsplan ein?
– Weil sich die Mehrheit der von mir wahrgenommenen Gegner des Bildungsplanes schwulenfeindlich artikulieren.
Kommen mir Zweifel am Bildungsplan wenn ich folgende Zeilen lese?

– Ja.

4 Antworten to “Kein Zweifel?”

  1. Ralf 18. Februar 2015 um 16:59 #

    Wird Homo- und Transsexualität genügend berücksichtigt? Ich verstehe das so, dass die bisherige Regel, Schwule, Lesben, Transgender einfach nicht vorkommen zu lassen, aufgegeben werden soll. In der Tat besteht die Gesellschaft nicht nur aus verheirateten weißen heterosexuellen Christen. Das in die schulische Bildung einfließen zu lassen, ist eigentlich selbstverständlich. Demgegenüber würden Initiativen zur Unterstützung schwuler und lesbischer Schüler(innen) sehr viel weiter gehen, und ich kann mir schlecht vorstellen, dass sie den behaupteten breiten Konsens finden würden. Wenn schon die bloße Anerkennung der menschlichen Vielfalt, die Akzeptanz einer simplen Tatsache also, auf solch erbitterten Widerstand stößt, mit welcher Härte würden sich „besorgte Eltern“ dann erst gegen aktive Hilfen für Schwule und Lesben wenden.

  2. Nachtschattengewächs 18. Februar 2015 um 17:37 #

    Immer Zweifel.

    Aber auf der anderen Seite gehe ich mal davon aus, dass Lehrmaterialien, wie andere Medien auch, die vorherrschenden gesellschaftlichen Werte, also auch Heteronormativität transportieren, und da tue ich mich schwer damit eine Prüfung der Lehrmaterialien auf entsprechende Inhalte einfach als übertrieben abzutun.

    Schadet es den Kindern wenn in der ersten Englischklasse statt Mister and Misses Smith und Tochter Dorothy gelegentlich Mr. Smith und Ehemann John mit Dorothy zum Jahrmarkt gehen? Ich denke nein.

    Kann es nutzen wenn die Konstellation ganz normal in die Erzählung eingebunden wird? Obwohl Englisch nun eigentlich nichts mit Geschlechterthemen zu tun hat, denke ich dass es das könnte.

    Für Leute die sich immer noch Sorgen um Dildos in Grundschulen machen. Vielleicht wäre ein kindgerechter Ansatz möglich. Kids mögen Geschichten in denem man böse Terroristen jagen kann, oder? :p

    Nicht hauen. War blos ein Witz.

  3. Ralf 18. Februar 2015 um 20:25 #

    Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke -die zugegebernermaßen schon etwas her ist-, dann hatte ich damals keinerlei Anknüpfungspunkte oder Identifikationsmöglichkeiten. Schwule kamen nur als Witzfiguren oder Kinderschänder vor und in Unterrichtsmaterialien überhaupt nicht. Schulisch gab es sie nicht, durfte es sie nicht geben. Mich hatte es nicht zu geben. Deshalb ist es gut, je nach Fach und Jahrgang Homosexualität anzusprechen. In Geschichte muss die jahrhundertelange Verfolgung, in Sozialkunde heutige Diskriminierung thematisiert werden. In Englisch und Französisch darf in Schulbüchern ruhig mal ein gleichgeschlechtliches Paar vorkommen. In Deutsch soll Homosexualität in der Literatur behandelt werden. – Es ist wie in allen Bereichen: Sobald Gleichstellung eingefordert wird, sehen Christen, Nazis & Co die abendländischen Werte bedroht. Nur: Religiöser Fanatismus und politischer Extremismus sind nicht Werte, sondern Unwerte. Sie sind nicht zu verteidigen, sondern zu bekämpfen. Echte Werte sind individuelle Freiheit und gesellschaftliche Vielfalt. Ich glaube auch nicht an den angeblichen Konsens, für Schwule und Lesben Partei zu ergreifen. Demonstrieren Extremisten gegen Zuwanderung, ist die Aufregung in Politik und Presse groß. Demonstrieren Extremisten gegen die Akzeptanz von Schwulen und Lesben, stellen sich Kirchen und Parteien an ihre Seite.

  4. Graublau 19. Februar 2015 um 18:42 #

    „Warum trete ich für den Bildungsplan ein?
    – Weil sich die Mehrheit der von mir wahrgenommenen Gegner des Bildungsplanes schwulenfeindlich artikulieren.“

    Die andere Seite der Medaille: Ich habe mich bewusst nicht mit dem Bildungsplan befasst, auch wenn von mehreren Personen, die ich für vernünftig halte, leise Kritik kam. Der einfache Grund: Kosten-Nutzen-Abwägung.

    Sich damit zu beschäftigen bedeutet Aufwand. Der lohnt sich nur, wenn sich durch das Schlaumachen irgendeine Handlungsalternative zu „ich bleibe passiv“ ergibt.

    Da der Plan sowieso vorangetrieben wird, wäre nur eine Kritik (Forderung nach einem anderen Plan etwa bei grundsätzlicher Bejahung des angegebenen Zieles) eine echte Alternative. Da jedoch Kritiker sich des Verdachts aussetzen, als homophob abgestempelt zu werden, ist das den Nutzen nicht wert (im Vergleich zum Risiko).

    Ergo sollte ich mich, wenn ich normal bin ( = damit meine ich meine Haltung: Homosexualität usw. ist ganz natürlich und sollen im Unterricht auch so vorkommen und behandelt werden), nicht mit dem Bildungsplan näher beschäftigen, selbst wenn ich ihn „gut gemeint, aber schlecht ausgeführt“ finden würde. Lieber dumme schweigende Masse als gebrandmarkt zu werden.

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