“A good unto itself”

12 Mär

“The freedom to speak one’s mind is not only an aspect of individual liberty – and thus a good unto itself – but also is essential to the common quest for truth and the vitality of society as a whole.”

Supreme Court der USA – Hustler Magazine v. Falwell (1988)

In der Schweiz wird die Meinungsfreiheit demnächst weiter eingeschränkt werden. Selbstverständlich unter Berufung auf höhere Ziele:

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe drohen demnach jedem, der eine “angebotene Leistung, die für die Allgemeinheit bestimmt ist, einer Person oder einer Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie, Religion oder sexuellen Orientierung verweigert”.

Während man dies noch tolerieren könnte, weil es hier um öffentliche Dienstleistungen geht (obwohl es m. E. durchaus das Recht eines jeden privaten Dienstleisters ist, Dienstleistungen zu verweigern), bin ich mit folgendem Abschnitt des Gesetzesentwurfes absolut nicht einverstanden: Weiterlesen

Frauen und Homos und andere Probleme

11 Mär

Wollen wir ein wenig Opferolympiade spielen? Okay, Madonna, leg los:

“Frauen sind immer noch die am stärksten marginalisierte Gruppe.” [“Women are still the most marginalised group.”]

Sie sind immer noch die Gruppe, denen es nicht erlaubt wird, sich zu ändern.” [“They’re still the group that people won’t let change.”]

“Die Rechte von Homosexuellen sind viel fortgeschrittener als die Rechte der Frauen. Die Menschen sind viel aufgeschlossener gegenüber Homosexuellen, als gegenüber Frauen. Punktum.” [“Gay rights are way more advanced than women’s rights. People are a lot more open-minded to the gay community than they are to women, period.”]

Es hat sich viel getan, for die Homosexuellen, für die Afroamerikaner, aber Frauen “are still just trading on their as” [ich weiß leider nicht, wie man diese Redewendung einigermaßen stimmig übersetzen soll, die Intention sollte aber klar sein, A.] Die letzte große Herausforderung, das sind für mich die Rechte von Frauen.” [“It’s moved along for the gay community, for the African-American community, but women are still just trading on their ass. To me, the last great frontier is women.”]

“[Als Frau] wird  man immer noch in Schubladen gesteckt ist man immer noch entweder Heilige oder Hure. Wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat, ist es einem nicht erlaubt, seine Sexualität zum Ausdruck zu bringen, wird es einem nicht erlaubt Single zu sein, oder jüngere Männer zu daten.” [“You’re still categorized — you’re still either a virgin or a whore. If you’re a certain age, you’re not allowed to express your sexuality, be single, or date younger men.”]

Ich lass das jetzt einfach mal so stehen. Habe keine Lust mitzuspielen. Bin sicher, die Reaktionen werden auch so folgen.

Mäßig masturbieren

11 Mär

In der “Welt” gibt es einen Artikel von einem Mann, der 28 Tage lang nicht masturbiert hat. Sein Fazit klingt erfrischend: Weiterlesen

Krass und reaktionär?

10 Mär

In der “Welt” habe ich gerade den Artikel einer lesbischen Frau gelesen, die über die Schwierigkeiten und Zumutungen in unserer heteronormativen Gesellschaft berichtet. An dem Artikel habe ich grundsätzlich nichts zu kritisieren, möchte aber eine Frage der Autorin herausgreifen, weil diese mir merkwürdig vorkommt.

Zunächst einmal der Zusammenhang:

“Es gibt Dinge, die kannst du nicht überwinden. Kerle wollen was anderes als Frauen.” Ich höre zu, sie fährt fort: “Solche Probleme habt ihr natürlich nicht. Ich wünschte manchmal, ich wär auch lesbisch.” Und fügt erbarmungslos hinzu, dass es ja viele Turbofeministinnen gebe, die sich ganz bewusst für eine Frau entschieden, weil sie Männer als Beschränkung ihrer Selbstverwirklichung ablehnten.

Ich kratze mir den Kopf, sage: “Ach, echt?”, und füge, statt zu widersprechen, irgendeinen pseudoprovokanten Scherz zum Thema “Frauenfeindlichkeit unter Lesben” hinzu. Erst zehn Stunden zu spät und mitten in der Nacht komme ich auf einen wichtigen Gedanken: Ist es nicht die krasseste unter den reaktionären Ansichten über Homosexualität, man könne sich aus marktwirtschaftlichen Motiven für oder gegen sie entscheiden? So wie man sich für eine Partei entscheidet oder eine Wohnzimmereinrichtung? Homosexualität ist in den Augen dieser jungen, aufgeklärten und links orientierten Frau offenbar bloß ein fauler Ausweg aus der Gendermisere.

Die Frage lautet also:

“Ist es nicht die krasseste unter den reaktionären Ansichten über Homosexualität, man könne sich aus marktwirtschaftlichen Motiven für oder gegen sie entscheiden? So wie man sich für eine Partei entscheidet oder eine Wohnzimmereinrichtung?”

Ich möchte diese Frage gerne mit einem überzeugten “nein” beantworten, weil ich diese Ansicht weder für sonderlich krass noch reaktionär halte. Warum? Weiterlesen

Gay Pay Gap

8 Mär

Die Universität Melbourne in Australien hat kürzlich eine interessante Studie zu Einkommensunterschieden veröffentlicht:

Schwule Männer verdienen durchschnittlich ganze 18% weniger als ihre heterosexuellen Kollegen. […] Bei Lesben zeigt sich eine umgekehrte Situation: diese verdienen im Durchschnitt 13 % mehr als ihre heterosexuellen Kolleginnen.

Eine Erklärung für diesen Umstand hat man auch sogleich parat:

Die Autorin der Studie, die Wirtschaftswissenschaftlerin Andrea La Nauze zu den Ursachen: die einzige überzeugende Antwort auf die Frage nach dem großen Verdienstunterschiede seien die Vorurteile, mit denen man am Arbeitsplatz schwulen Männern nach wie vor begegne.

Auf die Schnelle fallen mir zwei alternative Erklärungsansätze für die Gehaltsunterschiede zwischen Homos und Heteros ein: Weiterlesen

Gleichberechtigung und so

7 Mär

Nach der Frauenquote für Vorstandsposten dürfen wir von Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (welches die Geschlechtsdiskriminierung bereits im Namen trägt) weiteren Aktionismus erwarten.

So teilt uns Manuela Schwesig, die am 8. März vor der UNO sprechen wird, mit:

“Mir ist wichtig, dass wir in der Frauenpolitik auch international wieder Verantwortung übernehmen. Kein einziges Land hat die Gleichberechtigung von Frauen vollständig umgesetzt.”

Es dürfte schwer fallen, ein westliches Land zu finden, in dem Männer und Frauen nicht gleichberechtigt sind. Allerdings: vor dem Gesetz gleich sind Männer und Frauen auch in Deutschland nicht. Hierzu drei Beispiele: Weiterlesen

Sweet Home Alabama

5 Mär
Governor_George_Wallace_stands_defiant_at_the_University_of_Alabama

Gouverneur George Wallace (links) und der stellvertretende Generalstaatsanwalt der Vereinigten Staaten, Nicholas Katzenbach, (rechts) bei ihrer Konfrontation am Eingang zur Universität von Alabama (11. Juni 1963)

Obiges Bild zeigt George Wallace, den ehemaligen Gouverneur von Alabama, wie er die Tür zur Universität des Bundesstaates blockiert, um demonstrativ gegen die Entscheidung des Obersten Bundesgerichts der Vereinigten Staaten zu protestieren, welches  die Segregation von Schwarzen und Weißen für verfassungswidrig und damit illegal erklärt hatte. Durch diese Aktion wurden Wallace und das Foto weltweit bekannt und zum Symbol eines offen rassistischen Systems.

Es ist erstaunlich, wie wenig Alabama aus seiner Vergangenheit gelernt hat. Und noch erstaunlicher ist, wie unschuldig und selbstgerecht sich die führenden politischen Eliten des Staates angesichts einer derartigen Historie generieren, wenn es um einen durchaus ähnlichen Fall geht: Weiterlesen

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