Tag Archives: Abgründe heterosexueller Toleranz

Ehe und Familie vor! Noch ein Tor!

21 Nov

In einem Beitrag als Antwort auf einen taz-Artikel zur Demonstrationen des Bündnisses „Ehe und Familie vor“ schreibt Prof. Dr. Günter Buchholz:

Übrigens, Herr Speit, Homosexualität ist weder links noch fortschrittlich noch gesellschaftlich nützlich noch wünschenswert.

Was Prof. Dr. Günter Buchholz für gesellschaftlich nützlich oder wünschenswert hält, entscheidet er nicht alleine.

Homosexualität ist Homosexualität und als solche zu tolerieren, also ohne Diskriminierung (Art. 3 (3) GG) zu dulden.

Und dafür steht unter anderem der Bildungsplan. Denn Homosexualität dort außen vor zu lassen, wäre eine Diskriminierung. Weiterlesen

Repressive Toleranz

7 Mai

Auf der Internetseite des Norddeutschen Rundfunks findet sich „Die Schwulenheiler“, eine sehenswerte Dokumentation:

Bin ich krank? Christian Deker, schwul und Panorama-Reporter, besuchte Ärzte, die offenbar seine sexuelle Orientierung ändern wollen. Eine Reise in die homophoben Winkel der Republik.

Besonders verstörend finde ich den Anfang, wo Deker in Stuttgart einige Teilnehmer der Demonstranten gegen den Bildungsplan interviewt. An diesen Äußerungen lässt sich gut veranschaulichen, dass die Grundmotivation hinter den Demonstrationen blanke Homophobie ist. Sicherlich ist das nicht überraschend, denn warum sonst sollte man seine freie Zeit damit verschwenden, gegen „sexuelle Vielfalt“ zu demonstrieren oder Petitionen dagegen zu unterschreiben? Hier einige Auszüge: Weiterlesen

Keine Privilegien den Pirinçcis dieser Welt!

3 Apr

Das neue Buch von Akif Pirinçci hatte ich bereits mit gebührender Verve besprochen. Über queer.de bin ich allerdings auf eine Aussage von Pirinçci aufmerksam gemacht worden, die ich so nicht stehen lassen kann, weil sie mir symptomatisch erscheint für das, was im Verhältnis Heteros und Homos falsch läuft: Weiterlesen

Gott liebt auch Matussek

17 Feb

Damien wollte sich zum Artikel von Matthias Matussek in der „Welt“ nicht weiter äußern. Was ich verstehen kann. Ich für meinen Teil aber, kann nicht anders. Zum ersten Mal gelesen, empfinde ich Matusseks geistigen Erguss als erfrischenden Quell nächtlicher Inspiration: Weiterlesen

Pasta ist für alle da!

27 Sep

Der Vorstandsvorsitzende des Konzerns Barilla (vor allem bekannt durch Pasta) hat in einem Radiointerview klar gestellt, dass er und sein Konzern die „traditionelle Familie“ unterstützen:

„Wir werden keine Werbung mit Homosexuellen schalten, weil wir die traditionelle Familie unterstützen. Wenn Homosexuellen das nicht gefällt, können sie Pasta eines anderen Herstellers essen“, so Guido Barilla im italienischen Sender Radio24. „Man kann ja nicht jedem gefallen, bloß um niemandem zu missfallen“, erklärte der 55-Jährige weiter. Sein Konzern habe „eine etwas andere Kultur“ und unterstütze die „heilige Familie“, die „einer der zentralen Werte“ des Unternehmens sei.

Ich persönlich halte diese Konzept ja für ein wenig unausgegoren, denn bei Lichte besehen, sind Homosexuelle am wenigsten daran beteiligt, die „traditionelle Familie – bestehend aus Vater, Mutter und Kind – zu unterminieren, weil sie dieser Familienform ja nichts wegnehmen. Weiterlesen

Alain Delumm

4 Sep

Dass man mit zunehmendem Alter nicht unbedingt weiser wird, hat der französische Schauspieler Alain Delon kürzlich im französischen Fernsehen bewiesen:

In einem Interview im Fernsehsender „France 5“ hat der Schauspieler Alain Delon erklärt, dass er Homosexualität für widernatürlich halte. Als er von der Moderatorin nach seinem Verhältnis zur Homosexualität gefragt wurde, antwortete der 1935 geborene Schauspieler: „Ja, das ist gegen die Natur. Wir sind hier, um eine Frau zu lieben, um sie zu umwerben, und nicht um mit einem Typen zu flirten“. Auf Nachfrage beteuerte Delon jedoch: „Ich bin nicht gegen die Homo-Ehe. Mir ist das egal. Aber ich bin gegen das Adoptionsrecht.“

Wir sind also hier, „um eine Frau zu lieben, um sie zu umwerben, und nicht um mit einem Typen zu flirten“? Angesichts dieser Äußerung stellen sich doch gleich mehrere Gegenfragen. Weiterlesen

Anschwellende Avantgarde

13 Jun

Warum die Homo-Ehe nicht mehr aufzuhalten ist

ist ein Beitrag von Richard Herzinger in der WELT überschrieben, der für einen erklärten Liberalen mit einigen Merkwürdigkeiten aufwartet.  Weiterlesen

Alles außer schwul

25 Mrz

Der „Tatort“, jenes von Zwangsgebühren finanzierte Kriminalstück der ARD, gehört in Deutschland zum Kulturgut, und ist ebenso ein Bestandteil deutscher Lebensart wie Sauerkraut oder die Angst vor Atomen und Genen. In Berlin und der übrigen Städten der Republik ist es gar üblich, sich das kriminalistische Rührstück gemeinsam mit Freunden und Familie, gerne auch in aller Öffentlichkeit in Kneipen, Bars und Restaurants, anzuschauen. Der „Tatort“ ist Kult, und was der „Tatort“ an gesellschaftlichen Themen aufgreift, wird vor- und hinterher lang und breit im Feuilleton der Republik rezipiert.

Letzten Sonntag zeigte sich die ARD besonders mutig und modern, indem sie das allseits beliebte Thema „Homosexualität und Fußball“ aufgriff, um den deutschen Michel damit nahezubringen, dass auch Fußballspieler nicht immer nur auf Frauen stehen müssen. Ein Stück Aufklärung? Nicht jedenfalls für die deutsche Nationalmannschaft, bzw. ihren obersten Sprecher, Teammanager Oliver Bierhoff, der in der Episode des „Tatort“ nicht weniger als einen „Angriff“ auf die Nationalmannschaft verstand: Weiterlesen

Heteros als Defizit

11 Okt

Anstatt am heiligen Sonntag ihre göttliche Pflicht zu erfüllen und Kinder für den Fortbestand des serbischen Volkes zu zeugen, haben einige hundert schwerst gestörte, geistig verwahrloste und intellektuell unterqualifizierte männliche Exemplare der Gattung Homo sapiens serbiensis ihre Neid gegenüber Schwulen kund getan, weil diese sich nicht mit Frauen herum ärgern müssen und Beziehungen mit Männern eingehen dürfen. Die Polizei verhinderte jedoch größere Gewalttaten und verwies die jämmerlichen Heteros auf ihren angestammten Platz. Der Sachschaden durch die blindwütige heterosexuelle Zerstörungswut beläuft sich auf ungefähr 1 Million Euro und fügt dem Sündenkonto der Heterosexualität, was Verbrechen und Gewalt angeht, wieder einen neuen Aktivposten hinzu.

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Intrinsische Naivität

1 Jun

Wenn ein Mann mit seinem Freund die Straßen entlang spaziert, und er sich die Worte „Schwuchtel“, Arschficker“, „Tucke“, „Tuntenpack“, „schwule Sau“, „Schokostecher“, „Kissenbeißer“, „unter Hitler hätte man so was vergast“ etc. pp., anhören muss, dann ist ziemlich klar, dass derjenige, der diese Worte in den Mund nimmt, Schwule nicht so recht leiden kann, umgangssprachlich also homophob ist.

Neben der Homophobie gibt es allerdings noch etwas anderes mit dem sich Schwule (und Lesben) herumschlagen müssen, etwas das subtiler ist, das aber weitaus nerviger und verletzender sein kann: Heterosexismus. Ein schreckliches Wort, fürwahr, ein Wort, das an Seminare mit einer feministischen Dozentin erinnert, die sich nicht die Achseln rasiert und keinen BH trägt, auch wenn wirklich niemand ihre Brüste sehen will. Trotz des ideologischen Klangs hat das Wort aber eine Bedeutung. Es bedeutet im Wesentlichen, Schwule und Lesben nicht mit den Maßstäben wie Heteros zu messen, sie nicht so zu behandeln oder wahr zu nehmen, wie man das mit Heteros tut.

Ein schönes Beispiel dafür liefert uns der Artikel eines gewissen Kurt Nickel: Weiterlesen

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