Tag Archives: Anglikanische Kirche

Normal, na und?

23 Nov

Neue Studien zum Thema „Homosexuelle Männer in der frühen Bundesrepublik“ verspricht der Band „Ohnmacht und Aufbegehren“. Enthalten ist ein Einblick in die „Homophilenbewegung“ der 1950er Jahre, die vor den späteren studentisch geprägten Aktivisten keine Gnade fand:

Die Studenten nahmen jene bürgerlichen Intellektuellen, die Humanitätsappelle an Regierung und Öffentlichkeit richteten und kaum selbst zu sagen wagten, dass sie in eigener Sache sprachen, kaum ernst. (…) Sie machten ihr „Schwulsein“ öffentlich und zum Programm.

Spannend finde ich, dass Praunheims 1971 geäußerte Kritik an der schwulen Subkultur zuvor längst von Vertretern der „Homophilenbewegung“ formuliert worden war, die sich ebenso an Promiskuität und Anonymität der Szene gestört hatten. Bemerkenswert auch der Verweis auf

nationalstaatliche Besonderheiten. Die Homosexuellenpolitik der frühen Bundesrepublik übertrifft mit ihrer forcierten staatlichen Unterdrückung und Verfolgung von Homosexuellen bei weitem ihre europäisch-nordatlantischen Bündnispartner und Nachbarn. In keinem anderen Land war die staatliche Verfolgung homosexueller Männer durch Polizei und Justiz so intensiv, waren die Verurteilungszahlen so hoch wie in der Bundesrepublik.

Warum das so war? Weiterlesen

Trialektik

29 Sep

Man lese und staune:

Das geistliche Oberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft, Erzbischof Rowan Williams (London), hat „kein Problem“ mit homosexuellen Priestern und Bischöfen –

doch, zu früh gefreut: Weiterlesen

Besser spät als nie

4 Dez

In Boston, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Massachusetts, können homosexuelle Paare ab sofort auch von anglikanischen Pfarrern getraut werden.

Hintergrund ist

die gesetzliche Situation in Massachusetts: Der Neuengland-Bundesstaat hat die Ehe im Jahr 2004 für Lesben und Schwule geöffnet, was zu einem Gegensatz zwischen dem Zivilrecht und den Richtlinien der Kirche

führte. Natürlich hätte die Kirche dem Staat auch voraus gehen können, von wegen Nächstenliebe, Wertschätzung jedes Menschen, ungeachtet seiner Orientierung, etc. – als eine Art moralisches Vorbild für die staatliche Eheschließung. Aber ich will nicht nörgeln: Besser spät als nie.

Wer bietet mehr?

17 Mrz

Die anglikanische Kirche in Nigeria ist der Meinung, gleichgeschlechtliche Ehen seien

unbiblisch, unnatürlich, unrentabel, ungesund, gegen die Kultur, unafrikanisch und unnigerianisch

– ich erhöhe auf unmenschlich, unnormal, widergöttlich, ineffektiv, substanzlos, unfruchtbar, unseriös, gemein, agressiv, frauenfeindlich, unmännlich, kriegsverherrlichend, unökologisch, wehleidig, unmoralisch, wettbewerbsverzerrend, gegen die Schwerkraft.

Wer bietet mehr?

Homosexuelle Orthodoxie

5 Dez

Theologisch konservative Anglikaner in den USA und Kanada haben damit begonnen, eine eigene Kirche zu gründen. In einer Pressekonferenz am 3. Dezember in Wheaton bei Chicago stellten sie eine vorläufige Kirchenverfassung vor.

Im Gegensatz zu anderen Abtrünnigen wollen die Häretiker aber ausdrücklich Teil der Anglikanischen Kirche bleiben:

Die neue Anglikanische Kirche in Nordamerika möchte Teil der Weltkirchengemeinschaft bleiben. Um als Kirchenprovinz anerkannt zu werden, braucht sie die Zustimmung von zwei Dritteln der geistlichen Leiter der weltweit 38 Kirchenprovinzen mit zusammen über 70 Millionen Mitgliedern.

Da es sich bei den Spaltern um Schwulenfeinde handelt, liegt natürlich nichts näher, als sich mit den rückständigsten Teilen der anglikanischen Weltkirche zu verbünden bzw. auf deren Unterstützung zu hoffen: Weiterlesen

Heterosexuelle Anglikaner versöhnen sich mit sich selbst

5 Aug

Anglikanische Kirche verhindert Spaltung

titelt die Welt und vermeidet es dabei, zu beschreiben, auf wessen Kosten die Verhinderung geht. Worum es bei der drohenden Spaltung ging, ist klar. Mal wieder waren die Homos kurz davor, eine funktionierende VolksKirchengemeinschaft zu sprengen: Weiterlesen

Andere Kulturen können mich mal

4 Aug

Die Überschrift ist natürlich in höchstem Maße neokolonialistisch, aber, wen juckt das schon? Wenn ich so was lese, kann meine westliche Arroganz nun mal nicht anders:

Nach Ansicht des anglikanischen Bischofs von Ägypten und Primas des Nahen Ostens, Mouneer Anis, hatten Schwulen- und Lesbengruppen einen zu hohen Druck auf die teilnehmenden Bischöfe ausgeübt. Die „liberalen“ Kirchenleute des Westens müssten akzeptieren, dass viele Kulturen eine andere Auffassung zur Frage der Homosexualität hätten, sagte Anis.

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