Tag Archives: Arme Stadt

„Bildet Banden!“ – Wie uns der Transgenitale CSD alljährlich seine Albernheit vor die Füße kotzt

12 Jun

Linke haben niemals frei. Ständig muss die Welt angeprangert, dekonstruiert und verbessert werden. Das ist harte Arbeit, die keinerlei Leichtlebigkeit und Humor zulässt. Wer den Ernst des revolutionären Kampfes auch nur einen Augenblick vergisst, sieht sich unter Umständen sehr schnell in einer Position, faschistische Strukturen zu stärken. Und wer Witze macht, übersieht sehr schnell die Ausgrenzungsmechanismen hinter den Glitzerfassaden des repressiv-kapitalistischen Systems.

Im letzten Jahr überbrachte man mir die Einladung, doch einmal zum transgenitalen1 CSD der Hauptstadt zu pilgern. Da ich voll liberal bin, bin ich diesem Vorschlag grundsätzlich nicht abgeneigt. Andererseits verbirgt sich hinter meiner liberal-bürgerlichen Fassade naturgemäß ja nicht mehr als die Fratze eines patriarchal-sexistischen, kapitalistisch-imperialistischen Präfaschismus. Was allerdings nicht der Grund ist, warum ich das Angebot auch in diesem Jahr ausschlage.

Nein, der Grund liegt im System: Weiterlesen

Berlin: weltoffen und tolerant

28 Mai

Wie der jüngste Verfassungsschutzbericht des Landes Berlins mitteilt, gedeiht der radikale Islamismus in der Hauptstadt besonders gut.

Das ist aber kein Grund zur Sorge. Da der Islam, wie jeder weiß, eine Religion des Friedens ist, sind radikale Islamisten lediglich Anhänger eines besonders konsequenten Pazifismus.

Völlig von der Rolle

14 Apr

In Berlin beginnt man so langsam zu begreifen, dass man mehr tun muss, als eine Stadt als „weltoffen“ und „tolerant“ zu deklarieren um den Druck zu lockern, der sich in Sachen Homophobie angestaut hat. Aufklärung und Rollenspiele sollen es richten:

„Je jünger die Schüler sind, desto besser klappt die Sensibilisierung“, sagt Jörg Steinert, Projektleiter beim LSVD. Bei 14-jährigen Schülern etwa seien Vorurteile und Abneigung oft schon sehr gefestigt. „Einmal mussten wir von der Polizei aus der Schule geholt werden“, berichtet er, „weil sich einige Schüler so über uns aufgeregt hatten“. Auch seine Kollegin Katharina Doumler hat sich von Jungen anhören müssen, dass sie sie „fertig machen würden“, wenn sie ihre Schwester wäre. Doch davon lassen sich die Trainer nicht beirren: „Die Kids hier machen interessiert mit“, sagt Doumler, „das ist ein sehr guter Anfang“.

Vom schweren Leben der Schwulenprügler

7 Apr

Berlin wirbt für sich gerade wieder als „Welthauptstadt der Toleranz“. Toleranz für Straftäter. Denn das wieder einmal zwei Schwule von irgendwelchen Idioten angegriffen wurden, werden Sie in den Medien der Hauptstadt nur am Rande erfahren. Waren ja auch nur Schwule. Wen juckt das? Fortpflanzen tun die sich nicht, Aids verbreiten sie auch noch und unsere Kinder werden durch ihren Einfluss eh nur verdorben.

Und anstatt dass man dem homophoben Pack das Fürchten lehrt, ist bereits jetzt absehbar was passieren wird. Sollten sich die fünfköpfige Bande als rechtsextrem herausstellen, haben wir zumindest die Chance auf ein wenig Entrüstung. Bei nicht rechten und lediglich gelangweilten, nichtmigrantischen Deutschen, werden dagegen schon bald die ersten Allesversteher aufschlagen um die Gründe zu ermitteln, welche die Täter dazu getrieben haben, dermaßen um sich zu hauen. Haben die Eltern ihnen das neueste Handy verweigert? Haben sie zuviele Killerspiele konsumiert? Ist ihr Penis zu klein?

Sollte es sich bei den Tätern um  Migranten handeln, steht die Schuld schon jetzt fest: Du bist schuld! Weiterlesen

Unterwegs mit Pussiefickern

9 Mrz

Das Berliner Nachtleben soll ja bekanntlich das Schrillste der Republik sein. Am Wochenende kulminiert das Ganze in einer Orgie des Hedonismus. Der Nahverkehr auf Schienen und Rädern fährt die ganze Nacht, der Alkohol fließt in Strömen, Restaurants, Bars, Theater, Kinos, Diskos, etc. sie alle laden ein zum fröhlichen Vergnügen.

Mittlerweile lebe ich lange genug in der Stadt um einen signifikanten Unterschied zwischen dem Nachtleben am Freitag- bzw. Samstagabend festzustellen. Wann immer ich mich vom gediegenen Schöneberg nach Hause begebe – sei es nun mit U-Bahn oder Bus – muss ich am Alexanderplatz umsteigen um mit der Tram weiter Richtung Sibirien zu fahren. Da ich nicht mehr ganz so jung bin wie früher – und außerdem gerne schlafe -, passiert das in der Regel so nach Mitternacht, dann also wenn es noch dunkel ist. Die Reise nach Hause verläuft dabei sehr unterschiedlich: Weiterlesen

Willkommen in Berlin!

5 Nov

Berlin ist eine Reise wert: In Kreuzberg sollte man seinen Mercedes nicht mehr parken, weil es ziemlich schnell passieren kann, dass er von linken Revolutionären im Dienste der Arbeiterklasse angezündet wird. Busfahrer, die den Fahrschein kontrollieren wollen, werden schon mal handgreiflich darauf aufmerksam gemacht, dass Fahrscheine sozial deklassierend sind. Und Homos sollten es tunlichst unterlassen, in multikulturellen bzw. den SED/NPD-Vierteln am Stadtrand sich als solche erkennen zu geben, weil es dann schon mal vorkommen kann, dass sozial benachteiligte Jugendliche sich ob ihrer Heterosexualität diskriminiert fühlen und zuhauen. – Ja, Berlin ist toll und gäbe es nicht die vielen Touristen im Zentrum, würde die Stadt an ihrer eigenen Provinzialität und ihrem Mief ersticken.

Am Donnerstag vergangener Woche begab sich nun auch Polizeipräsident Dieter Glietsch in die Stadt, gemeinsam mit seiner Entourage an Leibwächtern. Und wie jeder Tourist kam man um eine Fahrt mit der U-Bahn nicht herum: Weiterlesen

Sei dumm, sei prollig, sei Berlin

24 Okt

Kampagnen gegen Homophobie sind manchmal sinnvoll, manchmal aber auch nicht. Ein Schweizer Verein zeigt, wie man es richtig macht.

Der sich in Berlin demnächst zusammenfindende „Runde Tisch“ gegen Homophobie weist dagegen einen schwerwiegenden Mangel auf. Dort nämlich

müssen relevante Organisationen der schwul-lesbischen Community außen vor bleiben.

Weder der Verein Mann-O-Meter noch der Berliner CSD e.V. wurden vom Integrationsbeauftragten Günter Piening und der Gleichstellungsstelle des Senats eingeladen.

„Geradezu absurd ist es, dass auch das Schwule Überfalltelefon Maneo nicht eingeladen wurde“, kritisierte der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD): „Wie will man die geplante ‚Bestandsaufnahme von homophoben Vorkommnissen in Berlin‘ vornehmen, wenn die einzige Institution, die schwulenfeindliche Vorkommnisse registriert, nicht dabei ist?“

Ausdrücklich nicht kann ich angesichts dieser Berliner Dummheit folgendem queer.de-Kommentator zustimmen: Weiterlesen

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