Tag Archives: Arnold Stadler

Lesen und lachen

29 Apr

Nun bin ich fertig mit Stadler. Und es wurde nicht besser. Eher schlimmer. Wer braucht solche Wahrheiten?

Sie war nämlich, aufgrund eines solchen Vaters und solcher Erfahrungen, für eine gute Zeit lesbisch geworden, was Roland verstand, und wollte von solchen Männern nichts mehr wissen, von solchen Vätern und Männern. (Stadler, 362).

Falls Ihnen solche Sätze auch eher die Laune verderben, geben sie Acht, denn Literatur ist nicht zur Erbauung gedacht, wie Stadler seinem Roland in den Mund legt:

Aber warum muss es immer so traurig sein?, fragten ihn nachher despotische Zuhörer, Menschen, die anscheinend getröstet sein und auch noch lachen wollten. (373)

Lachen? Ja geht’s noch? Überhaupt ist das Weltbild von Stadler erschreckend eindimensional: Weiterlesen

Lesen und leiden

22 Apr

Manchmal frage ich mich, wer eigentlich die von Adrian und mir annoncierte Lektüre zur Kenntnis nimmt. Um dieser Kenntnisnahme ein wenig nachzuhelfen und vielleicht sogar den einen oder anderen zu verleiten, sich dazu zu äußern, ein paar Worte zu dem aktuell von mir gelesenen Buch.

„Komm, gehen wir“ von Arnold Stadler erwarb ich vergangenen Samstag im Prinz Eisenherz Buchladen, als ich die Golo-Mann-Biografie abholte und gerne noch einen Roman dazu erstehen wollte. Zwar blieb mein Blick bei der Suche nach einem geeigneten Objekt an dem Stadler hängen und die Idee von Rosemarie, Roland und Jim, die sich auf Capri verlieben, wo der Himmel so blau ist und die Sonne im Meer versinkt, klang nett, wie mir auch die Klappentextankündigung von drei Geschichten einer über Jahrzehnte andauernden Sehnsucht gefiel, ebenso wie das Versprechen eines Romans über die Würde und die Komik der Liebe. Ganz entschieden aber war ich nicht.

Mein Gespräch mit dem Buchhändler über Proust und was nach seiner Lektüre alles nicht mehr gelesen werden will, weil es so sehr abfällt dagegen, war vermutlich Schuld daran, dass ich, nachdem ich meine Unsicherheit bezüglich des Stadler-Buches erwähnte, des Buchhändlers Kaufempfehlung folgte. Zwar warnte er, es sei kein so schwules Buch, aber das störte mich nicht. Eher die Erwähnung, dass Stadler katholisch sei. Meine besorgte Frage, ob er so wie Winkler schreibe, wurde jedoch entschieden verneint, so dass ich mich schließlich zum Kauf entschied.

Und nun sitze ich hier mit dem Buch und leide. Weiterlesen

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