Tag Archives: Brandenburg

Heraus aus der Stadt zum 1. Mai!

1 Mai

Der Gemeinderat eines kleinen Dorfes mitten in der DDR entschied sich am Vorabend des ersten Mai, die Losung „Alle heraus zum 1. Mai“ an die Friedhofsmauer zu hängen, auf das sie von den Einwohnern gut gesehen werden konnte. Doch Pech gehabt: Alle blieben in ihren Gräbern.

So wird es am heutigen 1. Mai in Berlin leider nicht sein. Die üblichen Zombies werden wie gewohnt in Kreuzberg aufmarschieren um dort im Geiste der Arbeiterklasse faschistische Supermärkte, faschistische Autos und faschistische Mülltonnen anzuzünden, während die Polizei sich im Hintergrund halten wird um die Verdammten dieser Erde ja nicht noch weiter zu provozieren.

Ja, zum 1. Mai stellt sich Berlin in all seiner Dummheit dar.

Und da mich niemand mehr zwingen kann, rote Fähnchen zu schwenken und den Sieg des Sozialismus zu preisen, bin ich weg. Anbaden. So wie im letzten Jahr.

Anbaden

Update (1.05.09): Ich habe mich kurzfristig entschlossen das Baden bis zum Montag auszuweiten. Das Wasser ist zwar noch recht kalt, aber was ein echter Mann ist, hält das locker aus…
Bis Montag schreibe ich nicht.
Allen Lesern ein schönes Wochenende!

Bravo Templin!

30 Apr

Die Queer Days im märkischen Templin sind offenbar reibungslos über die Bühne gegangen. Organisator Christian Hartphiel zeigt sich erfreut:

„An unseren Plakaten hat sich niemand zu schaffen gemacht. Es gab keine Berichte von Beleidigungen oder Übergriffen auf die Festivalgäste. Laut Polizei verlief alles friedlich und ruhig“, berichtet der 31-jährige Templiner erfreut. „Über unsere tolerante gastfreundliche Kurstadt wurde an allen Tagen in Rundfunk und Fernsehen berichtet. Touristen und Festivalgäste konnten gleichermaßen positive Eindrücke sammeln“, so Hartphiel.

Eine freudige Überraschung, die ich so nicht erwartet hätte. Vielleicht lebt es sich in Schöneberg mittlerweile wirklich gefährlicher als in Templin.

Reise nach Templin

8 Apr

Also, den Verantwortlichen der über den diesjährigen Austragungsort für die sogenannten „Queer Days“ verfügt hat, muss man wirklich einmal loben. Templin ist wirklich wunderschön. Mal sehen, was die Märker zu diesem Event sagen.

Einblicke in das real existierende Brandenburg

22 Jan

Es ist nun schon fast 20 Jahre her, dass der „real existierende Sozialismus“ (einen anderen kann es naturgemß sowieso nicht geben), zusammenbrach und mit sich auch die zweite deutsche Diktatur des 20. Jahrhunderts begrub. Vor 20 Jahren gründete sich in Potsdam auch der erste Verein für Schwule, mit dem super originellen Namen „Andersartig“. Die „Märkischen Allgemeine“ hat zu diesem Anlass mit dessen Vorsitzenden, Harald Petzold, ein Interview über Homosexualität damals und heute geführt.

Im Übrigen: Dass Petzold trotz der negativen Erfahrungen mit den Staatsorganen der SED, heute Mitglied der Linkspartei ist, gehört zur normalen Schizophrenie des real existierenden Ossi.

Preiset Brandenburg!

19 Dez

Das Heimatland als progressive Kraft. Wie strange!

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V. begrüßt die Gleichstellung von Lebenspartnern bei Familienzuschlag, Beihilfe und Hinterbliebenenversorgung im Beamtenrecht des Landes Brandenburg. Der Landtag beschließt heute ein entsprechendes Gesetz. Die Regelung tritt rückwirkend zum 1. Januar 2008 in Kraft.

Es ist ein großer Erfolg, dass diese umfassende Regelung realisiert werden kann. Noch im Herbst sah es so aus, als solle die Hinterbliebenenversorgung ausgespart werden. Wir bedanken uns bei den Fraktionen von SPD, CDU und Linkspartei, die unser Anliegen unterstützen.

Ehren wir Brandenburg, anlässlich dieser Tat, mit dessen Hymne:

Rolle rückwärts

10 Sep

In Prenzlau und Templin scheint man aktuell um eine historische Rolle rückwärts bemüht. Die dortigen Bürgermeister, einer von der Linken, einer parteilos,

verweigern der traditionellen LesBiSchwulen Tour durch Brandenburg ihre Unterstützung.

Seit genau zehn Jahren zieht die LesBiSchwule Tour durch Brandenburg, um im Bundesland für Toleranz und Akzeptanz zu werben. Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr gibt es Ärger: Die beiden Städte Prenzlau und Templin verweigern den Veranstaltern der am Montag beginnenden Tour das Hissen einer Regenbogenfahne am Rathaus.

Sowohl der Prenzlauer Bürgermeister Hans-Peter Moser (Linke) als auch sein Templiner Amtskollege Ulrich Schoeneich (parteilos) lehnten das Anliegen ab. In beiden Städten lautete die Begründung, der Mast sei ausschließlich Staatsflaggen vorbehalten. Weiterlesen

Oh du schönes Brandenburg

8 Sep

Wer in Brandenburg über Homosexualität aufklären will, der kann was erleben:

Die rund 15 Teilnehmer der Tour sind fast durchweg junge Menschen, die sich für die fünftägige Reise extra Urlaub nehmen. In Schulen und Jugendzentren wollen sie mit Vorurteilen gegenüber Homosexuellen aufräumen. Nach Einschätzung von Kerntopf ist bei der jüngeren Generation eine positive Entwicklung zu beobachten: Fernsehen und Internet förderten eine größere Offenheit. Viele ältere Menschen machten jedoch um die Infostände in der Fußgängerzone lieber einen Bogen. […]

Für die jungen Aktivisten seien die Erfahrungen an den Ständen mitunter hart, im Alltag schlage ihnen selten so offene Ablehnung entgegen wie auf der Tour. „Nach zwei Tagen heult meist der Erste“ […]

Die größte Bedrohung stellten jedoch Neonazis dar. Vor der Tour trainiert sie daher mit den Teilnehmern, wie sie sich im Ernstfall zu verhalten haben. Die Leiterin weiß, wovon sie spricht: In Königs Wusterhausen wurden sie in der Vergangenheit bereits von einer Gruppe Rechtsextremer mit Baseballschlägern angegriffen, in Luckau wurde ihr Tourbus mit Hakenkreuzen beschmiert.

Ja, Brandenburg ist so weltoffen und tolerant, dass es eigentlich nur noch eine Lösung gibt: Ein Bataillon Hühner dort hinschicken und das Land zusch***en lassen. Und das ist nur ein ganz klein wenig polemisch gemeint. Man kennt schließlich seine Heimat…

%d Bloggern gefällt das: