Tag Archives: CSU

Schrill, schriller, Dobrindt

12 Mrz

Alexander Dobrindt hat in der Welt am Sonntag deutlich gemacht, was wir von ihm im Wahlkampf 2013 noch zu erwarten haben:

Die Union als Volkspartei hat die Aufgabe, der stillen Mehrheit eine Stimme zu geben gegen eine schrille Minderheit.

Diese stille Mehrheit habe, so Dobrindt,

ein bürgerlich-konservatives Weltbild.

Die schrille Minderheit, die Dobrindt ausgerechnet in 30.000 gleichgeschlechtliche(n) Partnerschaften ausmacht, allerdings irgendwie auch, weshalb die Welt am Sonntag nachhakt: Weiterlesen

CSU: natürlich homo aktiv

9 Aug

Dagmar Wöhrl ist der fleischgewordene Alptraum linker Homosexueller. Als Bundestagsabgeordnete der CSU unterstützt sie die Initiative ihrer Fraktionskollegen für die Gleichstellung homosexueller Paare beim Ehegattensplitting. Übrigens ungefragt: Weiterlesen

Das Wort zum Sonntag (Invokavit)

20 Feb

Die Erklärung Walter Mixas, die sexuelle Revolution sei mitverantwortlich für den Kindesmissbrauch durch Geistliche des Jesuiten-Ordens, findet Unterstützung durch Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU). Wie die Süddeutsche meldet, ist Merk

Mixa sehr dankbar für diese klare Stellungnahme, weil es ein Tabu sei, über sexuellen Missbrauch zu sprechen und weil uns jede öffentliche Diskussion weiterbringt und den Opfern hilft.

Mal abgesehen davon, dass ein Tabu schon lange keines mehr ist gesamtgesellschaftlich, wenn an allen Ecken und Enden postuliert wird, man müsse dieses Thema endlich enttabuisieren, es also, wenn überhaupt, ein Tabu ist über sexuellen Missbrauch durch Geistliche zu sprechen und auch das vermutlich nur innerhalb der Kirche, da das Thema in der säkularen Presse regelmäßig begierig aufgegriffen wird, ist das natürlich eine ziemlich eigenwillige Vorstellung davon, wie öffentliche Diskussionen vorangebracht werden können und den Opfern geholfen werden kann. Keineswegs ist jede Diskussion produktiv, kommt es doch auf den Inhalt des Diskutierten an. Weiterlesen

Der Geisbock und die Gretchenfrage

12 Aug

„Nun sag, wie hast du’s mit der Adoption? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“

Ob das mit dem „herzlich guten Mann“ in diesem Fall so passend ist, sei dahingestellt, aber Norbert Geis, bekannter Muffelkopf aus den Reihen der CSU, beantwortet eine der Gretchenfragen der modernen Zeit, mit der für ihn typisch bayerischen Bierseligkeit:

„In der Ehe und bei heterosexuellen Paaren liegt die Zukunft. Und nicht bei irgendwelchen Fehlentwicklungen.“

Autsch, „Fehlentwicklungen“. Das ist jetzt aber gar nicht nett, Nobbie, aber andererseits, von einem kulturreaktionären Wüterich wie Dir auch nicht anders zu erwarten. Mit ein wenig Differenzheit hätte man möglicherweise eingestanden, dass Du auch nur ein Mensch bist und deshalb unmöglich wissen kannst – und es Dich eigentlich auch einen feuchten Kehricht angeht – für wen wie die Zukunft aussieht.

Schwul schlägt Bayern

10 Aug

Spiel, Satz, Sieg!

Die bayrische Landesregierung unter Führung der CSU, hat ihren Widerstand gegen das „Lebenspartnerschaftsergänzungsgesetz“ aufgegeben und eine dementsprechende Klage zurückgezogen.

In dem Gesetz geht es um eine weitere Angleichung der Rechte sogenannter Lebenspartnerschaften zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern und der herkömmlichen Ehe. Begründet hatte die CSU die Klage mit der Unnatürlichkeit von Homosexualität.

Hauptkritikpunkt der CSU war die Stiefkindadoption in dem Gesetz. Allerdings wurden ihre Argumente gegen die Möglichkeit einer Adoption durch Studien widerlegt.

Katholische Kernspaltung

29 Jul

Die katholische Tagespost hat bei uns bereits des öfteren für Erheiterung gesorgt. Mal ging es um nackte junge Männer in Liegestühlen auf dem Dach eines amerikanischen Priesterseminars, mal um Erwägungen bezüglich der Nützlichkeit von Homosexuellen für den Volkskörper. Jetzt versucht man sich in der Tagespost an der Kernphysik. Den Wissenschaftlern im Auftrag des Herrn gelten

Mann und Frau als anthropologischer Kern der Familie, als historische Konstante der Menschengesellschaft, „als erste natürliche Gemeinschaft“, als „Prototyp jeder sozialen Ordnung“.

Doch es naht Gefahr:

Genau dieser Kern, diese natürliche Gemeinschaft, dieser Prototyp soll gespalten werden.

Von wem? Den 68ern:

Es ist die alte Stoßrichtung der familienverachtenden 68er, derer, die die Natur des Menschen nicht anerkennen und die Geschlechter einebnen wollen.

Alles Schlampen, außer Gaby. Und jetzt kommt ein lustiger Verschreiber: Weiterlesen

Demokraten unter sich

7 Mrz

Nicht nur Ed Koch hat Recht, auch dem kalifornischen Justizminister Jerry Brown ist zuzustimmen, wenn er

die Situation Homosexueller mit der von Schwarzen in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts

vergleicht, genauer gesagt

den Volksentscheid Proposition 8, in dem die kalifornische Bevölkerung im November letzten Jahres die Schwulen und Lesben die Eherechte entzog (queer.de berichtete) mit einem Volksentscheid aus dem Jahr 1964. Damals stimmten 65 Prozent der Kalifornier für Proposition 14, die es Hausbesitzern unter anderem erlaubte, schwarze Mieter wegen deren Hautfarbe abzulehnen. Sowohl der kalifornische als auch der amerikanische Supreme Court erklärten das Referendum später für ungültig, da es die Rechte einer Minderheit beschneide.

Seine Begründung:

„Als kalifornischer Justizminister denke ich, dass Proposition 8 niedergeschmettert werden muss, weil sie verfassungswidrig gleichgeschlechtlichen Paaren das Grundrecht auf Ehe entzieht.“ Dieses ist in der kalifornischen Verfassung festgeschrieben. Grundrechte, so Brown, könnten nicht durch eine einfache Mehrheit abgeschafft werden, „egal ob es 52 Prozent Zustimmung gab wie bei Proposition 8 oder 65 Prozent wie bei Proposition 14“.

Aber nicht nur Demokraten outen sich als Gegner von Proposition 8:

Auch unter den in Kalifornien als äußerst konservativ geltenden Republikanern gibt es immer mehr Stimmen, gleichgeschlechtliche Ehen zuzulassen. Neben Gouverneur Arnold Schwarzenegger unterstützt etwa auch Jerry Sanders, der Bürgermeister von San Diego, die Homo-Ehe. Er galt bis 2007 noch als erbitterter Gegner von Homo-Rechten. Grund war das Coming-out seiner Tochter, die ihre Freundin heiraten wollte.

Und was fällt dem gemeinen queer.de-Leser mit dem bezeichnenden Namen „dummfug“ dazu ein? Die Schwulen sind die Juden von heute. Nur lesen kann er nicht, der gemeine queer.de-Leser: Weiterlesen

Warum Arschlöcher eklig werden, sobald sie zur CSU gehören

28 Okt

Kaum ist der Koalitionsvertrag in Bayern unterschrieben, kommen die ersten Beschwerden. So ist das üblich und so klingt es von berufsschwuler Seite:

LSVD und Grüne kritisieren, dass die CSU/FDP-Koalition die „bayerische Diskriminierungspolitik“ fortsetze

Etwas konkreter ist dann nur noch davon die Rede, man sei

enttäuscht von dem mageren Ergebnis für die Gleichstellungspolitik in Bayern,

wie Axel Hochrein für den LSVD erklärte. Offenbar hatte man das bayerische Wahlergebnis wieder vergessen, denn warum sonst würde man angesichts der 8 Prozent, die die FDP erreicht hatte, folgende Analyse im Brustton der Überzeugung vortragen? Weiterlesen

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