Tag Archives: Demokratie

Dulden heißt beleidigen

17 Mrz

Die Ebene der Toleranz hat man dabei schon lange verlassen. Das Schlagwort der Stunde ist Akzeptanz. Diese duldet nämlich keinen Widerspruch. Es ist schon erstaunlich, dass bei den Diskussionen in allen Bundesländern, die derzeit mit der Überarbeitung ihrer Bildungspläne hin zur Akzeptanz sexueller Vielfalt befasst sind, gelebte Toleranz mittlerweile als ausgrenzendes Handeln definiert wird. Denn wer „nur“ toleriert, statt akzeptiert, erlaubt sich noch eine abweichende Meinung. Wer „nur“ toleriert, statt akzeptiert, widerspricht der neuen Marschrichtung. Wo aber Verwaltung, Polizei, Kirchen, Schule, Kindergärten, Universitäten, Vereine, Medien und selbst Seniorenheime mit staatlichem Auftrag zur Akzeptanz einer bestimmten Meinung auf Linie getrimmt werden sollen, ist für tolerantes Denken kein Platz mehr. Dort ist nur noch Platz für eine Meinung, durchgepaukt von einer Minderheit. Gelebte Demokratie ist das dann allerdings nicht mehr.

„Gelebte Demokratie“ im Sinne von Birgit Kelle ist der Anspruch der Mehrheit, das eigene Leben als gesellschaftliches Ideal propagiert sehen zu wollen; ist der Anspruch der Mehrheit auf bedingungslose Akzeptanz, während man sich gleichzeitig das Recht herausnehmen möchte, alle anderen lediglich zu tolerieren, weil diese ja nur eine Minderheit darstellen.

Verwaltung, Polizei, Kirchen, Schule, Kindergärten, Universitäten, Vereine, Medien und selbst Seniorenheime werden staatlicherseits zur Akzeptanz der Meinung getrimmt, dass Heterosexualität und Cisgender zu akzeptieren sind.

Warum der Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität dann aber lediglich Toleranz zukommen soll, kann wohl nur demjenigen einleuchten, der etwas gegen Homo- und Bisexuelle, sowie Trans* und Inter* hat.

Denn hätte man nichts gegen diese, bräuchte man sie nicht lediglich zu tolerieren.

Abscheuliche Erniedrigung

23 Sep

Obwohl das Jahr 2017 noch ein wenig in der Zukunft liegt, hat Nicolas Sarkozy offenbar bereits den französischen Wahlkampf eröffnet. Und was bietet sich da eher an, als populistische Phrasen unter’s Volk zu werfen?

Nicolas Sarkozy hat am Sonntagabend in seinem ersten Fernsehinterview seit seiner Rückkehr in die Politik die Arbeit des amtierenden Präsidenten François Hollande scharf kritisiert.

So weit, so banal. Denn wann hätte man schon einmal von einem Politiker gehört, der sich lobend über den parteipolitischen Gegner äußert? Was Sarkozy zur Eheöffnung für Schwule und Lesben in Frankreich zu sagen hat, ist aber selbst für eine Konservativen ausgesprochen töricht: Weiterlesen

Alternative für Deutschland? Eine Alternative?

16 Sep

Die Alternative für Deutschland (AfD) ist in die drei Landesparlamente von Brandenburg, Sachsen und Thüringen eingezogen.

Gut so! Weiterlesen

Ehe und Familie und so weiter und so fort

4 Jul

Die Gegner des Bildungsplans in Baden-Württemberg geben nicht auf. In einer neuen Petition heißt es:

Sehr geehrter Herr Kultusminister Stoch,

die von Ihnen vorgestellten Änderungen am neuen Bildungsplan reichen nicht aus. Ich sehe unverändert die Gefahr, daß der Bildungsplan parteipolitische und ideologische Vorstellungen auf dem Rücken der Kinder exekutiert.

Dies trifft insbesondere auf die von Ihnen geplante Erziehung zur „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ zu, die sich in der neuen Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ unverändert verbirgt. Das Einfordern von Akzeptanz generell verstößt gegen das Indoktrinationsverbot und ist deshalb verfassungswidrig. Darauf hat jüngst der Rechtswissenschaftler Prof. Ulrich Palm hingewiesen, unter Berufung auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 2008 wonach „Schule zu Zurückhaltung, Toleranz und Offenheit für unterschiedliche Wertungen“ verpflichtet ist und nicht indoktrinieren darf (AZ: 6B64/07). Akzeptanz setzt – im Gegensatz zur Toleranz – einen positiven Zustimmungsakt voraus, den der Staat nicht zulässig fordern oder auf ihn hinarbeiten darf.

Ich fordere Sie deshalb auf, im Zuge der geplanten Überarbeitung bis 2016 sämtliche Indoktrinierungsansätze der „Leitperspektiven“   konsequent aus dem Bildungsplan zu streichen.

Mit freundlichen Grüßen

Ich will mich jetzt nicht lang und breit mit dem Inhalt dieser Petition beschäftigen, allerdings fällt mir eine Zeile auf, die ich als Widerspruch zum Anliegen der „Demo für alle“- Initiatoren betrachte: Weiterlesen

Heteronormativität, Demokratie und das Matterhorn

26 Okt

Wie queer.de berichtet, plant die Schweiz eine Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe durch die Hintertür:

Die Schweizer Initiative hat zum Ziel, folgende Sätze in die Verfassung einzufügen: „Die Ehe ist die auf Dauer angelegte und gesetzlich geregelte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau. Sie bildet in steuerlicher Hinsicht eine Wirtschaftsgemeinschaft. Sie darf gegenüber andern Lebensformen nicht benachteiligt werden, namentlich nicht bei den Steuern und den Sozialversicherungen“.

Man kann darüber spekulieren, ob der deutliche Hinweis auf „Mann und Frau“ tatsächlich mit dem Ziel verfasst wurde, Schwule und Lesben absichtlich von der Ehe auszuschließen, da es der Initiative des Referendums offiziell um Steuerfragen geht: Weiterlesen

Arabischer Winter

12 Jan

Erinnert sich noch irgendjemand an die euphorischen Kommentare unserer links-grünen Journaille angesichts der Ende 2010 begonnene Unruhen in der arabischen Welt und insbesondere Ägyptens? Und erinnert sich noch irgendjemand an die kritischen Töne eben jener Journaille gegenüber Israel, weil das kleine Land die hochfliegenden Träume von Freiheit und Demokratie angesichts des „Arabischen Frühlings“ nicht teilen konnte?

Natürlich hatten die Israelis mit ihrer Skepsis Recht. Der „Arabische Frühling“ hat Ergebnisse gezeigt, die in mehrheitlich islamischen Ländern zu erwarten sind. Gebt den Menschen dort die Möglichkeit ihre Regierung zu wählen und sie wählen nicht Freiheit, sondern religiöse Bevormundung. Weiterlesen

Lasst uns shoppen gehen!

20 Dez

Es ist schrecklich ermüdend, etwas über das Thema Homosexualität zu schreiben, wenn andere Dinge doch so viel interessanter sind. So hat etwa die UNO einen Bericht vorgelegt, in dem erstmals die Verfolgung und Diskriminierung homosexueller Menschen kritisiert wird, und den Mitgliedsländern Maßnahmen empfohlen werden, die Verfolgung und Diskriminierung abzustellen. Und? Wen juckt es? Nun ja, mich ehrlich gesagt nicht, denn den eigentlich Angesprochenen  – also den Versagerländer aus Afrika und Asien nebst Russland – geht das sowieso am Allerwertesten vorbei. Sie werden weiterhin auf ihre „Souveränität“ pochen, auf ihr „Recht“ als selbstständige Staaten Gesetze zu erlassen um die Gesellschaft zu formen und „zu gestalten“. Und wenn sie ganz clever sind, verweisen sie auf die Demokratie, auf die Volksmeinung in ihren Ländern, die Homos nun mal als veritable Untermenschen sieht.

Was mein Blut dagegen so richtig in Wallung gebracht hat, war ein ganz anderer Artikel, einer der überhaupt nichts mit Schwulen, ja nicht mal mit Lesben zu tun hat, ein Text der im „Tagesspiegel“ veröffentlicht wurde, von einem gewissen Harald Welzer, seines Zeichens „Kulturwissenschaftler“ (man verzeihe mir, wenn ich bei dieser Berufsbezeichnung die Augen verdrehe), also einer von den zahllosen Dampfplauderern der links-grünen intellektuellen Elite, die uns tagtäglich erklären wollen, wie die Welt beschaffen ist, ohne freilich zu wissen, wie die Welt tatsächlich beschaffen ist. Weiterlesen

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