Tag Archives: Dialog der Religionen

Kaiser ohne Kleider

3 Mai

Gespräche zwischen Religionsvertretern sind oftmals seltsam, manchmal erheiternd, zuweilen lehrreich, selten jedoch uninteressant. Als Quasi-Ungläubiger, der sich zwar einen Gott vorstellen kann, die Existenz eines Gottes aber für belanglos zur Beantwortung moralischer Fragen hält, lese ich desöfteren mit Staunen, wie die Beteiligten einer theologischen Diskussion versuchen, zwischen dem eigenen moralischen Kompass und einer jahrhundertealten biblischen Überlieferung einen Mittelweg zu finden, dem man logisch gerade noch so begründen kann.

Das Gespräch mit dem Rabbi Abraham Skorka und dem ehemaligen Kardinal und heutigem Papst Franziskus, Jorge Bergoglio, ist dafür ein gutes Beispiel. Entnommen wurde es dem Buch „Über Himmel und Erde. Jorge Bergoglio im Gespräch mit dem Rabbiner Abraham Skorka“. Die „Welt“ hat Auszüge aus diesem Buch veröffentlicht. Kernthemen sind hierbei die Rolle der Frau, Homosexualität, Abtreibung und Ehe. Weiterlesen

Islamopobie in Deutschland

14 Jun

Also jetzt mal ehrlich: Ist diese Aktion nicht irgendwie islamophob, rassistisch und überhaupt dem Dialog der Kulturen und Religionen abträglich?

Islam für alle!

29 Aug

Hatice Akyün, Kolumnistin des „Tagesspiegel“, hat eine großartige Idee. Einen Feiertag mehr für alle:

Morgen ist wieder Bayram, das muslimische Zuckerfest. In den nächsten Tagen werde ich in dem Haus wohnen, in dem ich aufgewachsen bin, mich von vielen Menschen umarmen und küssen lassen und stundenlang in Küchen sitzen, deren Gerüche ich nur allzu gut kenne. Ich werde mich die nächsten Tage großartig fühlen, auch wenn ich schräg auf dem Sofa liege und meinen vollen Bauch von mir strecken muss. Während wir uns gequält bedienen, wird meine Mutter mit immer neuen Schüsseln aus der Küche kommen und sagen: „Süß lass uns essen, süß lass uns reden.“ Ich werde nicht wieder wegwollen und bin mit allem einverstanden, ohne zu wissen, worauf dieses Einverständnis eigentlich beruht. […]

Was wäre eigentlich so verkehrt daran, den Muslimen in Deutschland einen offiziellen Feiertag zuzusprechen? Weiterlesen

Selbst schuld

10 Okt

Die NZZ titelt, Homosexuelle würden auf dem Balkan

in die ethnischen Konflikte hineingezogen.

Im Artikel steht das Gegenteil:

In einem Punkt ist die Schwulenszene aber zweifellos Avantgarde, wenn auch eine versteckte: Multiethnizität, im kosovarischen Alltag ein toter Buchstabe, ist hier lebendige Wirklichkeit. Ob Albaner, Serbe oder Rom, man begegnet sich vorurteilslos – es reicht, als Homosexueller diskriminiert zu werden.

Dank NZZ wissen wir jetzt immerhin, wer für den abgesagten CSD in Belgrad verantwortlich ist. Weiterlesen

Doppelte Moral ist nicht nur in Rom zu Hause

19 Mrz

Die taz berichtet über Mustafa Ceric, das religiöse Oberhaupt der bosnischen Moslems:

Der in ganz Europa mit vielen Preisen überhäufte Ceric gilt als ein weltgewandter, vielsprachiger Theologe, der gerne zum Dialog der Religionen eingeladen wird. Ceric stellt sich als ein Vertreter eines „europäischen Islam“ dar, der die Demokratie und die Menschenrechte achtet, und der es gerne hört, wenn er zur glitzernden Führungsgestalt der europäischen Muslime hochstilisiert wird.

Doch wie auch bei anderen Vertretern des „euopäischen Islams“ bestehen Zweifel an der Integrität des Mannes:

Seine Kritiker werfen ihm seither vor, die kleine Gruppe der saudi-arabisch gelenkten Islamisten, die Wahhabiten, in Bosnien gewähren zu lassen oder sie zumindest nicht energisch genug zu bekämpfen.

Auch andere Indizien deuten daraufhin, dass Cerics Europa nicht viel mit dem Europa zu tun hätte, wie wir es kennen: Weiterlesen

„Wir müssen uns hüten, Homosexualität als Sünde zu sehen“

12 Dez

Wie man religiöse Intoleranz kritisieren kann, ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten, zeigt uns Anselm Grün im Interview mit cafébabel.com:

„Es ist einerseits wichtig, einen guten Dialog mit dem Islam zu führen, der geprägt ist von der Achtung vor den Traditionen des Anderen. Aber wir müssen dennoch kritisch sein gegenüber der Intoleranz, die wir in einigen vom Islam geprägten Ländern noch immer sehen. Was wir brauchen, ist ein kritischer Dialog.“

Ohne deshalb das andere zu relativieren, verweist Grün auch auf die blinden Flecken des eigenen Vereins:

Auch seine eigene Kirche sei keineswegs frei von intoleranten Strömungen, gibt Pater Anselm auf Nachfragen hin zu. Wir sprechen über die Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität: „Hier sind sicher noch Schattenseiten“, betont der Theologe nachdenklich. Besonders problematisch, wenn der katholische Glaube herangezogen wird, um diskriminierende Politiken gegenüber Homosexuellen zu rechtfertigen, wie beispielsweise in einigen Ländern Osteuropas. „Wir müssen uns hüten, Homosexualität als Sünde zu sehen“, so Anselm Grün.

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