Tag Archives: Dialog der Sexualitäten

Krass und reaktionär?

10 Mrz

In der „Welt“ habe ich gerade den Artikel einer lesbischen Frau gelesen, die über die Schwierigkeiten und Zumutungen in unserer heteronormativen Gesellschaft berichtet. An dem Artikel habe ich grundsätzlich nichts zu kritisieren, möchte aber eine Frage der Autorin herausgreifen, weil diese mir merkwürdig vorkommt.

Zunächst einmal der Zusammenhang:

„Es gibt Dinge, die kannst du nicht überwinden. Kerle wollen was anderes als Frauen.“ Ich höre zu, sie fährt fort: „Solche Probleme habt ihr natürlich nicht. Ich wünschte manchmal, ich wär auch lesbisch.“ Und fügt erbarmungslos hinzu, dass es ja viele Turbofeministinnen gebe, die sich ganz bewusst für eine Frau entschieden, weil sie Männer als Beschränkung ihrer Selbstverwirklichung ablehnten.

Ich kratze mir den Kopf, sage: „Ach, echt?“, und füge, statt zu widersprechen, irgendeinen pseudoprovokanten Scherz zum Thema „Frauenfeindlichkeit unter Lesben“ hinzu. Erst zehn Stunden zu spät und mitten in der Nacht komme ich auf einen wichtigen Gedanken: Ist es nicht die krasseste unter den reaktionären Ansichten über Homosexualität, man könne sich aus marktwirtschaftlichen Motiven für oder gegen sie entscheiden? So wie man sich für eine Partei entscheidet oder eine Wohnzimmereinrichtung? Homosexualität ist in den Augen dieser jungen, aufgeklärten und links orientierten Frau offenbar bloß ein fauler Ausweg aus der Gendermisere.

Die Frage lautet also:

„Ist es nicht die krasseste unter den reaktionären Ansichten über Homosexualität, man könne sich aus marktwirtschaftlichen Motiven für oder gegen sie entscheiden? So wie man sich für eine Partei entscheidet oder eine Wohnzimmereinrichtung?“

Ich möchte diese Frage gerne mit einem überzeugten „nein“ beantworten, weil ich diese Ansicht weder für sonderlich krass noch reaktionär halte. Warum? Weiterlesen

Das Pendel der Toleranz

10 Mai

Man hört es in letzter Zeit wieder öfter: Schwule, bzw. Homosexuelle im Allgemeinen, würden es mit ihren Anliegen und Forderungen übertreiben. Das könne nicht gutgehen, da die Mehrheitsgesellschaft nicht alles hinnehmen würde. Also sollten sich Homos nicht wundern, wenn das Pendel der Toleranz irgendwann wieder umschlägt. In ihrem eigenen Interesse sollten Homos sich also ein wenig zurückhalten. Weiterlesen

Männerrechtler – Hand in Hand

18 Dez

Erleben wir gerade die ersten Schritte zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen Schwulen und Männerrechtlern? Anlässlich einer Blogparade haben mehrere Männerrechtler sich um das Thema männliche Homosexualität, Schwulenbewegung und das Verhältnis zum Maskulismus Gedanken gemacht. Ich wäre begeistert, wenn diese Beiträge auf fruchtbare Boden fallen und recht bald auch von der schwulen Blogosphäre, und darüber hinaus, aufgegriffen werden:

Männerrechtler – ich mag Euch ja…

12 Dez

Manchmal ist das Leben komisch. Da wacht man nichtsahnend und leicht erkältet an einem Donnerstagmorgen auf, klickt seine Lieblingsblogs an, landet bei „Genderama“ und muss dort lesen, dass man wieder in ein Wespennest gestochen hat. Mein Beitrag „Männerrechtler„, in dem ich meine „düsteren Vorahnungen“ gegenüber Männerrechtlern zum Ausdruck gebracht habe, hat offenbar einiges an Gefühlswallungen hervorgerufen.

Auf der „Müllhalde der Männerrechtsbewegung“ – dem Forum „Wieviel Gleichberechtigung verträgt das Land“ – muss ich lesen, dass ich auf dem Blog „Alles Evolution“ momentan der Hauptposter sei und indirekt dafür verantwortlich, dass die Kommentatoren dort nur noch aus  „Schwule[n], Lesben, Halbfeministen und Frauen“ bestehen würden.

Arne Hoffmann war auf über meinen Beitrag offenbar ebenfalls verwundert und bezeichnet auf „Genderama“ meine Haltung gegenüber Männerrechtlern als „schizophren„: Weiterlesen

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