Tag Archives: Die gute alte Linke

Grüne Demokratie

30 Mai

Grüne sind einfach immer im Dienst:

Die haben sich so lange über die Froschschenkel auf der Speisekarte beschwert und sie immer wieder durchgestrichen, bis José sie aus der Karte herausgenommen hat.

Ist das nicht unverschämt? Weiterlesen

Sag mir wo die Lesben sind, wo sind sie geblieben?

19 Mai

In einem Beitrag der Grünen Jugend beschäftigt man sich mit der angeblichen Unsichtbarkeit lesbischer Frauen in den Medien. Merkwürdig ist allerdings, dass es schon im zweiten Satz des Textes gar nicht um „lesbische Frauen“ geht, sondern um alle, die „nicht-heterosexuell“ sind, wie

Bi- und asexuelle Menschen oder Transgender* und Inter*

Was jedoch haben Transgender zwingend mit Nicht-Heterosexualität zu tun? Anders gefragt: Wieso werden heterosexuelle Transgender unter „Nicht-Heterosexualität“ verbucht?
Im folgenden wird beklagt, homosexuelle Diskurse seien männlich geprägt. Gemeint sind hier vermutlich Diskurse über Homosexuelle. In diesen werde

über die Schwulen-Ehe, das Ehegatt_innensplitting für Schwule, die Schwulen-Parade geredet. Weibliche Homosexualität wird meist in medialer Darstellung überhaupt nicht benannt.

Nun: Schwulen-Ehe lese ich selten, meist heißt es Homo-Ehe und das ist eben nicht männlich geprägt. Ehegatt_innensplitting für Schwule ist ja wohl kompletter Unfug. Weiterlesen

Ein neuer Sozialismus

13 Mai

Dass die „Piraten“ den Begriff „Ehe“ durch „eingetragene Lebenspartnerschaft“ ersetzen möchten, ist einer der vielen Kuriositäten, mit denen die in stürmischen Gewässern segelnde Partei wieder klar Schiff machen möchte. Fragt sich bloß, wem das irgendetwas bringt?

Sei es drum! Auf das Projekt „Piratenpartei“ hatte ich eh nie allzuviel Hoffnungen gesetzt. Es war eigentlich von Anfang an klar, dass diese Partei – getragen von Computernerds und Internetfreaks – politisch im Wesentlichen die Haltung einnehmen wird, dass man alles haben möchte, ohne etwas dafür zu geben. Und so klingt dann auch das „Programm“ der Piraten, welches am Wochenende beschlossen wurde: Weiterlesen

Beteiligung bei Wohlverhalten

28 Apr

In einem Kommentar zum Ausschluss der CDU vom Berliner CSD begrüßte ein Leser diesen mit den Worten, auch er sehe es

als widersinnig an, bei einer Demo FÜR LGBT-Rechte eine Partei zu beteiligen, deren führende Repräsentanten wieder und wieder bewiesen haben, daß sie Schwule und Lesben für minderwertig und krank hält.

Befremdlich und bezeichnend finde ich in diesem Zusammenhang die Formulierung zu beteiligen, macht es doch deutlich, dass es bei der Berliner CSD-Parade offenbar nicht mehr darum geht, dass Menschen, die für die Gleichstellung von Homosexuellen eintreten, für ihr Anliegen auf die Straße gehen, sondern nur der Teil von ihnen, der dafür vom ZK die Genehmigung erhält. Weiterlesen

Küssen verboten, Vol. 4

26 Feb

Jan Marco Luczak, einer der Initiatoren des Antrags zur steuerlichen Gleichstellung eingetragener Partnerschaften auf dem CDU-Bundesparteitag im Dezember 2012, begründet seinen Einsatz als Konservativer für die Gleichstellung so:

Ein Entweder-oder zwischen konservativen und liberal-progressiven Werten existiert im Kern nicht. Bei eingetragenen Lebenspartnerschaften geht um zwei Menschen, die sich lieben, Verantwortung übernehmen und füreinander einstehen wollen und z.B. gegenseitige Unterhaltspflichten übernehmen. Dieses bewusste Eingehen von rechtlichen Pflichten, das Jasagen zu Verantwortung, das ist ein zutiefst konservativer Wert, den wir an anderer Stelle immer wieder einfordern und unterstützen. Daher bin ich auch und gerade als Konservativer für die Gleichstellung.

Immerhin sind ihm im Dezember 40 % der Delegierten gefolgt und haben den Antrag unterstützt. Jetzt scheint die Gesamt-Partei unter Merkel auch auf diesem Weg. Die Stuttgarter Zeitung kommentiert:

Wenn schwule oder lesbische Paare dauerhaft Verantwortung füreinander übernehmen, so ist das nicht weniger konservativ als wenn sich Männlein und Weiblein zu einer solchen Partnerschaft entschließen. Konservativ zu sein heißt nicht, sich an überlebte Konventionen zu klammern. Konservativem Denken liegen fundamentalere Überzeugungen zugrunde: eine Verantwortungsethik zum Beispiel, wie sie auch in homosexuellen Partnerschaften zum Ausdruck kommt. Beständigkeit, Verbindlichkeit, füreinander einstehen – das sind konservative Tugenden. Doch wer sich lediglich ein Werturteil über Formen des Zusammenlebens anmaßt, ist damit noch lange nicht konservativ.

Bei Linken löst die neue Entwicklung keineswegs Freude aus: Weiterlesen

Nicht schon wieder queer

1 Jan

Das neue Jahr fängt ja gut an. Kaum hat man sich von einer rauschenden Silvesternacht erholt, wird einem auf queer.de ein unglaublich kompliziert geschriebener Beitrag präsentiert, der wieder einmal versucht, aus Homosexualität eine Lebensweise, wenn nicht gar eine Revolution zu machen. Schon die Einleitung hat es in sich:

Die Mehrheit der Menschheit ist hetero, daran führt kein Weg vorbei. Wollen wir als Fünfprozent-Minderheit da auf gütige Akzeptanz hoffen, wenn wir uns möglichst heteronormativ benehmen, heiraten, monogam leben und bausparen? Oder kann man nicht besser die Heterowelt von innen sprengen?

Es hat schon etwas von einer narzisstischen Anmaßung sich einzubilden, man könnte als selbsteingestandener „Fünfprozent-Minderheit“ die „Heterowelt von innen sprengen“. Abgesehen davon, dass man es sich wohl etwas zu einfach macht, „die Heterowelt“ alleine mit heiraten, Monogamie und bausparen in Verbindung zu bringen. Weiterlesen

Allein im schwulen Raum

1 Dez

Schwul zu sein ist kein Lebensstil, kein Beruf, keine Weltanschauung. Es ist einfach nur eine sexuelle Orientierung, ein simples romantisch-sexuelles Begehren eines Mannes zum eigenen Geschlecht.

Eine Binsenweisheit? Mitnichten! Seit Aufkommen der Schwulenbewegung artikulieren sich Stimmen, die sich mit der Tatsache der Homosexualität als sexueller Orientierung einfach nicht abfinden können. Da wären einerseits die homophoben Elemente jedweder Coleur, die aus der Homosexualität eine Dekadenzerscheinung, eine Sucht, eine Krankheit machen wollen.

Und auf der anderen Seite? Nun, dort tummeln sich eine Fülle zumindest politisch links stehender, oftmals im geistes- oder sozialwissenschaftlichen Bereich tätige Persönlichkeiten, die aus der Homosexualität so etwas wie eine Weltanschauung oder Kultur und aus Schwulen eine Art neuen Menschen kreieren wollen.

Zu ihnen gehört offenbar auch Prof. David Halperin, Professor für englische Literatur an der University of Michigan in Ann Arbor, der tatsächlich der Meinung ist, es gäbe so etwas wie eine schwule Kultur, die es zu pflegen gilt, und dass Homosexualität einerseits und schwul sein andererseits nicht das gleiche ist. In einem Interview mit dem Magazin „Männer“ erklärt er näheres hierzu, wobei queer.de einige Auszüge veröffentlicht hat: Weiterlesen

Gaias Sturm und Gottes Zorn

1 Nov

Hasst Gott Nordamerika? – Zugbahnen der atlantischen Hurrikane von 1851 bis 2005

Für kluge, oder auch nur normale denkende Menschen, sind Hurrikane, wie etwa „Sandy“, wissenschaftlich erklärbare Phänomene, die sich aus dem Aufbau unserer Erde und der Atmosphäre ergeben. Oder anders gesagt: ein Planet, so strukturiert wie der unsere, muss zwangsläufig Hurrikane hervorbringen. Es ist physikalisch nicht anders machbar.

Es gibt allerdings eine Fülle von Menschen, die das anders sehen. Da wären einerseits die eher der politischen Linken zuordbaren Klimawandel-Fundamentalisten, die gleichsam postulieren, Hurrikane hätte es früher nicht gegeben und seien die Strafe der Erdmutter Gaia für unser frevelhaftes Tun, Burger zu essen und Auto zu fahren.

Auf der anderen Seite haben wir die eher politisch rechts stehenden, klassischen religiösen Fundamentalisten, die einen rachsüchtigen, unversöhnlichen Gott verehren, der es nötig hat, Hurrikane loszuschicken, um Sachwerte und Menschenleben zu zerstören, nur weil ihm nicht passt, was Menschen miteinander im Bett treiben. Weiterlesen

Sozen waren auch mal besser – oder?

27 Okt

Wer wissen will, was bei den Sozialdemokraten im 21. Jahrhundert falsch läuft, der sollte sich den Beitrag von Christian Soeder auf dessen Blog „Rot steht uns gut“ zu Gemüte führen. Nur so viel sei vorweggenommen: Sozi zu sein, heißt heutzutage offenbar pro Körperverletzung, pro religiösen Obskurantismus und contra individuelle Selbstbestimmung zu sein.

Anderserseits argumentiert Soeder ja aus einer streng kollektivistischen, antiindividualistischen Position heraus. Und eine solche Position ist ja durchaus nicht selten „links“. Leider…

Pro Deutschland vs. Pro Islam?

18 Aug

Heute demonstriert „Pro Deutschland“ vor Berliner Moscheen. Deren Beweggründe sind mir klar: Nationalismus, Angst vor dem Islam, christliches Sendungsbewusstsein.

Doch was motiviert eigentlich die Gegendemonstranten? Pluralismus, Christophobie und Liebe zum Islam?

Wie dem auch sei, politisch supekt sind beide Parteien, und es erscheint angeraten, um beide einen großen Bogen zu schlagen. Und statt dessen lieber in den Biergarten zu gehen…

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