Tag Archives: Ehegattensplitting

Ist der Drops gelutscht?

10 Jun

Nachdem das Bundesverfassungsgericht die steuerliche Ungleichbehandlung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft beim Ehegattensplitting für verfassungswidrig erklärt hat, kann es den Unionsparteien auf einmal nicht schnell genug gehen: noch vor der Sommerpause will man das Urteil aus Karlsruhe in Gesetzestexte gießen. Eine mögliche neue Niederlage vor Augen, mehren sich nun die Stimmen in CDU/CSU, das vermutlich sensibelste Thema der ganzen Homo-Debatte anzugehen: Weiterlesen

Mit der CDU auf dem schwulen Weihnachtsmarkt

7 Dez

Die CDU hat erwartungsgemäß einen parteiinternen Antrag abgelehnt, homosexuelle Paare steuerlich ebenso zu behandeln wie heterosexuelle Paare. Die Aufregung darum ist mir ein wenig schleierhaft, denn immerhin geht es erstens nur um Steuern und zweitens reden wir hier von der CDU, einer zumindest formell konservativen Partei, die sich selbst immer noch als christlich versteht. Und das gesellschaftlicher Konservatismus nebst Christentum in einem gewissen Spannungsverhältnis zu Fragen der Homosexualität stehen, sollte eigentlich niemanden überraschen, oder?

Die CDU wäre ohnehin besser gefahren, hätte sie das Ehegattensplitting gleich abgeschafft und sich darauf konzentriert, bessere Bedingungen für Familien und Kindern zu schaffen. Dass nicht wenige Teile der CDU – und der Gesellschaft ganz im Allgemeinen – in Homosexualität und Familie immer noch Gegensätze sehen, mag verwundern. Es dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein, bis auch diese Leute merken, dass Homosexuelle auch Familie und manchmal sogar selbst Kinder haben.

Der Aufreger scheint aber in der Tat die Sendung „Hart aber fair“ gewesen zu sein, in der sich eine gewisse Birgit Kelle gegen die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften ausgesprochen hat und daraufhin von einem Mitarbeiter des WDR auf Twitter als „Hexe“ beschimpft wurde, die es wert sei im Feuer zu rösten. Inzwischen hat sich der Mitarbeiter entschuldigt und Frau Kelle hat diese Entschuldigung auch angenommen.

Diese kleine Episode hat aber mal wieder gezeigt, wie hochemotional das Thema besetzt ist. Weiterlesen

Das war schon immer so

21 Aug

Jan Fleischhauer nutzt jede Gelegenheit, eine Lanze für die Ehe zu brechen. Aktuell stellt er in ideaSpektrum fest:

die Ehe gehört zu den politischen Ärgernissen, die sich entgegen aller Reform- und Erziehungsbemühungen unvermindert halten – so wie Fernreisen, die Liebe zum Fastfood und der Autowahn. Seit Jahren predigt man den Leuten, dass man auch ohne Trauschein glücklich sein kann, aber sie wollen einfach nicht hören.

Von jemand, der so ein großes Herz für die Ehe hat, sollte man eigentlich erwarten, dass er die Möglichkeit von Schwulen und Lesben, einander zu ehelichen, aufs Schärfste begrüßen würde. Ich bin nicht sicher, was Fleischhauer dazu meint, das Ehegattensplitting auch homosexuellen Paaren zukommen zu lassen, findet er jedenfalls bah: Weiterlesen

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